Gesamtes Urlaubstagebuch - Schweden 2024 2.6..-13.07.2024
So 02.06.2024 - Fahrt bis Motten
Heute sollte es also endlich losgehen! Nach monatelangen Planungen und Vorbereitungen war es so weit. Xenia hatte vormittags noch Dienst in Asch, Udo blieb zuhause zum Packen und Laden der Berta. Es regnete immer wieder für ein paar Minuten, aber im Vergleich zum Dauerregen der letzten Tage war das nicht viel.
Um 13:30 gab es ein schnelles Mittagessen: Grießbrei mit Pfirsichkompott. Anschließend packen, Wohnung herrichten, sauber machen ...
Um 18:23 Uhr waren wir tatsächlich startklar. Unser erstes Ziel war das Deli in Laichingen, wo wir uns eigentlich einen ihrer schönen Salate zum Abendessen vor der Reise gönnen wollten – aber das Restaurant hatte leider geschlossen. So blieb uns nur zu tanken und weiterzufahren. Kurz noch Wiegen in Machtolsheim (mit 3530 kg knapp überladen), dann weiter nach Merklingen zum Burgerking.
Nach zwei guten Hamburgern ging es dann frohgemut auf die Autobahn. Unser Ziel war ein kostenloser Wohnmobilplatz in der Nähe von Würzburg. 50 km davor entschlossen wir uns, doch noch ein Stück weiterzufahren, da wir so gut durchkamen – wenig Verkehr und keine LKWs am Sonntag. Da kannten wir die A7 auch ganz anders! So suchte Xenia einen neuen Stellplatz näher an Kassel. Die Wahl fiel auf Motten, 10 km von der Autobahn entfernt, wo es einen kostenlosen Wohnmobilplatz im Dorf gibt. Dort kamen wir um 23:00 Uhr an und waren positiv überrascht: Wasser und Strom umsonst und ein geöffnetes sauberes Waschhaus mit WC. Wir verbrachten dort eine gute erste Nacht in der Berta.
Mo 03.06.2024 - Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel, Besuch bei Leichts, Weiterfahrt bis Trappenkamp
Es war den ganzen Tag bewölkt, aber trocken.
Am Morgen ließen wir uns Zeit und schauten uns etwas um, auf welchem netten Übernachtungsplatz wir gelandet waren. Maibaum, Wetterorakel und Mühlrad, alles war vorhanden und liebevoll hergerichtet. Am meisten freut einen Wohnmobilisten, wenn er eine sauberes öffentliche Toilette vorfindet, was hier der Fall war.
Um 9:30 Uhr fuhren wir los nach Kassel. Dort wollten wir vor dem Besuch bei Leichts noch eine Wanderung durch den Felsenpark und hinauf zur Herkules-Statue machen. Dafür hatten wir uns einen Wanderparkplatz als Startpunkt ausgesucht.
Um 11:45 Uhr waren wir dort, um 12 Uhr starteten wir die schöne Tour auf Wanderwegen, zuerst den Berg hinauf zum kleinen Aschsee.
Dann ging es wieder hinunter zur romantisch aussehenden Löwenburg.
Weiter führte uns der Weg zum Bergpark Wilhelmshöhe, wo wir zum Herkules hinaufstiegen. Das war ganz schön steil und anstrengend, teils durch den Wald, teils über Treppenstufen. Vorbei kamen wir an der Teufelsbrücke und verschiedenen Brunnen.
Oben angekommen, waren wir nicht die Einzigen, die die Aussicht auf Kassel genossen. Den Rückweg planten wir über den Steinhöfer Wasserfall, von dort aus wieder zur Löwenburg und dann denselben Weg über den Bergrücken zurück, den wir schon gekommen waren. Es waren doch einige Höhenmeter, die uns ordentlich zum Schwitzen brachten.
Um 14:45 Uhr waren wir wieder an der Berta und nahmen noch eine Dusche, bevor wir zu Leichts fuhren. Auf dem Weg dorthin suchten wir noch einen Blumenladen, um einen Strauß mitbringen zu können.
Um 16:15 Uhr kamen wir im Graßweg 8 an. Horst und Ursel freuten sich sehr, uns wiederzusehen und servierten uns Kaffee und Kuchen.
Ursel ging es nicht gut, sie war sehr abgemagert und nach einigen Stürzen und Brüchen sehr schwach. Auch Horst hatte Probleme beim Gehen – das Alter hat den beiden doch ziemlich zugesetzt. Horst zeigte uns seinen großen Garten – ein tolles Anwesen mitten in Kassel! – und wollte gerne noch die Berta besichtigen, für die wir ganz in der Nähe einen Parkplatz gefunden hatten.
Wir verabschiedeten uns von Ursel, gingen mit Horst zur Berta und starteten um 18:45 Uhr in Richtung Kiel. Xenia schmierte während der Fahrt noch ein Vesperbrot, mehr brauchten wir nicht mehr.
Um 23:30 Uhr kamen wir nach langer aber staufreier Fahrt an unserem Übernachtungsplatz an: Trappenkamp, 35 km vor Kiel. Dort gibt es bei einem Sportheim einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz ganz in Autobahnnähe, sogar mit Strom um eine geringe Gebühr. Dort verbrachten wir eine ruhige und gute Nacht.
Hier die Komoot-Tour Kassler Wilhelmshöhe.
Di 04.06.2024 - Kiel und Überfahrt Göteborg
Heute war “Versorgungsvormittag”. Wir deckten uns ein mit Frischwasser am Übernachtungsplatz, wo uns ein sehr netter Betreiber des Sportheimes seinen Außenwasserhahn zur Verfügung stellte. Anschließend kauften wir bei Aldi Getränke, Salat und Milchprodukte, besorgten eine neue Gasflasche, da eine unserer beiden fast leer war, WC-Chemie und tankten die Berta voll.
So gut bestückt und ausgerüstet fuhren wir an den Hafen ans Stena-Line-Terminal. Dort kamen wir um 13 Uhr an und bekamen die Auskunft, dass wir die Berta schon in eine der Wartespuren der Fähre stellen dürfen und um 17 Uhr wieder zum Boarding da sein müssen. Dort standen schon ein paar Autos und LKWs, zu denen wir uns gesellten und dann zu einer Runde in die Altstadt, die sich nur wenige hundert Meter vom Hafen entfernt befindet, aufmachten. Wir besuchten die St. Nikolai-Kirche, bummelten durch die Fußgängerzone und gönnten uns sehr gute Fischbrötchen.
Am Vormittag hatte es noch hin und wieder leicht geregnet, aber jetzt war es trocken und ab und zu schaffte es sogar die Sonne, durch eine Wolkenlücke zu scheinen.
Zurück in der Berta machte Udo ein Schläfle, Xenia verzichtete darauf, um möglichst auf der Fähre schlafen zu können. Die Übernachtungssachen wurden gepackt, Vesperbrote für die Kabine geschmiert und dann gab es einen Kaffee mit Köstlichkeiten eines Trappenkamper Bäckers.
Udo brach noch einmal auf, um ein paar Flaschen Wein als Gastgeschenke für Schweden zu kaufen. Dann hieß es noch 45 Minuten warten.
Kurz nach 17 Uhr durften wir in die Fähre einfahren, nur hinter einem Reisebus ganz vorne, und bezogen unsere Kabine. Gebucht hatte Xenia eine kleine Außenkabine auf Deck 10 (von insgesamt 11 Decks), bekommen haben wir eine recht geräumige Kabine mit insgesamt 5 Betten. So musste keiner oben schlafen, wir hatten genügend Platz und ein recht geräumiges Badezimmer mit schöner Dusche.
An Bord war alles schon schwedisch und die Vorfreude auf die kommenden schwedischen Erlebnisse stieg.
Abfahrt war pünktlich um 18:45 Uhr, Xenia nahm um 18 Uhr ein Vomex ein – mit durchschlagendem Erfolg. Bis 19:30 Uhr saßen wir noch in einem Aufenthaltsraum und aßen ein Vesper, dann war Xenia so müde, dass sie es gerade noch in die Kabine schaffte und bis auf einen Klogang irgendwann in der Nacht 12 Stunden durchschlief.
Mi 05.06.2024 - Ankunft in Göteborg und Wanderung im Naturpark Ersdalen auf Hönö
Um 7:30 Uhr kam die Guten-Morgen-Durchsage. Wir nutzten noch die schöne Dusche aus, Udo besorgte einen Cappuccino und wir frühstückten in unserer Kabine. Das Notfallset (Wasser, Spucktüten und Vomex) konnte unbenutzt wieder eingepackt werden.
Im Liegen hatte man vom Schaukeln des Schiffes nichts gemerkt, jetzt schwankte es ein bisschen und auf dem Sonnendeck schwappte das Wasser hin und her.
Die Fähre legte punktgenau um 9:15 Uhr an und da wir vorne standen, konnten wir ohne Wartezeit ausfahren. Es windete ordentlich, die Straßen waren nass, der Himmel wolkig. Das änderte sich aber rasch. Der Wind blieb, aber die Sonne kam hervor.
Aber wohin jetzt? Xenia hatte einen möglichen Übernachtungsparkplatz etwas westlich von Göteborg am alten Volvo-Museum direkt am Meer ausgesucht. Zu diesem fuhren wir und waren erst einmal froh, uns in Ruhe um die weiteren Planungen kümmern zu können.
Da der Tag weiterhin zwar stürmisch aber trocken und sonnig angesagt war, beschlossen wir, einen Ausflug auf die Insel Hönö zum Naturreservat Ersdalen zu machen und dort ein bisschen zu wandern. Der Reiseführer beschreibt Ersdalen auf Hönö als eine der schönsten Inseln des Göteborger Archipels – und es hat uns dort wirklich sehr gut gefallen.
Für die Überfahrt zur Insel gibt es eine kostenlosen Fähre.
Um 12:30 Uhr am Wanderparkplatz angekommen, gab es zuerst ein Mittagessen: Geröstete Maultaschen mit Ei und Salat. Anschließend starteten wir zur Wanderung. Zwei Stunden ging es nicht über Stock, aber über Stein, zuerst durch einen “Märchenwald”, dann die Küste entlang. Der Wind war heftig, aber bei 17 Grad mit einer Jacke auszuhalten. So genossen wir die Wanderung sehr!
Um 15:30 Uhr waren wir zurück an der Berta, machten einen Kaffee und Udo ein Schläfle.
