Berta-Tschechien25-Gesamt

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Gesamtes Urlaubstagebuch - Tschechien Rundreise - 24.08.2025


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Sonntag, 24.08.25 – Fahrt über München bis Bodenmais

Von Heroldstatt bis Bodenmais – 359 km

Heiter bis wolkig, in München 22 Grad

Um 14:30 waren wir startklar, verabschiedeten uns von Haus, Hof und Gisela und fuhren nach München. Um 16:00 Uhr kamen wir an der Freien Christengemeinde vorbei, aber der Parkplatz war leider noch von der Bulgarischen Gemeinde belegt. Zum Glück fanden wir nicht weit von Timos Wohnung entfernt einen Parkplatz, wo man sonntags stehen darf.

Ida war noch bei ihren anderen Großeltern, aber Damaris holte sie, als wir eintrafen. Sie freute sich sehr, uns zu sehen und wollte uns gleich ihre Bilderbücher zeigen, Ketten mit uns auffädeln und uns allerhand erzählen und vorführen. Unglaublich, was die Kleine schon alles kann und weiß und wie sie jetzt reden und erzählen kann.

Timo verwöhnte uns mit einem Cappuccino, Damaris mit Blaubeerkuchen, den sie zusammen mit Ida gebacken hatte.

Um 18 Uhr gab es noch Pizza aus dem speziellen Gaspizza-Ofen, sehr lecker! Anschließend machten wir noch einen Spaziergang zum Stemmerhof, wo es gutes Bioaus von einem Eiswagen gibt. Ida lief fröhlich voraus und liebte es, gefangen zu werden. Sie blieb immer auf dem Gehsteig und hatte Respekt vor den Autos. Am Eiswagen bestellte sie für alle Eis in der Waffel. Die Eisverkäuferin kannte sie schon und auch ihre Lieblingssorte – Mango. In ein paar Liegestühlen genossen wir unser Eis und auch unsere Enkeltochter.

Es war schon 19 Uhr, als wir alle zusammen zurück zur Berta gingen. Ida wollte unbedingt noch das Wohnmobil sehen und konnte uns auf dem Weg von fast allen Autos, an denen wir vorbeikommen, den Hersteller nennen. Sie kannte sich da eindeutig besser aus als ihre Oma! Die Berta inspizierte sie sehr interessiert und wäre am liebsten gleich mitgefahren. Als sie so mit ihrem Opa am Tisch saß, wurde sie zunehmend müde - kein Wunder bei dem Umtrieb in den letzten Stunden.

Um 20 Uhr fuhren wir weiter in Richtung Bayrischer Wald. Da auch wir ziemlich müde waren, hielten wir um 22:45 Uhr am ersten Parkplatz in der Nähe von Bodenmais an, den Xenia vorab als möglichen Übernachtungsplatz ausgesucht hatte, und verbrachten dort unsere erste Nacht in der Berta.


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Montag, 25.08.25 - Radtour durch den Böhmerwald und entlang der jungen Moldau

Von Bodenmais bis Horni Plana am Lipnosee, 132 km / Radtour 48 km

Sonnig, 10 bis 18 Grad

Die Nacht verlief ungestört. Der neue Tag begrüßte uns mit Sonnenschein, aber gerade einmal 10 Grad. Da war Heizen vor dem Frühstück angesagt!

Fast am Arbersee vorbei führte uns die Weiterfahrt um 9 Uhr durch den Bayrischen Wald zur tschechischen Grenze bei Markt Eisenstein. In Tschechien besorgten wir uns zuerst ein paar tschechische Kronen und wollten die Berta tanken. Also starten wir Google um zu sehen, wo die nächste Tankstelle ist. Zunächst war alles ganz normal, bis uns Google in einen ganz kleinen Weg führte, wo leider keine Tankstelle war.

Wir fanden anschließend die richtige Tankstelle und tankten unsere Berta wieder voll.

Weiter ging es auf teils griechisch anmutenden Straßen (eng, schlecht asphaltiert und ohne Mittelstrich) zum Caravan- & Campingplatz Antýgl im Nationalpark Böhmerwald, von wo aus Xenia eine Radtour geplant hatte. Neben dem Campingplatz gibt es einen Parkplatz, auf dem Wohnmobile übernachten dürfen. Allerdings müssen für ein Wohnmobil zum Parken über Nacht 400 Kronen = 16 Euro bezahlt werden. Xenia ging auf den Campingplatz, um sich nach einem freien Platz und dem dortigen Preis zu erkundigen. Platz wäre gewesen, aber hier hätte uns die Nacht mit Strom umgerechnet 35 Euro gekostet, der Campingplatz war direkt an der Straße, nicht sehr ansprechend und wir hatten ja noch alles. So fuhren wir weiter nach Modrava und Kvilda, beides Orte, durch die auch unsere Radtour geführt hätte.

Auf dem Weg nach Kvilda kamen wir an einem Parkplatz am Straßenrand vorbei, wo wir kurzerhand anhielten und die Berta kostenlos neben anderen Autos von Wanderern und Radfahrern abstellen konnten. Es gab ein kleines Vesper, dann sattelte Udo die Räder und wir starteten von hier aus unsere geplante 48-km-lange Radtour durch den Böhmerwald, zur Modauquelle und ein Stück auf dem Moldauradweg entlang.

Zuerst mussten wir ein kleines Stück Landstraße fahren, bis wir nach Kvilda auf eine Straße abbiegen konnten, die für Autos gesperrt ist. Bergauf und bergab ging es durch den Böhmerwald, eben war es fast nie auf der ganzen Tour. Bevor wir die Modauquelle erreichten, wurde die Straße schottrig. An der Quelle waren wir nicht allein, konnten aber einen Blick in den Quelltopf werfen, aus dem es immer wieder blubberte.

Weiter ging es durch den Wald, bis wir auf die junge Moldau trafen und an ihr entlang bis Modrava radelten. Dort kamen wir um 14:45 Uhr an und gönnten uns in einem Gartenrestaurant einen Cappuccino, Udo mit einem sehr teuren Stück Kuchen. Die Zeiten, wo Tschechien ein günstiges Land für Deutsche war, sind wohl leider vorbei.

Inzwischen war es immerhin 18 Grad warm geworden und im Sonnenschein konnte man es gut aushalten. Wir beschlossen, noch nicht zur Berta zurückzukehren sondern noch eine Schleife über Antýgl anzufügen. Das sollte sich als sehr gute Entscheidung erweisen! Zuerst mussten wir wieder ein kurzes Stück auf der großen Straße fahren, aber es ging bergab und die 3 km waren schnell geschafft. Dann bogen wir ab, fuhren über die Rechlebrücke und danach sehr nett am Chinitz-Tettauer Schwemmkanal entlang. Nach Antýgl mussten wir ein ordentliches Stück den Berg hinauf radeln, wurden dann aber mit einem sehr idyllischen wunderbar geteerten Stück Moldauradweg belohnt, wo sich die junge Moldau durch eine Sumpflandschaft schlängelt. Hier war es wirklich ein Genuss zu radeln! An einer Stelle legten wir eine kleine Pause ein und lauschten dem Geplätscher der Moldau.

Weiter ging es zurück nach Modrava, von wo aus es nur noch wenige Kilometer den Berg hinauf bis zu unserer Berta war, die wir wohlbehalten vorfanden. Udo räumte die Räder wieder ein und startete noch einen kleinen Testflug mit Susi der Zweiten, unserer neuen Drohne.

Jetzt war es 17:30 Uhr geworden und wir entschlossen uns zur Weiterfahrt an den Lipno-Stausee. Der Lipno-Stausee nahe der österreichischen Grenze ist der größte See Tschechiens und ihn wollten wir am nächsten Tag mit unseren Rädern umrunden. Dafür mussten die Akkus aber wieder geladen sein. Daher routeten wir mit der EnBW-App zu zwei Ladesäulen für Autos in der Nähe von Horni Plana, wo wir aber hofften, mithilfe eines Adapters auch unsere Bikes laden zu können. Die Ladestelle erwies sich als Flopp, sie Säulen waren in Plastik verpackt und außer Betrieb. Aber davor und vor dem Campingplatz Kemp u Kukačků direkt am See gibt es einen sehr schönen vom Campingplatz betriebenen Wohnmobilplatz, der mit 450 Kronen (18 Euro) inkl. Strom, Camperservice und Kamera überwacht für tschechische Verhältnisse sehr günstig ist. Dort mieteten wir uns für 2 Nächte ein, aßen gebratene Maultaschen, machten noch kurz vor Sonnenuntergang einen Erkundungsspaziergang durch den Campingplatz und am See entlang und waren dankbar, einen guten Nachtplatz und sicheren Stellplatz für die Berta am nächsten Tag gefunden zu haben.


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Dienstag, 26.08.25 – Radtour um den Lipno-Stausee

0 km, Radtour 72 km 430 hm

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Sonnig, bis 23 Grad

Heute stand eine größere Radtour auf dem Programm. Wir wollten das schöne Wetter dafür nutzen, den Radweg 33 rund um den Lipno-Stausee zu radeln. Da es am Morgen noch sehr frisch war, ließen wir uns Zeit und starteten erst um 10:30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Horni Plana.

Dort erwartete uns gleich das erste Highlight, nämlich eine Fährüberfahrt auf die andere Seeseite. Die Fähre legte gerade an, als wir ankamen und wir schafften es noch, die Tickets am Automaten zu ziehen und auf die kleine Fähre zu fahren. Dann fuhr sie auch schon ab und brachte uns ans südliche Seeufer.

Obwohl wir immer in Seenähe radelten, haben wir vom See bis Fridava fast nichts gesehen, da die Straße ständig im Wald verlief. Zuerst war der Weg recht anspruchsvoll. Es ging rauf und runter auf immer wieder grob schottrigem oder sehr schlecht asphaltiertem Untergrund. Das änderte sich zum Glück nach einigen Kilometern und auf der zweiten Hälfte bis Fridava war die Straße eine regelrechte Rennstrecke: fast eben, perfekt geteert und von Autos nur wenig befahren. Dafür waren recht viele Radler unterwegs: neben Rentnern auch Familien mit kleinen Kindern, die zum Teil erstaunlich sicher und selbständig unterwegs waren.

In Fridava machten wir einen Abstecher zum See und legten dort eine Erholungs- und Vesperpause ein. Die Kirchenuhr von Frymburk auf der gegenüberliegenden Seite schlug 12 Uhr und wir genossen es, aufs Wasser zu schauen und die kleine Fähre zu beobachten, die hier den See überquerte.

Jetzt kamen wir zum schönsten Abschnitt der Tour, der Strecke von Fridava bis Lipno vad Vltavou am Ostende des Sees, über die Staumauer ans andere Ufer und auf der Nordseite zurück bis Frymburk. Auf der ganzen Strecke gibt es einen wunderschönen Radweg direkt am See. So hatten wir uns das vorgestellt! Natürlich war dieser frequentiert, aber es ging noch und der schöne Weg und die Ausblicke auf den See haben uns reich entschädigt.

In Frymburk setzten wir uns am Fähranleger auf eine Bank und aßen ein Eis. Danach kam der letzte Teil der Tour, der weg vom See ein Stück ins Land hinein führte. Jetzt hatten wir wieder ein paar Höhenmeter zu bewältigen, aber mit den E-Bikes ist das ja nicht so schlimm. Die Landschaft war wie im Allgäu: Wiesen, Kühe, Heuballen und ab und zu ein Stück Wald. Bei Cerna v Posumavi überquerten wir über eine Brücke einen kleinen Seeausläufer, danach ging es wieder am See entlang bis zu unserem Stellplatz, den wir um 16:15 Uhr erreichten.

Udo holte die Stühle aus dem Auto und machte ein Schläfle vor dem Duschen. Xenia räumte die Taschen aus und duschte als Erste. Anschließend gab es ein paar Überlegungen und Planungen zur Weiterfahrt, bevor wir um 19:00 Uhr ins Campingplatzrestaurant gingen und dort zu Abend aßen: Udo Schweinerückensteak mit Bratkartoffeln, Xenia mit Kasslerfleisch gefüllte Kartoffelknödel und Kraut. Zum Nachtisch teilten wir uns noch einen Langos. Es hat uns gut geschmeckt und das Essen auf der Terrasse in der untergehenden Sonne war ein schöner Abschluss eines wunderschönen Urlaubstages.


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Mittwoch, 27.08.2025 – Krumnau an der Moldau

Vom Stellplatz bei Horni Plana bis zum Dehtar-See (Nähe Dehtare) - 71 km

Vormittags Regen und 18 Grad, ab Mittag zunehmend sonnig bis 27 Grad

Heute startete der Tag bewölkt und während unseres Frühstücks begann es leicht zu regnen. Laut Wetterbericht sollte der Regen um 11 Uhr vorbei sein die Sonne wieder herauskommen. So war es dann auch.

Heute wollten wir Krumnau besichtigen, die “Perle Südböhmens” und UNESCO-Welterbe. Wir hatten überlegt, ob wir überhaupt nach Krumnau fahren, da alle Reiseführer die Stadt als total überlaufen schildern. Insbesondere bei Japanern und Amerikanern sei sie sehr beliebt. Diese werden wohl in Reisebussen aus Prag angekarrt, um hier einen Tag zu verbringen. Auch die Tschechen selbst lieben die Stadt und das Canyoning auf der Moldau, die die Altstadt von Krumnau umfließt.

Da wir nur 40 Minuten von Krumnau entfernt waren, beschlossen wir, einen Ausflug dorthin zu wagen. Mit dem Camper ist man ja auch schnell wieder weitergefahren. Außerdem brauchten wir eine kleine Schraube für Udos Fahrradgepäckträger, die auf der gestrigen Tour verlorengegangen war mit dem Effekt, dass die Satteltasche nicht mehr richtig befestigt werden konnte. Recherchen im Internet hatten ergeben, dass es in Krumnau einen kleinen Baumarkt gibt, der vielversprechend aussah. Ihn wollten wir zuerst anfahren, danach den einzigen Parkplatz P7 der Stadt, auf dem Wohnmobile parken dürfen.

Um 10 Uhr waren wir nach einem kompletten Camperservice startklar und fuhren im Regen nach Krumnau. Nachdem wir uns ein paar Minuten durch die Stadt gestaut hatten, kamen wir am Baumarkt an und Udo konnte tatsächlich um 5 Kronen (20 Ct) eine Schraube kaufen. Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen und als wir auf dem Wohnmobilparkplatz ankamen, kam die Sonne heraus und es wurde zunehmend wärmer.

Die Altstadt ist 800 Meter vom Parkplatz entfernt und gut zu Fuß zu erreichen. Bevor wir hineingingen, beobachteten wir die Kanus, Schauchboote und Kajaks, die auf der Moldau vorbeifuhren und einige Staustufen mit Kanurutsche zu bewältigen hatten. Von hier aus hatten wir auch einen schönen Blick auf den bunten Turm des Schlosses von Krumnau.

Es waren schon einige Leute in der Altstadt, aber nicht mehr als in anderen historischen Altstädten auch. Mehr “störten” uns die vielen Souvenirläden und Restaurants, die hier dicht gedrängt in den schönen alten Gassen zu finden sind. In einer kleinen Bäckerei holten wir uns zwei Cappuccinos und 2 süße Stückle und verzehrten das gleich an einem kleinen Tisch vor der Bäckerei.

Wir bummelten durch die kleinen Kopfsteinpflasterstraßen und statteten der Propsteikirche St. Veit einen Besuch ab. Nicht weit entfernt gibt es eine Aussichtsterrasse, von der aus man einen schönen Blick auf die Moldau, einen Teil der Stadt, das Schloss und den Schlossturm hat.

Weiter gingen wir zum “Platz der Eintracht” im Herzen der Altstadt, der von Häusern mit Barock-, Renaissance- und klassizistischen Fassaden umgeben ist. Hier befindet sich auch das Rathaus mit einem Foltermuseum, das wir aber nicht besuchten. Auf dem Platz steht eine schöne Mariensäule aus dem 18. Jahrhundert. Wir ruhten uns auf einer Bank etwas aus, gingen aber schnell weiter, da Bauarbeiten am Kopfsteinpflaster einen Höllenlärm machten.

Jetzt wollten wir unbedingt noch zum Schloss. Wir betraten das Gelände durch das Rote Tor und hier war jetzt wirklich eine Menge los. Wir lösten Tickets für eine deutsche Schlossführung, die um 14 Uhr startete. Bis dahin hatten wir noch eine Stunde Zeit, die wir zur Erkundung des Außengeländes und des Schlossparks nutzten.

Die Führung selbst war sehr interessant, dauerte 60 Minuten und wir erfuhren viel über die früheren Schlossherren Rosenberg und Eggenberg. Der Höhepunkt der Tour war der Maskensaal, dessen Wände über und über sehr plastisch, farbenfroh und lebensnah mit Personen und Figuren bemalt ist. Am beeindruckendsten ist die Person, die sich im Spiegel sieht (Bild unten mitte).

Weitere Besichtigungen im Schloss machten wir nicht mehr, dazu waren unsere Köpfe zu voll und die Füße zu schwer. Als wir um 15:30 Uhr wieder an der Berta waren, waren wir ziemlich müde. Da der Parkplatz recht teuer war, verließen wir diesen gleich und fuhren in Richtung Holasovice, das wir als nächstes besichtigen wollten. Dabei handelt es sich um ein Dorf mit Gehöften im Bauernbarockstil, das als Ganzes in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurde.

