Berta-SuedFrankreich-Gesamt

Gesamtes Urlaubstagebuch - Süd Frankreich 01.05.2023

Mo 01.05.2023 - Fahrt nach Greng am Murtensee (Schweiz)

Um 15:45 Uhr kamen wir los. Udo wählte die Route nach Singen über Münsingen, damit wir unseren Urlaub mit einem Eis im Eiscafé Pinocchio beginnen konnten. Es kam sogar die Sonne hervor, sodass wir draußen sitzen konnten.

Nach Münsingen begann es allerdings zu regnen und Regen sollte uns die ganze Fahrt über immer wieder begleiten.

In Emmingen fuhren wir an einer besonderen Skulptur vorbei, dem "Schelmenbaum" vom Bodenseekünstlers Peter Link. In der Schweiz angekommen, machten wir auf einem Autobahnparkplatz eine Pause zum Abendessen. Danach übernahm Xenia das Steuer und wir fuhren noch bis 22 Uhr zum Murtensee und übernachteten dort auf einem kleinen, ruhigen Parkplatz in Greng. Seeblick hatten wir zwar keinen, aber unsere Ruhe und eine gute Nacht.


Mo 02.05.2023 - Lausanne und Annecy

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht begrüßte uns die Sonne am neuen Morgen. Nach dem Frühstück starteten wir in Richtung Frankreich.

Den ersten Zwischenstopp legten wir um 10:30 Uhr in Lausanne ein, wo wir am See parkten und durchs Olympiagelände an der Seepromenade entlangspazierten, bei 20 Grad die Sonne, den Genfer See und einen teuren Cappuccino in einem Strandrestaurant genossen.

Weiter ging es um 12:30 Uhr auf der A1, an Genf vorbei an die französische Grenze. Es war kein Grenzer da und wir kamen problemlos durch.

Auf der französischen Seiten entschlossen wir uns, auf die Autobahn zu verzichten und ohne weitere Mautgebühr bis Annecy zu fahren. Das war eine gute Entscheidung, denn sie führte uns zur Karl-Albert-Brücke zwischen Cruseilles und Annecy. Die alte und spektakuläre Fußgängerbrücke stammt aus dem 19. Jahrhundert, steht unter Denkmalschutz und gehört zu den 10 höchsten Hängebrücken der Welt. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen! So parkten wir die Berta, machten uns zuerst noch ein Vesper und überquerten dann die Usses auf dieser Brücke.

Nun führte uns unsere Tour weiter zum Tagesziel, dem Lac d‘Annecy. Dort wollten wir uns noch Annecy, „die schönste Stadt Frankreichs“ bzw. „das französische Venedig“ anschauen und dann am nächsten Tag eine Radtour um den See machen. Wir steuerten den einzigen Wohnmobilstellplatz an, den wir finden konnten, und mussten dann feststellen, dass er komplett belegt war. So fuhren wir ein Stück weiter und stellten uns auf einen kleinen einfachen Campingplatz bei Sévrier direkt hinter der Straße. Ein bisschen laut durch den Verkehr und 17 Euro die Nacht, aber immerhin ein guter und sicherer Stellplatz auf einer Wiese.

Nach einer Kaffeepause vor der Berta im Sonnenschein sattelten wir um 17:30 Uhr die Räder und radelten auf dem Radweg nach Annecy. Dort bummelten und radelten wir kreuz und quer durch die Altstadt und am Kanal entlang, gönnten uns noch ein Eis (für ein Abendessen in einem Restaurant hatten wir zu wenig Hunger) und fuhren mit Rückenwind wieder zurück zum Campingplatz. Dort verbrachten wir den Rest des Abends.

Zur Komoot-Tour aufs Bild klicken:


Mi 03.05.2023 - Radtour um den Lac d’Annecy und Fahrt zur Grotte de Choranche

Wieder begrüßte uns Frau Sonne am Morgen. Da die Temperaturen noch ziemlich frisch waren, ließen wir uns Zeit, frühstückten ausgiebig und starteten um 10 Uhr zu einer Radtour um den See.

Die Strecke ist sehr gut für Radler ausgebaut, auf der Westseite mit einem speziellen Radweg auf einer alten Eisenbahntrasse. Es waren schon einige Radler unterwegs, aber es war noch gut erträglich. Wie es hier wohl in der Hauptsaison zugeht? Wir genossen den Seeblick, das Bergpanorama und das Radeln. Am Südende des Sees angekommen, ging der schöne Radweg noch weiter ein Tal entlang. Wir entschlossen uns, ihm noch 5 km zu folgen und dann auf einem kleinen Weg an einem kleinen Flüsschen entlang wieder zurück zur Seeroute zu fahren. Das wäre auch ein super Plan gewesen, wenn es hier nicht vor unserer Ankunft kräftig geregnet hätte und der schöne Weg am Fluss dadurch zu einem Matschpfad geworden war. Xenia brauchte zum Teil allen Mut, nicht aufzugeben und irgendwie durchzukommen. Aber dann war es geschafft,

wir waren zurück am See, machten eine Pause auf einem schönen Bänkchen, aßen einen Knoppers-Riegel und ein paar Nüsse und beobachteten viele Gleitschirmflieger, die ihr Kurven am Berghang hinter dem See drehten.

Die Rückfahrt am Ostufer war nicht ganz so schön wie die Strecke auf der anderen Seite, aber doch auch reizvoll und fast immer auf einem extra ausgewiesenen Radweg an der Straße. Einmal ging es ein Stück den Berg hinauf und wir kamen an einem Landeplatz für Gleitschirmflieger vorbei.

Um 13:30 Uhr waren wir wieder an der Berta, duschten, reinigten unsere Schuhe, Hosen und Räder, zogen kurze Hosen an und dann gab es noch ein paar Luxus-Tortellini mit Tomatensoße, Parmesan und einer Schüssel gemischtem Salat.

Nach einem Camperservice (uns war jetzt doch tatsächlich das Wasser ausgegangen) starteten wir um 16:45 Uhr zu unserem nächsten Highlight, der Höhle von Choranche, auch Coufin-Chevaline-Höhle genannt.

Der Beginn der Fahrt gestaltete sich ziemlich ätzend, da wir gleich eine Stunde benötigten, um durch Annecy zu kommen. Alles war voller Stau. Dafür belohnte uns die Autobahn mit einem zügigen Vorwärtskommen. Am Lac d’Aiguebelette verließen wir die Autobahn und fuhren weiter gen Süden auf Bundestraßen. Bei einem Bäcker kauften wir uns 2 süße Stückle und ein halbes Baguette, die wir dann als Abendessen auf einer Wiese etwas abseits der Straße mit schönem Blick verspeisten.