Um 16:30 ging es wieder in Richtung Göteborg auf den schönen Parkplatz direkt am Wasser bei Volvo. An einem Supermarkt machten wir einen Zwischenstopp und kauften ein paar Zimtschnecken, die wir uns auf unserem Übernachtungsplatz schmecken ließen. Sehr lecker!
19:00 Uhr: Kleiner Abendspaziergang zu einem Leuchtturm und am Meer entlang.
20:00 Uhr: gemütlicher Abend in der Berta, Planungen für den nächsten Tag in Göteborg.
Hier die Komoot-Tour rund ums Naturreservat.
Donnerstag 06.06.2024 - Göteborg - Abendwanderung bei der Festung Bohus
Heute war schwedischer Nationalfeiertag – was wir aber erst realisierten, als wir feststellen mussten, dass die Museen früher schlossen als gewöhnlich oder ganz geschlossen blieben und im Slottsskogen eine große Veranstaltung stattfand.
Wir beschlossen beim Frühstück, weder mit dem öffentlichen Bus noch mit dem Fahrrad in die Stadt zu fahren. Das Wetter war zwar im Moment okay, aber kühl und windig und vor allem ziemlich unbeständig angesagt.
So fuhren wir mit der Berta in die Stadt zum neuen Volvo-Museum (Word of Volvo), in der Hoffnung, dort einen Parkplatz zu finden, auf dem auch Wohnmobile stehen können und dürfen. Diese Hoffnung sollte sich erfüllen. Vor dem Museum gab es einen großen Parkplatz, die Parkscheinautomaten waren noch eingepackt. Wie wir beim Kartenkaufen erfuhren, hat das Museum erst seit Ende April geöffnet.
Wir waren um 10 Uhr zu Öffnungsbeginn im Museum und verbrachten 1,5 Stunden dort. Es war anders als erwartet – kaum Geschichte, überschaubare Exponate und dafür jede Menge interaktive Spielchen. Alles ziemlich modern und für Familien sicher super. Schon das Gebäude an sich ist besonders, rund mit großen Glasfenstern auf Holzrahmen. Das soll einem riesigen Baum nachempfunden sein, der aus dem Felsen wächst.
Da wir so einen schönen kostenlosen und zeitlich unbegrenzten Parkplatz recht nah an der Innenstadt hatten, ließen wir die Berta dort stehen und machten mit den Rädern eine Tour durch die Stadt. Xenia hatte am Tag zuvor schon etwas vorbereitet, das sie jetzt noch an den neuen Startplatz anpasste.
Die Sonne schien und wir radelten wohlgemut los, zuerst vorbei am Vergnügungspark Liseberg, der aber ähnlich wie der Europapark in Rust einen Tageseintritt kostet. Daher schauten wir die Achterbahnen und andere Fahrgeschäfte nur von außen an.
Vorbei am botanischen Garten Trädgardsföreningen ging die Fahrt weiter ins alte Stadtviertel Haga, das in erster Linie aus einer Pflasterstraße besteht, die Fußgängerzone ist. Hier befindet sich auch das Café Husaren, das für seine tellergroßen Zimtschnecken berühmt ist. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen!
Da es inzwischen Mittagszeit war, verspeisten wir die süße Köstlichkeit mit einem Cappuccino sehr genüsslich an einem Tisch vor dem Café. Die Sonne schien immer noch und Xenia meinte, wenn so der angekündigte Regen aussieht, kann man nichts dagegen einwenden. Sie sollte noch eines Besseren belehrt werden ...
Schon als wir Haga verließen, verdunkelte sich der Himmel bedrohlich. Die Route führte weiter durch den Slottsskogen-Park, wo eine Menge los war, da hier abends ein Festival stattfinden sollte. Viele Menschen versammelten sich mit Klappstühlen auf einer großen Wiese vor einer Bühne.
Am Ende des Parks angekommen, fing es leicht an zu regnen. Was tun? Es war jetzt 14 Uhr und wir hatten erst knapp die Hälfte unserer Strecke hinter uns. Aber der Himmel sah so dunkel aus, dass wir beschlossen, die Tour abzubrechen und schweren Herzens auf den Teil der Stadt auf der anderen (nördlichen) Seite des Göta älv zu verzichten.
Nach 15 Minuten Fahrtzeit begann es regelrecht zu schütten. Wir stellten uns ein paar Minuten unter, bis der schlimmste Guss vorbei war. Aber da der Wetterbericht noch eine gute Stunde Regen vorhersagte, machten wir uns selbst und unser Gepäck so regendicht wie möglich und fuhren weiter.
Mit nassen Jeans und nassen Regenjacken, aber ansonsten noch trocken, kamen wir um 15 Uhr an der Berta an. Dank Udos Wäscheleinekonstruktion konnten wir Hosen und Jacken gut zum Trocknen aufhängen.
Wir überlegten hin und her, was wir mit dem Rest des Tages anfangen und wie unsere Tour weitergehen sollte. Alle Museen hatten geschlossen. Das Maritiman und der Jubiläumspark in Frihamnen hätten uns noch interessiert, aber dafür einen weiteren Tag einsetzen?
Wir beschlossen, Göteborg Lebewohl zu sagen und fuhren um 17:30 Uhr weiter zur 20 km nördlich von Göteborg liegenden Festung Bohus. Dort gibt es einen günstigen Wohnmobilstellplatz, den wir anfuhren und uns dort einmieteten.
Inzwischen schien die Sonne wieder und so machten wir uns das lange Tageslicht zunutze und starteten um 18:30 Uhr zu einer kleinen aber feinen Wanderung bis 20 Uhr auf einem Weg, der als “Bohusleden” ausgeschildert ist. Zuerst ein Stück durchs Städtchen Kungälv, dann hinauf durch einen sattgrünen Wald mit wunderbarer frischer Luft zu einem sehr schönen Waldfriedhof, weiter an einen kleinen Badesee, den wir umrundeten und dann zum Höhepunkt der Tour: einer wunderbaren Aussicht auf die Festung Bohus.
Wieder zurück an der Berta gab es ein Abendessen und für Xenia eine Dusche mit Föhnen, da wir ja Strom hatten. Viel blieb vom Abend nicht mehr, nach ein paar PC-Arbeiten gingen wir dankbar ins Bett.
Hier die Komoot-Tour der Rad-Runde in Götborg.
Hier die Komoot-Tour am Abend.
Freitag 07.06.2024 – Skulpturenpark in Pilane – Insel Härön – Lysekil
Nach einer guten Nacht und unserem Müslifrühstück starteten wir zur Weiterfahrt die zerklüftete Westküste entlang nach Norden.
Unser erstes Ziel war der Skulpturenpark in Pilane auf der Insel Tjörn. Künstler aus der ganzen Welt haben hier auf einem Freigelände verschiedene Skulpturen ausgestellt, die man auf Pfaden entdecken und bestaunen kann. Besonders beeindruckend und quasi das Wahrzeichen des Parks ist die “Anna” von Jaume Plensa. Sie hat hier ihren festen Platz gefunden.
Die anderen Exponate wechseln von Jahr zu Jahr. Im Jahr 2016 wurde der Park vom britischen The Guardian zu einem der zehn besten Skulpturenparks Europas gekürt. Vor 8000 Jahren wurde das Gelände als Begegnungs- und Begräbnissstätte genutzt. Heute sieht man davon nur noch ein paar Steine und Schafe grasen auf dem Gelände. Vom oberen Teil des Parks hat man einen wunderschönen Blick auf die Schären und ins Land.
Streuselkuchen
Die Skulptur zeigt ermordete Kinder in Rüstung - wie aktuell?!
Pinke Baumstämme auf grünem Kunstrasen
Ein Garten als Kunstwerk - so weit hat man sich schon davon entfernt?
Der Kletterer
Die Anna, 14 m hoch
Kokons, von einer deutschen Künstlerin
Da das Wetter besser als vorhergesagt war und die Sonne schien, entschieden wir uns für einen Ausflug auf die Schäreninsel Härön. Kyrkesund, von wo aus eine öffentliche Fähre auf die Insel fährt, ist nur ein paar Kilometer vom Pilane entfernt.
Wir fuhren zur Anlegestelle, mussten dann aber wieder 600 Meter zum Parkplatz zurückfahren und von dort aus zu Fuß an den kleinen Hafen zu gehen. Schnell noch ein Brot geschmiert und los ging es, um die nächste Fähre nicht zu verpassen. Um 13:20 Uhr waren wir auf Härön.
Die Rundwanderung über die Insel und durchs Naturschutzgebiet war sehr schön und abwechslungsreich.
Zuerst ein Stück durchs Ort, wo wir typisch schwedische bunte Häuser in Holzbauweise sahen.
Dann durch ein Wiesental, über Steine, durch Sumpflandschaften zum Teil auf Holzstegen und am Schluss erwartete uns noch eine kleine Kraxelei die Steine hoch und runter. Wir genossen die Sonne, die teils wunderschönen Ausblicke aufs Meer und die Schären und neben der Landschaft auch die absolute Stille. Nur ein paar Vögel, ab und zu der Wind – sonst Ruhe! Nur einmal kam uns in den zwei Stunden eine Frau mit einem Hund entgegen und ganz am Ende der Tour nochmal ein Paar, ansonsten waren wir allein in der Natur.
Auf dem Weg zur Fähre kamen wir an einer Sammlung von Schiebekarren vorbei, die hier an der Fähre abgestellt waren, um Sachen nach Hause transportieren zu können.
Als wir uns schon wieder auf dem Rückweg befanden, verdunkelte sich der Himmel zunehmend und es war abzusehen, dass es bald regnen würde.
Um 15:10 Uhr waren wir wieder an der Anlegestelle der Fähre, die uns 10 Minuten später aufs Festland brachte. Das ist zwar nur ein Katzensprung, ähnlich einer Flussüberquerung, aber da es keine Brücke gibt, ist das Schiff die einzige Option.
Wieder in Kyrkesund angekommen legten wir einen zügigen Schritt ein, da das Unwetter immer näher kam. Xenia ging zuerst in die Berta, Udo folgte ihr und kaum hatten wir die Türe zu, ging es uns wie Noah und seiner Familie: der Regen setzte ein und es dauerte keine 5 Minuten, da schüttete es wie aus Kübeln.
Waren wir froh, im Trockenen zu sein! Da wir doch etwas k.o. waren, machten wir eine Stunde Siesta.
