Berta-SuedFrankreich-Tag23

Di 23.05.2023 - Route des Crêtes D23, Chalet de la Maline, Abendradtour nach La Palud du Sud

Der Morgen begann etwas hektisch, da wir verschlafen hatten und erst um 9 Uhr aufwachten. Dabei wollten wir doch den Vormittag, bevor die Gewitter kommen, für eine Fahrt entlang der Route des Crêtes und evtl. noch eine Wanderung dort nutzen.

Um 10:15 Uhr kamen wir bei strahlendem Sonnenschein los, fuhren von Anfang an Schlängelstraßen bis nach La Palud sur Verdon und bogen dort auf die D23, die Route des Crêtes, ein. Diese Gratstraße entlang der Verdonschlucht verläuft in einem 23 km langen Kreis, den man im Uhrzeigersinn befahren sollte, da das engste Stück eine Einbahnstraße ist.

An den ersten beiden Aussichtspunkten standen viele Autos und Wohnmobile, entsprechend viele Menschen waren dort und schauten in die Tiefe und in die Landschaft. Danach wurden es immer weniger. Unser Ziel war „Chalet de la Maline“, der Startpunkt des legendären Sentier Martel. Bis zu diesem Punkt hielten wir noch an einigen Aussichtspunkten an und hatten großartige Ausblicke hinunter zum Verdon und in die Landschaft. Schon krass, wie steil das hier ist. Wie sich das kleine Flüsschen wohl seinen Weg hunderte von Metern tief in die Felsen gegraben hat?

Am Chalet de la Maline angekommen war es 13 Uhr geworden und wir sahen, wie sich am Horizont die ersten Gewitter zusammenbrauten. Wir überlegten und entschieden dann, hier bis zum nächsten Tag stehen zu bleiben, um eine etwas größere Wanderung am frühen Morgen beginnen zu können und damit fertig zu sein, bevor die Gewitterzeit losgeht.

Heute wollten wir nur einen anderen kleinen Pfad oben entlang laufen, aber auch dieses Unterfangen gaben wir nach wenigen Minuten und vielleicht einem Kilometer wieder auf, da wir bereits die ersten Donner hörten. Wir gingen zurück zur Berta, stellten diese auf einen Parkplatz, auf dem wir auch über Nacht gut stehen bleiben konnten, und ließen dort den Schütter über uns ergehen.

Wir hätten es gewagt, am nächsten Tag den Sentier Martel zu gehen, auch wenn dieser als schwer eingestuft ist, mit 6 Stunden Gehzeit ausgeschrieben ist und auf ihm fast 1000 Höhenmeter über Stock und Stein zu überwinden sind. Aber das größte Problem ist, dass dieser Wanderweg kein Rundweg ist und man einen Shuttle vom Ankunftsort zurück zum Startpunkt braucht. Der Shuttlebus fährt aber unter der Woche erst ab Juli. Udo telefonierte mit einigen Taxiunternehmen, ob wir morgen Nachmittag ein Taxi bekommen können, bekam aber überall nur Absagen. So können wir halt nur ein Stück in die Schlucht hineingehen und müssen dann wieder umkehren.

Wir verzehrten gerade eine gute Melone, als wir Nachbarn bekamen. Ein Camper aus dem Siegerland stellte sich neben uns. Das Ehepaar, das mit ihm unterwegs war, wollte auch über Nacht stehen bleiben und am nächsten Vormittag eine Wanderung zum Verdon unternehmen.

Um 16:30 Uhr waren die Gewitter durch, der Himmel wieder blau und die Sonne schien. Kurzentschlossen holte Udo die Räder raus und wir radelten die letzten 8 km der Route des Crêtes bis La Palud sur Verdon. Mit dem Fahrrad erlebt man die Landschaft noch einmal ganz anders und es waren so wenige Autos unterwegs, dass wir das Gefühl hatten, die Straße gehört uns alleine.

Wir sahen, dass sich hinter La Palud sur Verdon wieder ein heftiges Unwetter zusammengebraut hatte, kamen aber noch trocken in die kleine Stadt. In einem kleinen Lädle kauften wir ein Brot, Schinken und Käse fürs morgige Vesper und setzten uns dann auf die Terrasse einer kleinen Pizzeria und aßen eine sehr gute Pizza zu Abend. Während dem Essen ging ein Regenschauer über uns hinweg und als dieser durch war, starteten wir wieder zurück zur Berta und kamen dort gut und trocken wieder an.

Da es uns doch etwas kühl geworden war in den kurzen Hosen, kochte Xenia noch einen guten Ingwertee mit Honig, während Udo die Räder wieder einpackte. Den Tee genossen wir dann draußen auf unseren Campingstühlen mit toller Sicht auf die Schlucht. Nach ein paar Minuten gesellten sich unsere Nachbarn dazu und wir unterhielten uns noch, bis die Sonne weg war und es noch deutlich kühler wurde. Dann ging jedes Paar in sein mobiles Zuhause und verbrachte dort den Rest des Abends und die Nacht.


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