Weiter ging es auf zum Teil sehr kleinen Straßen. Udo beschloss, eine weitere Route zu nehmen, die dafür aber über bessere und größere Straßen führte. Als wir schließlich am Parkplatz bei der Höhle ankamen, war es 21:45 Uhr und Nacht geworden. Das letzte Stück war wieder ein ziemlich enges Sträßchen steil bergauf – um die Uhrzeit kein Problem, aber was wird morgen auf uns zukommen? Jedenfalls waren wir die einzigen Camper auf dem für Wohnmobil erlaubten Parkplatz vor der Höhle und froh, gut angekommen zu sein.

]

Komoot-Tour: https://www.komoot.de/tour/1104004329?ref=wtd


Do 04.05.2023 - Höhlentag: Grotte de Choranche, Grotte de Thaïs. Weiterfahrt nach Privas

Um 8:45 Uhr kam das erste Auto bei uns vorbei, wohl ein Mitarbeiter der Höhle. Bis dahin waren wir ganz alleine auf dem Parkplatz.

Um 9:30 Uhr zogen wir uns warm an (in der Höhle hat es nur 10 Grad) und machten uns auf den Weg zum Höhleneingang. Wir bekamen Karten für die erste Tour, die um 10:15 startete. Leider gibt es nur Führungen auf Französisch, aber zumindest ein deutsches Faltblatt, wo einem das Wichtigste erklärt wurde. Xenia konnte einen Teil der Ausführungen verstehen, aber lange nicht alles. Trotzdem lohnte sich der Besuch unbedingt! Entlang zweier unterirdischer Flüsse kann man verschiedene Gänge und Säle mit Tropfsteinen und Seen bewundern. Ganz besonders sind zahlreiche nadelförmige fistelartige Stalaktiten, die der Höhle einen besonderen Reiz verleihen und sehr selten sind. In einem der Säle werden in Aquarien Grottenolme gehalten, die jedoch nicht aus dieser Höhle sondern aus Höhlen in Slovenien stammen. In einem anderen Saal gibt es eine Licht- und Tonshow.

Wieder am Tageslicht angekommen spazierten wir noch eine wunderschöne Runde zum nahegelegenen Wasserfall. Überall kommt Wasser aus dem Berg, aber hier besonders spektakulär. Wir genossen die Sonne, die Wärme und das wunderbare Bergpanorama.

Weiter führte uns unsere Fahrt zur zweiten Höhle, der nahegelegenen Grotte de Thaïs. Wir wagten die kürzere Strecke und außer einer kleinen Ortsdurchfahrt, die schon so eng war, dass besser keiner entgegenkam, ging auch alles problemlos.

Wir erreichten Saint-Nazaire-en-Royans und die Höhle 25 Minuten vor der nächsten Führung. Einen Cappuccino gönnten wir uns noch, dann ging es auch schon los zur zweiten Höhlentour. Diese Höhle ist ganz anders als die vorherige. Auch hier gibt es leider nur Führungen auf Französisch und auch keine deutschen schriftlichen Erklärungen dazu. So verstanden wir halt nur einen Teil der Ausführungen des Höhlenführers, der eine Stunde lang von der Entstehung dieser Höhle, ihrer Besiedlung während der Eiszeit, den Techniken des Feuersteinhauens und dem Anzünden des Feuers und auch über die noch andauernden Erkundungen des Siphons der Höhle sprach. Trotzdem hat der Besuch sich unbedingt gelohnt, die Farben der Steine (weiß – rot – schwarz) und ihre Formationen waren schon sehr beeindruckend.

Nach der Höhlenbesichtigung machten wir einen kleinen Streifzug durch die Stadt und fuhren mit einem Aufzug auf das mittelalterliche Aquadukt, von dem aus wir eine tolle Sicht über den Fluss und das Umland hatten.

Zurück an der Berta, entschieden wir uns um 16:30 Uhr für ein Schläfchen und einen anschließenden Kaffee mit weiterer Routenplanung. Das Ergebnis war, dass wir um 18:30 Uhr nach Privas starteten.

Eigentlich hätten wir um 20 Uhr ankommen müssen, aber Udos Navi routete einen Mist zusammen, der uns einiges an Zeit und Nerven kostete. Der zuerst angesteuerte Nachtplatz kurz vor Privas am Fluss erwies sich als nicht tauglich, sodass wir in das Städtchen weiterfuhren und auf einem kleinen Parkplatz unterhalb des Theaters einen Stellplatz fanden. Es war inzwischen nach 21 Uhr geworden und so gaben wir uns mit diesem Platz zufrieden und verbrachten dort die Nacht. Um 21:45 Uhr wurde es einmal laut, als wohl eine Theatervorstellung zu Ende war, denn es kamen eine Menge Leute und Autos fuhren ab. Ansonsten war es sehr ruhig hier.


Fr 05.05.2023 - Privas, Vogüé, Balazuc

Auch heute ließ uns das Wetter nicht im Stich, die Sonne schien den ganzen Tag und es wurde 27 Grad warm.

Nach dem Frühstück starteten wir zu einem Spaziergang durch Privas: Zuerst auf den Hausberg, den Mont Toulon, mit drei Kreuzen auf dem Gipfel und einem schönen Rundumblick über die herrliche Landschaft. Anschließend schlenderten wir noch durch die Altstadt und genossen im einem Café am Rathausplatz einen Kaffee mit Zuckerbrioche und Quiche. Inzwischen war es schon so warm geworden, dass man dankbar für einen Schattenplatz war. Auf dem weiteren Spaziergang kamen wir an der Tourist Info vorbei und ließen uns dort mehrere Broschüren und eine Karte der umliegenden Höhlen und sonstigen Sehenswürdigkeiten der Region geben.

Unsere Berta fanden wir wohlbehalten vor und starteten zu zwei kleinen Städtchen, die beide das Prädikat „eines der schönsten Dörfer Frankreichs“ haben. Auch die Dame aus der Tourist-Info hat uns einen Besuch sehr empfohlen. Der Weg dorthin bestand gefühlt fast nur aus Kurven, weshalb Xenia diese Strecke fuhr.