Dann hatte auch der Regen wieder aufgehört und wir fuhren weiter, meist auf kleineren Straßen, die Küste entlang über verschiedene Brücken und zum Schluss noch mit der Fähre bis Lysekil. Der Hauptstellplatz für Wohnmobile am Hafen war belegt, aber ein paar hundert Meter weiter bekamen wir auf dem zweiten Wohnmobilplatz noch ein Plätzchen mit Strom für die Berta und Duschen und WCs für uns.
Dort parkten wir und machten uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt, um uns heute ein Abendessen zu gönnen. In einem Restaurant in Hafennähe aßen wir gegrillten Lachs mit Ofenkartöffelchen, gegrilltem Gemüse und Remoulade. Es war sehr lecker!
Auf dem Rückweg zur Berta regnete es wieder, aber wir waren mit Schirm und Regenjacken gut vorbereitet. Zum Tagesabschluss gab es noch eine schöne heiße Dusche im sehr sauberen Waschhaus.
Hier die Komoot-Tour des Tages.
Samstag 08.06.2024 - Lysekil Stangehuvud Naturreservat und Havets Hus (Meeresaquarium)
Unser Standplatz:
Heute war für den ganzen Tag Regen angesagt, aber dieser kam erst gegen 12:00 Uhr.
Wir beschlossen, die noch trockene Zeit am Vormittag zu nutzen, um im direkt an den Ort angrenzenden Stangehuvud Naturschutzgebiet auf schönen rötlichen Granitfelsen herumzukraxeln, die typisch für diesen Teil von Bohuslän sind.
Wir hatten Spaß dabei und erfreuten uns an der einen oder anderen schönen Aussicht. Einen kleinen Abstecher machten wir zu einem kleinen weißen Leuchtfeuerhäuschen, das zwar nicht mehr in Betrieb ist, aber gerne als Fotomotiv verwendet wird.
Das ganze Reservat ist sehr überschaubar. Läuft man alles ab, ist man ca. 1,5 Stunden unterwegs. Da sich der Himmel aber um 10:30 Uhr bedrohlich verdunkelte, verzichteten wir auf einen Teil und waren um 11:00 Uhr zurück an der Berta, die wir ganz in der Nähe des Meeresaquariums “Havets Hus” geparkt hatten.
Da wir morgens noch früh dran waren, hatten wir problemlos einen Platz bekommen. Jetzt um 11:00 Uhr war alles voll. So beschlossen wir, das Auto hier stehen zu lassen, ruhten uns ein bisschen aus und aßen Maultaschen mit Salat (die zweite Portion) zu Mittag. Inzwischen hatte es zu regnen angefangen, mal mehr mal weniger, aber stetig.
Nach dem Essen schnappten wir einen Schirm, zogen Regenjacken an und machten uns auf den Weg zum Havets Hus, einem Salzwasseraquarium mit 25 Becken, die ständig mit kaltem, frischem Meerwasser aus einer Tiefe von 32 Metern direkt aus dem Meer versorgt werden. Man kann hier die Meeresbewohner sehen, die es in der Umgebung gibt: verschiedene Fische, Seesterne, Krabben, Krebse ... Es gibt auch ein Tunnelaquarium, wo einem die Fische über den Kopf schwimmen.
Es war allerhand los am heutigen Regensamstag, was aber nicht anders zu erwarten war. Über QR-Codes, die man an den verschiedenen Aquarien mit dem Handy abscannen kann, bekamen wir ein paar Infos und Erklärungen auf Deutsch zu den Tieren in den Becken, die sich häufig auch gut versteckten.
Wieder im Freien fuhren wir zu einem Supermarkt, um uns mit Brot, etwas Gebäck, Obst und Cola für Udo einzudecken. Es regnete .... Wir fuhren wieder zu unserem Übernachtungsplatz, tankten Frischwasser und machten uns einen schönen Kaffee. Es regnete immer noch ... Als wir gerade beim Abspülen waren, kam ein Mann von der Stadt und wollte unsere Tickets sehen. Als wir erklärten, dass wir die letzte Nacht bezahlt hatten und jetzt nur einen Kaffee trinken und dann weiterfahren wollen, gab er sich zufrieden. Leider veränderte er den Code fürs WC, so dass wir das nicht mehr benutzen konnten.
Unser nächstes Ziel war das Weltkulturerbe Tanum mit Felszeichnungen aus der Bronzezeit. Da wir im Regen sonst nichts mehr unternehmen konnte, fuhren wir dorthin. Direkt neben dem Museum gibt es einen Campingplatz, der aber ziemlich teuer ist. Sonst ist Campen hier verboten, es gibt nur Tagesparkplätze. Aber 7 km entfernt befindet sich das Küstenstädtchen Grebbestad mit einem großen kostenlosen Parkplatz am Hafen. Den steuerten wir mit Erfolg an.
Zuvor machten wir noch einen Zwischenstopp auf einem Rastplatz an der E6, wo es ein Informationszentrum zu den Felszeichnungen von Tanum auf verschiedenen Tafeln gibt.
Um 18 Uhr kamen wir in Gebbestad auf unserem Übernachtungsparkplatz an. Die 6 Wohnmobilstellplätze waren zwar belegt, aber sonst war so viel Platz vorhanden, dass das kein Problem darstellte. Wir machten uns ein kleines Vesper, drehten eine kurze Runde am Kai, gingen aber schnell und gerne wieder in die Berta. Der Regen hatte zwar aufgehört, aber es war ziemlich kalt und ungemütlich. In der Berta machten wir die Heizung an und beschäftigten uns noch etwas mit unseren PCs. Wie gut, im Warmen und Trockenen zu sein, denn draußen regnete es mal wieder ...
Sonntag 09.06.2024 – Tanum Weltkulturerbe Felsritzungen
Unser Standplatz war ganz ähnlich zu diesem hier:
Am Morgen erwachten wir mit einer bösen Überraschung: Kein Strom mehr da! Die Batterien waren komplett leer, obwohl wir abends keine Laptops geladen hatten. Udo hatte schon in Deutschland die Befürchtung, dass die Batterien nicht mehr in Ordnung sind, da sie auch in der Scheune komplett leer waren, als Udo die Berta holte. Das war jetzt schon blöd ... Nun ja, wir behalfen uns, indem wir weiterfuhren. Kaum war der Motor an, ging zumindest die Pumpe sofort wieder, die wir zur Klospülung und für die Wasserhähnen brauchen.
Wir fuhren bis zum Vitlycke-Museum, wo erst zwei Fahrzeuge auf dem Parkplatz standen. Wir gesellten uns dazu und machten erst einmal Frühstück. Durch das Fahren und da jetzt auch immer wieder die Sonne zum Vorschein kam, waren die Batterien wieder einigermaßen geladen und alles funktionierte problemlos.
Das Museum öffnete um 10 Uhr. Wir drehten zuerst noch eine Runde um das Gebäude und waren dann bei den Ersten, die hineingingen.
Die Ausstellung ist klein aber fein, sehr modern gemacht. Es wird eine fiktive Geschichte von einer Familie erzählt, die in der Bronzezeit in Tanum lebte. Anhand dieser Geschichte werden die Probleme, Riten, Arbeits-, Denk- und Lebensweisen der damaligen Zeit lebendig und anschaulich dargestellt.
Die Unisex-Toiletten waren stilecht mit den Felszeichnungsmenschen gekennzeichnet:
Zum Museum gehört ein Außenbereich mit ein paar Häusern, wie sie damals bewohnt wurden.
Anschließend besuchten wir die vier Plätze, an denen sich Steinplatten mit Felsritzungen befinden. Udo fotografierte die Erklärtafeln mit Google-Lens, dann ließen wir uns die Texte übersetzen und vorlesen – sehr praktisch! So haben wir viel darüber erfahren, wer hier was in den Stein gemeißelt hat – auch wenn die Zeichnungen bis heute Rätsel aufgeben. Nicht so sehr, was hier dargestellt wird, sondern mit welcher Absicht die doch sehr aufwändigen Zeichnungen in den Stein geritzt wurden. Sie stammen von unterschiedlichen Künstlern, die zum Teil hunderte von Jahren auseinander gelebt haben.
Das Wetter machte einige Kapriolen. Es war ziemlich windig, meist sonnig mit Wolken, aber vormittags zogen immer wieder auch kurze Schauer durch, einmal sogar mit Hagel. Der Spuk war dann nach wenigen Minuten vorbei und die Sonne kam wieder hervor.
Das größte Besichtigungsareal befindet sich gleich neben dem Museum. Neben vielen anderen Zeichnungen kann man dort das bekannteste Motiv, das Brautpaar, bewundern. Außerdem führt der Weg zu einem Gräberfeld mit schönem Ausblick übers Land.
Um 13:30 Uhr waren wir wieder an der Berta und machten Mittagessen: Spaghetti mit Pesto und Salat. So war es fast 15 Uhr, als wir zur weiteren Besichtigungstour starteten.
Wenige Kilometer von Vitlycke entfernt liegt Aspeberget. Hier geht man über einen Kilometer an sieben verschiedenen Felsen mit Zeichnungen vorbei. Die meisten sind rot eingefärbt und daher gut zu erkennen. Einige wurden aber auch natürlich belassen, da muss man ganz schön suchen, um die Zeichnungen zu entdecken.
Nur ein kleines Stück weiter ist Litsleby. Die Hauptsehenswürdigkeit besteht aus einem 2,3 Meter großen Mann mit einem Speer – wahrscheinlich der Darstellung eines Gottes.
Den Abschluss bildete Fossum & Balken, das kleinste Gebiet. Hier findet man das ebenfalls berühmte Sonnenpferd. Es ist allerdings so klein und unscheinbar, dass wir es nur wahrnehmen und würdigen konnten, weil wir auf der Tafel darüber aufgeklärt wurden.
Jetzt hatten wir aber genug von Felszeichnungen und beschlossen, noch bis Uddevalla weiterzufahren. Dort gibt es einen Womo-Platz mit Strom vor dem Bohuslans-Museum. Ein paar Kilometer davor kamen wir an einem McDonald vorbei und beschlossen, die schwedische Version dieser Fastfood-Kette zu testen. Es war keine gute Entscheidung. Die Burger waren ziemlich schlecht.