Auf dem Weg hielten wir an einem kleinen Feldweg an, machten ein Schläfle und einen anschließenden Kaffee mit Marmeladebrot. So gestärkt und ausgeruht ging die Fahrt weiter nach Holasovice, das wir um 17:45 Uhr erreichten.

Wir fuhren auf den Parkplatz am Ortseingang, auf dem auch Wohnmobile stehen dürfen und mussten dort feststellen, dass das ganze Dorf abgeriegelt und der Parkautomat außer Betrieb war. Von einem Parkwächter erfuhren wir, dass im Dorf heute ein Theater stattfindet und man deshalb ohne Theaterkarte nicht hinein darf. Karten waren keine mehr zu bekommen und so mussten wir leider wieder umkehren, allerdings mit der Zusage, dass wir am morgigen Tag wiederkommen und bis 12 Uhr umsonst parken könnten.

Nun mussten wir einen Nachtplatz finden und Udo machte über Park4Night einen 6 km entfernten kleinen Parkplatz am Dehtar-See ausfindig. Diesen steuerten wir an, was noch ganz abenteuerlich wurde, da die Straße die letzten Kilometer so schmal wurde, dass die Berta gerade noch draufpasste. Zudem ging es ein Stück durch den Wald, was mit unserer Fahrzeughöhe von 3,2 Metern und Ästen über der Fahrbahn auch problematisch werden kann. Wir überlegten schon, ob wir das Unterfangen abbrechen, als zwei Wanderdamen auf uns zukamen und uns versicherten, dass der Weg bis zum See befestigt bleibt, wir dort gut parken und an einem Imbiss sogar etwas essen können. So wagten wir die Weiterfahrt und kamen auch gut am See an.

Den Imbiss nutzten wir zum Abendessen. Xenia wählte eine große tschechische rote Wurst, Udo gebackenen Käse mit Pommes. Dazu tranken wir selbstgemachte Himbeerlimonade. Das Ganze genossen wir im Sonnenschein mit Seeblick und bekamen die Erlaubnis, hier über Nacht stehen bleiben zu dürfen. Wir gingen noch ans Seeufer zum Sonnenuntergang und telefonierten mit Mama und Marina. Wie gut, dass zuhause alles in Ordnung ist!


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Donnerstag, 28.08.25 – Holasovice, Schloss Hluboka nad Vltavou (Frauenberg), Budweis

Von Dehtare bis Ceske Vrbne – 36 km / Radtour 28 km

Sonnig und heiß bis 31 Grad, nachmittags und abends bewölkt

Die Nacht verlief ungestört bis 6:30 Uhr. Dann kam ein großer LKW, der das Dixi-WC des Imbiss-Standes leerte und säuberte. Das war zwar etwas nervig, hatte aber später den Vorteil, dass wir eine frisch gereinigte Toilette benutzen konnten.

Der neue Tag startete mit viel Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Während dem Frühstück beobachteten wir einen Reiher auf Fischfang, aus dem Wasser springende Fische und Spatzenschwärme. Im Anschluss nutzte Udo den noch einsamen Platz für Drohnenflugversuche.

Um 9:30 Uhr starteten wir zu einem zweiten Versuch, Holasovice zu erkunden. Diesmal klappte es, allerdings nicht ohne den Parkautomat bedienen zu müssen. Der Ort mit seinen schönen beiden Straßenzügen im Bauernbarockstil um den Dorfplatz herum gefiel uns gut, war aber in einer Stunde gemütlich besichtigt. Auf der Wiese war die Tribüne für das Theater aufgebaut und auch verschiedene Scheinwerfer waren zu sehen, die die Häuser anleuchten sollten. Wie uns die Dame in der Info sagte, würde der Ort ab 12 Uhr wieder dichtgemacht werden, um die sonstigen Requisiten aufbauen zu können.

Um 11:30 Uhr starteten wir zur Weiterfahrt. Ziel waren Budweis und das schöne weiße Märchenschloss Hluboka nad Vltavou. Nach einigen Parkplatzrecherchen entschieden wir uns, einen einfachen Campingplatz zwischen den beiden Zielen an der Moldau anzufahren, der überwiegend von Kajakfahrern benutzt wird. Die Idee war, von dort aus mit den Rädern zum Schloss und in die Stadt zu fahren.

Um 12 Uhr waren wir dort und bekamen einen Platz. Zuerst gab es Probleme mit dem Strom, aber dann konnten wir auf einen anderen Platz gegenüber fahren, wo es funktionierte. Wir wollten doch unsere Radakkus nach der Radtour wieder laden.

Doch zuerst machten wir uns ein Vesper mit Salat und waren froh, draußen im Schatten sitzen zu können; inzwischen war es nämlich 30 Grad heiß geworden. Udo machte ein Schläfle, Xenia plante die Radtour. Bis Udo die Räder gerichtet und auch seinen Gepäckträger wieder repariert hatte, war es 14:30 Uhr geworden. Wandern hätten wir in der Hitze nicht wollen, aber radfahren ging und so machten wir uns auf den Weg gen Norden zum Schloss, auf einem schönen Radweg immer an der Moldau entlang.

Wir ketteten unsere Räder im Schlosspark an. Bis wir dann im Schloss und am Ticketschalter waren, lief der Schweiß in Strömen. Um 15:13 Uhr waren wir am Ticketschalter und erkundigten uns, ob es eine deutsche Führung gibt. Ja, die gab es, und zwar in 2 Minuten um 15:15 Uhr! Schnell die Karten bezahlt und dann ging es auch schon los. Da hatten wir aber Glück gehabt!

Das Schloss war innen nicht weniger märchenhaft als von außen. Prächtige Säle mit Wandteppichen und aufwändigen Holzschnitzereien erwarteten uns. So etwas hatten wir tatsächlich noch nie vorher gesehen! Leider war im Schloss das Fotografieren verboten, daher gibt es von den beeindruckenden Sälen keine Bilder. Die Besichtigung hat sich aber absolut gelohnt und im Schloss war es zudem noch deutlich kühler als draußen. Die Führung dauerte eine Stunde.

Als wir das Schloss wieder verließen, hatte sich der Himmel zugezogen. Da es aber nicht regnete, war das eher angenehm. Jetzt ging es wieder zurück, die Moldau entlang gen Süden nach Budweis. An unserem Campingplatz legten wir einen kleinen Zwischenstopp ein, da Xenias Radakku nicht richtig eingesetzt war und sie dafür ihren Radschlüssel brauchte, der in der Berta war. Im Prinzip kamen wir genau am Campingplatz vorbei, nur auf der anderen Seite der Moldau. Wir dachten, dass das kein Problem wäre, aber der Staudamm beim Campingplatz war nicht befahrbar. Was jetzt? Da entdeckte Udo ein kleines Fährboot, das gerade angelegt hatte und uns ans andere Ufer mitnahm. Wieder einmal Glück gehabt!

Das Rad war schnell instandgesetzt und weiter ging es auf dem schönen Radweg an der Moldau nach Budweis. Wir hatten Regencapes dabei, da ab 20 Uhr Gewitter angesagt waren. Es kamen aber keine. In Budweis fuhren wir auf den zentralen großen Stadtplatz Přemysl-Otakar II.-Platz. In der Mitte steht der schöne Samson-Brunnen, umgeben ist der Platz von sehr schönen im Barock- oder Renaissancestil erbauten Häusern mit Arkaden.

Hier gibt es natürlich auch viele Restaurants und in einem, dem Zvon Restaurace Pilsner Urquell, aßen wir sehr gut und böhmisch zu Abend: Xenia Rindergulasch mit Zwiebeln und Semmelknödeln, Udo Entenkeule mit Semmel- und Kartoffelknödeln und Rotkraut. Es hat uns wirklich gut geschmeckt! Der Blick auf den Platz war auch sehr schön, nur der Straßenlärm – insbesondere durch Motorräder und Mopeds – war beträchtlich. Das schmälerte das Erlebnis etwas.

Um 19:00 Uhr machten wir uns auf die Rückfahrt zum Campingplatz und kamen eine halbe Stunde später gut und trocken dort an. Es hatte zwar merklich abgekühlt und es wehte ein frischer Wind, aber Regen haben wir keinen abbekommen. Da wir morgen weiterfahren wollen, wurde alles wieder gut verstaut. Dann beendete eine schöne Dusche in der Berta den wieder gelungenen Ferientag.


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Freitag, 29.08.25 – Radtour durch die Seenlandschaft und die Altstadt von Trebon

Von Ceske Vrbne bis Trebon – 33 km / Radtour 50 km

Nachts und vormittags bis 9:30 Uhr Regen. Dann zunehmend heiter mit ein paar Wolken, bis 23 Grad

In der Nacht zog ein großes Regengebiet über uns hinweg, dessen Ausläufer uns auch noch während des Frühstücks erreichten. Obwohl es regnete, war es um uns herum sehr lebendig. Viele junge Kanufahrer waren unterwegs zum Kanal und auch die Prager Wasserrettung machte sich dienstbereit. Wie Udo später in Erfahrung brachte, findet hier in ein paar Tagen ein Weltcup-Turnier im Kajak-Sprint statt. Die Teilnehmer waren zum Teil schon da und trainierten.

Um 9 Uhr startete ein Probelauf und als der Regen aufgehört hatte, gingen wir an den Fluss und schauten uns das Spektakel aus der Nähe an. Hier beim Campingplatz schießt das Wasser der Moldau in einem künstlich angelegten Wildwasserkanal mit mehreren Stromschnellen und Wasserwirbeln den Fluss hinunter. Einige Fotografen, Kommentatoren und eine Jury begleiteten den Trainingslauf.

Wir schauten dem Treiben eine Weile zu, dann bezahlte Udo den Platz, die Berta bekam noch einen Camperservice und weiter ging die Fahrt nach Trebon. Dort steuerten wir am Ortsrand einen viel gelobten ruhigen Parkplatz bei einem Sportplatz an, wo wir problemlos und kostenlos parken und sogar über Nacht stehen bleiben konnten.

Um 11:30 Uhr kamen wir dort an. Udo richtete die Räder, Xenia machte ein kleines Vesper in der Berta. Wir überarbeiteten noch eine geplante Radtour durch die Seenlandschaft und Altstadt von Trebon und starteten um 13 Uhr zu dieser sehr schönen Tour.

Unser Weg führte uns teilweise auf kleinen Landstraßen, teilweise auf asphaltierten Radwegen, Schotterwegen oder Waldwegen durch die fast ebene Wald- und Teichlandschaft von Trebon. Hier reiht sich ein See an den anderen, in denen es viele Fische, insbesondere Karpfen, gibt. Die Gewässer sind ziemlich trüb, baden wollten wir hier nicht. Aber den Fischen scheint es zu gefallen. Immer wieder sahen wir einen aus dem Wasser springen. Außerdem gibt es hier verschiedene Wasservögel. Reiher und Schwäne konnten wir identifizieren. Einige Seen sind nur durch schmale Dämme voneinander getrennt, über die man radeln und manchmal auch mit dem Auto fahren kann. Das ist schon ein Erlebnis. Zwischen den Seengebieten gibt es viel Wald, durch den zum Teil richtige Radrennstrecken führen. Im Reiseführer hatten wir gelesen, dass Trebon ein Radlermekka sei – und tatsächlich begegneten uns immer wieder Radfahrer, unterwegs und auch in der Stadt.

Wir hatten die Strecke so ausgesucht, dass die Altstadt von Trebon mit dem schönen Marktplatz und dem Schloss den Abschluss bildete. Am letzten See vor Trebon kamen wir an einer Gartenwirtschaft vorbei. Einige Radler waren schon dort, saßen auf Bierbänken und tranken etwas. Wir hielten ebenfalls an und fragten, ob wir auch etwas essen können. Und tatsächlich: wir bekamen frischen Zander und eine Ofenkartoffel. Nicht ganz billig, aber ganz frisch zubereitet und sehr gut!

Den Nachtisch holten wir uns dann auf dem Marsarykplatz in Trebon: ein sehr gutes Eis. Der Markplatz wäre wirklich sehr schön gewesen, wenn nicht das Rathaus und zwei weitere Häuser eingerüstet und in Plastik verpackt gewesen wären. Das beeinträchtigte das Gesamtbild des Marktplatzes doch sehr, trotz schöner Marienstatue in der Mitte.

Wir umradelten noch das Schloss (es hatte bereits geschlossen) und fuhren dann zurück zur Berta, die auf dem Parkplatz auf uns wartete. Um 18 Uhr kamen wir bei ihr an, räumten alles wieder ein, duschten und aßen noch einen Rest Salat. Morgen werden wir einkaufen müssen. Nach dem Spülen wurde es langsam dunkel und wir verbrachten eine ruhige Nacht auf dem Parkplatz.


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Samstag, 30.08.25 - Jindrichuv Hradec (Neuhaus)

Von Trebon bis Jindrichuv Hradec - 42 km

Wolkig mit sonnigen Abschnitten, nachmittags ein Regenschauer, 22 Grad

Am Morgen erwartete uns ein bewölkter Himmel, aber es war schon angenehm warm und es regnete nicht. So starteten wir zuversichtlich zu unserem nächsten Hotspot, dem Städtchen Jindrichuv Hradec. Dort besuchten wir als erstes einen Lidl und deckten uns mit Getränken, Obst und Gemüse, Joghurt, Milch und frischen Backwaren ein. Letztere waren so verlockend, dass wir noch auf dem Parkplatz einen Kaffee machten und uns eine Brezel und verschiedene süße Stückle teilten.

Mit vollem Magen ging es dann auf Parkplatzsuche, was sich als ziemlich schwierig herausstellte. Die ersten Parkplätze, die uns die App vorschlug, waren inzwischen als reine PKW-Parkplätzen deklariert. Wir sahen auch nirgends ein Wohnmobil. Schließlich fanden wir etwas abgelegen in einem Wohngebiet einen Platz, der für Fahrzeuge bis 3,5t ausgewiesen war. Dort standen schon ein paar Lieferwägen und zu diesen gesellten wir uns.

In die Innenstadt war es eine halbe Stunde zu Fuß, was wir gut bewältigten. Zuerst gingen wir auf den schönen Platz des Friedens mit einer mächtigen Pestsäule im Zentrum. Es war inzwischen 12:30 Uhr und damit Mittagspause im Museum mit einer Krippenausstellung, die Xenia sich unbedingt anschauen wollte. So machten wir “notgedrungen” eine Pause in einem Café auf dem Platz. Wir tranken einen Cappuccino und Udo gönnte sich dazu einen kleinen Eisbecher.

Nun ging es weiter zum Jesuitenseminar, in dem sich das Museum Jindrichuv Hradec befindet. Neben einem Ausstellungsallerlei von Einrichtungsgegenständen, Musikinstrumenten, Werkzeugen für vielfältiges Handwerk und einer Abteilung für die Operndiva Ema Destinova, befindet sich hier eine einzigartige Weihnachtskrippensammlung. Ganz besonders ist die Krippe des lokalen Strumpfmachers Tomas Kryza, die es als weltweit größte Krippe 1998 ins Guinnesbuch der Rekorde geschafft hatte. Fast 1400 Figuren, Menschen und Tiere, sind auf einer Fläche von 60 m2 aufgebaut, 152 davon sind beweglich. Das war schon etwas ganz Besonderes!

Anschließend bummelten wir noch etwas durch die Stadt bis zum Schloss, wo wir eine Führung (Tour B) durch den mittelalterlichen Teil buchten. Außer uns nahm nur noch ein Engländer an der Führung teil und da der junge Führer der englischen Sprache mächtig war, bekamen wir die Führung auf Englisch. Normalerweise gibt es diese nur auf Tschechisch. Wir verstanden leider nur die Hälfte, da der Führer sehr schnell sprach und seine Stimme in den Räumen widerhallte. Trotzdem war es interessant und ganz anders als das, was wir in den letzten Tagen so an Schlossführungen bekommen hatten. Das Ganze dauerte 90 Minuten.

Besonders war auch, dass der Engländer mit einer Frau unterwegs war, die aus Ennabeuren kam und eine geborene Pils war! Wir waren uns nicht sicher, ob sie seine Frau oder nur eine Bekannte war, weil er zuvor davon gesprochen hatte, dass er einen guten Freund in Heroldstatt habe. Die Frau aus Ennabeuren hatte nicht an der Führung teilgenommen und wir sprachen sie danach nur kurz.

Als wir wieder aus dem Schlossgelände herauskamen, hatte sich der Himmel zugezogen und es hatte deutlich abgekühlt. Wir machten uns auf den Rückweg, gingen noch ein kleines Stück den See entlang und kamen um 16:30 Uhr an der Berta an.

Wir hatten kaum die Türe hinter uns zugemacht, als es zu tröpfeln anfing. Kurz darauf regnete es richtig. Da wir ziemlich müde waren, machten wir zuerst ein Schläfle und genossen es, dabei im Trockenen zu sein. Anschließend gab es die restlichen Lidl-Köstlichkeiten und ein paar Recherchen und Planungen zur Weiterfahrt.