Das erste schöne Dorf war Vogüé, durch das wir zuerst komplett durchfuhren und uns dann auf einen Parkplatz vor dem Städtchen stellten, den wir vorher schon entdeckt hatten. Vogüé liegt an der Ardèche und ist am Rand von steilen und besonders geformten Felsen gebaut. Wohnmobile sind hier nicht so gerne gesehen und die meisten Parkplätze sind für sie verboten. So gingen wir halt zu Fuß ca. 500m bis in die Stadt, stiegen zum Schloss hoch und drehten dann eine Runde durchs Städtchen inklusive einem Besuch einer Eisdiele mit selbstgemachtem Bio-Eis. War wirklich lecker! Den Abschluss machte ein Abstecher an die Ardèche mit Fußbad. Das Wasser war viel weniger kalt als erwartet!

So gestärkt und erfrischt nahmen wir die nächste Etappe nach Balazuc in Angriff. Dort angekommen suchten wir auf komoot nach einer kleinen Wanderung durch den Ort. Xenia fand auch eine Tour, die auf dem Parkplatz startete, auf dem Wohnmobilen das Parken erlaubt ist. Die Tour ging zuerst durch Balazuc und dann noch 6 km übers Land. Xenia hatte sich schöne Ausblicke auf die Ardèche erhofft, wurde darin aber enttäuscht. Auf unwegsamen Steinpfaden ging es die meiste Zeit zuerst den Berg runter und dann wieder rauf. Udo hatte nur Sandalen an und musste sich ziemlich plagen. Außerdem war es sehr warm, sodass wir um 18:30 Uhr nach der zweistündigen Wanderung ziemlich fertig und verschwitzt wieder bei der Berta ankamen. Zuerst ging es unter die Dusche, Udo stellte Tische und Stühle raus und Xenia kochte Spaghetti mit Pesto, Parmesan und Salat. Wir hatten ziemlich Hunger und genossen die Mahlzeit. Anschließend wurde alles wieder eingepackt, da der Parkplatz ausdrücklich nicht zum Übernachten genutzt werden durfte.

Wir fuhren noch eine kurze Strecke bis Ruoms und stellten uns dort auf einen großen Parkplatz neben der Straße zu einigen anderen Wohnmobilen.


Sa 06.05.2023 - Kanufahrt auf der Ardèche bei Vallon Pont d'Arc

Der Tag begann mit Croissants, süßen Stückle und Baguette vom Bäcker gegenüber. Das war schon sehr lecker!

Wir beschlossen, uns übers Wochenende auf einen Campingplatz in Salavas, gleich neben Vallon-Pont-d’Arc direkt an der Ardèche zu stellen, ein bisschen auszuruhen und uns den Luxus eines eigenen Platzes für Tisch und Stühle zu genehmigen.

Zuerst machten wir noch einen Abstecher zu einem Lidl, um uns mit Getränken, frischen Erdbeeren und Gemüse einzudecken. Anschließend fuhren wir den Campingplatz an, den wir uns ausgesucht hatten. Er enttäuschte uns nicht: große Parzellen unter Bäumen, Schatten und Halbschatten, einfache aber saubere Sanitäranlagen und nur mäßiger Betrieb.

Die sehr nette Dame an der Rezeption gab uns mehrere Plätze zur Auswahl, die wir uns anschauen und einen davon aussuchen konnten. Außerdem machte sie uns darauf aufmerksam, dass man hier an der Rezeption Kanutouren zwischen 2 und 6 Stunden auf der Ardèche buchen kann. Man wird am Campingplatz abgeholt, an die Einsetzstelle gefahren und dann einige Kilometer stromabwärts wieder aufgesammelt und zurückgebracht. Das klang doch sehr verheißungsvoll und wir entschieden uns für eine 3-Stunden-Tour, die um 14 Uhr startete.

Inzwischen war es 11:30 Uhr geworden. Wir richteten uns häuslich ein, die Erdbeeren wurden eingezuckert und dann gab es ein Vesper mit Salat und zum Nachtisch Erdbeeren mit Sahne. Die Zeit verging wie im Flug und wir mussten uns beeilen, dass wir um 14 Uhr pünktlich an der Rezeption waren.

Der Fahrer wartete schon auf uns und brachte uns an den Fluss. Nach einer kurzen Einweisung konnte es losgehen. Die Fahrt war teilweise schon abenteuerlich: durch kleine Stromschnellen, über Bootsrutschen ein Stück steil hinunter (da wurde man ziemlich nass dabei) und immer wieder musste man aufpassen, nicht an Steinen hängenzubleiben. Die Ardèche ist teilweise sehr niedrig und zweimal musste Udo aussteigen und uns über die Steine schieben. Aber wir waren nicht die einzigen, denen es so ging. Auf dem Fluss herrschte ein reges Treiben.

Der Höhepunkt der Fahrt war der Pont d‘Arc, eine natürliche Felsenbrücke über den Fluss, den wir durchfuhren. Wir machten einen kleinen Zwischenstopp kurz nach der Brücke für ein paar Fotos und ein bisschen relaxen. Dann ging es noch ein kurzes Stück stromabwärts bis zu dem Punkt, wo wir die Ardèche verlassen mussten. Wir waren wohl deutlich schneller gewesen als die meisten, denn wir mussten noch eine Stunde auf unseren Abholer warten.

Die Wartezeit verbrachten wir im Schatten unter einem Busch im Gras – und wahrscheinlich war Xenia auf dieses Gras allergisch. Auf jeden Fall begannen ihre Augen zu tränen, anzuschwellen und total lichtempfindlich zu werden. Jetzt wäre ein Ceterizin gut gewesen, aber das hatten wir nicht mit dabei. Zurück in der Berta nahm Xenia gleich Medizin ein, kühlte die Augen und ging duschen, sobald sie wieder einigermaßen sehen konnte. Danach wurde es zunehmend besser.

Wir entschieden uns, nicht mehr mit den Rädern in den Ort zu fahren, sondern am Platz in einem kleinen Restaurant einen Burger zu essen. Der Fahrtwind wäre sicher nicht gut für Xenias immer noch etwas geschwollene Augen gewesen. So saßen wir draußen auf der Terrasse und erfreuten uns am Sommerabend und unserem Abendessen.

Da in der Nacht Regen angesagt war, holten wir alles rein, was nicht nass werden sollte, bevor wir uns in die Berta verzogen.


So 07.05.2023 - Kleine Radtour und Grotte Chauvet 2

Der Wetterbericht hatte leider Recht behalten: nachts regnete es kräftig und auch am Morgen kam noch einmal ein Schütter. Als der vorüber war, ging Udo zum Bäcker und kaufte uns Baguette und Croissants zum Frühstück und noch 2 süße Stücke für den Nachmittag.