Auf dem Parkplatz angekommen, freuten wir uns zunächst, denn es gab tatsächlich Stromsäulen und der Platz leer war. Die Freude wurde jedoch getrübt, als wir das Schild an der Einfahrt sahen: Halteverbot auf diesem Platz vom 10.-17.06., also ab morgen. Was nun? Auch der große Parkplatz war mit den gleichen Schildern versehen. Wir beschlossen, vorerst trotzdem hier zu parken, die 100 SEK (8,50€) Parkgebühr zu bezahlen und Strom zu tanken. Alle Geräte wurden aufgeladen, Xenia hat geduscht, geföhnt und den Glättstab benutzt. Trotz dieser Einschränkung füllte sich der Platz in den nächsten Stunden mit weiteren Wohnmobilen. Vor dem Schlafengehen wollten wir uns für den Rest der Nacht auf einen anderen Parkplatz stellen. Udo hatte sich schon schlau gemacht und eine geeignete Sackgasse um die Ecke gefunden.
Hier die Komoot-Tour zu den Felszeichnung als Kombi von Wandern und Autofahren.
Montag, 10.06.2024 – Uddevalla Küstenradtour, Bohuslän-Museum, Wanderung Herrestadsfjället Naturschutzgebiet
Kurz vor Mitternacht hatten wir den jetzt bald verbotenen Wohnmobilparkplatz verlassen und die Berta in eine Sackgasse mit Blick aufs Wasser umgeparkt.
Heute sollte der erste Tag ohne Regen, mit nur mäßigem Wind und mit viel Sonnenschein werden.
Wir verbrachten eine ruhige Nacht in der Sackgasse am Fluss. Nach dem Frühstück machte Udo die Räder startklar und wir radelten die Strandpromenade und einen Küstenwanderweg entlang bis zur E6, unter dieser hindurch und wieder zurück, insgesamt 20 km.
Vor allem das Stück auf Holzbohlen direkt am Felsen und über eine Hängebrücke war sehr schön – so schön, dass wir es auf dem Rückweg nochmals fuhren.
In den Neubaugebieten sieht man einfallslose Häuser wie Schuhschachteln, quadratisch, praktisch und hoffentlich gut. Nur eines von 20 Häusern hat noch ein traditionelles Aussehen.
Das letzte Stück vor dem Umkehren war recht herausfordernd, da es ein Wanderweg war und über Wurzeln und Steine ging. An einer Stelle war der Weg dazuhin noch so überschwemmt, dass wir kaum durchkamen, da ein Ausweichen nach rechts oder links nicht möglich war. So war die Tour auch ziemlich abenteuerlich.
Es war fast Mittag, als wir zurückkamen, und so entschlossen wir uns, weiter in die Innenstadt zu fahren und uns etwas zum Essen zu suchen. In der Fußgängerzone angelangt, erkundigte sich Xenia bei zwei Polizisten, wo wir einen guten Fisch essen können. Sie empfahlen uns den Mittagstisch eines Restaurants in der Fußgängerzone, zu dem sie gerade selbst unterwegs waren. Was heute auf dem Speiseplan steht, das wussten sie nicht, aber sie empfahlen uns, dort einmal vorbeizuschauen. Das machten wir und wurden tatsächlich mit einem sehr guten Mittagsmenue belohnt. Zuerst Salat vom Buffet, dann gebratene Makrele mit Spinat, Kartoffel und Preiselbeeren, zum Abschluss Kaffee mit Zimt-Karotten-Kuchen. Auch Eistee oder Sprudel war im Preis inklusive und das Ganze um 130 SEK, ca. 11 €. Es war richtig gut und danach waren wir sehr satt.
Wir bummelten noch etwas weiter durch die Fußgängerzone und radelten dann zurück zur Berta, wo Udo die Räder wieder einräumte.
Anschließend statteten wir zu Fuß dem Bohuslän-Museum um die Ecke einen Besuch ab, wo Kunst und Alltag aus der Region ausgestellt wird. Auch einige Boote kann man dort besichtigen. Am schönsten sind die Kindersachen. An verschiedenen Stellen sind liebevoll eingerichtete Zimmer oder Spielecken für die Kleinsten aufgebaut.
Das Museum hat uns jetzt nicht so sehr angesprochen, daher gingen wir zügig durch und wieder zurück zur Berta, wo wir uns ein kurzes Schläfle gönnten.
Da das Wetter so schön und angenehm war, wollten wir noch eine Wanderung machen im 20 Minuten entfernten Herrestadsfjället Naturschutzgebiet. Zuvor machten wir einen Halt bei einem Lidl und kauften uns noch warme Zimtschnecken und Brezeln.
Dann ging es zum Start der Wanderung, die letzten Kilometer vor dem Parkplatz auf einem ganz kleinen Sträßle, wo wir froh waren, dass keiner entgegen kam.
Die Wanderung hatte Xenia aus einem Reiseführer, allerdings kürzten wir sie ab, da wir erst um 16 Uhr starteten. Die Runde wurde als “wildromantisch” angepriesen, was sie zweifelsohne auch war. Auf meist kleinen Wurzelpfaden ging es über Stock und Stein, rauf und runter, durch den Wald und an verschiedenen Seen vorbei. Eine traumhafte Landschaft, so wie Xenia sich Schweden vorgestellt hatte. Allerdings waren die Pfade teilweise unter Wasser oder sehr schlammig, da es in den letzten Tagen viel geregnet hatte. Das stellte uns vor so manche Herausforderung. Manchmal waren ein paar Bohlen gelegt oder es gab an einer besonders steilen Stelle ein Seil, an dem man sich hochziehen konnte, meistens mussten wir aber selbst sehen, wie wir weiterkamen. Unser Weg führte uns auch an ein paar kleinen Hütten und Grillplätzen vorbei, aber außer einem weiteren Wanderpaar sind wir niemandem begegnet.
Es war gut, dass wir uns nicht die ganze Runde, wie im Führer vorgeschlagen, vorgenommen hatten, denn wir benötigten für die verbliebenen 8 km ganze 4 Stunden! Wir machten wohl immer wieder einen kurzen Halt und genossen die Ausblicke auf die Seen, einmal auch eine Zimtschnecke, aber insgesamt waren das nicht mehr als 30 Minuten. Die kleinen und unwegsamen Pfade benötigten einfach Zeit und auf den letzten Kilometer hätten wir auch verzichten können.
Um 20 Uhr waren wir froh, wieder gut bei der Berta angekommen zu sein. Wir machten einen Tee, aßen die Brezeln und fuhren dann weiter – allerdings nur ein paar Kilometer bis zu einem anderen etwas größeren Parkplatz im Naturschutzgebiet, wo wir einen guten Empfang hatten. Dort stellten wir uns neben einen VW-Bus, der schon da war, und blieben hier über Nacht.
Dienstag 11.06.2024 – Trollhättan
Die Sonne begrüßte uns am Morgen und sorgte dafür, dass wir uns waschen und ein bisschen heizen konnten. Nachdem die Bordbatterien am Abend wieder leer waren, brauchten wir neue Energie für die Wasserpumpe und das Gebläse, die uns die Solarzellen auf dem Dach brachten.
Udo meinte, dass es sinnvoll wäre, einen Tag zu investieren, um uns neue Batterien zu besorgen.
Nicht nur in der Toscana gibt es Straßen ohne Mittelstrich.
Wir fuhren wie geplant weiter nach Trollhättan, aber dort zuerst zu einem Wohnmobilhändler mit Service und Reparaturwerkstatt. Die Auskunft dort war, dass sie keine Batterien haben, aber wir bekamen eine Adresse 5 km entfernt, wo wir wahrscheinlich welche bekommen könnten. Dafür hatte diese Werkstatt einen Gasfüll-Service, den wir nutzten, um die angebrochene Gasflasche wieder ganz auffüllen zu lassen. Das war noch nicht unbedingt nötig, aber was man hat, das hat man.
Die zweite Adresse erwies sich wieder als Blindgänger. Wir wurden an einen Batteriehändler ein paar Kilometer weiter verwiesen. Dort gab es dann tatsächlich etwas für uns, aber ohne Einbau und zu einem deutlich höheren Preis als in Deutschland. Außerdem überlegte Udo schon eine Weile, auf LiPo-Batterien umzurüsten, die zwar einiges teurer aber dafür auch leichter und leistungsfähiger als unsere jetzigen sind. Das würde aber nur in Deutschland gehen. Werkzeug für einen Batterietausch hatten wir dabei, aber um an die Batterien zu kommen, müssen die Vordersitze ausgebaut werden. Das ist ziemlich kompliziert und wenn es nicht klappt, was dann?
Wir beschlossen, uns vorerst so zu behelfen, erst einmal weiterzufahren und auf gutes Wetter und Sonnenschein zu hoffen ...
Weiter ging es auf einen Parkplatz in der Nähe des Olidan-Kraftwerks am Götakanal. Der Wohnmobilparkplatz war komplett belegt, aber in der Nähe einer Hubbrücke fanden wir einen schönen freien Parkplatz für uns.
Udo richtete die Räder, Xenia stellte eine Tour auf komoot zusammen. Dabei konnten wir zweimal beobachten, wie sich die Hubbrücke anhob, um ein Segelschiff durchzulassen und sich nach dessen Durchfahrt wieder absenkte.
Inzwischen war es 13:30 Uhr geworden und so führte uns unser Weg zuerst in die Fußgängerzone der Innenstadt und dort zum MAX-Burger, um die Empfehlung von Marina auszuprobieren. Die Burger haben uns tatsächlich besser geschmeckt als diejenigen von McDonalds, allerdings fand Xenia ihren ein bisschen zu scharf.
Auf dem Rückweg zum Göta-Kanal fuhren wir über den "Walk of Fame" von “Trollywood”, wie Trollhättan auch genannt wird, weil der Kanal, die Schleusen, Hub- und Hängebrücke und nicht zuletzt das Olidan-Kraftwerk als Filmkulisse für einige Filme gedient hatten, die hier gedreht wurden.
Die nächste Station war das Saab Car Museum. Wir bewunderten einige Rennwagen und andere Fahrzeuge dieser schwedischen Marke. Leider werden keine Saab-Autos mehr gebaut, da General Electrics das insolvente Unternehmen aufgekauft und geschlossen hat. Jetzt bauen sie in erster Linie noch Flugzeuge für die Rüstungsindustrie.
Udo stellte Ähnlichkeiten zu Mercedes fest: das Design könnte zu einem CI gehören und das Motto "Transport zu Erde, zu Wasser und in der Luft" passte auch.
Ein Ralley-Auto von 1957, als Udo geboren wurde, mit stolzen 70 PS.
Saab war bekannt für Exklusivität und Qualität. Auch ein deutsches Rallye-Auto ist ausgestellt.
Schon immer hatte Saab den quer eingebauten Motor, der die Vorderachse antrieb. Bei uns kam das erst mit dem Golf auf den Markt. Das Auto rechts wurde "das Monster" genannt: zwei 3-Zylinder-2-Takt-Motoren aneinander geflanscht brachten es schon 1960 auf 180 PS und knapp 200 km/h.
