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Samstag, 04.07.2026 – Tallinn: Altstadt, Schloss Katharinental; Tuhala
Unsere Route im Baltikum, bis Tallinn.
Von Tallinn bis Tuhala Hexenbrunnen – 43 km
Wetter: am Morgen Regen, dann zunehmend auflockernde Bewölkung und sonnig – 20 Grad
Heute wollten wir unseren Altstadtspaziergang machen. Weil aber am Morgen noch etwas Regen fiel, blieben wir etwas länger im Bett. Nach dem Frühstück musste Udo noch ein paar Rechnungen für die Höhle überweisen, dann konnte es losgehen. Inzwischen schien die Sonne. Wir trauten dem Wetter aber nicht so ganz und nahmen noch zwei Regenschirmknirpse mit. Wir haben sie nicht gebraucht 😊.
Die Altstadtrunde hatte Xenia so angepasst, dass sie an unserem Parkplatz losging. Schon nach wenigen Minuten waren wir an der Dicken Margarethe angekommen, einem der Stadtmauertürme. Vorbei an den Drei Schwestern, einem Ensemble aus drei spätgotischen Kaufmannshäusern aus dem 14. und 15. Jahrhundert, in denen heute Luxushotels untergebracht sind, kamen wir St. Olai-Kirche.
Hier bestiegen wir den Glockenturm und hatten von oben eine phantastische Aussicht über die Altstadt und den Hafen. Diese mussten wir uns allerdings redlich verdienen, indem wir 232 sehr enge und steile Stufen bis zur Aussichtsplattform erklommen.
Als Nächstes kamen wir am KGB-Gefängniszellen-Museum vorbei. Xenia hatte keine Lust hineinzugehen, denn das hatten wir leider schon in Riga in ähnlicher Form gesehen. Vor dem Gebäude waren Tafeln aufgestellt, auf denen die besonderen Häuser der Pagari-Straße vorgestellt wurden. Die Drei Schwestern und das Haus, in dem die KGB-Gefängniszellen waren, gehörten auch dazu.
Kurz darauf legten wir unsere erste Kaffeepause ein, und zwar im ältesten Caféhaus von Tallinn, dem Café Maiasmokk. Es wurde im Jahr 1864 vom deutsch-baltischen Zuckerbäcker Georg Stude gegründet und ist eine der bekanntesten kulinarischen Institutionen in der Altstadt von Tallinn. Das Erdgeschoss besticht durch seine edle, über 100 Jahre alte Originaleinrichtung mit kunstvollen Holzarbeiten und einer bemalten Buntglasdecke. Es erinnert stark an den gemütlichen Charme klassischer Wiener Kaffeehäuser. Wir genehmigten uns hier einen Cappuccino und zwei salzige Gebäckstücke.
Gegenüber des Cafés befindet sich die Russische Botschaft mit einigen Protesttafeln gegen den Ukraine-Krieg davor.
Jetzt befanden wir uns im Herzen der Altstadt. Nachdem wir in die Heilig-Geist-Kirche geschaut hatten, bummelten wir durch kleine Gassen und schauten in die St.-Peter-und-Paul-Kathedrale, wo die Kirchenglocken zu Mittag läuteten.
Auf dem weiteren Weg zum Rathausplatz kamen wir durch die Katharinenpassage, bogen noch in den Handwerkerhof ein und schauten uns die Chocolaterie Pierre an. Einkehren wollten wir hier aber nicht.
Vorbei am Restaurant Olde Hansa und der Tourist-Info kamen wir schließlich auf den Rathausplatz. Hier schauten wir uns die alte Ratsapotheke etwas näher an und gönnten uns anschließend auf dem Rathausplatz im Restaurant Kehrwieder einen Eiskaffee und eine Eisschokolade.
Jetzt ging es über den Pikk Jalk zur Oberstadt und zur prächtigen orthodoxen Alexander-Newski-Kathedrale. Hier begegneten wir erstmals vielen Japanern, die fleißig Fotos machten. Sie machten das nicht nur von der Kirche, sondern auch auf den Aussichtspunkten, von denen aus man eine schöne Sicht über die Stadt hat.
Es waren nur wenige hundert Meter hinunter zum Schloss. Dort war eine Menge los und der zum Schloss gehörende Präsidentenpalast war für die Öffentlichkeit gesperrt. Viele festlich gekleidete Menschen, vor allem junge Leute, waren hier zu sehen. Wir erkundigten uns bei der Polizei, die hier für Ordnung sorgte, und erfuhren so, dass heute hier eine Schulabschlussfeier sei. Der Rosengarten und das Schloss selbst waren aber frei zugänglich. So drehten wir in der Abendsonne noch eine Runde ums Schloss herum und durch den Park.
Nachdem auch wir die obligatorischen Fotos geschossen hatten, ging es über Treppen wieder hinunter in die Stadt und zur Markthalle. Dort erwarben wir ein Kilo Erdbeeren, dann ging es zurück zur Berta.
Die Erdbeeren wurden gleich eingezuckert, dann machten wir ein Mittagspäuschen. Frisch ausgeruht ließen wir uns die süßen Beeren mit Joghurt gut schmecken.
Es war 16:30 Uhr geworden und wir entschlossen uns, unseren Parkplatz zu verlassen und noch zum Schloss Katharinental zu fahren. Die Bilder, die wir von diesem barocken Schloss im Versailles-Stil und dem dazugehörigen Garten und Park gesehen hatten, waren zu schön gewesen.
Die Fahrt dauerte nur 15 Minunten, aber der zum Schloss und Kunstmuseum gehörige Parkplatz war voll. Udo ergatterte den letzten freien Platz und Xenia konnte wieder nur staunen, wie Udo unser großes Gefährt beherrscht.
Wieder zurück auf unseren Stadtparkplatz fahren, das wollten wir nicht. So fuhren wir noch 40 Kilometer gen Süden bis zum Parkplatz für den Tuhala Hexenbrunnen. Dort war kein Mensch und wir hatten den Parkplatz ganz für uns allein.
Bevor wir Abendessen machten, gingen wir die 150 Meter zum Hexenbrunnen, einer Karstquelle. Das Besondere an diesem Brunnen ist das „Überkochen“: Zu Zeiten von starkem Hochwasser, meist während der Schneeschmelze im Frühjahr oder nach heftigen Regenfällen, schwillt der unterirdisch verlaufende Fluss Tuhala massiv an. Der hydrostatische Druck presst dann bis zu 100 Liter Wasser pro Sekunde aus der Brunnenöffnung an die Oberfläche, sodass das Wasser schäumend über den Brunnenrand sprudelt. Zum Glück hatten wir kein Hochwasser, aber leider daher auch kein Hexenkochen. Wir sahen nur einen tiefen Brunnen mit einem Deckel oben drauf. Das Gebiet hier ist aber sehr schön und wir wollen es morgen noch ein bisschen erkunden.
Für heute beendeten wir den Tag mit ein paar Nudeln mit Gemüsesoße, Käse, Salat und den restlichen Erdbeeren.

