Als der Regen vorüber war, schien wieder die Sonne. Wir entschlossen uns zu einer Erkundungstour mit den Rädern. Xenia schmierte Vesperbrote, Udo richtete die Räder. Dann ging es los, zuerst in den kleinen Ort Salavas, zu dem ja auch unser Campingplatz gehört. Dort war gerade Markt und wir erstanden an einem Stand weißen Nougat, eine lokale Spezialität aus einem Betrieb des Ortes.

Weiter ging es auf einer Route, die uns auf Umwegen zur Grotte de Chauvet führen sollte. Der erste Teil des Weges war auch gut zu fahren: Landstraße, zum Teil mit Radweg, dann ein ausgebauter Feldweg. Dieser ging aber bald in einen Waldweg über, der nach einer kurzen Strecke so schlecht zu befahren war, dass wir umdrehten und ein Stück den Weg zurück auf einem netten Vesperplatz mit Tischen und Bänken unser Vesper verzehrten. Im Hintergrund braute sich ein Gewitter zusammen, das wir schon nach dem Umdrehen bemerkt hatten, das aber schneller heranzog als erwartet. Wir brachen das Vesper ab, packten und radelten zurück – zunehmend schneller, da es unverkennbar am Horizont mächtig regnete.

Kurz vor unserem Campingplatz begann es dann auch zu regnen und wir erreichten unsere Berta buchstäblich in der letzten Minute, bevor der große Guss losging. Ein paar Tropfen hatten wir abbekommen, aber der richtige Schütter begann, als wir unter der Markise ankamen. Unser Nachbar meinte: "Das habt ihr aber gerade noch rechtzeitig geschafft!" Ein paar Minuten goss es wie aus Kübeln, dann war der Spuk auch schon wieder vorbei und die Sonne kam wieder heraus. Wir beendeten unser Vesper, aßen noch die süßen Stückle und verbrachten ein bisschen Zeit vor der Berta mit Lesen.

Um 16:00 Uhr machte Udo die Berta startklar und wir fuhren zur Chauvet Höhle 2, einer originalgetreuen Nachbildung der eigentlichen Chauvet Höhle, die nur wenige Kilometer entfernt aber denkmalgeschützt ist und nicht besucht werden kann. Die Grotte Chauvet 2 ist die größte Höhlennachbildung der Welt mit dem Ziel, die dortigen Höhlenmalereien einem breiten Publikum in einer möglichst authentischen Umgebung zu zeigen, ohne die Originale zu gefährden. Außer der eigentlichen Höhle gibt es auf dem Gelände noch ein interessantes Rahmenprogramm. Wir hatten uns dafür extra Zeit eingeplant und waren um 16:30 Uhr vor Ort, obwohl unsere gebuchte Tour erst um 18:15 Uhr begann.

Zuerst besuchten wir in einer Ausstellungshalle einen 360°-Film „ANIMAL, from prehistory to street art". Die Ton- und Lichtshow war ganz nett gemacht.

Anschließend gingen wir in die Aurignacien-Galerie, wo man einiges über die Höhle, ihre ehemaligen menschlichen und tierischen Bewohner und die Höhlenmalereien lernen kann. Wir hätten uns dort gerne noch länger aufgehalten, aber unsere Tour begann um 18:15 Uhr und so waren um diese Zeit auch am Höhleneingang.

Wie man in der Vitrine sieht, sind die meisten plastischen Darstellungen von der Schwäbischen Alb. In der Vitrine sieht man die Venus von Schelklingen und aus der Charlottenhöhle den Löwenmenschen, das Pferd und das Mamut.

Wir hatte die letzte Tour des Tages ausgesucht, die nicht geführt ist (eine deutsche Führung gab es nämlich nicht), aber auf der man über eine Handyapp oder von einem Audioguide an 10 Stationen in der Höhle Infos in der eigenen Sprache bekommt und so eigenständig durch die Höhle gehen und sie und die Malereien bewundern kann. Das hat auch gut funktioniert, nur waren ziemlich viele Leute da und an den Info-Points staute es sich.

Trotzdem war die Höhle unbedingt einen Besuch wert. Schon beeindruckend, was Menschen vor so vielen Jahren mit ihren Mitteln und in einer dunklen Höhle zustande gebracht haben!

Um 19:30 Uhr waren wir wieder am Tageslicht, genossen noch die Abend-Aussicht von einer Aussichtsterrasse und fuhren dann wieder zurück zum Campingplatz. Xenia wollte nicht mehr kochen, deshalb gab es nur noch ein paar Erdbeeren mit Joghurt und den Rest des Baguettes. So ging wieder ein schöner Tag zu Ende.

]

Komoot-Tour: https://www.komoot.de/tour/1109577850?ref=wtd


Mo 08.05.2023 - Panoramastraße entlang der Ardèche, Grotte de la Madelaine

Den Vormittag verbrachten wir ganz gemütlich vor der Berta mit Frühstücken und Reiseplanungen. Wir beschlossen, nach dem Mittagessen weiterzufahren, das schöne Wetter für die Panoramastraße über der Ardèche-Schlucht zu nutzen, eine Höhle zu besuchen und vor der zweiten Höhle zu nächtigen.

Nach einer Dusche kochte Xenia Süßkartoffeln mit Zucchini-Paprika-Pilz-Gemüse. War lecker! Dann packten wir zusammen und starteten um 13:30 Uhr mit frisch gefülltem Wassertank und vollen Batterien zur nächsten Etappe.

Die Panoramastraße, die Xenia schon in Filmen gesehen hatte, war wirklich beeindruckend. Immer wieder gibt es hier wunderschöne Ausblicke. An ein paar von ihnen hielten wir an und genossen die Aussicht. Manchmal war es ziemlich windig.

5 Minuten vor 15 Uhr kamen wir auf dem Parkplatz der Grotte de da Madelaine an. Die Führungen dort starten stündlich zur vollen Stunde. Wir gingen an den Höhleneingang, wo fast zur gleichen Zeit mit uns die Führerin für die 15-Uhr-Tour eintraf. Sie schickte Udo zurück an die Kasse und meinte, wenn er sich beeile, können wir noch an dieser Tour teilnehmen. Das hat dann auch tatsächlich noch geklappt.