Als wir um 15:30 Uhr aus dem Museum kamen, wurden die Wolken dichter. Wir setzten unsere Tour fort und steuerten das Kanalmuseum an, das aber erst ab 15. Juli wieder geöffnet ist.
So ging es weiter zu einer Aussichtsplattform, wo man einen schönen Blick auf die Stadt und das Kraftwerk hat. Das letzte Stück mussten wir zu Fuß hinaufsteigen und unsere Räder unten anketten.
Schon von oben haben wir etwas entfernt dicke schwarze Wolken gesehen, aus denen es regnete. Wir dachten eigentlich, dass sie wegziehen, aber dem war nicht so. Wieder bei den Rädern angekommen hörten wir einige Donner, sahen die Regenwolken näherkommen und beschlossen, auf eine nähere Inspektion des Kraftwerks zu verzichten, was sowieso unsere letzte Station gewesen wäre. Das war eine gute Entscheidung! Wieder zurück an der Berta schaffte es Udo gerade noch, die Räder wieder zu verstauen. Als er die hintere Türe schloss, fielen schon die ersten Tropfen und keine 3 Minuten später goss es in Strömen. Wieder waren wir bewahrt worden!
Wir machten einen Kaffee, danach plante Xenia die Weiterfahrt und Udo ruhte sich etwas aus.
Um 17:45 Uhr fuhren wir weiter zum Schloss Läckö auf der Insel Kallendsö, der größten Insel am Vänern-See. 50 km nach Trollhättan strahlte wieder die Sonne und wir kamen bei bestem Wetter dort an.
Auf dem Weg gab es diese schöne Windmühle zu bestaunen.
Hier gibt es einen Campingplatz, der vor der Einfahrt einen Camperservice mit Abwasser, Frischwasser, Toilettenentleerung und Mülleimern (mit Mülltrennung) anbietet, und das auch für Wohnmobilisten, die nicht auf den Campingplatz fahren. So stand es zumindest bei Park4Night und so haben wir es auch angetroffen und die Wasserversorgung gerne in Anspruch genommen.
Nicht weit vom Campingplatz entfernt befindet sich ein großer Parkplatz, der zum Schloss gehört und auch eine Abteilung für Wohnmobile hat. Dort kosten 24 Stunden nur 50 SEK, die wir gerne bezahlten und uns dort “einquartierten”. Leider war der Platz schon im Schatten, aber alle Geräte hatten wir während der Fahrt voll geladen. Jetzt hofften wir halt, dass uns das Licht nicht zu bald ausging und machten uns ein Abendessen: Tomatensalat mit Feta und Zwiebeln, dazu Walnussbrot mit Hummus und zwei hartgekochten Eiern noch von zuhause.
Mittwoch 12.06.2024 – Schloss Läckö und kleine Wanderung auf der Insel Kallendsö am Vänern
Unser Übernachtungsplatz, der Wohnmobilparkplatz beim Schloss
Heute erwartete uns bis 15 Uhr ein strahlend schöner Frühsommertag. Dann zogen ein Gewitter und eine Regenfront herein.
Da unsere Bordbatterien am Morgen wieder leer waren, parkte Udo das Auto um auf einen Sonnenplatz. So hatten wir keine Stromprobleme. Es war ein herrlicher Morgen, Sonnenschein und kein Wind. Wir starteten um 10 Uhr zu einer kleinen Runde am Schloss vorbei und am See entlang auf kleinen Pfaden mit herrlichen Ausblicken. Die schöne Natur und die Stille um uns herum waren so wohltuend.
Um 11:30 Uhr waren wir wieder zurück und gingen ins Schloss. Um 12 Uhr gab es eine geführte Tour durch die königlichen Gemächer. Leider nur auf Englisch, aber wir hatten beim Eingang ein Blatt mit ein paar deutschen Infos bekommen. So konnten wir dem Guide ganz gut folgen und auch die zusätzlichen Erklärungen verstehen.
Das schöne weiße Schloss stammt ursprünglich aus dem Mittelalter, wurde aber im 17. Jahrhundert renoviert und zu dem Gebäude gemacht, das es heute noch ist. Das Inventar wurde zwar geplündert, aber einige Möbelstücke wurden nachgemacht oder von anderen Schlössern hierher überführt. Die Stockholmer Nationalgalerie hat dem Schloss einige Bilder als Leihgabe zur Verfügung bestellt, so dass der Besuch doch sehr lohnenswert war.
Auf einem Stock und auf dem Außengelände gab es eine besondere Ausstellung “Wonderland” mit bemerkenswerten Photographien der Künstlerin Kristy Mitchell. Xenia dachte zuerst, es seinen Fotomontagen, aber wie in einem Film erklärt und gezeigt wurde, wurden die Motive wirklich so arrangiert und fotografiert.
Wir schauten kurz im kleinen Restaurant vorbei, aber das Essen hat uns nicht besonders angemacht. So gingen wir zurück zur Berta, Udo packte Tisch und Stühle aus, Xenia kochte ein paar Nudeln mit Tomatensoße und wir genossen ein Mittagessen in der Sonne.
Leider dauerte es nicht lange und dicke Wolken zogen am Horizont auf. Auch der eine oder andere Donner war zu hören. Um 15:15 Uhr goss es dann einmal wieder in Strömen.
Da wir eine gute Wasserversorgung hatten, beschlossen wir, das auszunutzen und gönnten uns eine schöne Dusche, während es draußen regnete. Anschließend fuhren wir nochmals zur Versorgungsstation des Campingplatzes, leerten unser Klo, tankten Wasser, ließen Abwasser ab und machten uns auf den Weg zum nächsten See, dem Vättern. Dort wollten wir als erstes den Tiveden-Nationalpark besuchen. Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns für einen freien Parkplatz kurz vor einem der drei Eingänge des Nationalparks. Auf dem Weg besuchten wir noch einen Lidl und deckten uns mit Lebensmitteln für die nächsten Tage und ein paar Erdbeeren ein.
Um 20:15 Uhr kamen wir auf dem ausgewählten Platz an – sehr schön im Wald am Rande des Nationalparks gelegen. Zwei weitere Camper waren schon da, zu denen gesellten wir uns. Es gab noch ein kleines Vesper und die Erdbeeren, die wir uns gut schmecken ließen.
Donnerstag, 13.06.2024 – Tiveden kleine Runde – Batterienkauf in Linköping – Schleusen Borenshult lock – Motala
Heute machten wir dem Batterie-Elend ein Ende und fuhren dafür eine größere Strecke (125 km / gute zwei Stunden) bis Linköping. Dort hatte Udo einen Batterieladen im Internet ausfindig gemacht, der unsere Womo-Batterien haben müsste.
Den gestrigen Abend hatten wir ohne Licht, ohne irgendetwas zu laden und mit abgeschaltetem Kühlschrank verbracht. Trotzdem waren und am Morgen die Batterien komplett leer waren und wir mussten wieder einmal ein Stück fahren, um wenigstens die Pumpen fürs Wasser wieder zum Laufen zu bringen. So konnten wir nicht mehr weitermachen, schon gar nicht weitere vier Wochen lang!
Udo recherchierte und tätigte bei einem größeren Shop in der Nähe einen Telefonanruf, aber leider ohne Erfolg. Wohnmobilbatterien werden von nicht so vielen Händlern angeboten. So suchte Udo schließlich nach einer Filiale der Kette, die uns eine Batterie in Trollhättan verkauft hätte. Leider waren alle Filialen über 100 km entfernt. So bissen wir in den sauren Apfel und wählten eine in Linköping, östlich des Vätternsees, aus.
Da wir schon direkt am Eingang Ösjönäs des Tiveden Nationalparks standen, machten wir vor der Weiterfahrt eine kleine Wanderung von 45 Minuten durch den Nationalpark. Der Weg führte uns auf einer Landzunge durch einen Mischwald aus Birken und Fichten mit viel Heidelbeerkraut am Boden zu einem See. Dort machten wir eine kurze Pause und genossen die wunderbare frische Luft und die Stille.
Direkt an der Spitze der Landzunge, befindet sich ein Outdoor-Camperplatz mit Toilette - so sauber und gepflegt, wie es für eine deutsche Autobahntoilette wünschenswert wäre!
Am Rastplatz gibt es eine Erklärung, wie man mit dem Holz umzugehen hat. Feuerholz war vorhanden und auch das nötige Werkzeug, um es zum Verbrennen aufzuarbeiten.
Anschließend ging es auf große Fahrt nach Lidköping, wo wir um 13 Uhr vor dem “batterielagret” ankamen – und welch Glück und Freude, sie hatten passende Batterien für uns, sogar mehrere zur Auswahl.
Udo entschied sich für eine, die etwas mehr Kapazität als unsere alte hat, größenmäßig in die Berta passt und kompatibel zu allen anderen Elementen ist, die man zur Stromversorgung braucht. Der nette Verkäufer empfahl ein schwedisches Produkt, das vergleichbar mit Varta aber günstiger sei. Udo folgte dieser Empfehlung und dann begann das Umbau-Abenteuer.
In einer kleinen Seitenstraße baute Udo die Vordersitze und die darunterliegenden Batterien aus und ersetzte sie durch die neuen. Xenia bereitete in der Zeit ein leckeres Mittagessen zu: Hähnchengeschnetzeltes in Paprika-Rahmsoße mit Salat und zum Nachtisch Vanillepudding mit Himbeersirup. Um 14:15 Uhr war angerichtet und es hat uns wirklich gut geschmeckt. Udo war noch bis 17 Uhr beschäftigt, dann war das Werk vollbracht, die neuen Batterien taten ihren Dienst und wir fuhren sehr dankbar und erleichtert zurück an den Vättern-See.
Der neue Reiseplan war jetzt, am Ostufer den Vättern gen Süden und anschließend am Westufer wieder in Richtung Norden zu fahren, noch einmal den Tiveden-Nationalpark besuchen und hoffentlich dort eine schöne Wanderung nachzuholen.
Unser erstes Ziel am Vättern war eine besondere Schleusentreppe mit fünf Wehren in der Nähe von Motala, wo der Göta-Kanal in den Vättern fließt. Wir parkten direkt an der Schleuse und drehten eine Runde im Sonnenschein.