Heute wollten wir nicht mehr weiter und so entschieden wir uns, 500 Meter zur nächsten Stromladestation für E-Autos zu fahren und den Stecker auszuprobieren, den Udo sich zum Laden für die Berta bzw. die Fahrradakkus besorgt hatte. Das klappte auch prima. Udo schloss die Berta an und wir luden die Fahrradakkus, Udos Laptop und den Kühlschrank über die Autobatterie für den Innenraum. Nach 1,5 Stunden waren die Akkus voll (0,8 kw/h haben wir geladen) und wir fuhren wieder zurück zu unserem alten Parkplatz, um dort die Nacht zu verbringen.


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Sonntag, 31.08.25 – Telc, Schloss Lednice

Von Jindrichuv Hradec bis Lednice – 206 km

Vormittags sonnig, dann bewölkt, abends sonnig, 23 Grad

Wir erwachten nach einer guten Nacht bei strahlendem Sonnenschein. Heute wollten wir eine größere Strecke fahren und waren froh, nichts zusammenräumen zu müssen und nach dem Frühstück einfach losfahren zu können.

Den ersten Halt machten wir um 10 Uhr in Telc, dessen historischer Stadtkern samt Renaissance-Schloss UNESCO Welterbe ist. Über Telc hatten wir gelesen, dass es einen der schönsten Marktplätze Europas hätte. Bei den Superlativen waren wir inzwischen etwas skeptisch, da sie in Reiseführern gerne inflationär gebraucht werden. Aber der Marktplatz von Telc ist wirklich außergewöhnlich schön. Störend wirken nur die Autos, die auf den Platz fahren und dort auch parken dürfen.

Wir konnten mit unserem Wohnmobil nicht in die Altstadt hineinfahren, aber nicht weit entfernt gab es auf dem zentralen Parkplatz der Stadt eine Abstellmöglichkeit für Caravans. Diese nutzten wir und marschierten im Sonnenschein in die zwischen zwei Teichen liegende Altstadt. Die pastellfarbenen pittoresken Häuserfassaden im Renaissance- und Brockstil waren im Sonnenschein wunderschön anzuschauen und die Arkadengänge luden zum Bummeln ein.

Wir umrundeten den Platz, schauten uns die schöne Marienstatue in der Mitte etwas genauer an und landeten auf der Terrasse eines Cafés, wo wir uns ein zweites Frühstück gönnten: Xenia Cappuccino und Baumkuchen mit Apfel-Zimt-Füllung, Udo Cappuccino und einen Schoko-Banane-Palatschinken mit Sahne.

Nun ging es noch zur Heilig-Geist-Kirche und zum Schloss, die sich am Ende des spitz zulaufenden Platzes befinden. Das Schloss haben wir nur von außen besichtigt, da wir heute noch ein weiteres Schloss auf dem Programm hatten.

Um 11:45 Uhr fuhren wir weiter nach Lednice und benutzten dafür zum erstenmal in der Tschechei eine Autobahn. Xenia machte während der Fahrt ein paar Brote, die wir gleich im Auto als Mittagessen verzehrten. Leider machte sich der Himmel immer mehr zu, aber der Regen war bereits vorbei, als wir um 14:15 Uhr Lednice erreichten. Hier wollten wir zwei Nächte bleiben, um am Montag eine schöne Radtour durch das Areal Lednice – Valtice zu machen, das mit seinen zwei Schlössern und der dazwischenliegenden Parkanlage der Liechtensteinfamilie UNESCO Weltkulturerbe ist. Mit 180 m2 ist sie außerdem die größte Parkanlage Europas.

Doch bevor wir das alles anschauen und genießen konnten, mussten wir einen Stellplatz für die Berta finden. Eine kostenlose Möglichkeit war bereits komplett belegt und so mussten wir ein Stück zurückfahren, um zu den anderen Wohnmobilstellplätzen zu kommen. Diese gibt es hier von ziemlich günstig bis sehr teuer und wir fanden den günstigen Gartenplatz erst beim zweiten Anlauf. Davor wollte uns der Nachbar ziemlich abzocken, aber zum Glück ließen wir uns nicht darauf ein.

Nun hatten wir einen schönen Platz um 8 Euro am Tag, allerdings ohne Dienstleistungen. Wir hielten uns nicht lange auf sondern starteten gleich zum Schloss, das wir in 5 Minuten zu Fuß erreichten. Dort nahmen wir an einer Führung durch die Privatgemächer teil. Leider gab es diese um diese Uhrzeit nur noch auf Tschechisch. Wir bekamen aber mehrere Blätter mit deutschen Erklärungen zu den Räumen, sodass wir wenigstens ein bisschen darüber informiert waren, was wir da sahen. Sie haben nicht schlecht gelebt, die Liechtensteins! Auch in diesem Schloss war Holz ein prägendes Element in den Räumen.

Nach der Führung gingen wir zurück zur Berta, machten uns eine Tasse Kaffee und schauten uns die Karte an, was wir hier noch machen wollen. Wir entschieden uns für eine Abendrunde von 5,5 km um einen See in der Park- und Seenlandschaft hinter dem Schloss. Dies ist ein Gebiet, in dem Radfahren verboten ist und das wir daher morgen mit den Rädern nicht erkunden können. Über kleine Brücken geht es über kleine Flüsse, immer an einem See entlang bis zu einem großen Minarett am Ende des Sees. Dort hat man die Möglichkeit, auf die andere Seeseite zu wechseln und bis zum Schloss zurückzugehen. Es war eine einfache, schöne Runde in der Abendsonne, die jetzt wieder herausgekommen war. Den Abschluss bildete ein Bummel durch den Schlossgarten, wo Udo die Susi fliegen ließ und wir so noch zu ein paar Luftaufnahmen vom Schloss kamen.

Um 19 Uhr waren wir wieder an der Berta. Xenia kochte Spaghetti mit Tomatensoße und Salat – unsere ersten Spaghetti in Tschechien!

Nach diesem wieder sehr schönen und ereignisreichen Tag zogen wir uns gerne in die Berta zurück und freuten uns auf eine hoffentlich ungestörte, erholsame Nacht.


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Montag, 01.09.25 – Radtour Lednice – Mikulov – Valtice

0 km / Radtour 62 km

Morgens Nebel, dann zunehmend sonnig und warm – 26 Grad

Am Morgen erwachten wir im Nebel, dabei hatten wir doch Sonnenschein erwartet! So ließen wir uns Zeit mit dem Frühstück und gingen danach vor ans Schloss, um dort unser “großes Geschäft” loszuwerden. Unser Campingklo war schon ziemlich voll und wir wollten es damit nicht zusätzlich belasten. Das Schloss-WC war leider zu, aber im Restaurant waren sie sehr freundlich und wir konnten anstandslos das dortige WC benutzten.

Wieder zurück richtete Udo die Räder und Xenia schmierte ein paar Brote. Um 10:30 waren wir startklar und genau da kam auch die Sonne heraus.

Unser erstes Ziel war Mikulov und die sich in der Nähe befindende Turold-Höhle. Unser Weg führte uns zuerst an zwei Seen vorbei, dann kamen wir an den ehemaligen Eisernen Vorhang und eine Gedenkstätte, die dort eingerichtet wurde. Auf Tafeln sind die Namen der an der Grenze ums Leben gekommenen Personen aufgeschrieben und in einem Stelenfeld steht für jede von ihnen eine Stele. Auf dem weiteren Weg nach Mikulov sind immer wieder Tafeln aufgestellt, auf denen von gelungenen und misslungenen Fluchtversuchen berichtet wird – teilweise sind recht kuriose Fluchtmethoden dabei. So haben wir verschiedene Flugobjekte gesehen, eine Taucherausrüstung mit Versteck in einem Baumstamm, verschiedene Umbauten in Autos bis zu einem selbstgebauten Panzer. Was haben diese Menschen nicht alles auf sich genommen, nur um in Freiheit leben zu können!

In Mikulov machten wir einen Abstecher über den Marktplatz und hinauf zum Schloss. Die Kirchenuhr schlug 12 Uhr, als wir oben im Schlossgarten ankamen. Montags haben die Schlösser geschlossen, so erübrigte sich die Überlegung einer Besichtigung. Dafür hatten wir einen sehr schönen Ausblick aufs Land und die österreichische Grenze.

Weiter ging es zur Turold-Höhle, die etwas nördlich der Stadt liegt. Das Kassenhaus war gar nicht so leicht zu finden und hatte leider geschlossen. Recherchen ergaben, dass die Höhle ab September montags geschlossen ist. Wie ärgerlich! Wir hatten vor 2 Tagen nach den Öffnungszeiten geschaut, aber da war ja noch August. So blieb uns nichts anderes übrig, als über eine App eine Beschreibung der Höhle herunterzuladen und diese während des Vespers zu lesen, das wir auf einer schönen Sitzgruppe vor der Höhle aßen.

Jetzt mussten wir ein Stück zurückradeln, kauften in Mikulov bei einem Lidl ein paar Brezeln und Gebäck, kamen nochmals an den Fluchtgeschichten vorbei und bogen danach nach Valtice ab. Die Fahrt war streckenweise beschwerlich, da der Weg an manchen Stellen sehr holprig war, es mehrmals bergauf und bergab ging und wir einen ordentlichen Gegenwind hatten. Die Sonne brannte inzwischen ziemlich vom Himmel und es war gut warm geworden.

Oberhalb von Valtice kamen wir an der Reisterkolonnade vorbei, von wo aus wir einen herrlichen Blick über die Landschaft und nach Valtice hinunter hatten. Die Reisterkollonade war das erste Bauwerk des Schlösserareals Lednice-Valice, das wir erreichten. Weitere sollten folgen und das Ganze ist UNESCO-Welterbe.

Schloss Valtice hatten wir bereits von oben erblickt und ruckzuck waren wir auch dort, denn es ging nur den Berg hinunter. Wir schoben die Räder bis vors Schloss und fuhren dann weiter bzw. zurück nach Lednice durch den preisgekrönten riesigen Park.

Udo hatte die Strecke so gelegt, dass wir an mehreren der besonderen Bauwerken vorbeikamen, die dort einfach so im Wald bzw. in der Landschaft stehen. Es handelt sich dabei um Ehrendenkmäler, kleine Tempel oder Kapellen und alle sind sie reich verziert.

Nach 62 gefahrenen Kilometern kamen wir um 16:30 Uhr wieder an der Berta an, ruhten ein bisschen aus, duschten und machten uns einen kalten Milchkaffee mit Brezeln und Gebäck. Das tat richtig gut! So lange es noch hell war, saßen wir draußen und erkundeten mit Handy und Reiseführer, was wir hier in der Gegend noch sehen wollen. Außerdem brauchen wir jetzt unbedingt einen Versorgungsplatz, um Wasser nachzutanken und unser Klo zu leeren. Mal sehen, wo wir morgen etwas Geeignetes finden.

Mit der Abenddämmerung kamen auch die Schnaken und vertrieben uns ins Wohnmobil. Wieder lag ein sehr schöner und ereignisreicher Urlaubstag hinter uns.


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Dienstag, 02.09.25 – Kromeriz

Von Lednice bis Hranice – 166 km

Sonnig und wolkig, 23 Grad

Der Tag startete mit Sonnenschein. Es zogen dann immer wieder Wolkenfelder durch, aber es blieb trocken – zumindest dort, wo wir gerade waren.

Udo hatte herausgefunden, dass es bei Hranice eine schöne Höhle gibt und Xenia hatte in der Nähe einen neuen Wohnmobilstellplatz entdeckt, der um 20 Euro eine Vollversorgung inkl. Strom anbietet. Allerdings liegt er auf dem Gelände eines großen Freibades und man kann nur während der Öffnungszeiten des Bades einchecken, da sonst das Tor verschlossen ist. Am letzten Abend hatten wir niemanden mehr telefonisch erreicht, aber jetzt am Morgen war die Rezeption besetzt und eine Dame bestätigte uns, dass wir kommen können. So war das Ziel des heutigen Tages klar: Hranice.

Auf dem Weg dorthin statteten wir der Stadt Kromeriz einen Besuch ab, deren Schloss und Schlossgarten auf der UNESCO-Welterbeliste steht. Auch der Marktplatz ist sehr schön, mit seinen prächtigen Bürgerhäusern, einem Springbrunnen und einer goldenen Mariensäule in der Mitte.

Bis Kromeriz mussten wir eine gute Stunde fahren und kamen um 10:30 Uhr auf einem Parkplatz an, wo wir die Berta abstellen konnten. Ein längeres Wohnmobil hätte hier allerdings nicht stehen können und so waren wir wieder einmal dankbar für unsere “nur” 6 Meter Länge.

Nach 15 Minuten Fußmarsch kamen wir auf dem Marktplatz an, schauten uns dort ein wenig um und wollten dann ins erzbischöfliche Schloss. Der Reiseführer hatte eine Führung durch die Repräsentationssäle wärmstens empfohlen und wenn man nun mal schon in der Nähe ist ... Wir fanden den Schlosseingang nicht sofort, was den positiven Nebeneffekt hatte, dass wir eine kleine Runde durch den Schlosspark drehten und dabei an ein paar schönen Blumenarrangements, Volieren und Affengehegen vorbeikamen.

Um 11:30 Uhr waren wir an der Kasse und lösten unsere Tickets für die nächste Führung um 12 Uhr. Die Zeit bis dahin nutzten wir für eine Turmbesteigung. Die steilen Treppenstufen brachten uns ganz schön ins Schnaufen. Oben angekommen hatten wir dafür einen schönen Blick über die Stadt. Nur den Schlosspark konnten wir leider nicht sehen, da verbaute uns ein Schlosstrakt die Sicht.

Die Führung war leider nur auf Tschechisch, aber wir bekamen sie schriftlich auf Deutsch. So konnten wir wenigstens ein bisschen lesen, was wir alles zu sehen und zu bestaunen bekamen. Dieses Schloss wurde nach dem zweiten Weltkrieg auch verstaatlicht, dann aber der Kirche wieder zurückgegeben. Die Säle durfte man wegen dem schönen Parkett nur mit übergezogenen Pantoffeln betreten. Zuerst kamen wir in den Jagdsalon mit einer Unmenge von Geweihen und verschiedenen Waffen an den Wänden. Die nächsten Säle unterschieden sich von dem, was wir bisher in anderen Schlössern gesehen hatten, durch die Menge von Bildern, mit denen die Wände teilweise direkt bemalt sind. Außerdem ist Rokoko im Schloss Kromeriz das vorherrschte Stilelement. Insbesondere der geschichtsträchtige Versammlungssaal, in dem 1848/49 der Habsburger Reichstag zusammenkam, wird als einer der schönsten Rokokosäle des Landes gehandelt. Er diente auch als großer Speisesaal für bis zu 400 Personen und heute finden hier Konzerte statt.

Um 13 Uhr waren wir wieder auf der Straße und hatten Hunger. Diesen stillten wir in einem Restaurant auf dem zentralen “Großen Platz”, wo wir einen Tisch im Freien bekamen und uns ein Mittagsmahl gut schmecken ließen. Udo gönnte sich danach noch ein Eis, Xenia hatte genug.

Um 14:10 Uhr waren wir zurück an der Berta und Udo nutzte die verbleibenden 20 Minuten Parkzeit für ein Schläfle.

Nun mussten wir noch einmal eine knappe Stunde fahren bis zum ausgesuchten Nachtplatz am Rand von Hradice. Um 15:30 Uhr kamen wir dort an und standen vor dem verschlossenen Freibad-Tor. Ein Schild zeigte aber an, dass sich hier der Wohnmobilstellplatz befindet. Xenia ging zur Schwimmbadkasse um nachzufragen und kam gerade dort an, als Udo bereits mit der Dame telefonierte.

Wir buchten 2 Nächte, mussten gleich bezahlen und bekamen dafür einen Drücker für das Tor und eine Einweisung, wo wir stehen, duschen und aufs Klo gehen können. Wir waren ganz allein, weder auf dem Stellplatz noch im Bad waren Gäste außer uns da.

Das Schwimmbad dürfen wir leider nicht benutzen, aber Tische, Stühle und Liegen des Bades. Da außer uns keiner da war, hatten wir Platz ohne Ende und machten uns erst einmal einen Kaffee. Die angenehme Temperatur, die Ruhe und die Natur um uns herum waren so wohltuend, dass wir nicht mehr weg wollten. So saßen wir eine Weile vor der Berta und genossen diese Auszeit, bevor wir die großzügigen sanitären Einrichtungen zum Duschen nutzten – und dann war es auch schon Abend, es wurde dunkel und wir zogen uns in die Berta zurück.


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Mittwoch, 03.09.25 – Hranice: Radtour Zbrasov-Aragonithöhlen, Hranice-Abgrund, Burg Helfenstein

0 km / Radtour 48 km

Morgens wolkig, dann zunehmend sonnig bis 25 Grad

Heute stand eine Radtour zu den Sehenswürdigkeiten rund um Hranice auf dem Plan. In der Nacht hatte es geregnet und der Tag startete mit vielen Wolken, aber es war und blieb den ganzen Tag trocken und wurde im Tagesverlauf immer sonniger und wärmer.

