< So 28.06.26 - Hiiumaa Radtour und Leuchttürme | zurück | Di 30.06.26 - Haapsalu, Rummu >
Montag, 29.06.2026 – Hiiumaa Militärmuseum, Vaemla Wollefabrik, Wanderung Sääre Tirp (Kassari-Landzunge ins Meer), Baden Kassari und Sarve, Fährfahrt aufs Festland (Heltermaa – Rohuküla)
Vom Hiiumaa Militärmuseum bis kurz vor Haapsalu – Wanderung 5,5 km
Wetter: sonnig, bis 28 Grad
Wir erwachten im Sonnenschein und schauten uns nach dem Frühstück erst einmal um, wo wir gestern gelandet waren. Wir hatten direkt am Museumseingang des Militärmuseums neben dem “großen Steinkopf” geparkt, der größten Granitbüste Estlands, die jahrzehntelang als markantes Wahrzeichen am Stadtrand von Kärdla stand. Im Zuge der Entfernung sowjetischer Denkmäler aus dem öffentlichen Raum wurde die kolossale Skulptur im Jahr 2022 demontiert und auf das Gelände des Hiiumaa Militärmuseums in Tahkuna umgesiedelt.
Um uns herum standen einige alte Mercedes-LKWs und Unimogs, außerdem ein alter Beobachtungsturm, den man nicht besteigen durfte. Die Bunker haben wir nicht gefunden. Das Museum hatte heute geschlossen, aber ein Nebentor stand wagenweit offen. So gingen wir in den Hof und schauten uns dort ein bisschen um, bis uns ein erboster und sehr unfreundlicher Museumswärter vertrieb. Um 10 Uhr seien wir willkommen, da hätte das Museum geöffnet. Wir waren etwas erstaunt, denn sowohl an der Türe wie im Internet stand, dass das Museum montags geschlossen hat. Nun gut, wir wollten nicht warten und was wir bisher gesehen hatten, hatte uns auch nicht vom Hocker gerissen.
So fuhren wir weiter nach Kassari im Süden der Insel. Auf dem Weg kamen wir in Vaemla an einer alten Traditionswollefabrik vorbei, die heute noch mit alten Maschinen und Werkzeugen Wolleartikel herstellt. Man kann die Maschinen besichtigen und im Laden verschiedene Wolleprodukte kaufen. Udo erstand sich eine Mütze.
Um 11 Uhr waren wir auf dem Parkplatz für den Sääre Tirp angekommen. Es handelt sich um eine langgezogene, immer schmäler werdende kleine Landzunge, die man bis ins Meer entlanglaufen kann. Nach einem Kaffee mit ein paar Keksen ging es los.
Wir waren nicht allein auf dem Weg zur Spitze, aber die Menge der Wanderer hielt sich in Grenzen. Wir waren froh um unsere Sonnenhüte und das Lüftchen, das wehte, denn in der prallen Sonne war es gut warm. Vorne zogen wir unsere Sandalen aus, Wasserschuhe an und wateten noch ein gutes Stück ins Meer hinein auf dem schmalen Grat, der unter Wasser weiterging.
Als wir umdrehten sahen wir, dass ein kleines Boot mit einer größeren Gruppe plus Hund an der Spitze angelegt hatte und die Bootsinsassen beim Baden waren. Das Wasser war hier ganz klar und wir hätten es ihnen gerne gleich getan, hatten aber keine Badebekleidung dabei. So kehrten wir wieder um und marschierten die 2,5 km zurück. Udo ließ noch die Drohne fliegen, was den Hund aufregte. Kläffend sprang er an uns vorbei, immer hin und her, bis ihn sein Herrchen endlich unter Kontrolle hatte und die Susi wieder landen konnte.
Der Rückweg wurde zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Wir gingen auf einem Seitenpfad, wo kaum ein Lüftchen wehte. Die Sonne brannte unbarmherzig auf uns herab. Wie wir später im Auto sehen konnten, war das Thermometer auf 28 Grad geklettert. Schweißgebadet kamen wir an der Berta an und sehnten uns nach einer Abkühlung. Wir waren doch am Meer!
So fuhren wir 10 Minuten weiter zu einer Stelle, wo man ins Wasser konnte. Der Platz war eigentlich ganz nett, nur die Ostsee war hier sehr schlickig. Xenia badete trotzdem, Udo drehte wieder um.
Wir schauten auf die Karte, ob es nicht noch eine andere Möglichkeit vor der Fähre gibt, und fanden eine Stelle etwas südlich von Heltermaa beim RMK-Platz Sarve. Ein Dortmunder Wohnmobil war schon dort. Wir stellten uns auf die andere Seite und nach einem Schwätzchen mit dem Ehepaar gingen wir in die Ostsee. Auch hier waren Algen auf den Steinen, aber es war nicht so matschig wie am Ort zuvor und das Schwimmen tat uns gut.
Jetzt waren es noch zwei Stunden bis zur Abfahrt unserer Fähre. Wir verbrachten sie mit Duschen, Spaghetti kochen und Essen. Bis gespült war, verblieben noch 45 Minuten. Wir fuhren vor an den Fähranleger und waren heute nicht die Ersten.
Auf der letzten Fähre hatten wir ein Ehepaar kennengelernt, die die Fährfahrt dafür nutzten, ihre Fahrradakkus zu laden. So machten wir es heute auch. Die Zeit hat leider nicht ausgereicht, die Akkus ganz voll zu bekommen, aber eine Stunde haben wir immerhin aufgeladen.
Um 18:45 Uhr fuhren wir von Bord und noch 10 Minuten weiter bis zu einem Parkplatz bei einem Strand und einer Spa-Anlage kurz vor Haapsalu.
Wir schauten uns den Strand an und aßen anschließend noch ein Joghurt und den Rest Grießbrei von gestern. Wir machten dann noch einen Spaziergang rund um den öffentlichen Strand mit Kinderspielplatz und sahen noch ein wenig den Vätern mit ihren Kindern auf der Seilbahn zu. Mehr brauchten wir heute nicht mehr.



