Anschließend fuhren wir weiter nach Motala. Wir wollten die Nacht eigentlich auf dem Parkplatz des dortigen Motor-Museums verbringen, aber die Innenstadt war wegen eines Radrennens um den Vättern die ganze Woche für den Verkehr abgesperrt. So mussten wir uns einen anderen Platz suchen und landeten auf einem sehr schönen Parkplatz im Grünen in der Nähe des Radio-Museums.
Hier machten wir uns recht müde aber erleichtert ein kleines Abendessen, dann ging auch dieser Tag zu Ende.
Freitag 14.06.2024 - Wanderung im Ekopark Omberg mit Klosterruine – Gränna
Der neue Tag begann mit Sonnenschein und einer vollen Wohnmobilbatterie! Wie schön war das!
Bevor wir weiterfuhren, erkundeten wir noch die Umgebung unseres Übernachtungsplatzes. Das kleine Radiomuseum hatte leider noch geschlossen und öffnete erst um 12 Uhr. Der Parkplatz, auf dem wir die Nacht verbracht hatten, gehört zu einem Golfdisk-Park, wo es einen Parkour zum Diskus-Scheiben-Werfen gibt. Wir konnten uns kaum vorstellen, dass man mit so einer Scheibe ein Ziel in teilweise mehr als fünfzig Metern Entfernung treffen kann, aber anscheinend ist das möglich.
Xenia hatte am Abend zuvor eine Wanderung in der Nähe von Hästholmen herausgesucht, die recht vielversprechend aussah. In Hästholmen selbst soll es laut Reiseführer das beste Eis Schwedens geben. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen!
Wie sich dann herausstellte, führte die Wanderung durch den Eko-Park Omberg, auch ein sehr schönes Fleckchen Erde mit einer Steilküste zum See, einem alten Birkenwald mit riesigen Bäumen und einem Mischwald, in dem auch Kirschbäume wachsen.
Die Fahrt zum Eko-Park war nicht sehr ermutigend, da sich der Himmel inzwischen komplett zugezogen hatte und wir sogar zweimal durch einen leichten Schauer fuhren. Würden wir die Wanderung überhaupt durchführen können?
Wir konnten! Als wir am Startparkplatz ankamen, war es immer noch bewölkt aber trocken. Die schwarzen Regenwolken hatten sich verzogen.
Auf dem Parkplatz gab es eine Toilette, die wieder einmal sehr sauber war.
Wir packten unsere Rucksäcke und stiegen zuerst auf einen kleinen Berg mit einer schönen Aussicht. Schon nach wenigen Minuten kam die Sonne heraus und das sollte den ganzen Tag über so bleiben.
Nach dem Aussichtspunkt ging es wieder den Berg hinunter und weiter in ein Moorgebiet, das wir auf einem Bohlenweg durchquerten.
Unterwegs sahen wir ein Zelt auf einem Outdoor-Zeltplatz. Da werden in nächster Zeit wohl noch weitere dazukommen.
Zurück im Wald führte uns der Weg ans Ufer des Vättern, das hier felsig und steil abfallend ist.
Auf einem kleinen Wurzelweg ging es zurück zur Berta durch einen Buchenwald mit riesigen Bäumen.
Da die Wege doch recht anspruchsvoll zum Gehen waren und wir fast alle Tafeln auf dem Weg gelesen hatten, brauchten wir für die gut 7 km fast drei Stunden und waren um 14:15 Uhr zurück. Jetzt gab es ein Vesper mit Salat.
Nur einen Kilometer von unserem Parkplatz entfernt befindet sich die Ruine des Alvastra Klosters. Da wir ganz in der Nähe waren, machten wir noch einen Abstecher dorthin und durchstreiften die alten Mauern. Fasziniert hat uns der pikobello gemähte Rasen auf dem Gelände. Wer sich wohl diese Mühe gemacht und um die vielen Ecken und Kanten gemäht hat?
Unser nächstes Ziel war die vielgepriesene Eisdiele in Hästholmen und die Enttäuschung war groß, dass diese geschlossen hatte.
So fuhren wir weiter zur “Zuckerstadt” Gränna, laut Führer einem Highlight am Vättern. Wir fanden einen Parkplatz am Rande der Innenstadt und besuchten zuerst ein altes Museumshaus von Gränna.
Dann schlenderten wir durch die Hauptstraße mit ihren vielen Süßigkeiten-Läden. In Gränna werden Zuckerstangen, Zuckerlutscher und Bonbons hergestellt. In einem Laden konnte man dem Zuckerbäcker bei der Arbeit zusehen. Dort haben wir uns zwei Stangen zum Versuchen gekauft. Sie schmeckten nicht schlecht, nur sehr süß ...
Nach einer kleinen Runde durch den Ort waren wir wieder am Auto angekommen und beschlossen, heute nicht mehr weiterzufahren. Es war inzwischen 17:45 Uhr geworden und wir fuhren einen Waldparkplatz oberhalb von Gränna in Grännaberget an. Dort standen schon einige Autos und Wohnmobile und wir hatten Glück, dass gerade ein Auto wegfuhr und wir dessen Parkplatz haben konnten.
Wir ruhten uns eine Stunde aus, dann gab es Abendessen: Grillkäse mit Paprika und Zwiebeln.
Zum Tagesabschluss machten wir um 20:30 Uhr einen Abendspaziergang mit Blick auf den See, den Hafen und die Stadt. Die langen Tage haben schon ihren Reiz.
Am ersten Aussichtspunkt gab es Häuser aus dem 18. Jahrhundert und einen Aussichtsturm, der die Sicht auf die Stadt nochmals verbesserte.
Als wir vom Spaziergang zurück kamen, waren außer der Berta nur noch zwei weitere Wohnmobile da. Mit diesen verbrachten wir die Nacht.
Samstag, 15.06.2024 – Jönköping
Die Sonne begrüßte uns am Morgen, versteckte sich aber leider bald hinter den Wolken und überließ am Nachmittag dem Regen das Feld.
Unser Standplatz und der nächtliche Wäschetrockner
Um 9:45 Uhr verließen wir unseren schönen Bergparkplatz und fuhren an die südliche Spitze des Vättern nach Jönköping. Ein paarmal kamen wir durch kurze Schauer, aber in Jönköping war es trocken. Wir wollten eigentlich auf einem etwas günstigeren Wohnmobilstellplatz beim Elmia Kongresszentrum parken und dort eine Nacht verbringen, aber das war nicht möglich, da im Kongresszentrum die "Dreamhack", ein Elektronik- und Computer-Game-Event, stattfand. Alles war voller junger Leute und alle Parkplätze waren belegt.
So fuhren wir einen anderen, ziemlich neuen Stellplatz direkt am See vor Huskvarna an, und da es erst 11:30 Uhr war, bekamen wir dort einen schönen Stellplatz. Am Abend war dann auch hier alles voll.
Udo richtete die Räder, Xenia plante eine Tour durch die Stadt. Um 12 Uhr ging es los: Zuerst noch einmal zum Kongresszentrum, um uns in Ruhe anzuschauen, was dort los war.
Danach wollte Udo eigentlich noch zu einer Verpflegungsstation für das Jedermann-Radrennen “Vätternrunden”. Die Teilnehmer mussten eine Strecke von 315 km zurücklegen. Etwa 18.000 Radfahrer sind normalerweise am Start, davon ca. 10% Deutsche. Gestartet werden kann ab Freitagabend 19:30 Uhr, manche Teilnehmer fahren dann die ganze Nacht durch.
Als wir an der Versorgungsstation (bei ca. 1/3 der Strecke) ankamen, wurde diese leider schon wieder abgebaut.
Weiter führte uns unser Weg den See entlang. Auf dem Weg zum Streichholzmuseum, das unser nächstes Ziel war, kamen wir durch einen wunderschönen Rosengarten, das Roselund Rosarium.
Am Rand des Gartens stand ein wunderschöner Chevrolet.
Das Streichholzmuseum befindet sich nicht weit vom See entfernt in einem Gebäude, in dem einst schon die allererste Zündholzfabrik untergebracht war. Hier erfährt man viel über die Geschichte des Zündholzes und kann eine umfangreiche Sammlung von Werkzeugen und Maschinen bestaunen und anfassen, mit denen Streichhölzer und Streichholzschachteln - zunächst von Hand und später maschinell - hergestellt wurden.
Hier konnte man sehen, wie die Schwefelhölzer von Hand hergestellt wurden.
Erste Hilfe brachten Maschinen, die Birkenstreifen hobelten und dann die Streichhölzer schnitten.
Im 19. Jahrhundert wurde eine Maschine erfunden, die die kleinen Streichhölzer sortierte und einzeln in Halterungen steckte. Dann wurden sie mit Parfin überzogen und der Sicherheitszündkopf kam darauf. Auch das Einsortieren der Hölzer in die kleinen Schachteln und das Einstecken der Schachteln in ihre äußere Hülle übernahm die Maschine automatisch.
Die Etiketten wurden immer wieder neu gestaltet und so schnell zum Sammelobjekt.
Außerdem werden Lebensgeschichten von Menschen vorgestellt, die zum Aufbau der Zündholzindustrie beigetragen haben.
Die Sicherheitszündhölzer aus Jönköping waren ein sehr gut laufendes Geschäft. Die Fabrik bestand aus mehreren Gebäuden. Heute sind hier kleine Läden, meist Cafés oder Modeläden, eingezogen.
Weiter ging es zur Sofia-Kirche, dem Wahrzeichen von Jönköping. Wir konnten einem Orgelspiel zuhören, da kurz zuvor wohl eine Taufe stattgefunden hatte.
Auf dem Weg in die Innenstadt kamen wir bei einem Subways vorbei, den wir für einen kleinen Imbiss nutzten.
Unser Weg führte uns jetzt in die Fußgängerzone, dann auf sehr schönen Radwegen vorbei an den Seen Munksjön und Rocksjön wieder zurück ans Ufer des Vättern. Wir kamen auch an einem Platz für Public Viewing zur EM vorbei (überdacht). Das Interesse hielt sich aber in Grenzen. Nur zwei Personen nutzten die Möglichkeit.
Den Abschluss bildete ein Abstecher an die Sandsteilküste Rosenlund Bankar.
Als wir dort vorbeikamen, fing es leicht zu regnen an. Jetzt aber nichts wie zurück zur Berta! Wir legten einen Zahn zu und kamen ein paar Minuten später am Wohnmobilplatz an. Udo schaffte es gerade noch, die Räder vor dem großen Regen einzupacken. Wie wir ein paar Tage später feststellen mussten, hat er bei dieser Aktion eine unserer roten Radtaschen unter der Berta vergessen und dort stehen gelassen. Zum Glück war sie leer gewesen, aber wir vermissen sie seither trotzdem!