Nach dem Frühstück richtete Udo die Räder, Xenia kümmerte sich um ein paar Vesperbrote. Um 10 Uhr starteten wir, zuerst in Richtung Süden zu den Zbrasov-Aragonithöhlen. Wir mussten den Eingang zu diesem Höhlensystem etwas suchen, da er falsch in komoot eingetragen war. 300 der insgesamt 900 Meter des Höhlensystems können von Besuchern begangen werden und mit 14 Grad Innentemperatur zählt die Höhle zu den wärmsten Höhlen Tschechiens. Tropfsteine sucht man hier bis auf ganz vereinzelte Exemplare vergeblich. Dafür gibt es besondere Aragonitgebilde, wie zum Beispiel Geysirstalagmiten. Sie sehen aus wie kleine Vulkane.

Wir waren um 10:30 Uhr an der Kasse, mussten bis 11 Uhr auf die nächste Führung warten und waren dann die einzigen Besucher. Unsere junge Führerin las uns auf Englisch einige Erklärungen zur Höhle vor und wir bekamen ein Blatt mit den wichtigsten Infos auf Deutsch. Die kleinen “Vulkane” waren schon besonders, ansonsten hat uns die Höhle nicht so begeistert. Man begeht sie auf mehreren Ebenen und außer Steinen, teilweise mit weißem Blumenkohl (Kalziumcarbonit) überzogen, gibt es nicht viel zu sehen. Die Höhle verfügt über ein besonderes Belüftungssystem, da die untersten Ebenen ständig mit Kohlendioxid gefüllt sind.

Um 12 Uhr waren wir wieder bei den Rädern, aßen ein Vesperbrot und machten uns dann weiter auf den Weg zum Weißkirchner Abgrund (Hranicka propast), dem tiefsten überfluteten Karstloch der Welt. Seine größte bestätigte Tiefe beträgt 519,5 Meter, wovon 450 Meter unter Wasser liegen.

Nachdem wir eine Weile ins Loch geschaut hatten, radelten wir wieder zurück, um dann noch einige Kilometer in die andere Richtung gen Westen zu fahren und zur Burg Helfenstein zu gelangen. Da unser Weg direkt am Stellplatz vorbeiführte, legten wir eine Mittagsrast an der Berta ein, nachdem wir zuvor noch im Ort Hranice bei einem Bäcker ein paar Backwaren gekauft hatten. Diese verzehrten wir vor der Berta, machten noch eine kleine Verschnaufpause und starteten dann um 15 Uhr zum zweiten Teil unserer Radtour zur Burg Helfenstein.

Auf dem toll ausgebauten und asphaltierten Becva-Radweg war das Radeln ein Genuss und wir kamen zügig voran. Nur das letzte Stück zur Burg hinauf war etwas anstrengender, aber dank unseren Bosch-Motoren gut zu bewältigen. Die Teeroberfläche ist sehr fein, die Räder rollen fast von alleine. Die Beschilderung und Markierung ist vorbildlich. Abundzu gibt auch extra Brücken für den Radweg.

Burg Helfenstein ist eine der größten Festungen Europas und kann auf eigene Faust durchstreift und erkundet werden. Besonders schön ist der vollständig restaurierte Hussitenturm, den wir bestiegen und von oben eine schöne Aussicht aufs Umland hatten.

Er steht direkt neben dem Palast, den man auf mehreren Ebenen begehen kann. Dafür wurden extra Stege angelegt. Die Burg dient zudem als Ausstellungsgelände für geschmiedete Metallplastiken. Diese werden wohl bei besonderen Veranstaltungen hergestellt, an denen sich viele Schmiede zur gemeinsamen Herstellung von den Plastiken treffen. Vom Turm aus sieht man einige der ca. 20 Schmiedearbeitsplätze im Hof. Diese haben uns sehr gut gefallen. Es gab wirklich viel zu entdecken und wir hielten uns eine gute Stunde in der Burg auf.

Da der Becva-Radweg so schön war, radelten wir ihn noch ein Stück weiter bis nach Lipnik nad Becvou und gönnten uns dort auf dem Marktplatz zwei Eisbecher und einen Eiskaffee.

Nun war es aber Zeit, dass wir uns wieder auf den Rückweg machten. Einen kleinen Abstecher hinauf in den Wald schoben wir noch ein, da hier auf der Karte ein Wasserfall eingezeichnet war. Dieser erwies sich aber als Flopp, denn da fiel nichts. Der kleine Fluss war total ausgetrocknet und wir sahen nur noch das Flussbett.

Um 19 Uhr waren wir wieder an der Berta, saßen noch ein bisschen im Freien und beendeten dann den Tag mit einer schönen warmen Dusche im Gebäude des Freibads.


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Donnerstag, 04.09.25 – Freibadtag in Hranice

Von Hranice zur Balcarka Höhle – 100 km

Sonnig, wolkenlos, 28 Grad

Der neue Tag begrüßte uns mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. Wir frühstückten vor der Berta und genossen die morgendliche angenehme Wärme. Eigentlich hatten wir vorgehabt, nach dem Frühstück zum Höhlengebiet bei Ostruv u Macochi zu fahren und heute noch die Balcarka Höhle zu besichtigen. Aber das Wetter war so unverschämt schön und unser Wohnmobilstandplatz mitten in einem Freibad, dass wir uns kurzerhand umentschieden und beschlossen, die Höhlen noch etwas aufzuschieben und bis nachmittags im Bad zu bleiben.

Wir gingen zur Schwimmbadkasse, kündigten an, erst am Nachmittag abzureisen und wollten eine Eintrittskarte fürs Bad erwerben. Man sagte uns, dass das Hallenbad geschlossen sei, dass wir aber ab 11 Uhr ins Freibad könnten und wenn wir bis spätestens 18 Uhr abreisen, sei das okay.

So verbrachten wir die Zeit bis 11 Uhr mit Faulenzen und Lesen, was auch einmal gut tat! Kurz nach 11 Uhr war Xenia wieder an der Schwimmbadkasse und wollte die Eintrittskarten kaufen.

Jetzt war auch der freundliche Chef von vorgestern wieder da und ließ über einen Jugendlichen, der Englisch konnte, ausrichten, dass wir heute umsonst ins Freibad könnten. Dieses großzügige Angebot nahmen wir natürlich sehr gerne und dankend an und gingen gleich eine Runde schwimmen. Das Wasser war ziemlich kühl (22 Grad), aber sehr sauber, klar und kaum verchlort. Wir genossen das Schwimmen, einige Sprudler und hatten Spaß auf der Wasserrutsche.

Nach 45 Minuten im kühlen Nass hatten wir genug, gingen zurück zur Berta und machten Mittagessen: Spaghetti mit Basilikum-Pesto und Tomatensalat. Danach gab es eine Ruhezeit und anschließend die zweite Runde im Schwimmbad mit abschließender Dusche.

Nun hieß es zusammenpacken, die Berta versorgen und um 15:30 Uhr verließen wir etwas wehmütig unseren schönen Stellplatz.

Da wir die nächsten Tage autark sein wollten, fuhren wir zuerst ins Ort zu einem Lidl und anschließend zu einer Tankstelle. Bestens ausgerüstet ging es auf die Autobahn, dann weiter auf kleinen Landstraßen zu unserem nächsten Highlight, der Balcarka Höhle bei Ostrov u Macochi. Xenia hatte gelesen, dass man auf dem Höhlenparkplatz gut parken und auch übernachten kann – und dem war auch so. Als wir um 18:15 Uhr dort ankamen, hatte die Höhle geschlossen. Außer uns war noch ein weiterer Camper aus Belgien mit einem jungen Paar da, die offensichtlich Kletterer waren.

Wir stellten uns neben sie, machten einen Abendkaffee und ein Abendvesper mit den frischen süßen Backwaren und Laugenwecken vom Lidl und hofften, dass auf der Landstraße neben dem Parkplatz nachts kein Verkehr sein wird.


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Freitag, 05.09.25 – Höhlentag im Mährischen Karst

Vormittags sonnig, ab 12 Uhr bewölkt aber bei uns trocken, 21 Grad

Von der Balcarka-Höhle bis Blansko – 24 km / Radtour 25 km

Es war leider doch ziemlich Verkehr auf der Straße neben unserem Parkplatz, die ganze Nacht über. Wir haben trotzdem geschlafen. Da wir in einem Tal standen, erreichte uns die Sonne erst während des Frühstücks. Heute beeilten wir uns etwas, um an der ersten Führung in der Balcarka Höhle teilnehmen zu können.

Wir waren die einzigen Höhlenbesucher um 9 Uhr. Unsere Führerin sprach nur ein paar Brocken Deutsch, mit denen sie uns auf die Hauptsehenswürdigkeiten aufmerksam machte. Wir hatten aber einen Zettel mit Informationen zu den Stationen bekommen und an den Hauptpunkten ließ die Führerin ein Tonband für uns in Deutsch ablaufen. So bekamen wir doch einige Erklärungen zu den Sälen, Tropfsteinen und anderen Gesteinsformationen. Im “großen Dom” herrscht eine tolle Akustik, was uns mit einer Musikeinspielung vorgeführt wurde. Wir sahen versteinerte Wasserfälle, eine plastische Landkarte und verschiedene Märchenfiguren und Makkaroni-Stalaktiten. Die Höhle hat mehrere Ebenen und wird von Fledermäusen bewohnt, die wir fliegen und auch an der Decke hängen sahen. Ganz am Ende im letzten Raum gibt es ein paar Ausstellungsvitrinen und es wird ein Film gezeigt, wie die Menschen früher hier gelebt haben. Die Höhle hat uns sehr gut gefallen.

Um 10 Uhr waren wir wieder draußen. Jetzt mussten die Räder aus der Berta geholt und gepackt werden. Bis wir dann zu unserer Höhlen-Radtour starten konnten, war es 10:35 Uhr geworden. Unser erstes Ziel waren die Sloup-Sosuvka-Höhlen. Xenia hatte die Radtour so ausgewählt, dass wir möglichst wenig auf Autostraßen unterwegs waren. Leider sieht man auf der Karte die Wegbeschaffenheit der Wald- und Flurwege nicht und in unserem Fall waren sie bis Sloup ziemlich katastrophal. Die meiste Zeit mussten wir über Steine, auf grobem Schotter und ausgewaschenen Wegen fahren. Das war mühsam und reduzierte den Spaßfaktor beträchtlich. Xenia war froh, als wir wieder eine Landstraße erreichten.

Um 11:06 Uhr kamen wir an der Höhlenkasse an, die nicht besetzt war. Die Führung um 11 Uhr war bereits gestartet und es wurde uns gesagt, dass wir erst um 12 Uhr an der nächsten Führung teilnehmen könnten. Was blieb uns anderes übrig?

Um die Zeit zu überbrücken, fuhren wir ein kleines Stück zurück ins Städtchen Sloup, wo wir zuvor an einer sehr schönen Kirche vorbeigeradelt waren. Diese wollte sich Xenia gerne etwas näher anschauen. Eine gute Entscheidung! Die barocke Marienkirche war auch innen wunderschön!

Zurück ging es zur Höhle und bevor wir hinein konnten, kauften wir uns noch zwei Hotdogs, eine Portion Pommes und aßen jeder noch zusätzlich ein Vesperbrot. So verging die Zeit schnell bis 12 Uhr.

Bei den Sloup-Sosuvka-Höhlen handelt es sich um zwei Höhlen, die durch bis zu 80 Meter tiefe Schluchten miteinander verbunden sind. Sie sind zweistöckig, aber man kann nur den oberen Stock besichtigen, da der untere durch den Slouper Bach durchflossen wird. Hier hat man auch Knochen und Skelettreste von Urzeittieren gefunden, einige Exponate von Ausgrabungen kann man auf der Tour sehen. Auch in dieser Höhle leben viele Fledermäuse, die uns streckenweise direkt um die Köpfe flogen. Wir mussten viele Treppen steigen und kamen durch teilweise sehr enge Gässchen in mehrere Säle mit sehr schönen Tropfsteinen und Sintervorhängen.

Der Höhlengang endete in der Kulna-Höhle, die schon immer von Menschen benutzt wurde. Schon Neandertaler lebten hier und die Nazis errichteten in dem Raum eine unterirdische Fabrik für Flugzeugmotorteile. Heute befindet sich hier eine Ausstellung über die Geschichte der Höhle mit einigen Fundstücken.

Für dies alles haben wir etwas länger gebraucht und waren erst um 13:30 Uhr wieder bei unseren Rädern. Der Himmel hatte sich inzwischen zugezogen und in der Ferne sah es verdächtig nach Regen aus. Wir ließen uns davon nicht beeindrucken und setzten unsere Radtour zur dritten Höhle fort, den Punkva-Höhlen. Bis zu ihnen fuhren wir auf einem wunderschönen geteerten Radweg die Punkva-Schlucht hinunter. Da liefen die Räder wie von selbst und es dauerte gerade einmal 25 Minuten, dann waren wir da.

An dieser Höhle war einiges los. Neben Einzelbesuchern waren auch zwei Schulklassen und eine polnische Reisegruppe da. Die nächste mögliche Führung für uns startete um 14:20 Uhr und wir mussten sie zusammen mit der polnischen Gruppe machen. Wir gingen mit einem anderen Paar ganz am Ende der Gruppe und bekamen von einer zweiten Höhlenführerin ein paar extra Infos auf Englisch.

Dieses Höhlensystem besichtigt man zuerst zu Fuß, den zweiten Teil mit einem Boot auf dem Punkva-Fluss. Zwischendurch kommt man ins Freie, und zwar in die berühmte Macocha-Schlucht, die wir uns später zum Tagesabschluss auch noch von oben anschauten.

Wieder sahen wir beeindruckende Tropfsteinhallen und die Fahrt mit dem Elektro-Boot durch den engen Felsenkanal des Punkva-Flusses war auch ein Erlebnis.

Nun fehlte uns nur noch die vierte Schauhöhle, zu der uns unsere heutige Radtour führte, die Katharinenhöhle. Sie ist die kleinste Höhle der vier, aber auch sehr schön. Wir erreichten sie um 15:30 Uhr und konnten somit noch an der letzten Führung des Tages um 16 Uhr teilnehmen.

Die Höhle besteht eigentlich nur aus einem großen Raum, in dem man an verschiedenen Stellen Halt macht und die Tropfsteine und die gute Akustik bewundert. Hier finden auch Konzerte statt. Neben dem Bambuswald bestehend aus dünnen Tropfsteinstangen, gibt es hier eine versteinerte Hexe zu bewundern. Wir hatten die Führung zusammen mit einer tschechischen Familie und als sie beendet war, hatten wir genug von Höhlen!

Jetzt blieb uns noch die Weiterfahrt zurück zur Berta, wo wir um 17 Uhr ankamen. Unterwegs fuhren wir ein Stück auf nasser Straße – da muss es wohl geregnet haben. Wir haben keinen Regen abbekommen und als wir an der Berta waren, schien wieder die Sonne. Dafür waren wir sehr dankbar, denn in den Höhlen herrschten Temperaturen von nur 8 bis 10 Grad. Wir waren schon ein bisschen durchgefroren nach 4 Höhlenbesuchen, auch wenn wir Jacken und Xenia auch eine lange Hose dabei hatten.

Zum Abschluss unseres Höhlentages fuhren wir noch zur oberen Brücke (Aussichtsplattform) der Macocha-Schlucht. Udo ließ die Susi fliegen und so bekamen wir noch ein paar Aufnahmen des Gebiets. Wir hätten auf dem dortigen Parkplatz übernachtet, aber der kostete eine Parkgebühr. Das Kassenhaus war nicht besetzt, so hatten wir die Berta ohne Bezahlen abgestellt. Aber das Ganze war uns nicht geheuer, zumal der Platz eine Schranke hatte, die jetzt noch offen war.

So fuhren wir noch ein paar Kilometer weiter zum Örtchen Rudovice, wo wir gerne am nächsten Tag eine kurze Wanderung durchs Karstgebiet gemacht hätten. Xenia hatte dafür einen Startparkplatz ausgesucht, aber dieser war leider nicht zu erreichen. Die Ortsmitte war eine einzige Baustelle. Auch zu anderen Parkplätzen im Ort war kein Durchkommen. So mussten wir dieses Vorhaben streichen und fuhren noch ein paar Kilometer bis Blansko, wo wir an einem Badesee parken und übernachten konnten.

Die Lage des Platzes war prima, nur waren die Parkplätze leider alle schief. Zuerst standen wir direkt an einem kleinen Bach, der vom Stausee herunterkommt. Dort machten wir uns ein paar Rühreier mit Speck und Ackersalat. Nach einer kleinen Erkundungsrunde am See parkten wir die Berta um, damit wir das Rauschen des Baches nicht so laut hören. Danach standen wir leider noch schräger, aber waren jetzt einfach zu müde, um noch nach etwas Besserem zu suchen. Es war inzwischen auch dunkel geworden und so bleiben wir für die Nacht hier stehen.


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Samstag, 06.09.25 – Burg Pernstein

Von Blansko bis zu den Javoricka-Höhlen – 120 km

Bewölkt, gegen Abend vermehrt Sonnenschein, 17 – 20 Grad

Trotz nächtlicher “Schieflage” und Regen, der laut auf unser Dach prasselte, haben wir gut geschlafen.

