Berta-Baltikum26-Tag3


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Dienstag, 02.06.2026 – Ratzeburg Werkstatt und Altstadt, Abfahrt Fähre in Travemünde

Von Lübeck über Ratzeburg nach Travemünde – 73 km

Wetter: heiter, 24 Grad

Noch am Montagabend mussten wir feststellen, dass immer, wenn die Wasserpumpe gelaufen war, unser Wasserhahn im Bad tropfte und ein Tropfgeräusch hinter der Duschkabinenverkleidung zu hören war. Zudem drückte Wasser unter der Verkleidung hervor. Letzteres beunruhigte uns besonders. Udo meinte, wir sollten versuchen, das noch in Deutschland richten zu lassen. Er googelte eine Weinsberg-Autowerkstatt im 25 Kilometer entfernten Ratzeburg. Wir beschlossen, am nächsten Morgen früher aufzustehen und dorthin zu fahren.

So klingelte der Wecker an diesem Morgen kurz nach 7 Uhr. Unser Parkplatz war zu dieser Zeit noch ziemlich leer, füllte sich aber bis 8 Uhr zunehmend. Auch in dieser Beziehung war es also gut, zeitig loszufahren.

Wir starteten um 8:15 Uhr und kamen um 8:45 Uhr an der Werkstatt an. Wir sahen einige Wohnmobile dort stehen, aber es war noch nicht viel los. Das Autohaus öffnete aber offiziell auch erst um 9 Uhr. Die Tür war jedoch bereits offen und wir konnten uns im Büro anmelden. Kurze Zeit später kam ein Mechaniker und kümmerte sich um unser Problem. Alle Leute hier waren ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Der Mechaniker meinte, wir hätten Glück. Normalerweise würden sie überrannt werden, aber heute (um diese Uhrzeit) war nicht so viel los und sie hatten noch etwas Luft.

Wir bekamen einen Sitzplatz im Büro mit Kaffeeversorgung und warteten dort, bis unsere Berta repariert war. Sie bekam eine neue Dusche, da war wohl etwas in der Armatur zerbrochen war. Der Mechaniker meinte, dass schon ziemlich viel Wasser hinter die Verkleidung gelaufen sei und das wohl einen Wasserschaden gegeben hätte, wenn wir nicht gekommen wären. Am Wasserhahn musste nur die Kartusche ausgetauscht werden, was aber bei dem älteren Modell mit größerem Aufwand verbunden war. Nach zwei Stunden war alles erledigt und wir mussten nur noch bezahlen: 560 Euro! Davon entfielen 400 Euro auf den Arbeitslohn für zwei Stunden. Billig sind die Werkstätten im Norden also auch nicht gerade. Wir waren trotzdem sehr froh und guter Dinge, dass wir jetzt hoffentlich wieder eine intakte Wasserversorgung haben!

Wir tankten noch etwas Wasser nach und verabschiedeten uns dann von dem netten Monteur. Inzwischen war es 11:30 Uhr geworden und wir beschlossen, noch einen kleinen Ausflug an den Ratzeburger See und zum Dom auf der Altstadthalbinsel zu machen. Auf dem Weg dorthin tankten wir (noch vor 12 Uhr) und kauften bei einem Bäcker ein paar Wecken und süße Stückle für die Fähre.

Der Parkplatz für den Dom und die Altstadt war ziemlich voll, sodass wir nach einem freien Platz suchen mussten. Udo fand schließlich einen, der aber ziemlich eng war. Gerade als er eingeparkt hatte, fuhr in der Reihe vor uns ein Auto von einem etwas größeren Platz weg. Xenia stieg aus, um diesen Platz zu belegen, während Udo umparkte. So war es zumindest der Plan gewesen. Dieser wurde allerdings von einem sehr unverschämten Karlsruher vereitelt, der kurz vor Udo in die Straße fuhr und in den breiteren Parkplatz einbog. Er ließ sich von Xenia nicht davon abhalten und hätte sie dabei fast über den Haufen gefahren. Auch auf die Bitte, den von Udo freigemachten Parkplatz zu nehmen, reagierte er nur mit einer frechen Antwort.

Glücklicherweise fand Udo dann aber noch einen guten Platz für die Berta und wir konnten unseren Bummel durch Ratzeburg machen: Erst spazierten wir ein Stück am Seeufer entlang, dann zum Dom.

Am Marktplatz besorgten wir uns bei Subway ein Sandwich, das wir vor dem Laden verspeisten. Wir hatten kurz überlegt, in ein Restaurant zu gehen, aber die Zeit war dafür etwas knapp.

Um 13:15 Uhr fuhren wir zum Fähranleger nach Travemünde. Der Dieselpreis war jetzt 27 Cent teurer. Um 13:45 Uhr kamen wir am “Hafenhause”, der Adresse von StenaLine, an. Sie schickten uns aber gleich zum Anleger, wo es einen “Drive-In-Check-In” für Fahrzeuge gibt. Dort bekamen wir unsere Tickets und Kabinenkarten und sollten uns in die Schlange einreihen mit der Ansage, dass es in wenigen Minuten auf die Fähre gehe.

Nun brach Hektik aus. Xenia schmierte Brote und richtete die Verpflegung für 22 Stunden auf der Fähre, außerdem packten wir Nachtzeug, Kleider und Laptops. Ein Essen auf der Fähre hatten wir nicht gebucht, da die Kritiken dafür sehr schlecht ausgefallen waren: billiges Kantinenessen für einen stattlichen Preis.

Die Auffahrt auf die Fähre ließ dann aber doch noch ziemlich lange auf sich warten. Erst um 15:45 Uhr konnten wir einfahren und bezogen unsere Kabine. Da wir total verschwitzt waren, gingen wir zuerst einmal unter die Dusche. Mit 30 Minuten Verspätung startete die Stena Flavia um 16:30 Uhr und nahm uns mit auf die Reise nach Liepaja in Lettland.

Udo besorgte einen Cappuccino, den wir mit einem süßen Stückle in der Kabine verspeisten. Dann nahmen wir unsere Laptops und setzten uns ins Cafe. Das kostenfreie Bord-Wlan war so schlecht, dass Udo um 5 Euro ein schnelles Tagesinternet für sein Handy kaufte und wir damit per Hotspot alle unsere Geräte versorgten.

Die See war ruhig und die Fähre tuckelte ohne Schwankungen vor sich hin. So hatte Xenia keine Probleme mit dem Magen, wofür sie sehr dankbar war! Trotz Maschinenbrummen und ein paar anderen Geräuschen haben wir gut geschlafen.


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