Es war jetzt 16:30 Uhr und wir machten eine Ruhepause bis 18 Uhr. Dann gab es eine “Fika” (Kaffeepause) mit ein paar guten süßen Stückle, die Udo in der Stadt in einer Konditorei gekauft hatte. Anschließend machten wir die Strecken- und Eventplanung für die nächsten beiden Tage, wo wir noch einmal nach Tiveden fahren wollen.
Der Regen hörte gegen 21 Uhr auf, dann riss der Himmel kurzzeitig auf und es gab einen schönen Sonnenuntergang über dem See, den wir von der Berta aus sehen konnten. Wir nutzten die Regenpause noch für einen kleinen Abendspaziergang am Strand. Um 22:30 Uhr setzte der Regen wieder ein.
Sonntag, 16.06.2024 – Fahrt nach Tiveden, Radtour durch den Nationalpark
Unser Stellplatz direkt am See, mit Strom und herrlicher Aussicht
Da wir heute eine längere Fahrt vor uns hatten und noch Zeit für eine Radtour haben wollten, klingelte der Wecker heute schon um 7.15 Uhr.
Der Regen hatte aufgehört und die Sonne schien wieder. Nach dem Frühstück und einem Camperservice fuhren wir zuerst zu einem Lidl. So waren wir gut versorgt mit genügend Essen, frischem Wasser und einer geleerten Toilette, um ein paar Tage autark im Tiveden Nationalpark sein zu können.
Bei schönstem Wetter fuhren wir am Westufer des Vättern entlang nach Norden und freuten uns, wie die Berta zufrieden vor sich hinschnurrte.
Gegen 13 Uhr erreichten wir unser Ziel. Wir hatten uns einen Wohnmobilstellplatz in der Nähe einiger Ferienhäuser und eines kleinen Restaurants ausgesucht und hofften, dort noch einen Platz zu bekommen. Im Park selbst darf man nur auf ausgewiesenen Parkplätzen stehen und nicht übernachten. Manche machen es trotzdem, aber wir würden uns dabei nicht wohlfühlen und so waren wir sehr dankbar und positiv überrascht, als wir am Stellplatz nicht weit entfernt von einem wesentlich teureren Campingplatz ankamen.
Wir waren heute die ersten Gäste auf dem wunderschön gelegenen Platz. Etwas später gesellten sich noch zwei etwas ältere Damen in einem Knaus-Wohnmobil zu uns.
Zuerst gab es Kaffee und ein Vesper, dann wurden die Räder gesattelt und um 14 Uhr starteten wir zu einer gut 30 km langen Radtour durch den Nationalpark und seine Umgebung. Radfahren ist hier nur auf ausgewiesenen Straßen und Wegen erlaubt, und diese waren sehr unterschiedlich: von ein paar hundert Metern geteerter Landstraße über geschotterte Nationalparkstraßen bis hin zu einem kleinen Pfad über Wurzen, Stock und Stein und durch Pfützen. Xenia schlug sich tapfer ... und die Räder auch.
Unterwegs kamen wir immer wieder durch kleine Ortschaften mit sehr schönen Schwedenhäusern und gepflegten Grundstücken. Jedes Haus hat einen eigenen Briefkasten an der Straße, was für den Postboten sicher sehr praktisch ist.
Am Wegesrand gab es immer wieder Felder von bunten Waldhyazinthen.
Gegenüber des Outdoor-Zeltplatzes, an den wir vor drei Tagen gewandert waren, machten wir eine kurze Rast.
Wald- und Kulturlandschaft wechseln sich hier mit Bauerhöfen ab.
Um 16 Uhr waren wir wieder zurück und genossen noch etwas die Sonne vor dem Wohnmobil. Xenia holte sogar eine kurze Hose und ihre Sandalen heraus, Udo hatte den ganzen Tag schon eine kurze Hosen an.
Für die Radtour hatten wir uns vorsichtshalber mit Mückenspray eingesprüht, aber durch die bisher recht kühlen Temperaturen hielt sich die Mückenplage noch sehr in Grenzen. Die wenigen Stiche, die wir trotzdem abbekommen haben, behandelten wir mit einem kleinen Hitzestab, was wunderbar funktionierte.
Leider sollte das Sonnenbaden nicht lange anhalten. Dunkle Wolken zogen auf und um 17:30 Uhr kam wieder einmal ein Regenschauer. Das geht hier immer sehr schnell und ist meistens auch schnell wieder vorbei, aber nass wird man trotzdem. Udo schaffte es gerade noch, die Räder aufzuräumen, bevor es richtig anfing zu schütten.
So verzogen wir uns wieder in unser Mobilheim, duschten und kochten uns ein Abendessen.
Inzwischen hatte der Regen wieder aufgehört und der alte Bauer kam vorbei, um die Standgebühr zu kassieren. Da sein Kartenlesegerät nicht richtig funktionierte, bat er uns und unsere Nachbarinnen, am nächsten Morgen im Restaurant zu bezahlen.
Wir hätten gerne noch eine kleine Abendrunde gemacht, aber jetzt kamen die Mücken wirklich und so beschlossen wir, besser in der Berta zu bleiben und sie nicht hereinzulassen. Dafür schauten wir uns Nachrichten und eine Sendung der Heute-Show an und telefonierten mit Mama Gisela.
Montag 17.06.2024 - Tiveden Nationalpark
Am Morgen prasselten Regentropfen aufs Dach. Dieser Sound ließ uns etwas länger im Bett bleiben. Laut Wetterapp sollte der Regen aber aufhören und das Wetter dann vormittags schön bleiben. Ab 14 Uhr waren wieder Schauer und Gewitter angesagt.
Der Regen hörte auch tatsächlich vor dem Frühstück auf. Wir bezahlten unseren Platz im Café, wo uns zwei nette Trolle verabschiedeten. Dann verließen wir unseren schönen Stellplatz und fuhren an den Haupteingang des Nationalparks.
Dort machten wir uns noch einmal mit den verschiedenen Wandermöglichkeiten vertraut und entschieden uns zuerst für eine Tour von 3,4 km Länge – wobei man das nicht vergleichen kann mit 3,4 km in ebenem Gelände! Der Nationalpark schreibt die Strecke mit 2,5 Stunden aus. Wir gingen die gelbe “Stenkällerundan”, die wir noch etwas mit Teilstrecken der grauen und lila Tour erweiterten. Um 10:15 Uhr starteten wir und waren um 12:30 Uhr wieder zurück an der Berta.
Die Wanderwege im Park sind schon ziemlich anspruchsvoll und abenteuerlich. Es geht über Stock und Stein, alles voller Wurzeln und immer wieder muss man ein wenig klettern. Aber wunderschön!
Zuerst ging es durch den Wald, an großen Steinen vorbei, teilweise eng zwischen ihnen hindurch oder über sie hinweg. Dann kam eine Sumpflandschaft mit kleinen Bächen und Bohlenwegen. Zurück führte uns der Weg am Ufer des Stora Trehörningen, mal unten am See, mal oben auf den Felsen mit sehr schönen Ausblicken. Es war wirklich eine sehr schöne und abwechslungsreiche Wanderung bei inzwischen wieder herrlichem Wetter.
Wieder zurück an der Berta gab es ein Vesper und ein bisschen Ausruhen.
Was wollten wir noch unternehmen? Hierbleiben und eine weitere Runde laufen oder ans andere Ende des Nationalparks fahren und dort eine Tour machen? Oder gar nichts mehr, da der Wetterbericht ab 14 Uhr Gewitter und Regen ansagte und es inzwischen 13:30 Uhr war?
Wir entschieden uns, von dem Platz aus, an dem wir sowieso standen, eine weitere Wanderung zu wagen – denn wer nicht wagt, gewinnt bekanntlich auch nicht! So starteten wir zur laut Parkwärter anstrengendsten Tour, der roten “Trollkyrkorundan” über 4,6 km, die man auch etwas abkürzen kann. Anstrengend ist sie deshalb, weil sie wirklich fast immer rauf oder runter geht und deshalb mit 3 Stunden ausgeschrieben ist. Wir gingen sie aber in gut 2 Stunden, trotz Abstecher auf die beiden großen Felsen Lilla Trollkyrkan und Stora Trollkyrkan, die der Runde ihren Namen geben, und ohne Abkürzung.
Die Aussicht hält sich auf dieser Tour in Grenzen. Hier ist der Weg das Ziel – denn er führt durch einen urigen “Wonderland”-Wald. Man kann sich gut vorstellen, dass hier Schneewittchen mit den sieben Zwergen hinter den sieben Bergen wohnt. Auch dass die Menschen früher in den Felsbrocken allerhand Trolle, Geister und andere Fabelwesen sahen und sich daher von diesem Gebiet fernhielten, verwundert nicht. Bergauf und bergab führt der unebene Weg, was mit der Zeit ganz schön die Knöchel, Knie und Oberschenkel beansprucht.
Um 14:15 Uhr wurde der Himmel voraus schwarz und man hörte das Donnergrollen. Aber wir durften "unter dem Schirm des Höchsten" unsere Wanderung fortsetzen und bekamen erst ganz am Schluss in den letzten 5 Minuten ein paar Spritzer Regen ab.
Der zweite Teil der Runde führte uns an zwei schönen Seen vorbei, aber wir machten nur eine ganz kurze Pause, da das Wetter recht bedrohlich aussah.
Um 15:45 Uhr waren wir zurück an der Berta, und das ziemlich durchfeuchtet - weniger von dem bisschen Regen zum Schluss als vom Schweiß, den uns die Tour gekostet hatte. So heizten wir das Wasser und nahmen als erstes eine schöne Dusche. Anschließend gab es den verdienten Kaffee mit den restlichen süßen Stückle, die wir noch hatten.
Auf dem Parkplatz sahen wir einen schönen alten VW-Bus - ein ähnliches Modell, wie wir es auf unserer ersten Wohnmobiltour vor fast 40 Jahren durch Griechenland hatten.
Um 17 Uhr suchten wir uns einen Nachtplatz außerhalb des Nationalparks auf dem Weg zum Eingang Vitsand, wo wir am nächsten Tag gerne noch eine Runde wandern wollten – sofern es wettermäßig möglich wäre. Die Prognose war nicht so toll, aber das war sie für heute auch nicht.