Nach dem Frühstück hatten wir eine kontroverse Diskussion, wie unsere Weiterfahrt verlaufen soll. Es wird uns nicht möglich sein, alles anzuschauen bzw. zu unternehmen, was Xenia im Vorfeld ausgesucht und vorbereitet hatte. Auf jeden Fall sollte es gen Norden in die Wandergebiete gehen, aber auf welchem Weg und mit welchen Zwischenstationen? Xenia hätte lieber noch Weltkulturerbe-Städte, Burgen und Schlösser angeschaut, Udo bevorzugte Höhlen. Wir einigten uns darauf, zuerst die Burg Pernstein in westlicher Richtung zu besuchen, anschließend einen Abstecher in Richtung Osten zu zwei Höhlen zu machen und dann in den Norden zur Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt zu fahren.

Um 9:30 Uhr ging es los. Um 11 Uhr waren wir auf dem Parkplatz der Burg Pernstein, der unterhalb der Burg liegt. Von hier aus kann man entweder mit einem Bähnle hoch zur Burg fahren oder zu Fuß den Berg hinauf laufen. Wir entschieden uns für Letzteres, es war nicht weit.

Oben angekommen entschieden wir uns für eine geführte Tour durch die Burg, auch wenn es diese nur auf Tschechisch gab. Aber das war die einzige Möglichkeit, die Burg auch von innen zu sehen, und wir bekamen wieder zwei Schnellhefter mit deutschen Erklärungen. Die Burg wird im Reiseführer angepriesen mit “mehr Burg geht nicht” und “Pernstein ist der Inbegriff einer Ritterburg und diente nicht umsonst als Kulisse für zahlreiche Märchenverfilmungen”. Tatsächlich ist die Burg recht beeindruckend und innen sehr schön hergerichtet.

Wir waren um 11:20 Uhr an der Kasse, die nächste Führung startete um 12 Uhr. Die Zeit bis dahin verbrachten wir mit einem Rundgang durchs Burggelände und Lesen der deutschen Erklärungen zu dem, was uns erwartete.

Auf der Burg war einiges los – vielleicht lag das am Wochenende? Dementsprechend groß war auch die Gruppe, die an der 70-minütigen Führung teilnahm. Trotzdem, und auch wenn wir den Führer nicht verstehen konnten, hat sich die Führung gelohnt. Einige der Säle erinnern mehr an ein Schloss als an eine Ritterburg und alle Räume sind liebevoll eingerichtet und dekoriert.

Nach der Burgbesichtigung hatten wir Hunger und gönnten uns im Burgrestaurant ein erstaunlich gutes Mittagessen. Xenia wählte Gulasch, Udo einen Hamburger.

Es war nach 15 Uhr, als wir wieder an der Berta waren. Udo schickte noch die Susi auf einen Rundflug um die Burg, dann starteten wir zu den Javoricko-Höhlen. Auf dem Weg kamen wir direkt an einem Lidl vorbei, der uns wie gerufen kam. Xenia konnte etwas einkaufen und Udo ein Schläfle machen. Vor der Weiterfahrt gab es noch einen Kaffee mit einem Berliner und einem Walnussteilchen. Weiter ging es auf meist kleinen Straßen, die teilweise gut gerichtet, teilweise aber auch in sehr holprigem Zustand waren. Manchmal hat es uns an Griechenland erinnert ... aber die ländliche Gegend war sehr schön.

Um 18 Uhr kamen wir in Javoricko an. Direkt an die Höhle konnten wir nicht fahren, der Weg war gesperrt. Wir fanden einen Platz neben einer Wandertafel und wollten dort eigentlich die Nacht verbringen. Eine halbe Stunde später kam aber ein Mann vorbei und meinte, dass wir hier nicht stehen bleiben dürften. Er zeigte uns einen Parkplatz im Städtchen, der sich als der offizielle Höhlenparkplatz herausstellte. Er kostet 4 Euro, aber nur von 8 bis 16 Uhr. Das Kassenhäuschen war nicht mehr besetzt. So stellten wir uns als alleiniges Fahrzeug auf den großen Parkplatz und verbrachten dort die Nacht.


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Sonntag, 07.09.2025 – Javoricko-Höhle, Mladec-Höhle, Litomysl

Von Javoricko bis Adersbach, 213 km

Sonnig mit ein paar Wolken, 17 bis 22 Grad

Der Tag startete ziemlich kühl, aber mit viel Sonnenschein. Wir hatten eine ruhige Nacht auf dem Parkplatz in Javoricko hinter uns. Um 8 Uhr kam der Parkwächter an sein Häusle, wartete aber geduldig, bis Udo nach dem Frühstück zu ihm ging und die 100 CZK Parkgebühren bezahlte.

Wir hatten die Uhr während dem Frühstück vergessen und bemerkten erst um 8:40 Uhr, dass es höchste Zeit war, zur Höhle zu gehen. Jetzt kamen wir tatsächlich unter Druck, spurteten um 8:45 Uhr los und schafften die 700 Meter den Berg hinauf gerade auf 9 Uhr. Schnaufend und außer Puste kamen wir an der Höhle an, um dort zu erfahren, dass die Führung erst um 9:30 Uhr startet. Das stand definitiv anders auf der Tafel und ein anderes Paar musste wie wir auf die junge Höhlenführerin warten.

Wir nutzten die Zeit, um den Höhlenprospekt zu lesen und uns so auf das vorzubereiten, was wir gleich zu sehen bekamen. Die Javoricko-Höhle ist wirklich ganz besonders schön! Großartiger Sinterschmuck, Tropfsteine in Hülle und Fülle und in allen Größen, ganze Wände sind über und über voll damit und in einigen Sälen hängen die Decken voller Makkaroni. Auch wenn wir von der Erklärung der Führerin nichts verstanden, konnten wir doch dank einer Höhlen-App das Wichtigste mitverfolgen. Außer uns nahm nur noch das tschechische Paar an der Führung teil, das zusammen mit uns draußen gewartet hatte. Wir hatten im Gegensatz zu ihnen die große Führung gebucht und durften noch durch einen langen verschlungenen Tropfsteingang zu einem anderen Ausgang gehen.

Auf dem Rückweg kamen wir noch an einem Denkmal für 38 ermordete Männer aus dem kleinen Ort vorbei. Die SS hatte am 5.5.1945 das Dorf niedergebrannt und alle Männer ab 15 Jahren erschossen. Alle Menschen, die am Denkmal vorübergingen hielten kurz inne und gedachten an die Toten. Hoffentlich denken die nicht, dass wir zu der Art Deutschen gehören, die das getan haben.

Um 11 Uhr waren wir wieder an der Berta und beschlossen, nach diesem schönen Höhlenerlebnis noch zur zweiten Höhle in der Region zu fahren, der Mladec-Höhle. Sie ist nur 15 Autominuten entfernt. Auch hier muss man ein paar hundert Meter vom Höhleneingang entfernt parken, aber da wir um 11:20 Uhr auf dem Parkplatz ankamen, brachte uns das nicht unter Druck. 20 Minuten später waren wir an der Höhlenkasse und bekamen Tickets für 12 Uhr. Diesmal war die Gruppe größer, ca. 15 Personen, und natürlich verstanden wir auch diesmal nichts von den Erklärungen und mussten uns mit einem Zettel bzw. der App behelfen. Das funktionierte aber wieder prima.

Diese Höhle war ganz anders als die zuvor gesehene. Es gab bis auf ein beeindruckendes Stalagmiten-Exemplar, die “Mumie”, kaum beeindruckende Tropfsteine, dafür ein Labyrinth aus Felsen- und Steingängen und Hallen. Der “Dom der Toten” ist eine weltberühmte archäologische Lokalität und die größte und älteste Siedlung von Cro-Magnon-Menschen in Mitteleuropa. In der Höhle sind Szenen nachgestellt, wie diese hier gelebt haben. Außerdem kann man Reste ihrer Feuerstellen und Knochen urzeitlicher Tiere sehen. Das Ganze war nett und ganz interessant, unsere Begeisterung hielt sich aber in Grenzen.

Wieder zurück an der Berta gab es um 13:15 Uhr Mittagessen: gebratenen Leberkäse mit Spiegelei und Salat. Udo machte noch eine kurze Siesta, dann ging es um 14:20 Uhr auf große Fahrt zur Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt. Wir wählten eine Route, die nicht durch Polen führte, und Xenia realisierte begeistert, dass diese sogar durch Litomysl, die Geburtsstadt Smetanas, ging! Das dortige Renaissance-Schloss ist Weltkulturerbe und auch der Hauptplatz (Smetanaplatz) ist sehr schön. Wir beschlossen, dort einen Halt einzulegen und auf dem Smetanaplatz einen Kaffee zu trinken.

Xenia fand einen Parkplatz direkt an der Straße, von dem aus man in 10 Minuten in der Innenstadt ist. Bei herrlichem Sonnenschein machten wir uns auf den Weg und fanden einen Platz in einem Eiscafé, wo wir ein Eis aßen und einen Cappuccino tranken. Bevor wir zum Schloss weitergingen, bestaunten wir noch die Mariensäule auf dem Platz. Wie wir es jetzt schon häufig in tschechischen Städten gesehen haben, gibt es auch in Litomysl in der Ortsmitte einen Hauptplatz mit wunderschönen Häuserfassaden, einer Säule (manchmal auch einem Brunnen) in der Mitte und Autoverkehr darum herum.

Auf dem Weg zur Burg kamen wir an verschiedenen besonderen Bänken vorbei. Xenia gefiel ganz besonders die Käsebank mit einer Maus in der Mitte.

Das Schloss hat wirklich eine beeindruckende Außenansicht. Leider waren 3 Seiten eingerüstet. Diese noch zu renovieren ist aber auch wirklich notwendig, damit die besonderen Briefchensgraffiti wieder strahlen und zur Geltung kommen. Auf eine Schlossführung haben wir verzichtet, dafür reichte die Zeit nicht mehr. Die Susi durfte noch ein paar Aufnahmen machen, dann gingen wir wieder zur Berta zurück.

Um 17 Uhr starteten wir zum zweiten Teil unserer Fahrt nach Adersbach. Wir fuhren auf einer großen Bundesstraße und der Autobahn, wo wir zügig und komfortabel vorankamen. Das letzte Stück vor Adersbach war dann wieder eine kleine Straße, aber da war das Ziel schon absehbar. Wir hatten uns einen Wohnmobilstellplatz ausgesucht, der alles bot außer einem WC und nicht mehr kostete als der überteuerte Parkplatz der Felsenstadt (20 Euro). Als wir um 19:30 Uhr dort ankamen, waren wir sehr froh, dass noch Plätze frei waren und wir dort stehen bleiben und die Nacht verbringen konnten. Ein Klo hatten wir ja an Bord und die Möglichkeit, es zu entleeren, gab es hier. Xenia machte noch ein kleines Vesper, dann war es auch schon dunkel und wir beendeten den Tag mit unseren PC-Arbeiten.


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Montag, 08.09.25 - Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt

Von Adersbach bis zur Elbtalsperre (Spindlermühle) – 66 km

Wanderung 14 km

Heiter bis wolkig, 20 Grad

Hier ein Blick von oben auf unseren Stellplatz:

Heute war endlich die erste Wanderung dran. Karten für die Felsenstadt hatten wir ja bereits und als wir nach einem kurzen Fußmarsch und einem WC-Besuch am Felsenstadt-Parkplatz durch die Eingangskontrolle gingen, war es exakt 10 Uhr. Es war noch etwas frisch, aber die Sonne schien und der Besucherstrom war weniger als befürchtet.

Und wie vermutlich überall auf der Welt, gibt es auch hier Touristen-Einheitsessen. Vorbei die Zeit, wo jedes Land seine Spezialitäten anbot.

Wir starteten unsere Wanderung mit einer Umrundung des Sandgrubenteichs (blaue Runde). Schon am Anfang des Wegs durften wir auf den ersten Felsen klettern und hatten von oben eine schöne Sicht über den See. Auf der weiteren Seeumrundung begegneten uns nur wenige Leute. Das änderte sich aber, als wir auf die grüne Haupttour durch die Felsenstadt kamen.

Wir hatten es ja vorhergesehen, dass wir hier nicht allein sein würden, und so war es auch. Der Besucherstrom war aber so weit auseinandergezogen, dass die Felsenrunde immer noch ein tolles Erlebnis war.

Nach den größten Felsformationen entschieden wir uns, an einer Bootsfahrt teilzunehmen, die hier ein kleines Stück den Metuje-Fluss entlang angeboten wird. Xenia hatte sich etwas mehr davon erhofft, aber es war ganz nett und der “Kapitän” hatte eine Menge Späße auf Lager, die die Leute zum Lachen brachten. Wir konnten sie leiden nicht verstehen.

Nach der Bootsfahrt ging es am Ufer steil die Treppen hinauf. Oben angekommen muss man sich entscheiden, ob man wieder zum Eingang zurück oder in die andere Richtung geht, und damit zu einer großen Runde ausholt. Wir entschieden uns für Letzteres und bereuten es nicht. Hier waren sehr viel weniger Menschen unterwegs. Der Weg war anspruchsvoller, aber noch schöner und beeindruckender als das, was wir schon hinter uns hatten. Es ging steil bergauf und bergab, teils durch ganz enge Felsengänge. Dann weitete sich die Landschaft zu einer Moorebene, durch die Stege führten, und schließlich ging es nur noch durch den Wald mit hin und wieder einem Felsgiganten mittendrin.

Wir wollten eigentlich diesen Teil etwas abkürzen, aber entschieden uns dann leider für einen komplett verkehrten Weg. Statt abzukürzen liefen wir am Ende 3 km länger und das sehr unspektakulär durch den Wald auf einem Weg, der ständig bergauf und bergab ging. Eine Vesperpause legten wir auf einem Stein ein, eine bessere Sitzgelegenheit fanden wir nicht. Nach einem ordentlichen Marsch erreichten wir den Radweg, der um das Gelände führt, und mussten diesen noch einige Kilometer bis zur Berta zurück gehen. Das war schon etwas ärgerlich, aber immerhin passte das Wetter und wir wanderten durch die Natur. Nur tolle Felsen gab es da keine mehr.

Um 15:15 Uhr waren wir zurück, ruhten nach 14 km Fußmarsch mit 320 hm ein bisschen aus, duschten und machten uns einen Kaffee. Unser Vorhaben für heute war noch, bis zur Spindlermühle zu fahren, wo wir morgen mit der Seilbahn auf den Medvedin fahren, zur Elbquelle wandern und dann zurück zur Talstation laufen wollen. Das wird eine größere Tour, für die wir einen ganzen Tag und passendes Wetter brauchen. Morgen soll noch einmal ein trockener und sonniger Tag werden, bevor das Wetter am Mittwoch laut Vorhersage umschlägt und wir mit Regen rechnen müssen. Einen Ausflug auf die Schneekoppe haben wir gestrichen. Das Parken dort ist für Wohnmobile trotz saftiger Parkgebühren nur eingeschränkt und recht weit weg von der Seilbahn (ca. 5 km) möglich. Der eine Parkplatz in Talstationnähe ist laut Internet besetzt. Da wir sowieso nur eine Bergtour machen können, entschieden wir uns für den Medvedin und starteten nach einem Camperservice zur Fahrt zur Spindlermühle. Unterwegs kauften wir bei einem Lidl frisches Brot, das hatten wir keines mehr.

Ein paar Kilometer vor der Talstation der Bergbahn entfernt ist die Elbtalsperre. Dort gibt es einen kostenlosen Parkplatz, auf dem Wohnmobile nicht verboten sind. Dorthin fuhren wir und kamen um 19:30 Uhr an, gerade noch rechtzeitig vor dem Einbruch der Dunkelheit. Wir machten noch einen kurzen Gang über die Staumauer und zogen uns dann in die Berta zurück.


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Dienstag, 09.09.25 – Medvedin, Wanderung zur Elbquelle

Elbtalsperre – Talstation Seilbahn Medvedin – Elbtalsperre, 7,5 km Wanderung 16 km, 290 hm bergauf, 780 hm bergab

Heiter bis wolkig, 12 – 18 Grad

Um sicher einen Parkplatz für die Berta an der Talstation der Medvedin-Sesselbahn zu bekommen, fuhren schon vor dem Frühstück los. Der Plan war, auf dem Parkplatz der Sesselbahn ein Tagesticket zu lösen und dort zu frühstücken.

So waren wir schon um 8:30 Uhr unterwegs nach Spindlermühle. Wir mussten zuerst den Ort durchfahren, denn die Seilbahn liegt am Nordende des Städtchens. Als wir vor dem Parkplatz der Talstation standen, war unser Entsetzen groß: Parkverbot für Wohnmobile mit dem Hinweis, dass diese auf P1 abgestellt werden müssen. Am Parkplatz P1 waren wir vorbeigefahren, dieser ist 2,5 km von der Talstation entfernt. Was nun?