Wieder bewunderten wir eine faszinierende Höhle, auch sie mit einem anderen Charakter als die bisher besichtigten. Es gibt so viele Höhlen hier und jede hat ihren eigenen Charm, ihre Eigenheiten und Spezialitäten. Bei der Grotte de la Madelaine sind es große Hallen mit großen Tropfsteinen und anderen Formationen, vorwiegend in den Farben Ocker und Weiß. Die Führung war französisch, aber wir bekamen Audioguides auf Deutsch und konnten so alles gut verstehen.

Wir schauten uns noch den Belvedere an diesem Ort an, dann fuhren wir weiter zur nächsten Höhle, der Grotte de Saint Marcel. Kurz zuvor fuhren wir eine kleine Straße links ab und fanden um 17:30 Uhr ein wunderschönes Plätzchen versteckt hinter der Straße, wo wir uns hinstellten und dort den Abend und die Nacht verbrachten.

Wir konnten sogar Tisch und Stühle rausstellen, machten uns einen Kaffee, verzehrten Knäckebrot mit Marmelade (an einem Bäcker waren wir heute nicht vorbeigekommen, außerdem war Feiertag in Frankreich) und genossen unseren windgeschützten Schattenplatz und die Ruhe um uns herum. Wir nutzten die Zeit noch für Reiseplanungen für die nächsten Tage, bis es um 20 Uhr kühler wurde und wir uns in die Berta verzogen. Inzwischen hatte sich ein weiteres Wohnmobil zu uns in unsere Bucht gesellt, aber es war genügend Platz und wir störten uns nicht gegenseitig.


Di 09.05.2023 - Kletterwanderung zur Ardèche, Grotte de Saint Marcel

Heute hatte Xenia einen Wecker auf 7:30 Uhr gestellt, da wir noch vor dem angekündigten Regen eine Wanderung vom Parkplatz der Grotte de Saint Marcel hinunter an die Ardèche, einen Pfad den Fluss entlang und dann wieder den steilen Hang hinauf zum Parkplatz machen wollten.

Wir frühstückten, Xenia machte ein paar Vesperbrote aus Vollkorn-Pumpernickel, unserer Brotreserve, da wir nichts anderes mehr hatten. Dann fuhren wir die 500 m zum Parkplatz der Höhle und starteten bei bewölktem Wetter zu unserer Wanderung.

Zuerst ging es auf einem steinigen Wirtschaftsweg bergab, der sich immer mehr zu einem Wanderweg entwickelte. Wir kamen am unteren Höhleneingang vorbei, der aber abgesperrt war. Udo meinte, dass wir den Wirtschaftsweg abkürzen und auf einem kleinen Pfad den Hang hinunter gehen können. Das erwies sich aber als sehr beschwerlich und Xenia wollte zurück auf den Hauptweg. So kehrten wir um und gingen wieder den „normalen“ Weg zum Fluss hinunter.

Unten angekommen, führte der Weg auf zum Teil abenteuerlichem, aber wunderschönen Pfad flussaufwärts. Wir kamen an kleinen Stromschnellen vorbei, die Ardèche schlängelt sich hier wunderschön durch die Schlucht, aber es begegnete uns auf der ganzen Strecke nur ein einziges Kanu. Der Weg wurde teilweise ziemlich abenteuerlich. Einmal mussten wir sogar durch einen Felsen kriechen.

An einer schönen Stelle machten wir Pause und verzehrten unsere Brote. Inzwischen war sogar die Sonne wieder etwas erschienen, aber meistens gewann die Abschirmung die Oberhand. Das war aber bei 22 Grad angenehm, da wir sonst in der prallen Sonne gewesen wären.

Nachdem wir die Ardèche wieder verlassen mussten, ging es sehr steil den Berg hinauf. Es war fast wie Treppensteigen, nur mit unregelmäßigen und schwierigen Tritten. Wir kamen ziemlich ins Schnaufen und Schwitzen. Endlich oben angekommen, mussten wir uns unseren Weg durch Dickicht und Steinlandschaften suchen. Wir waren immer froh, wenn wir irgendwo wieder eine Wegmarkierung entdeckten. Ohne GPS und den Track auf dem Handy wären wir wohl ziemlich verloren gewesen. So kämpften wir uns vorwärts, mal bergauf, dann wieder ein Stück bergab, bis wir schließlich wieder auf einen „normalen“ Wanderweg stießen, auf dem wir dann auch zurück zur Berta kamen.

Nach dem steilen Aufstieg begann es zu tröpfeln – eindeutig zu früh! Regen war erst um 16 Uhr angesagt und wir hatten erst 13:45 Uhr. Aber das Wetter hält sich nun mal nicht unbedingt an den Wetterbericht. Die Tropfen gingen in einen leichten Sprühregen über, der uns aber mehr erfrischte als durchnässte, denn schweißnass waren wir ja schon.

Auf dem Parkplatz angekommen, machten wir noch den kleinen Abstecher zum Höhleneingang und kauften uns Karten für die 16-Uhr-Tour. So hatten wir noch 75 Minuten Zeit zum Duschen und Ausruhen, bevor es in die Höhle ging. Es tröpfelte immer noch vor sich hin, doch kaum hatten wir die Berta erreicht, man kann sagen mit Öffnen der Autotüre, begann es richtig zu regnen. Wir hatten es mal wieder auf die Minute genau geschafft und waren sehr froh, jetzt im Auto zu sein. Wie gut tat die Dusche und die Zeit bis 16 Uhr verflog in Windeseile.

Leider war die Führung in dieser Höhle nur auf Französisch und der Guide erzählte eine Menge. So gingen wir halt am Ende der Gruppe und schauten uns das an, was wir zu sehen bekamen. Die Höhle ist sehr tief und sehr groß. Insgesamt 410 Stufen ging es in die Erde hinab, davon 215 in einem Tunnel bis zum eigentlichen Höhleneingang. Das Besondere an dieser Höhle sind neben ihrer Größe mehrere Sinterbecken, die mit Wasser gefüllt sind und mit Licht farbig angestrahlt werden. Das sieht schon sehr schön aus. Auch die riesigen Felsen und Tropfsteine sind beeindruckend, allerdings nicht so schön wie die der Höhlen, die wir schon gesehen haben (ist zumindest das Urteil von Xenia).

Um 17:30 Uhr waren wir wieder an der Berta und es regnete immer noch. Wir beschlossen, als erstes bei einem Lidl vorbeizufahren und uns mit Brot und etwas zum Abendessen einzudecken. Auf dem Lidlparkplatz machten wir uns dann auch gleich unser Abendessen: eine Schüssel Salat mit Pizza-Schnitten, Schinken-Käse-Toast und Donut. Nach dem Essen ging es uns deutlich besser – wir waren schon sehr hungrig gewesen.

