Mi 24.05.2023 - Sentier Martel und erste Etappe Heimfahrt bis hinter Serres
Um 7 Uhr klingelte der Wecker. Allerdings überraschte ein Blick durchs Fenster: die Sonne schien zwar von einem blauen Himmel, aber das ganze Verdontal war voller Nebel.
So frühstückten wir in Ruhe, packten unsere Rucksäcke und zogen um 8:40 Uhr los, als der Nebel sich fast aufgelöst hatte.
Der Abstieg ins Tal war nicht einfach auf dem unebenen nassen Pfad, den rutschigen Steinen und Wurzeln und den unregelmäßigen Tritten und Trittstufen. Eine gute Stunde haben wir für die gut 300 Höhenmeter benötigt bis zur Passerelle de l’Estellier, einer Brücke über den Fluss.
Dann ging es wieder eine Stück zurück und weiter den Verdon entlang auf dem Sentier Martel. Wir waren etwas enttäuscht, da dieser Wanderweg als besonderes Highlight und zwar schwer, aber dafür besonders schön angepriesen wird. Allerdings geht man die meiste Zeit durch den Wald und hat bis auf wenige sehr schöne Ausblicke kaum Sicht auf den Fluss. Dieser war heute ganz schlammig-braun, gar nicht so schön blau wie auf den Werbebildern. Am Wendepunkt gab es natürlich eine Stärkung, mit Xenis leckeren Sandwitches.
Eigentlich wollten wir bis zum Zusammenfluss von Verdon und L’Artuby wandern, aber das war dann doch konditions- und wettermäßig etwas zu viel. Um 11:30 Uhr setzten wir uns auf einen Stein und machten Vesperpause. Danach drehten wir um und gingen den ganzen Weg, bis auf den Abstecher zur Brücke, wieder zurück.
Der Himmel zog sich immer mehr zu und so mussten wir beim Aufsteigen nicht in der Sonne schwitzen – geschwitzt haben wir aber trotzdem ordentlich. Die Beine und Knie waren schon müde und jetzt ging es den steilen Steinweg wieder nach oben. Insgesamt haben wir auf der Wanderung 460 Höhenmeter bewältigt, da es am Fluss auch auf und ab ging.
Auf dem letzten Kilometer begann es ganz leicht zu regnen und die Wolke, auf die wir zugingen, sah sehr bedrohlich aus. Der Regen wurde stärker und es donnerte auch, als wir oben an der Straße ankamen. Auf dem letzten Stück nahm Xenia noch ihren Regenschirmknirps, den sie vorsichtshalber eingepackt hatte. Udo genügte sein Hut.
Wir waren keine 10 Minuten in der Berta, da ging das Unwetter richtig los: Starkregen mit Blitz, Donner und sogar etwas Hagel und das ziemlich lange. Als erstes duschten wir und im Bad hörten sich der Regen und der Hagel noch bedrohlicher an als sonst im Auto. Waren wir froh und dankbar, mal wieder gerade noch rechtzeitig angekommen zu sein!
Wir aßen die halbe Pizza, die Xenia gestern nicht geschafft hatte und die wir mitgenommen hatten, tranken Cola dazu und starteten dann mit der Heimfahrt. Es regnete und regnete und hörte gar nicht mehr auf. Wir mussten mal wieder Kurvensträßchen fahren, am Lac de Sainte Croix und unserem Campingplatz am See vorbei und dann gen Norden.
In Sisteron machten wir noch einen letzten Lidl-Einkauf in Frankreich – es war fast alles ausgegangen – und kochten uns dann gleich auf dem Parkplatz einen Kaffee und aßen Butterbrezeln und Croissants dazu. Auch die Berta wollte versorgt werden und so gab es für sie noch einen Stopp bei einer Tankstelle, bevor wir dann auf der Bundesstraße gen Norden in die Haute Provence fuhren.
Udo wäre noch weiter gefahren, aber Xenia bat um einen Übernachtungsplatz. Die vielen Kurven und die Anstrengung der Wanderung waren einfach viel gewesen und es ging ihr nicht so gut. So suchten und fanden wir einen Stellplatz für die Nacht, kurz nach Serres an einem Flüsschen neben der D1075. Nichts Besonderes, aber doch ein Plätzchen, wo wir über Nacht stehen konnten. Jetzt hörte sogar endlich der Regen auf und auch Xenia ging es ohne Fahren wieder besser.
Komoot-Tour: https://www.komoot.de/tour/1132911238?ref=wtd