Schräg gegenüber vom Parkplatz befindet sich das kleine Hotel Diana und hier hatte Xenia ein Schild mit einem P, einem Wohnmobil und einer Telefonnummer gesehen. Wir fuhren dorthin und Xenia versuchte, jemanden in der Wirtschaft zu erreichen. Diese war jedoch abgesperrt. Ein Hotelgast hatte uns gesehen, kam heraus und fragte, ob er uns helfen könne. Nein, konnte er nicht. Wo ein Wohnmobil hier parken kann, das wusste er nicht. Er meinte, dass das Hotel erst morgen offiziell wieder aufmacht und gerade nur ein Zimmermädchen da sei. Udo probierte es trotzdem mit der Telefonnummer – und tatsächlich: der Hotelbesitzer war am Apparat, konnte Deutsch, erlaubte uns, auf dem kleinen Hotelparkplatz unter einem Baum zu parken, wenn wir 150 CKR in einen Briefkasten werfen. Das Angebot nahmen wir natürlich sehr gerne an! Der Seilbahn-Parkplatz hätte 250 CKR gekostet. Platz war gerade für ein Wohnmobil, und den bekamen wir!! Jetzt konnten wir frühstücken, Vesper machen und unsere Rucksäcke packen. Zur Talstation waren es 2 Minuten. Noch schnell aufs dortige Klo, Tickets kaufen und dann zum Eingang. Gerade als wir kamen, wurde dieser mit einer Kette versperrt. Der Helfer sah uns kommen und ließ uns noch als Letzte durchschlüpfen. Die Seilbahnfahrt haben wir im Sonnenschein genossen und als wir um 10:30 Uhr oben ausstiegen, wurde der Lift tatsächlich abgestellt. Wie lange die Pause dann war, wissen wir nicht, aber wir waren gerade noch mitgenommen worden! Schon wieder und zum zweiten Mal an diesem Tag hatten wir Glück gehabt!

Wenn man mit dem Wohnmobil unterwegs ist, ist es auch wichtig eine gute Toilette zu finden. Wir haben zwar ein Klo dabei, verwenden dies aber höchst selten fürs große Geschäft. So suchen wir regelmäßig öffentliche Toiletten auf. Unsere Erfahrung ist, dass hier (und auch in Griechenland) die Toiletten sehr sauber sind. Es fällt uns sehr auf, dass es hier wohl keinen Benutzer gibt, der die Toilette schmutzig verlässt. Wenn man die Länder nach der Sauberkeit der Toiletten beurteilt, ist Deutschland vermutlich sehr weit hinten. Wo sind denn in Deutschland die Eltern, die die Kids zu Sauberkeit und Hygiene auch in öffentlichen Räumen erziehen?

Frohgemut starteten wir unsere Wanderung bei herrlichem Sonnenschein. Wir waren tatsächlich zu warm angezogen (Wettervorhersage 11 Grad auf dem Medvedin) und während wir den Berg hinaufstiegen, zogen wir unsere Jacken und Xenia ihre Strumpfhose wieder aus.

Was wir nicht erwartet hatten waren die vielen Menschen, die wie wir zur Elbquelle wanderten. Es wurden sogar Reisegruppen mit Bussen bis zu einer Hütte (Jestrabi boudy) hochgefahren, zu der wir zuerst hinaufwanderten, teils auf einem Wanderweg, teils auf der Fahrstraße mit schönem Ausblick. Ab der Hütte ging es weiter auf einem schönen Wanderweg an einem Bergkamm entlang, vorbei am Pancava-Wasserfall und mehreren Aussichtspunkten bis zu einem Berghotel (Labska bouda). Dort machten wir unsere erste Rast auf einer Bank und aßen einen Teil unseres Vespers. Hier an der Kante war es ziemlich windig.

Mit Hut und ohne Hut

Vom Hotel führt ein Weg bis zur Elbquelle. Viele Menschen waren mit uns unterwegs, fast mehr als gestern in der Felsenstadt! Auch am Quelltopf der Elbe war allerhand los. Da ist eine Quelle eingemauert, die kaum noch Wasser führt. Ein kärkliches Rinnsal verlässt den Quelltopf. Schön gemacht ist dort eine Reihe von Mosaikstein-Wappen von Städten, die die Elbe durchfließt, angefangen von der Quelle in Spindlermühle bis zur Mündung in Cuxhaven.

Wir hielten uns nur kurz dort auf, kehrten zum Hotel zurück und setzten uns dort auf die Terrasse, um einen Cappuccino zu trinken. Udo gönnte sich noch ein Stück Heidelbeerkuchen dazu, Xenia aß lieber ein Vesperbrot. Wir hatten jetzt 7,5 km unserer 16 km langen Wanderstrecke geschafft, wobei der anstrengendere Teil noch vor uns lag.

Ab jetzt ging es zwar nur noch bergab, aber die ersten 5 km auf einem Fels- und Steineweg. Jetzt waren die Wanderstöcke eine große Hilfe! Auch auf diesem Weg waren noch andere Wanderer unterwegs, aber sehr viel weniger als auf den Wegen davor und meistens waren wir auf unserem Wegstück allein. Nach ein paar Minuten kamen wir am Elbfall vorbei. Dieser war deutlich beeindruckender als die Quelle!

Weiter ging es ziemlich steil in Serpentinen den Berg hinunter und dann immer an der Elbe entlang. Die letzten 4,5 km gingen nur noch leicht bergab und das auf einem asphaltierten Waldweg. Jetzt kamen wir deutlich schneller voran. Um 16:45 Uhr waren wir wieder an der Berta. Der Himmel hatte sich leider zugezogen, aber geregnet hat es nicht.

Der Blick hinüber zum Pancava-Wasserfall, den wir von oben gesehen hatten. - Xenia und der Baumgeist. - Ein Baum, der Angst vorm Boden hat!?

Froh, dass alles so gut geklappt hat und wir die Wanderung geschafft hatten, fuhren wir zurück zum Elbstaudamm, um dort zu duschen, ein paar tschechische Tortellini zu kochen und die Nacht zu verbringen.


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Mittwoch, 10.09.25 – Bozkover Dolomithöhlen – Wanderung Felsenlabyrinthe Besedice und Kuhstall, Sokol Gipfel

Von Elbstaudamm bis Besedice, 60 km

Wanderung 5 km

Vormittags sonnig, dann zunehmend bewölkt, ab 17 Uhr Regen

Heute ging es ins Böhmische Paradies.

Wir hatten nun 2 Tage an der Elbtalsperre übernachtet, ein bis auf die belebte Straße sehr schöner Platz. Gestern kamen 2 PKWs an, ein PKW mit Dachzelt und ein umgebauter Caddy, die mit einfacher Ausrüstung unterwegs waren. Wir waren sehr froh an unserem Luxus und dass wir zum Kochen und Umziehen nicht nach draußen müssen.

Unser erstes Ziel waren die Bozkover Dolomithöhlen, die auf dem Weg nach Besedice liegen. Bei Sonnenschein machten wir uns auf den Weg und kamen 10 Minuten vor 10 Uhr auf dem ausgewiesenen Parkplatz in der Nähe der Höhlen an. Von hier aus sind es noch 600 Meter bis zum Höhleneingang, die man zu Fuß gehen muss.

Wir parkten die Berta und legten einen Spurt zur Höhle ein, da wir vermuteten, dass die Führungen immer zur vollen Stunde losgehen. Eine Minute vor 10 Uhr waren wir an der Kasse. Außer der Dame am Ticketschalter war kein Mensch da. Wir bekamen unsere Karten mit der Info, dass die Führung um 10:20 Uhr startet. So schauten wir uns zuerst noch ein bisschen im Eingangsbereich um, wo es mehrere Vitrinen und Schautafeln mit Infos zu Höhlen aus aller Welt gibt.

In den folgenden 20 Minuten kamen immer mehr Leute, die auch in die Höhlen wollten, so dass wir schließlich eine ansehnliche Gruppe waren. Die Führung war wieder auf Tschechisch, aber hier gibt es Audioguides in mehreren Sprachen, auch in Deutsch. So konnten wir in der Höhle an den entsprechenden Stellen die Erklärungen dazu vom Audioguidegerät abspielen.

Die zwei Höhlen, die durch einen unterirdischen Gang miteinander verbunden sind, bestehen aus mehreren ziemlich schmalen Felsgängen. Die Gesteinsbrocken sind teilweise mit Quarzen überzogenen, doch Sinterschmuck gibt es nur ganz wenig und gemessen an dem, was wir schon an wunderschönen Höhlen in den letzten Tagen gesehen haben, sind die Bozkover Höhlen eher enttäuschend. Ihr Highlight ist ein unterirdischer See, der größte seiner Art in Böhmen. Dieser war tatsächlich sehr schön anzuschauen. Er ist nicht tief aber ganz klar. Man kann bis auf den Boden sehen und an manchen Stellen ragen Steine aus dem Wasser, was einem den Eindruck von einer Landschaft gibt.

Um 11:30 Uhr waren wir wieder an der Berta. Die Wetterapp brachte zwar Regen, aber erst am Abend und so wollten wir den Nachmittag noch für eine Wanderung durch die Felsenlabyrinthe bei Besedice nutzen.

Der Parkplatz zum Wandergebiet war fast leer. Er kostet nur 100 CKR für echte 24 Stunden, nicht nur bis Mitternacht. Zum Glück hatten wir gerade noch einen 100-Kronenschein, denn der Automat nimmt nur Bargeld und wechselt nicht. Wir aßen noch eine Kleinigkeit und machten uns dann um 13 Uhr auf den Weg.

Zuerst liefen wir einen Abstecher auf den Sokol-Gipfel (563 m) hinauf, von wo aus man einen schönen Blick übers Land und auf die Felsformationen der Scala hat.

Vorbei an ein paar gigantischen Felsbrocken kamen wir ins Gebiet der Felsenlabyrinthe. Es waren insgesamt drei solcher Gebiete, die wir durchstreiften. Hinauf und hinunter, durch sehr enge Felsengänge und auf Aussichtsplattformen – die gigantischen Felsen und der Weg hindurch sind ein echtes Highlight! Zum Glück gibt es eine Wegmarkierung, sonst könnte man sich hier wirklich verlaufen. Obwohl es nur wenige Kilometer sind, kamen wir durch die Kraxelei ganz schön ins Schwitzen.

Udo machte ein paar Flugversuche mit der Drohne. Sie soll eigenständig Hindernissen ausweichen und eine zuvor festgelegte Person verfolgen können. Das klappte mal mehr und mal weniger ... Es war natürlich auch ein sehr schwieriges Flugterrain mit den Felsen, schmalen Spalten und den vielen Bäumen! Einmal blieb die Susi an einem Ast hängen und wir waren froh, dass dabei nichts kaputt ging.

Wir ließen uns viel Zeit, genossen die Felsengänge und Ausblicke und waren um 16:30 Uhr wieder an der Berta. Wie gut, jetzt duschen zu können! Und natürlich gab es danach einen Kaffee mit ein paar Keksen. Für heute hatten wir genug und beschlossen, über Nacht auf diesem Parkplatz zu bleiben.

Um 17 Uhr erreichte uns ein großes Regengebiet. Es goss wie aus Kübeln und laut Wetterapp sollte das erst am nächsten Morgen aufhören. Wie froh waren wir, dass wir unsere Wanderung noch bei schönem Wetter hatten machen können und jetzt im Trockenen saßen! Wir tätigten ein paar Telefonate, dann gab es Abendessen: Bratkartoffeln mit Paprika-Speck-Rührei und gemischtem Salat. So ein schnuckliges Wohnmobil mit Eigenversorgung hat eindeutig seine Vorteile!


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Donnerstag, 11.09.25 – Felsenburg Wranov – Wanderung Hruba Skaly, Burg Valdstejn

Von Besedice bis zum Autocamp Prihrazy – 44 km / Wanderung Burg Wranov 3 km, 150 hm / Wanderung Hruba Skaly 8 km, 160 hm

Nachts ergiebiger Regen, vormittags erst Nebel, dann zunehmend sonnig, am Abend Schauer, 17-21 Grad

In der Nacht schüttete es wie aus Kübeln. Ein riesiges Regengebiet, das über ganz Tschechien, Polen, der Schweiz und Slovenien lag, zog über uns hinweg. Am frühen Morgen war der Spuk vorbei. Als wir aus den Federn krochen war es trocken, aber neblig.

Da der Wetterbericht für den Tag schönes Wetter angesagte, richteten wir uns zur Weiterfahrt. Und tatsächlich: als wir losfuhren, brachen die ersten Sonnenstrahlen durch die Nebelwolken. Was wir zu dieser Zeit noch nicht wussten war, dass heute der Tag der vielen Treppenstufen werden sollte.

Unser erstes Ziel war die Felsenburg Wranov. Bis dorthin waren es nur wenige Minuten zu fahren. Die mittelalterliche Burg gilt als die größte Felsenburg Böhmens. Sie thront auf einem Felsrücken über der Iser und der Stadt Mala Skala.

Wir parkten unten auf dem Stadtparkplatz und stiegen zur Burg hinauf. 150 Höhenmeter und viele Treppenstufen galt es zu bewältigen. Oben angekommen, mussten wir ein kleinen Eintrittsentgelt entrichten, bekamen dafür aber einen Zettel mit deutschen Erklärungen.

Zuerst gingen wir in die Aussichtskapelle “Pantheon”, die eigentlich nie als Kapelle sondern als Lustschloss gedient hatte. Von hier hatten wir einen tollen Blick auf die Stadt und den Fluss.

Nun folgte die Erkundung der eigentlichen Burgruine. Hier erwarteten uns immer wieder schmale und steile Durchgänge, die wir überwinden mussten. Dafür waren die Ausblicke von hier oben im Sonnenschein fantastisch! Udo hatte die Susi mitgenommen und sie bekam hier ihren ersten Ausflug für heute.

Anschließend ging es alle Treppenstufen wieder den Berg hinunter. Unten angekommen war es inzwischen 12 Uhr geworden und wir nutzten die Pizzeria, an der wir vorbeikamen, für ein gutes Mittagessen, dazu gab es tschechisches Kofola und selbstgemachte Erdbeerbrause.

Um 13 Uhr fuhren wir weiter zum Schloss Hruba Skala mitten im Böhmischen Paradies. Xenia hatte einen kleinen Wanderparkplatz als Ausgangspunkt für eine Wanderung zur Burg Valdstejn ausgesucht. Dort bekamen wir auch tatsächlich noch einen Parkplatz. Udo machte ein kurzes Schläfle, dann starteten wir zu einer sehr schönen Wanderung.

Das Ziel war die Burg Valdstejn. Auf dem Weg dorthin kamen wir an verschiedenen Aussichtspunkten mit herrlichem Blick auf die Felsenlandschaft von Hruba Skala vorbei. Auch die Susi durfte wieder fliegen und schöne Aufnahmen machen.

Burg Valdstejn haben wir uns natürlich auch angeschaut, allerdings auf eigene Faust, ohne Führung. Diese hätte es wieder nur auf Tschechisch gegeben. Am imposantesten ist eigentlich der Zugang zur Burg, der von streng blickenden Herren und Heiligen aus Stein eskortiert wird.

Nun ging es wieder zurück, aber auf einem anderen Weg. Dieser führte uns den Berg hinunter, hinein in die Groß-Skaler Felsenstadt. Wieder mussten wir viele Treppenstufen hinauf- und hinabsteigen, aber es hat sich gelohnt. Die Sandsteinfelsen, durch die wir hindurchgingen oder an denen wir vorbeikamen, waren riesig!

Den Abschluss der Wanderung bildete ein Abstecher zur Mariannenaussicht, von wo aus man einen schönen Blick aufs Schloss Hruba Skala hat. Es sah allerdings etwas heruntergekommen aus. Laut Internet befindet sich heute ein Hotel darin.

Die Susi bekam ihren letzten Flug für heute. Inzwischen waren bedrohliche dunkle Wolken aufgezogen und als Udo die Susi wieder eingepackt hatte, fielen die ersten Regentropfen. Jetzt aber nichts wie zurück zur Berta! Bis dahin waren es noch 10 Minuten zu Fuß, aber durch den Wald machte uns der leichte Regen nichts aus.

Wir waren gerade einmal 5 Minuten im Wohnmobil, als der Regen richtig losging. Er dauerte nur eine halbe Stunde, aber dafür regnete es ziemlich stark. Wir nahmen in dieser Zeit eine Dusche und überlegten, wo wir die Nacht verbringen wollen. Xenia entdeckte in der Nähe einen Campingplatz mit angemessenen Preisen. Da wir dringend wieder eine Versorgung für die Berta brauchten, fuhren wir dorthin.

Um 19:30 Uhr kamen wir Autocamp Prihrazy an. Die Rezeption machte extra für uns noch einmal auf. Es war kaum etwas los auf dem Platz und wir durften uns hinstellen, wo wir wollten.

Nun gab es noch ein Reste-Abendessen, dann hatten wir genug unternommen und erlebt für heute und waren ziemlich müde!


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Freitag, 12.09.25 – Felsen-Wanderung Prihrazy, Burg Kost, Burg Trosky

Vom Autocamp Prihrazy bis zum Parkplatz Jeschken – 81 km

Vormittags sonnig, mittags Regen, ab 16:30 Uhr wieder schön – 20 Grad

Der neue Tag begrüßte uns mit Sonnenschein. Da die Wetterapp ab Mittag Regen vorhersagte, machten wir uns gleich nach dem Frühstück auf zu einer schönen Wanderung. Gleich hinter unserem Campingplatz hatten wir vielversprechende Felsformationen entdeckt und diese wollten wir erkunden, bevor wir weiterfuhren.

Das war eine sehr gute Entscheidung! Zuerst war es allerdings ziemlich anstrengend, da wir den richtigen Weg verpassten und stattdessen einen kleinen Trampelpfad fast senkrecht den Wald hinaufgingen. Belohnt wurden wir dafür mit tollen Felsen, an denen wir direkt vorbeikamen und die wir auf eigene Faust erkunden konnten.