Inzwischen hatte der Regen aufgehört und der Abendhimmel färbte sich in schönen Rosa-Tönen. Wir beschlossen, den sonnig angesagten morgigen Tag für eine Radtour zu nutzen, Ausgangspunkt ein Wohnmobilplatz beim Pont du Gard. Wir fuhren noch eine gute halbe Stunde bis zu einem freien Übernachtungsplatz ganz in der Nähe des berühmten Monumentes, kamen dort um 20:45 Uhr an und verbrachten eine ruhige Nacht.

]

Komoot-Tour: https://www.komoot.de/tour/1112228146?ref=wtd


Mi 10.05.2023 - Radtour Pont du Gard, Avignon

Um 7:30 Uhr klingelte der Wecker. Wir hatten tief und fest geschlafen. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten und die WetterApp sagte einen schönen Sonnentag ohne Regen an. So sollte es dann auch kommen.

Udo schaute noch einmal über die geplante Radtour, Xenia schmierte Vesperwecken, dann verließen wir unseren Nachtplatz und fuhren ein paar Minuten bis zum Wohnmobilplatz bei Castillon-du-Gard, ganz in der Nähe der Pont du Gard. Wir buchten 24 Stunden auf dem Platz, richteten uns dort ein, sattelten die Räder und starteten zu unserer Radtour.

Zuerst ging es zum Pont du Gard, einem recht imposanten römischen Aquädukt aus dem 1. Jahrhundert.

Dann ging es weiter auf Nebenstraßen und Feldwegen nach Avignon. Eigentlich wäre die Strecke ganz leicht zu fahren gewesen, wenn wir nicht einen kräftigen Gegenwind gehabt hätten, der uns nicht das Leben, aber doch das Radeln schwer machte. Unterwegs vesperten wir unsere Wecken und kamen dann um 13:15 Uhr in Avignon an.

Der erste Weg führte uns auf die Pont Saint-Bénézet, bekannt durch das Kinderlied „Sur le pont d’Avignon“. Wir kauften dort ein Kombiticket für die Brücke und den Papstpalast, den wir natürlich auch noch besichtigen wollten. Über einen Audioguide hörten wir uns ein paar Infos zur Geschichte der Brücke und auch des Papstpalastes an.

Anschließend bummelten wir noch ein bisschen durch die Stadt, aßen einen Crêpe und gingen dann zum Eingang des Papstpalastes, wo wir für 15 Uhr unsere Tickets hatten.

Das Gebäude und die sich darin befindenden Räume beeindrucken durch ihre Größe und Höhe, aber zu sehen gibt es meistens nur die blanken Steine, manchmal mit ein paar Restmalereien darauf. Man bekommt ein Tablet, auf dem die Räume aus der Papstzeit simuliert werden und wo man sich zu bestimmten Punkten und Stellen der Räume noch nähere Infos anzeigen lassen kann. Das ist ziemlich mühsam und hat uns nicht so gefallen. Es gibt auch ein paar Ausstellungsstücke und Vitrinen in den Räumen, aber ohne deutsche Erklärungen. Wir gingen trotzdem durch die 2 Ausstellungsebenen und schauten uns das meiste an.

Um 16 Uhr machten wir dann noch einen kleinen Bummel durch die Stadt und entschlossen uns, noch nach einem Radgeschäft zu suchen, um Xenia einen Fahrradständer zu kaufen. Ihrer war schon in Deutschland abgebrochen. Udo hatte versucht, ihn zu reparieren, aber er gab auf unserer ersten Tour wieder seinen Geist auf. Das erste Geschäft hatte keinen passenden Ständer, schickte uns aber zu einem zweiten und dort wurden wir fündig. Der neue Ständer wurde gleich montiert und so konnten wir um kurz vor 18 Uhr die Rückfahrt antreten.

Die 35 km bis zu unserem Wohnmobilstellplatz fuhren wir an einem Stück und kamen um 19:30 Uhr wohlbehalten bei unserer Berta an. Udo verräumte die Räder, Xenia machte noch ein paar Spiegeleier mit Bacon und Möhrensalat.

]

Komoot-Tour: https://www.komoot.de/tour/1113331894?ref=wtd


Do 11.05.2023 - Roussillon, Ockerbrüche, Fahrt in die Camargue

Unser Parkticket war bis 9:52 Uhr gültig. Um 9:45 Uhr verließen wir den Platz, um weiter nach Roussillon und zu den Ockerbrüchen zu fahren.

Die Fahrt gestaltete sich anfangs ziemlich mühsam, da wir uns durch Avignon durchstaunen mussten und dafür fast eine ganze Stunde benötigten. Dann ging es, was den Verkehr anging, problemlos weiter, nur die vielen Kreisverkehre erschwerten die Fahrt.

Zwei Unterbrechungen gab es bis zum Ziel: Die erste bei einem Lidl, wo Xenia schöne französische Erdbeeren, Sahne, Brot- und Backwaren und ein paar Getränke einkaufte. Udo blieb in der Berta, um zu telefonieren. Den zweiten Stopp machten wir bei einem McDonald – aber nicht, weil wir Hunger hatten, sondern weil wir unser frisch gerichtetes Camperklo noch etwas schonen wollten und deshalb ein öffentliches Klo suchten und bei McDonald auch fanden.

In Roussillon parkten wir auf dem Wohnmobilstellplatz am Rande des Städtchens, was sich als genau richtig herausstellte. Die Durchfahrt durch den Ort ist nämlich für Camper und LKWs verboten.

Wir machten uns zuerst noch einen Kaffee mit süßen französischen Köstlichkeiten, dann spazierten wir um 13:30 Uhr nach Roussillon und zu den Ockerbrüchen. Xenia hatte zuhause tolle Bilder und auch einen Werbefilm dieser Lokalität gesehen und ein großes Wandergelände durch die orangenen Steine und Felsmassive erwartet. Nun ja – das Ganze war mehr eine touristische Angelegenheit. Man muss Eintritt bezahlen und kann dann eine Dreiviertelstunde auf festgelegtem Weg auf und ab durch das Gelände gehen. Die Steine und Steinbrüche sind schon sehenswert und beeindruckend, aber halt insgesamt sehr überschaubar und es waren einige Leute zusammen mit uns auf dem Weg. Wir wollten uns nicht vorstellen, wie es hier in der Hauptsaison zugeht!