Oben angekommen waren wieder auf dem Wanderweg. Die Runde, die Udo ausgesucht hatte, führte uns auf schönen Waldwegen zu ein paar Ausblicken, an verschiedenen Felsen vorbei und zu einer Felsenhöhle. Wenn es nicht steil bergauf oder bergab ging (was allerdings oft der Fall war), war der Weg sehr angenehm zu gehen. Wir haben die Wanderung genossen und waren um 11:45 Uhr wieder zurück.

Wir telefonierten noch mit Marina, dann gab es eine Dusche mit unserem restlichen Wasser. Dafür hat es gerade noch gereicht. Anschließend gingen wir ins kleine Campingbistro und aßen dort zu Mittag: Xenia Langos, Udo ein leicht scharfes Geschnetzeltes mit Kartoffelpuffer. Beides hat uns gut geschmeckt.

Schon nach dem Duschen hatte es leicht angefangen zu regnen, jetzt unter dem Sonnendach des Restaurants ging es richtig los. Wie schön, den Regen wieder einmal im Trockenen über sich ergehen lassen zu können! Auf unserer Wanderung hatten wir ein Gruppe aus Dresden getroffen, die berichtete, dass sie in den letzten Tagen regelmäßig bei ihren Wanderungen eingeseift wurden. Da war es uns “unter dem Schirm des Höchsten” doch eindeutig besser ergangen, wofür wir sehr dankbar waren! Nach unserem Essen machte der Regen eine Pause und wir konnten den Camperservice fast komplett im Trockenen erledigen.

Nun ging die Fahrt weiter zur Burg Kost. Im Regen kamen wir auf dem Burgparkplatz an und da wir keine Lust hatten, nass zu werden, blieben wir noch eine Zeit in der Berta, machten Mittagschläfle und tranken Kaffee.

Um 15 Uhr hatte der Regen aufgehört und wir gingen in die Burg zum Ticketschalter. Eigentlich wollten wir nur an einer kürzeren Führung teilnehmen, aber da hätten wir bis 15:45 Uhr warten müssen. Die lange Führung durch die ganze Burg startete dagegen jetzt sofort um 15 Uhr und wir konnten noch dazustoßen. Wir bekamen wieder eine Erklärheft auf Deutsch, das diesmal sehr gut gemacht war. Die lange Tour hatte den Nachteil, dass wir als Erstes durch die Folterkammer kamen. Wir wollen all das Grausame eigentlich gar nicht sehen und erklärt bekommen, aber leider war und ist das ja auch heute noch schreckliche Realität. Danach ging es in die anderen Räume der Burg, durch den Wehrgang und den Innenhof. Die ganze Führung dauerte 90 Minuten und als wir um 16:30 Uhr aus der Burg kamen, hatte das Wetter sich wieder herausgeputzt.

Die Sonne schien und so konnte die Susi noch ein paar schöne Aufnahmen für uns machen.

Als letzten Ort im Böhmischen Paradies wollten wir noch zur Burg Trosky fahren. Sie gilt als das Wahrzeichen der Region und ist schon von Weitem zu sehen. Bis wir dort ankamen, hatte sie geschlossen, aber wir konnten sie zumindest auch einmal aus der Nähe betrachten und die Susi über sie fliegen lassen.

Nun war es schon 18 Uhr geworden und wir mussten dringend noch zu einem Lidl! Übernachten wollten wir in Liberec in der Nähe des Jeschken und auf dem Weg dorthin gibt es einen Lidl in Turnov. Dort hielten wir an und füllten unsere Vorräte an frischen Sachen und Getränken wieder auf.

Das letzte Stück bis Liberec konnten wir auf einer Schnellstraße fahren und kamen dadurch zügig voran. Trotzdem war es 19:40 Uhr, bis wir auf dem Parkplatz beim Stadion ankamen, der von Park4night empfohlen wird. Wir hatten jedoch Pech. Dort war eine Menge los und alle Parkplätze waren belegt. Wir vermuteten, dass im Stadion in Spiel stattfand. Auch die Polizei war vor Ort und so fuhren wir schnell weiter. Aber wohin?? Neue Recherchen ergaben einen Parkplatz in der Nähe des Sendeturms auf dem Jeschken, den wir uns sowieso noch anschauen wollten. Er war zwar nicht umsonst, aber die Parkgebühr hält sich mit 8 Euro für einen Tag in Grenzen. Es war dunkel und ziemlich kalt (12 Grad), als wir dort um 20:15 Uhr ankamen. Aber wir hatten einen Platz für die Nacht und dank Lidl auch genügend Lebensmittel für ein spätes Abendessen.


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Samstag, 13.09.25 – Jeschken, Elefantenfelsen, Radtour Polzendurchbruch, Herrenhausfelsen

Vom Jeschken bis Böhmisch Leipa, 83 km / Radtour 27 km

Morgens bewölkt, zunehmend sonnig, nachmittags wolkig, abends wieder schön

Heute sind wir verschiedene Stationen angefahren, die bis auf eine kleine Radtour nicht lange gedauert haben.

Gestartet haben wir den Tag natürlich mit einer Besteigung des Jeschken – wo wir doch nur 800 m vom Gipfel entfernt übernachtet hatten. Es war bewölkt, als wir uns um 9:30 Uhr auf den Weg nach oben begaben. In den Tälern unter uns hing zum Teil noch der Nebel. Der Jeschken ist der Hausberg von Liberec und mit 1012 m ü.d.M. die höchste Erhebung der Region. Auf dem Gipfel steht ein stylischer Sendeturm, in dem sich heute ein Hotel befindet. Man kann eine Runde um den Turm machen, was wir natürlich getan haben. Es war noch ziemlich frisch, aber die Sonne setzte sich immer mehr durch und als wir wieder am Auto waren, schien sie wieder.

Um 11:30 Uhr fuhren wir zum ersten Halt, den “Elefantensteinen”. Sie befinden sich im Lausitzer Gebirge bei Liberec und es handelt sich um weiße, glatte Sandsteinfelsen, die wie eine Herde von grasenden Elefanten aussehen. So steht es zumindest im Führer. Bevor wir uns auf den Weg zu ihnen machten, gab es in der Berta einen Kaffee und ein Marmeladebrot. So gestärkt gingen wir im Sonnenschein die 500 Meter, die man zu Fuß zu den Elefantensteinen gehen muss. Man kann sie schon von Weitem sehen und je näher man kommt, umso beeindruckender wirken sie. Wir konnten allerdings nur zwei Elefanten erkennen: einen, der uns den Rücken und sein Hinterteil zustreckte und daneben einen von vorne mit seinem Rüssel. Udo ließ es sich nicht nehmen, die Elefanten zu besteigen. Xenia hatte nicht so viel Mut, blieb lieber unten und bestaunte die Steingiganten vom Boden aus.

Mehr als diese eine Felsengruppe gibt es hier nicht zu sehen, daher gingen wir wieder zurück und fuhren ein Stück gen Süden nach Mimon, von wo aus wir eine Radtour zum Polzendurchbruch (Teufelsloch) und durch das Ralsko-Gebiet machen wollten.

Der Parkplatz in Mimon, den Xenia als Startpunkt ausgesucht hatte, war perfekt: eben, direkt am Radweg am Fluss und mit genügend Platz. Nach einem kleinen Mittagschläfle waren wir um 14:30 Uhr startklar und radelten bei strahlendem Sonnenschein auf einem wunderbar geteerten Radweg in Richtung Polzendurchbruch.

Am Polzendurchbruch machten wir eine kurze Rast. Dann ging es weiter nach Wartenberg am Rollberg, wo wir die geplante Strecke verließen, um eine Runde durch die Stadt zu drehen. Eigentlich waren wir auf der Suche nach einem netten Café. Das fanden wir leider nicht, dafür aber einen erstklassigen Imbissladen, wo wir uns davor hinsetzen und etwas essen konnten. Xenia wählte einen BBQ-Langos mit Pulled Pork, Udo entschied sich für eine größere Portion Pulled Pork in einem Fladenbrot. Beides war sehr gut!

Die ganze Gegend ist sehr radlerfreundlich. Es gibt tolle Radwege, Radstraßen und wenn man auf der Autostraße fahren muss, gibt es einen Streifen extra für Radfahrer.

Während wir aßen, zogen dunkle Wolken auf. Die Sonne war weg und es wurde ziemlich frisch. Mit Regen hatten wir nicht gerechnet und jetzt sah es plötzlich ganz danach aus! Wir hatten erst die Hälfte unserer Radtour hinter uns und sputeten uns jetzt. Der Weg war wunderschön: am See und an einem Fluss entlang, dann durch den Wald auf schönen Radwegen. Wir schafften es tatsächlich, dem Regen davonzuradeln und kamen um 16:30 Uhr trocken an der Berta an. Jetzt kam sogar wieder die Sonne heraus. Bis alles wieder eingeräumt war, war es 17 Uhr geworden. Der Parkplätz wäre prädestiniert zum Übernachten gewesen, aber dafür war es noch etwas früh.

Ein Blick auf die Wetterapp verhieß leider nichts Gutes für die nächsten beiden Tage. In der Nacht war Regen angesagt, der bis zum Nachmittag des morgigen Tages dauern sollte und auch für Montag waren noch Schauer vorhergesagt. So entschlossen wir uns, dass wir das heutige schöne Wetter noch für einen Ausflug zu den Herrenhausfelsen nutzen wollten, die 30 Autominuten entfernt lagen.

Das Prebischtor hatten wir schon von unserer To-do-Liste gestrichen, weil dort immer wieder Autos aufgebrochen werden. Unser nächstes Wanderziel wären die Tyssaer Wände gewesen, aber auf sie werden wir wetterbedingt verzichten und dafür gen Süden an die Moldau fahren. Die Tyssaer Wände sind zwar ein wunderschönes Wandergebiet, aber ganz ähnlich wie das, was wir bereits in Adersbach oder auch in Besedice oder in den Hubra Skaly in den letzten Tagen gesehen haben.

So starteten wir noch einmal gen Nordwesten zu den Herrenhausfelsen bei Prachen. Direkt vor ihnen gibt es einen Parkplatz, wo wir 50 CKR für eine Stunde parken bezahlten. Um 17:45 Uhr waren wir dort und bestaunten das imponierende Naturdenkmal aus senkrechten und leicht schrägen, regelmäßig angeordneten Basaltsäulen von bis zu 12 Metern Länge, mit einem Durchmesser von 20 bis 40 Zentimetern. Auf ihnen kann man herumkraxeln, was uns natürlich Spaß gemacht hat.

Um 18:45 Uhr war es nun aber an der Zeit, dass wir uns um einen Nachtplatz kümmerten. Diesen fanden wir auch in Böhmisch Leipa, wo heute ein Motorrennen mit großem Fest in der Innenstadt stattfand. Zuerst standen wir auf einem Platz in Innenstadtnähe, entschieden uns dann aber doch für einen anderen Platz am 3 km entfernten See, den wir um 19:30 Uhr erreichten. Dort hatten wir einen schönen Blick auf den See, bis die Sonne vollends unterging. Zum Abendessen gab es noch Grießbrei mit Pfirsichkompott.


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Sonntag, 14.09.25 – Regentag: Akkuladen und Fahrt an die Moldau, Abendspaziergang zu Aussichtspunkten auf die Moldauschleife

Von Böhmisch Leipa bis Trebenice, 152 km

Bis nachmittags Regen, dann aufgelockert, 15 Grad

Der Tag startete wie angekündigt nass und trüb. Es regnete mal mehr, mal weniger. Wir ließen uns Zeit mit dem Frühstück und fuhren dann 5 Minuten bis zu einer E-Ladestation. Die Idee war, das Auto und die Fahrradakkus zu laden und nach dem Mittagessen gen Süden an die Moldau zu fahren.

Die Ladestation war bei einer Firma und hätte technisch auch funktioniert, wenn Udo es geschafft hätte, sich zu registrieren. Er versuchte es eine ganze Weile, bis er schließlich aufgab und das Stromkabel wieder einpackte. Ein paar Kilometer weiter war ein Lidl mit einer Ladesäule. Dorthin fuhren wir und schafften es tatsächlich, sie über Xenias Lidl-Plus-App freizuschalten. Um 11:30 Uhr war es dann so weit: wir hatten Strom und luden alles, was wir zum Laden dabei hatten.

Hier haben die Läden auch sonntags geöffnet und da es jetzt viel Zeit zum Kochen gab, ging Xenia in den Lidl und kaufte die Zutaten für ein leckeres Sonntagsessen. Es gab Hähnchenrahmgeschnetzeltes mit Pilzen, echt schwäbische Eierspätzle aus dem Kühlregal (sie waren besser als unsere in Deutschland) und gemischtem Salat. Als wir mit dem Essen fertig waren, waren auch die Akkus voll.

Um 14:15 Uhr starteten wir gen Süden nach Teletin. Wir wählten nicht die Autobahn sondern eine kürzere Strecke auf einer größeren Landstraße, um noch ein bisschen etwas vom Land zu sehen. Zeit hatten wir ja genug. Was wir allerdings nicht wussten war, dass es auf dieser Straße mehrere Baustellen gab, wo die Fahrbahn einspurig wurde. Ampeln regelten hier den Verkehr und ließen immer nur eine Richtung durch. Das bedeutete einiges an Warten, insgesamt standen wir mehr als eine halbe Stunde! Dafür kamen wir gut durch Prag, genauer gesagt fuhren wir unter Prag hindurch durch ein langes Tunnel.

Bisher hatte es die ganze Zeit geregnet, manchmal nur wenig, manchmal aber auch kräftig. Als wir nach Prag aus dem Tunnel kamen, staunten wir nicht schlecht: der Himmel hatte sich aufgemacht und die Sonne schien wieder! Um 17:00 Uhr kamen wir in Teletin am Parkplatz für die Moldau-Aussichtspunkte an. Udo legte sich noch kurz aufs Ohr, dann starteten wir zu einer Abendrunde zu den drei Aussichtspunkten Mysak, Marenka und Maj.

Es waren nur 3 km, aber der Hinweg gestaltete sich schwierig, da der Weg, den komoot ausgesucht hatte, nicht vorhanden war. Er muss wohl durch einen Acker verlaufen sein, den der Bauer komplett umgepfügt hatte. So schlugen wir uns irgendwie über Äcker und Wiesen durch. Nach dem Regen war alles ziemlich matschig und wir waren froh, als wir wieder auf dem richtigen Weg waren. Die drei Aussichtpunkte über die Moldauschleife sind nicht weit voneinander entfernt, so dass man sie nacheinander ablaufen kann. Wir starteten mit Mysak, wo es uns am besten gefallen hat. Bei Mareka ist man direkt über dem Wendepunkt der Schleife und bei Maj gibt es ziemlich viele Bäume, die zum Teil die Aussicht beeinträchtigen. Es war auf jeden Fall ein Erlebnis hoch oben über der Moldau mit Blick auf das andere Ufer, wo wir morgen noch wandern wollen.

Um 19 Uhr waren wir wieder an der Berta und fuhren noch nach Trebenice auf einen Parkplatz neben der Bushaltestelle, wo wir morgen mit dem Bus nach Stechovicke fahren und direkt an der Moldau entlang zurück zur Berta laufen wollen. Hoffentlich macht das Wetter mit!

Es gab noch ein Abendvesper, dann war es dunkel und wir bereiteten uns auf die Nacht vor.


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Montag, 15.05.25 – Wanderung an der Moldau

Von Trebenice bis Konesprusy – 46 km / Wanderung 9,5 km, 210 hm

Wolkig mit Aufheiterungen, nachmittags kurze Schauer, 22 Grad

Nach einer ruhigen Nacht mit ein paar Schauern erwachten wir am Morgen bei bewölktem Himmel, aber es war trocken und ab und zu blinzelte sogar die Sonne aus den Wolken. Die Wetterapp sagte um 13 Uhr einen Schauer mit 50% voraus, ansonsten sollte es eher aufmachen.

Wir entschieden uns, den knapp 10 km langen Naturlehrpfad “Nauca stezka Svatojanske proudy” direkt an der Moldau entlang zu wagen. Er beginnt in Stechovice, geht die tief eingeschnittenen Moldauschlaufen entlang und endet an unserem Parkplatz. Im Führer steht: “Der Weg führt durch anspruchsvolles Gelände, teilweise an steilen Hängen entlang. Trittsicherheit und alpine Erfahrung erforderlich. Nur für erfahrene Wanderer, nicht bei Regen benutzen.” Wie wir später feststellten, war das doch etwas übertrieben. Es geht tatsächlich auf der einen Seite steil und oft felsig den Berg hinauf und auf der anderen Seite steil zur Moldau hinunter, aber der kleine Wanderweg ist gut begehbar und durch die steile Lage hat es keine Pfützen. Wir fühlten uns immer sicher, auch wenn der Weg oft nass war.

Nach dem Frühstück machte sich der Himmel auf, so dass wir uns dafür entschieden, den Bus um 10:41 Uhr nach Stechovice zu nehmen. Die Bushaltestelle befand sich direkt oberhalb unseres Parkplatzes. Mit Regenjacken und Vesperbroten bestens ausgerüstet und vorbereitet, fuhren wir mit dem Bus bis in die Ortsmitte von Stechovice.

Um 11 Uhr kamen wir an und starteten mit unserer Wanderung. Den ersten Kilometer mussten wir durch den Ort marschieren, dann ging es an einem Elektrizitätswerk vorbei auf den Wanderweg. Zuerst führte dieser ein Stück weg von der Moldau durch den Wald, bevor es die Topographie erlaubte, ganz dicht an der Moldau zu gehen.

Nach etwa der Hälfte des Weges staunten wir nicht schlecht, als wir an Häusern und dann sogar an einer Art kleinem Dorfplatz vorbeikamen. Wie wir später gelesen haben, handelte es sich hierbei um die alte Vagabundensiedlung “Ztracenka” (Verlorene Hoffnung).

Danach kam das schönste Stück der Tour: der Weg führte durch zwei kleine Felstunnel hindurch und über Felsen hinweg. Hier gab Stahlseile zum Festhalten (war aber nicht nötig), ein paar Geländer und die Aussicht war sehr schön! Danach kamen wir an der Stelle vorbei, wo wir gestern auf der anderen Flussseite hoch oben auf den Aussichtsfelsen gewesen waren.

Das letzte Stück ging dann wieder mehr durch den Wald, am Schluss auf einem befahrbaren Weg, aber immer entlang der Moldau.

Um 15:30 Uhr waren wir wieder an der Berta. Die Vesperbrote hatten wir unterwegs verzehrt, die Regenjacken haben wir nicht gebraucht. Der Schauer um 13 Uhr blieb aus – Gott sei Dank dafür!

Nun waren wir doch müde, ruhten etwas aus, duschten und gönnten uns einen Cappuccino mit zwei Walnussteilchen. Währenddessen hatte es zweimal geregnet, nur kurz aber heftig. Gut, dass wir in der Berta waren! Nach dem Kaffeetrinken war es wieder schön. Wir überlegten, ob wir nochmal auf dem Parkplatz übernachten, entschieden uns aber dann doch für die Weiterfahrt zu den Koneprusy-Höhlen. Dieses Höhlesystem wollten wir uns nicht entgehen lassen. Es wird das letzte sein, das wir in der Tschechei besuchen.

So machten wir uns um 17:30 Uhr auf den Weg, machten einen kurzen Stopp am Staudamm der Moldau hinter unserem Parkplatz und waren um 18:45 Uhr auf dem Höhleparkplatz in Koneprusy. Außer uns war keiner mehr da, die letzte Führung hatte um 16 Uhr stattgefunden. Wir aßen noch den Geschnetzelten-Rest von gestern mit einem Salat, telefonierten mit Marina und machten dann die Luken dicht.


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Dienstag, 16.09.25 – Koneprusy-Höhle, Burg Karlstejn, Abendessen im Chodovar

Von Koneprusy bis Marienbad, 179 km

Heiter bis wolkig, 17 Grad

Die Nacht verbrachten wir allein auf dem Höhleparkplatz. Nur der Steinbruch in der Nachbarschaft war bis 22 Uhr etwas zu hören und der Betrieb ging dort auch um 5 Uhr wieder los. Aber das war gut auszuhalten.

Heute war es 5 Grad kühler als gestern, was wir gleich bemerkten, als wir die Berta nach dem Frühstück verließen, um zum Höhleeingang zu gehen. Dort kamen wir um 9 Uhr an, aber die nächste Führung begann erst um 9:30 Uhr. Wir vertrieben uns die Zeit mit Lesen der Höhlenbeschreibung und einem Naturfilm, der im Höhlegebäude gezeigt wurde. Vor der Höhle konnte man in den nahen Steinbruch sehen, wo Kalk abgebaut wird. Interessant war auch ein 3D-Modell der Höhle, welches in Bronce gegossen ist.

Um 9:20 Uhr wurde es plötzlich laut: zwei Schulklassen mit Grundschulkindern waren angekommen und wir befürchteten, zusammen mit ihnen die Führung machen zu müssen. Zum Glück war dem nicht so. Die Kinder mussten noch etwas warten und wir bekamen eine Führung zusammen mit zwei Familien und einen Rentnerpaar. Die Höhle gefiel uns so mittelprächtig. Es gibt hier kleine Tropfsteine in Rosettenform, die uns an den “Blumenkohl” erinnerten, aber wohl einzigartig sind und deshalb auch “Rosetten von Koneprusy” heißen. Es wurden hier auch Knochen von Menschen und Tieren gefunden und im Mittelalter war in einem Höhlenraum eine Geldfälscherwerkstatt.

Um 11 Uhr verließen wir unseren schönen Parkplatz und fuhren zur nicht weit entfernten imposanten Burg Karlstejn. Sie wurde vom böhmischen König und römischen Kaiser Karl IV. erbaut, um dort den königlichen Schatz, eine Sammlung heiliger Reliquien sowie die Kronjuwelen, aufzubewahren. Wir parkten am 2 km entfernten Bahnhof, um den für Wohnmobile total überteuerten zentralen Parkplatz für die Burg zu umgehen. So mussten wir zwar 500 Meter mehr laufen, aber haben dafür 400 CKR gespart.

Bevor wir uns zum Burgaufstieg aufmachten, verzehrten wir noch einen Wecken in der Berta. Dann ging es los, über den Fluss Berounka und dann den Berg hinauf durch Karlstejn zur Burg. Am Weg gibt es jede Menge Restaurants, Imbiss- und Souvenirläden mit allerhand Kitsch. Wir haben schon mal die Ritterrüstung für Lars reserviert.

Oben angekommen, war es 12:30 Uhr geworden. Wir gingen zum Ticketschalter und konnten um 12:40 Uhr an einer englischen Führung teilnehmen. Das war wieder einmal ein perfektes Timing! Ein knappe Stunde wurden wir mit 40 anderen Besuchern durch einen Teil der Burg geführt. Vom Kronschatz und manchen Gemälden gibt es allerdings nur Kopien zu bewundern.

Als erstes waren 2 Karten zu sehen, die das römische Reich deutscher Nation unter Karl IV zeigte, der seinen Hauptsitz in Karlstejn hatte. Die Rede geht so: "Schaut, so groß war Böhmen und wieviel uns weggenommen wurde."

Auf dem Rückweg zur Berta kaufte sich Udo noch eine tschechische Wurst, beide genossen wir einen Baumkuchen und Udo schaffte sogar noch ein Eis.

Wieder unten angekommen, durfte die Susi einen kurzen Ausflug zur Burg machen, dann ging es zurück zum Bahnhof.

Da wir beide ziemlich müde waren, legten wir uns eine halbe Stunde aufs Ohr und fuhren anschließend nach Marienbad.

Nur 4 km vom direkten Weg entfernt gibt es vor Pilsen einen kostenlosen Wohnmobilplatz der Stadt, den wir anfuhren, um dort einen Camperservice zu machen. Das war wieder einmal nötig! Wir leerten das Klo, ließen das Grauwasser ab und füllten das Frischwasser wieder auf – alles problemlos und umsonst.

Danach setzten wir unsere Fahrt nach Marienbad fort. In einem Youtube-Video hatten wir gesehen, dass es 15 Minuten von Marienbad entfernt in Kuttenplan (Chodova Plana) das uriges Restaurant “Chodovar” einer Familienbrauerei in einem alten Brauereikeller gibt. Das lag direkt auf unserer Strecke und so legten wir dort einen Stopp ein und gönnten uns ein deftiges Abendessen: Xenia Gulasch mit Kartoffel- und Semmelknödel, Udo Sauerbraten mit Semmelknödeln. Es hat uns gut geschmeckt und das Ambiente war wirklich besonders.

Am Schluss verabschiedeten wir uns noch von der Kellnerin und den übrig gebliebnen Gästen.

Um 19:45 Uhr kamen wir in Marienbad auf einem Parkplatz in einem großen Einkaufsgebiet nicht weit von der Innenstadt an, wo wir neben einem Penny umsonst parken durften. Froh, einen ruhigen Übernachtungsplatz in der Stadt gefunden zu haben, blieben wir dort und verbrachten hier die Nacht.


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Mittwoch, 17.09.25 – Marienbad, Franzensbad

Von Marienbad bis Karlsbad – 85 km / Spaziergang Marienbad 7 km / Spaziergang Franzensbad 3 km

Bewölkt mit ein bisschen Sonne, 14 Grad

Heute war ein kühler Tag, aber es blieb trocken. Unser Übernachtungsplatz erwies sich als genial: sehr ruhig, mit WC in 200 m Entfernung (Kundentoilette Kaufhof) und Brötchenservice vor der Bertatüre (Penny). Wieder einmal waren wir froh an unserer Heizung. Xenia holte Croissants und Wecken vom Penny und so gab es heute einmal kein Müsli-Frühstück.

Um 9:30 Uhr starteten wir zu einem großen Stadtspaziergang durch Marienbad. Komoot zeigt die Hauptsehenswürdigkeiten auf einer Karte und nach ihnen hatte Xenia eine Tour zusammengestellt, die uns als grobe Orientierung diente. Wir hatten herausgefunden, dass die “Singende Fontäne” immer zu den ungeraden vollen Stunden in Aktion tritt, daher war es unser Bestreben, um 11 Uhr dort zu sein. Das war auch problemlos zu schaffen, wir hatten sogar noch Zeit übrig.

Von unserem Parkplatz aus waren wir in knapp 10 Minuten an der Stadtbibliothek. Davor ist eine Tafel angebracht, auf der die Geschichte des ehemaligen Besitzers Hans Turbo zu lesen ist (Google sei Dank). In ähnlicher Weise werden viele berühmte Häuser mit berühmten Besitzern oder Bewohnern der Altstadt beschrieben.

Von dort aus ging es durch den Kurpark zu den Statuen von Kaiser Franz Joseph I. und König Edward VII.. Wir leisteten ihnen für ein Foto Gesellschaft.

Anschließend spazierten wir weiter zur Hauptkolonnade, der Maxim Gorki Kolonnade. Sie ist schon ein imposantes historisches Baudenkmal! Direkt im Anschluss befindet sich der Springbrunnen “Singende Fontäne”. Wir mussten noch ein paar Minuten warten, dann ging das Spektakel los. Zu Beethovens 5. Sinfonie gab es eine Choreografie mit verschiedenen Fontänen und Spritzern. Es hat uns gut gefallen.

Anschließend gönnten wir uns in der Kolonnade einen Kaffee und eine Karlsbader Oblate.

Nun gingen wir durch verschiedene Straßen und waren beeindruckt von den spätbarocken Häuserfassaden. Die schönsten gehören zu Hotels und derer gibt es in Marienbad jede Menge. Ja, Marienbad ist wirklich einen Besuch wert!

Natürlich kamen wir auch an einigen Brunnen mit Mineralwasser vorbei, das die Leute hier in Schnabeltassen füllen und trinken. Wir haben auch aus einigen Brunnen probiert – es schmeckte durch die Bank scheußlich! Prickelndes Eisenwasser, zum Teil warm oder mit Schwefelkomponente. Brrrr ....

Ende des 19.Jhds muss Marienbad das Zentrum der High Society gewesen sein. Hier trafen sich die berühmten Politiker, Wissenschaftler und Künstler der damaligen Zeit.

Auf dem Rückweg kauften wir ein paar Schachteln der guten Oblaten, die es hier in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen gibt.

Im Vorbeigehen sahen wir Werbung für das ultimative Wellness-Erlebnis: das Bierbad. Das ist Baden im Bier, dazu darf man sich selbst so viel Bier zapfen, wie man möchte, und anschließend seinen Rausch im Weizenstroh ausschlafen. Das wäre die absolute Folter für uns!

Um 13:30 Uhr kamen wir wieder beim Kaufland vorbei und kauften uns beim dortigen Asiatenimbiss zwei sehr gute Kebabs, die wir uns einpacken ließen und in der Berta verzehrten.

Nun war eine Mittagspause dran, die Udo mit einem Schläfle und Xenia mit weiteren Reiseplanungen verbrachte. Wir kauften noch Cola, Cappuccino und 2 Brezeln, dann fuhren wir weiter nach Karlsbad.

Auf der Fahrt meinte Udo, eigentlich wäre es dran, auch Franzensbad einen Besuch abzustatten. Die Mutti hätte immer von Marienbad, Karlsbad und Franzensbad in einem Atemzug gesprochen. Xenia fand die Idee gut und da es zeitlich passte, machten wir noch einen Abstecher nach Franzensbad.

Um 16:30 Uhr waren wir dort und spazierten 90 Minuten hauptsächlich durch den Park und die Fußgängerzone. Auch hier sind die Häuser in der Innenstadt pompös und die meisten wunderschön hergerichtet, erst bei näherem Hinsehen sieht man, dass es auch hier viel Leerstand gibt. Das Heilwasser schmeckt hier allerdings genauso scheußlich wie in Marienbad.

Die Franzensquelle haben wir auch gefunden. Allerdings tropfte sie nur noch.

Um 18 Uhr ging es endgültig in Richtung Karlsbad. Da wir fast komplett auf einer Autobahn fahren konnten, brauchten wir nur eine gute halbe Stunde und waren um 18:35 Uhr auf dem Bahnhofsparkplatz in Karlsbad, den wir uns für diese Stadt ausgesucht hatten. Wohnmobile dürfen hier stehen, die Stadt ist fußläufig gut zu erreichen und die Parkgebühr ist gering.

Wir aßen noch unsere Brezeln, ein Stück Gurke, ein paar Tomaten und eine Scheibe Brot, dann machten wir die Luken dicht.


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Donnerstag, 18.09.25 – Karlsbad

Von Karlsbad nach Loket - 13 km / Wanderung durch Karlsbad und auf den Diana-Aussichtsturm, 9 km

Sonnig, 19 – 23 Grad

Die Züge waren etwas zu hören, wir haben trotzdem gut geschlafen.

Um 9:30 Uhr starteten wir zu einer Erkundungstour durch Karlsbad. Es war noch etwas frisch, aber das änderte sich recht schnell. Vor dem Start nutzten wir nochmals die Bahnhofstoilette und waren mal wieder überrascht, wie sauber ein Bahnhofsklo sein kann.

Von unserem Parkplatz war die Altstadt von Karlsbad in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Wir überquerten die Eger und kamen durch eine Fußgängerzone zur Mühlbrunnkollonade. Hier und in der anschließenden Kurpromenade stehen rechts und links des Flüsschens Tepla mächtige reich verzierte Bürgerhäuser und Hotels - der Glanz vergangener Zeiten.

An einem Ständchen kauften wir uns einen leckeren, sehr sättigenden Baumkuchen. Xenia schaffte ihren nicht ganz.

Wir bummelten die Tepla entlang und kamen zur Sprudelkolonnade mit heißen Quellbrunnen. Das Wasser, das hier aus verschiedenen Hähnen kommt, ist über 70 Grad heiß.

In einem separaten Raum befindet sich der Geysir “Sprudel”, der bis in eine Höhe von zwölf Metern spritzt und dem Gebäude seinen Namen gab.

Auch hier hatten insbesondere die Hotels tolle Stuckfasaden. Bei einem konnten wir hinters Haus sehen und sahen auf ein sehr modern eingerichtete Dachterasse. So ist zu vermuten, dass die Hotels innen meist modern renoviert sind.

Unser Weg führte uns weiter zur Talstation der Schienenseilbahn zum Aussichtsturm Diana. Der Plan war, mit dieser Bahn auf den Berg zu fahren, die Aussicht zu genießen und die Wanderung von oben fortzusetzen. Doch welche Enttäuschung: die Bahn hatte vom 8. Bis 26. September geschlossen! Da wir auf den Ausblick über Karlsbad nicht verzichten wollten, blieb nichts anderes übrig, als den Wanderweg hinauf zu nehmen. 200 Höhenmeter ging es in Serpentinen den Berg hinauf. Wir kamen ganz schön ins Schwitzen. Dafür hatten wir vom Diana-Turm einen sehr schönen Blick auf die Stadt und das Land. Das Wetter war genial dafür.

Wir überlegten, im Restaurant beim Turm etwas zu Mittag zu essen, entschieden uns dann aber dagegen und machten uns an den Abstieg. Wieder unten angekommen, gingen wir auf der anderen Seite der Tepla durch den Kurpark und die Häuserkollonaden zur Berta zurück. In der Fußgängerzone machten wir einen Zwischenstopp, setzten uns an einen Tisch von einem Imbiss, aßen einen sehr guten Yufka und beobachteten dabei die Menschen, die an uns vorbeigingen.

Um 14:30 Uhr waren wir zurück an der Berta und hatten beide das Bedürfnis, uns etwas hinzulegen. So machten wir Siesta, anschließend gab es eine Dusche und einen Kaffee.

Um 16:30 Uhr fuhren wir weiter nach Loket auf den Parkplatz P1 beim Sportplatz. Er befindet sich 1,5 km von der Altstadt entfernt, aber man darf hier umsonst stehen, sofern keine Veranstaltung auf dem Sportgelände stattfindet. Das war heute nicht der Fall und so hatten wir einen wunderschönen Platz auf einem Wiesengelände.

Xenia stellte sich einen Stuhl in den Schatten und las in ihrem Tolino, Udo arbeitete im Wohnmobil an seinem Vortrag für nächste Woche. So waren wir beide zufrieden und ruckzuck war es 18:45 Uhr. Jetzt lag der ganze Platz im Schatten und es wurde deutlich kühler. Udo ließ im Abendlicht die Susi zur Burg fliegen, dann gab es Abendessen und wir zogen uns in die Berta zurück.

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