Nach diesem Highlight drehten wir noch eine Runde durch das hübsche Städtchen, kauften eine Portion Beeren-Nougat und Lavendel-Blüten-Käse, aßen gemeinsam einen Eisbecher und genossen verschiedene Ausblicke.

Um 15:45 Uhr waren wir wieder an der Berta und entschlossen uns, nicht mehr weiter nach Rustrel zu den anderen Ockerfelsen zu fahren, sondern gleich in die Camargue. Nach einigem Hin und Her hatten wir auch einen Stellplatz für die Berta herausgefunden, der sowohl von Park4Night empfohlen wird als auch teilnehmender Gastgeber von France Passion ist. Es handelt sich um „La Maison du Riz“, einem Hof mit Hofladen eines Obst- und Reisbauern südwestlich von Arles.

Wieder mussten wir uns streckenweise durch dichten Verkehr, kleine Staus und unzählige Kreisverkehre durchkämpfen. Um 18:30 Uhr kamen wir am Ziel an. Der Hofladen hatte schon geschlossen, aber es gab noch genügend freie Stellplätze und so gesellten wir uns zu den anderen drei Wohnmobilen, die schon dastanden.

Zum Abendessen gab es Baguette mit Käse, etwas Rohkost und zum Nachtisch ein Kilo Erdbeeren mit Sahne. Das Ganze genossen wir in der Abendsonne mitten in der Natur.

Nach dem Essen und Spülen machten wir noch einen Abendspaziergang zur Ortserkundung. Es gibt unglaublich viele Vögel hier und wir hoffen, in den nächsten Tagen auch noch die berühmten Flamingos und weißen wilden Pferde der Camargue zu Gesicht zu bekommen. Am Horizont waren Regenschauer zu erkennen. Uns hat es nicht erwischt, aber für die nächsten Tage sind kleine Schauer und Gewitter angesagt. Mal sehen, ob wir die Radtouren, die wir uns ausgesucht haben, unternehmen können.

Den Abend verbrachten wir dann in der Berta. Menschengemachten Lärm gab es keinen, aber ziemlich lautes Froschgequake.

]

Komoot-Tour: https://www.komoot.de/tour/1114318292?ref=wtd


Fr 12.05.2023 - Radtour durch die Camargue nach Saintes-Maries-de-la-Mer

Wir haben trotz tierischer Geräuschkulisse gut geschlafen. Nach dem Aufstehen war es so frisch, dass wir zum Frühstück kurz die Heizung anmachten.

Der Himmel war sonnig mit Wolken, Regen erst am Nachmittag angesagt. So starteten wir kurz nach 10 Uhr zu einer Rad-Erkundungstour durch die Camargue, ausgehend von unserem Nachtplatz beim Maison du Riz in der Nähe von Albaron. Die Tour war knapp 60 km lang und ging eine Runde nach Süden bis ans Meer nach Saintes-Maries-de-la-Mer. Wir kamen an einigen weißen Pferden und auch an Stieren vorbei, die hier auf der Weide sind. Die Pferde soll es hier auch wild geben.

In der Sumpflandschaft vorne in Meeresnähe sahen wir dann auch Flamingos, allerdings ziemlich weit weg. Um sie zu beobachten, hätte man ein Fernglas gebraucht.

Die Gegend ist total flach, aber da es viele überflutete Reisfelder, Wasserkanäle und Sümpfe gibt, gibt es nur wenige befahrbare Wege. Wir fuhren gut die Hälfte der Strecke auf Fahrstraßen, dann noch auf unbefestigten Wegen durchs Gelände.

In Saintes-Maries-de-la-Mer war gerade Markt. Wir kamen um 11:30 Uhr dort an, schoben unsere Fahrräder durch die Marktgasse und kamen zum ersten Mal auf unserer Tour ans Meer. Wir suchten uns eine Bank auf dem Damm und verzehrten dort unsere Vesperbrote. Wir sahen schon, wie sich die Wolken immer mehr zusammenbrauten und beschlossen, besser die Rückfahrt anzutreten. Regen war zwar erst ab 15 Uhr angesagt, aber es schaute so aus, als ob da früher etwas kommen könnte.

Udo hatte die Tour so gelegt, dass sie uns am Parc Ornithologique du Pont de Gau (Vogelpark von Pont du Gau) vorbeiführte, aber da das Wetter alles andere als echt war, beschlossen wir, hier besser keinen Zwischenstopp einzulegen und weiterzuradeln. Wir hatten schließlich noch 20 km bis zur Berta. Der kleine Weg, der uns nach dem Vogelpark wieder zurück auf die Straße zum Nachtplatz führte, wäre schon gut gewesen, wenn es nicht 500 m durch so hohen Sand gegangen wäre, dass man nicht mehr radeln konnte und das Schieben auch sehr beschwerlich war. Aber was blieb uns übrig? Da mussten wir durch … und schließlich war auch das geschafft.

Von da an ging es nur noch auf Fahrstraßen zügig zurück. Allerdings begann es jetzt zu regnen – erst ganz leicht, dann etwas heftiger, dann hat es wieder aufgehört und wieder angefangen. Xenias Hose wurde nass, dann wieder trocken, dann wieder nass …. Wir machten Tempo und Xenia fuhr, so schnell sie konnte. Auf Strecken mit Rückenwind ging es einfach, bei Gegenwind wurde es deutlich anstrengender. Schließlich an der Berta angekommen, waren wir froh, dass das Gewitter, das man schon deutlich hörte, uns nicht eingeholt hatte. Eine Viertelstunde später goss es dann in Strömen und das hat bis 20 Uhr nicht wieder aufgehört.

Wir waren froh und dankbar, im Trockenen zu sein, duschten zuerst, machten uns dann einen Kaffee und einen gemütlichen Nachmittag. Abends gab es noch ein paar kleine französische Tortellini mit letzter deutscher Tomatensoße, Parmesan und Salat.

]

Komoot-Tour: https://www.komoot.de/tour/1114323779?ref=wtd


Sa 13.05.2023 - Vogelpark und Radtour von Aigues Mortes in die Camargue

Am Morgen war die Sonne wieder da! Die Bilder zeigen unseren 'France passion'-Hof und ein Reisfeld, von denen wir umgeben waren.

Nach dem Frühstück machten wir uns auf zum 15 Minuten entfernten Vogelpark bei Pont de Gau, dem „Parc Ornithologique du Pont de Gau“. Kurz nach 10 Uhr waren wir dort und bekamen noch problemlos einen Parkplatz. Der Park hat uns gut gefallen und Xenia konnte endlich Flamingos bewundern. Alle Vögel sind hier frei. Sie finden in dem Park optimale Lebensbedingungen und die Parkbetreiber tun nach eigenen Angaben alles dafür, dass es die Tiere hier gut haben. Deshalb bleiben sie auch hier und lassen sich von den Besuchern bewundern.

So langsam stiegen die Temperaturen wieder an und es wurde Zeit, die kurzen Hosen anzuziehen. Wir fuhren nach Aigues Mortes und suchten dort in der Nähe einen Übernachtungsplatz von France Passion, Mas de la Comtesse. Es handelt sich dabei um einen Hof mit Pferden und Rindern, einem Restaurant, das aber nur für Gruppen geöffnet ist, und einer kleinen Arena, wo wohl auch Toreros ausgebildet werden. Die Anfahrt gestaltete sich schwierig, da beide Navis eine Route wählten, die uns auf unbefestigte und dann sogar private Wege führte. Wir wollten schon aufgeben und einen anderen Stellplatz suchen, als Xenia einen sehr freundlichen Franzosen fragen konnte, wo denn Mas de la Comtesse sei. Es war ganz in der Nähe und mit der Erklärung fanden wir den Hof dann auch problemlos. Wir durften unseren Camper parken, sollten aber das Gelände sonst nicht betreten. Es war gerade eine geschlossene Gesellschaft da. So standen wir zwischen Pferden und Stieren auf einem sandigen Plätzle.

Udo holte die Fahrräder aus der Campergarage und die Akkus reichten noch für eine sehr schöne Runde an zwei Seen der Camargue, die uns von anderen Urlaubern empfohlen worden waren. Das Wetter war herrlich, die Temperaturen angenehm und so starteten wir gen Norden in das Seengebiet.

Zuerst ging es ins Ort Aigues Mortes, dann 9 km geradeaus an einem Kanal entlang in Richtung Norden. Wir genossen die Natur und die ebene zügige Fahrt. An dem Seengebiet angekommen, durften wir ein Stück wunderschöne Natur erleben. Flora und Fauna sind hier so vielfältig. Es gibt allerhand wilde Wasservögel, größere und kleinere, und auch Flamingos, die die Seen und die umliegende Sumpflandschaft bevölkerten. Wie schön war es, hier entlang zu radeln und immer wieder durch größere und kleinere Lücken im Schilf Blicke auf den See erhaschen zu können.

Zurück führte uns der Weg dann auf Fahrstraßen, was nicht mehr so schön war wie die Hinfahrt. Dazu kam noch, dass uns ein kleines Regengebiet streifte, das sich im Westen zusammengebraut hatte. Aber wir bekamen zum Glück nur ein paar Minuten Regen ab, dann schien wieder die Sonne und wir erreichten Aigue Mortes bei Sonnenschein.

Wir fuhren durch ein Tor in der Stadtmauer in die Altstadt, bummelten dort durch eine Gasse, kauften ein Pfund frische Erdbeeren und bei einem Bäcker ein Baguette und gemischte andere Backwaren. Am Ende der Straße gönnten wir uns noch eine Tüte Churros mir Nutella, dazu einen Frappé au Lait. Wir hatten gerade aufgegessen, als es wieder zu regnen begann. Der Imbissbesitzer erlaubte uns nicht, unsere Räder bei ihm unterzustellen. So schoben wir sie ein Stück weiter auf einen größeren Platz und fanden dort Unterschlupf unter ein paar Sonnenschirmen. Der Guss war nach 10 Minuten vorüber und wir konnten im Trockenen zur Berta zurück radeln. Nun waren die Akkus ziemlich am Ende (Reichweite noch 15 km), aber wir waren insgesamt auch über 100 km mit einer Stromladung geradelt.

Udo packte die Räder wieder ein – Strom bekamen wir leider keinen für unsere Akkus. Xenia zuckerte die Erdbeeren und so gab es mit den frischen Backwaren und den Erdbeeren zum Nachtisch ein leckeres Abendessen.

]

Komoot-Tour: https://www.komoot.de/tour/1116691002?ref=wtd


So 14.05.2023 - Aigues Mortes, Campingplatz am Meer bei Martigues

Nach dem Frühstück verließen wir unseren Pferde-Nachtplatz und fuhren ins Städtchen Aigues Mortes, um uns das noch etwas genauer anzuschauen.

Die Altstadt ist noch komplett von einer Stadtmauer umgeben, die man besteigen und begehen kann. Dieses Erlebnis auf dem Wehrgang mit tollen Aussichten übers Land, die Kanäle, die Salzseen in der Nachbarschaft und auch die Blicke in die Altstadt mit ihren Gassen und Innengärtchen leisteten wir uns - und auch gleich einen Audioguide dazu, mit dessen Hilfe wir einiges über die Geschichte des mittelalterlichen Städtchens erfuhren.

Nach diesem Rundgang war es Mittag geworden und wir aßen in der Stadt ein Sandwich mit Pommes und Udo noch ein Eis.

Nun machten wir uns auf den Weg Richtung Marseille und sagten der Camargue Lebewohl. Unser nächstes Ziel war ein Campingplatz am Meer, westlich von Marseille in La Couronne bei Martigues. Wir kamen um 15:30 Uhr dort an und bekamen den letzten Stellplatz für 2 Nächte. Die schöneren Plätze waren leider alle belegt oder reserviert, aber immerhin hatten wir einen Platz, an dem wir stehen und die Berta auch alleine lassen konnten, ohne Angst um sie haben zu müssen.

Nach einem Kaffee gingen wir vor ans Meer an den Strand und die Küste. Es war wunderbares Wetter, nur der Wind wehte ziemlich kräftig. Deshalb war es auch trotz 22 Grad eher kühl. Wir drehten eine kleine Erkundungsrunde und machten dann noch Pause mit Duschen und Lesen auf dem Platz.

Um 19 Uhr wollten wir eigentlich noch in eine Pizzeria gehen, aber die eine am Platz sah sehr ungemütlich und mehr wie eine Imbissbude aus, die andere war uns schlicht zu teuer und auch nicht sehr attraktiv. So gingen wir zurück zur Berta und es gab die letzten Spaghetti mit Pesto, die wir noch aus Deutschland dabei hatten.

Um 21 Uhr trafen wir uns noch mit Eva und Marina zu einem Muttertags-Zoom, was trotz langsamem Internet ganz gut funktioniert hat.


Page last modified on 02.05.2023, at 12:04 AM CEST
Powered by PmWiki