Zuerst steuerten wir eine Sackgasse an einem kleinen See an und standen dort auch sehr romantisch, aber der Internetempfang war so schlecht bis nicht vorhanden, dass wir noch einmal umparkten und an einen anderen Platz querab der Straße zum Eingang fuhren. Dort verbrachten wir den Abend und die Nacht.
Dienstag 18.06.2024 – Tiveden Vitsand – Örebro
Unser Standplatz war in einer Waldlichtung, wo sich spät am Abend noch eine allein reisende Dame mit Hund dazu stellte.
Am Morgen erwachten wir eine Stunde früher als gewöhnlich und da die Sonne schien, beschlossen wir, den schönen Morgen für eine weitere Wanderung im Nationalpark zu nutzen.
Um 9 Uhr waren wir am Eingang Vitsand und starteten zuerst zur orangen Tärnekullerundan mit dem Highlight der Vitsands-Grotte und dann zur Junker Jägarrundan mit dem Highlight des Junker-Jäger-Steins, dem mit 15 m Höhe größten freistehenden Felsen im Parks.
Jede Tour hat ihre Eigenheiten und ist auf ihre Art besonders. Die orangefarbene Runde führte durch eine kleine Grotte hindurch steil den Berg des Tärnekullen hinauf, der der Tour ihren Namen gab. Der Weg war schon sehr anspruchsvoll: steil, steinig und unwegsam. Aber er machte Spaß und wir bewältigten ihn gut im Sonnenschein. Lediglich auf noch vom nächtlichen Regen nasse und rutschige Wurzeln mussten wir achtgeben, diese waren schon ziemlich rutschig. Der zweite Teil der Runde ging an einem See mit Sandstrand entlang – auch schön!
Sandstrand und Pferdepakplatz
Da wir noch Kraft und Zeit hatten, nahmen wir gleich im Anschluss die weiße Runde in Angriff. Sie führt durch den Wald an vielen großen Steinen vorbei oder auch darüber hinweg, die die Gletscher der Eiszeit hierher geschoben hatten. Das ist hier ohne Frage ein sehr wildes und uriges Gelände.
Um 11 Uhr waren wir nach 4,3 km wieder an der Berta und nahmen nach der schweißtreibenden Wanderung erst einmal eine Dusche und danach ein kleines zweites Frühstück zu uns.
Um 12 Uhr fuhren wir weiter nach Örebro und das in strömendem Regen, der bei unserer Abfahrt einsetzte. Es schüttete wie aus Kübeln und wir waren sehr froh, im Trockenen zu sitzen. Der Regen verfolgte uns die ganze Strecke bis Örebro.
Kurz vor dem Ortseingang sahen wir ein großes Einkaufszentrum mit einem Ikea und kamen auf die Idee, uns das mal im schwedischen Original anzuschauen. Gesagt, getan. Udo fand einen Parkplatz ganz in der Nähe des Eingangs, so dass wir einigermaßen trocken im Inneren ankamen. Wir schauten uns kurz im Verkaufsraum um und gingen dann ins Bistro. Dort kauften wir sehr günstig Hot Dogs, Cola, Zimtschnecken, Cappuccino und ein Eis. Die Zimtschnecken und das Eis waren lecker, der Cappuccino war ok und die Hot Dogs gingen gerade so - aber was will man schon erwarten, wenn sie in der Luxusversion einen Euro und in der Standardversion 45 Cent kosten?
Aus der Tiefkühltruhe nahmen wir noch eine Packung Köttbullar und eine Packung Kartoffelscheiben mit - zumindest dachten wir, es wären Kartoffeln, aber wie sich am Abend herausstellte, waren es kleine Hähnchenmedaillons.
Zurück am Auto war es 14 Uhr geworden, der Regen war vorbei und die Sonne schien wieder. Also ab in die Stadt und dort zu einem Parkplatz ganz in der Nähe des Schlosses. Wir hatten mal wieder Glück. Der Parkplatz war komplett voll, aber als wir reinfuhren stieg ein Mann in sein Auto und fuhr davon. So hatten wir doch noch einen Platz bekommen und gingen knappe 10 Minuten zu Fuß zum Schloss, das mitten in der Stadt auf einer kleinen Insel im Fluss Svartån liegt. Um das Schloss herum waren gerade bunte Kunstwerke aufgebaut.
Im Schloss besichtigten wir eine Ausstellung über die Geschichte der Stadt und eine Ausstellung mit Alltagsgegenständen von früher.
Danach wollten wir eigentlich noch in die Innenstadt, aber irgendwie haben wir sie nicht so richtig gefunden, zumindest keine Fußgängerzone. Da wir nun doch ziemlich müde waren, gingen wir zurück zur Berta und machten ein Schläfle.
Xenia recherchierte noch einmal im Internet nach einer besseren Übernachtungsmöglichkeit und fand dabei heraus, dass es in der anderen Richtung vom Schloss einen sehr schönen Stadtpark und daran angrenzend das Freilichtmuseum Wadköping gibt, das aber leider schon geschlossen hatte. Wir beschlossen, uns den Park und die Häuser des Freilichtmuseums wenigstens von außen anzuschauen und machten uns noch einmal auf den Weg. Das war eine gute Entscheidung!
Der Park ist sehr schön angelegt, mit einem Rosengarten in der Mitte und einheimischen Pflanzen drum herum. Außerdem viel Grün, Spielplätze und Rasenflächen.
Besonders gut hat uns ein Spielplatz vor dem Freilichtmuseum gefallen, auf dem verschiedene Kinderspielhäuser ähnlich wie im Freilichtmuseum aufgebaut sind. Teilweise sind Rutschen oder Kletterelemente integriert, neben Küche, Wohnzimmer, Schule oder Stall. Wirklich toll gemacht! Daneben ein Sandplatz mit Wasser zum Kochen und Spielen.
Das Bauernhaus
oben ging die Rutsche dann ins Nachbarhaus
Die Schule
und oben ging wieder eine Kletterröhre ins nächste Haus
Der Stall
Als wir da waren spielten gerade ein paar Kinder, wie sie Essen kochen und dann von der Kuh die Milch und von den Hühnern die Eier holen. War sehr schön mitzuerleben.
Das Freilichtmuseum ist auch sehr liebevoll gestaltet mit vielen Schautafeln, die wir uns größtenteils von Google Lens übersetzen und vorlesen ließen.
Ganze Straßenzüge wurden nachgeaut, inklusive Telefonzelle von 1820
Ein liebevoll eingerichteter Tante Emma Laden bot Handwerkskunst und Süßigkeiten
Auf dem Rückweg sahen wir noch ein Ausflugsschiff, welches die Gäste die Kanäle entlang schipperte.
So verbrachten wir eine gute Stunde dort und waren erst um 19:30 Uhr wieder bei der Berta.
Nun ging es noch 2,5 km weiter zu einem Parkplatz an einem Badesee, wo man kostenlos parken kann. Auf diese Idee waren aber nicht nur wir gekommen. Der Platz war schon halb voll, als wir ankamen, und füllte sich im Laufe des Abends ganz mit Wohnmobilen aus verschiedenen Ländern.
Udo kochte die Köttbullar und die vermeintlichen Kartoffeln, Xenia machte einen Salat dazu. Nach dem Abwasch machten wir um 21.30 Uhr noch eine kleine Runde um den Badesee und erkundeten die Umgebung unseres Standplatzes - leider mit der Begleiterscheinung von einigen Mückenstichen.
Mittwoch, 19.06.2024 – Västerås: Freilichtmuseum Vallby, Einkaufzentrum Eriksborg, Insel Björnö
Unser Standplatz heute Nacht, direkt am Wasser ;-)
Um 10:00 Uhr starteten wir in Richtung Västerås. Dort wollten wir das Freilichtmuseum Vallby besuchen. Die Fahrt ging fast immer über die Autobahn und so nutzten wir einen Autobahnparkplatz, um dort unseren Müll zu entsorgen. Die Autobahnparkplätze haben große Restmüllcontainer, die fast immer leer und somit eine gute Adresse dafür sind.
Um 11:30 Uhr kamen wir am Ziel an und bekamen problemlos einen Parkplatz vor dem Museumseingang.
Das Museum ist kostenlos und wirklich einen Besuch wert. Als es 1921 gegründet wurde, hatte man vor, ein "Västmanland in Miniatur" aufzubauen. An den Gebäuden sind Schilder angebracht, die erzählen, woher das Gebäude kommt, wozu es verwendet wurde und manchmal auch, wann es ursprünglich gebaut wurde. Viele Türen stehen offen, so dass man in die Gebäude hineingehen und das Inventar besichtigen kann. In ein paar von ihnen, zum Beispiel im Herrenhaus oder in der Schule, erwarten einen Studenten in alten Kleidern, die hier ein bisschen dazuverdienen und den Besuchern erklären, wer hier wie, unter welchen Umständen und mit welchen Hilfsmitteln gelebt hat. Rund um die Häuser und Höfe liegen Felder, Wiesen und Gärten mit älteren Zier- und Nutzpflanzen, Obstbäumen und Feldfrüchten. Auf den Koppeln rund um das Museum gibt es allerhand Tiere, Hühner dürfen frei herumlaufen und ihre Eier selbst ausbrüten.
Zuerst besuchten wir das Kaffeehaus am Hauptplatz und gönnten uns dort einen Mittagstisch. Udo aß Hähnchen mit Kartoffeln, Xenia Lasagne mit Feta und Spinat. Als Vorspeise gab es eine gute Tomatencremesuppe, zum Dessert ein Ministück Kuchen mit Kaffee, so viel man wollte. Auch ein Wasserspender stand zur freien Verfügung. Das Dessert erweiterten wir noch mit Rhabarberpie, Marzipantörtchen und Punschrolle (“Staubsauger”).
Weiter ging es durch verschiedene Gebäude. Im Herrenhaus bekamen wir eine Spezialführung von einer Studentin, leider nur auf Englisch aber gut verständlich. Verschiedene weitere Häuser schlossen sich an, wir besichtigten verschiedene Läden, Wohnhäuser, Handwerkerhäuser, Ställe und Scheunen, außerdem eine Schule und ein Missionshaus.
In der Küche des Herrenhauses
In einem Bauernhaus
Die Dorfschule, in die alle Kinder der weiteren Umgebung gingen. Die Lehrerin durfte nicht heiraten und lebte dort meist sehr einsam in mitten von weit entfernten Bauernhöfen.
und zum Schluss gab es noch einen .Schnullerbaum. Die Kids dürfen sich was wünschen
Zweimal hat es kurz geregnet. Einmal waren wir beim Essen im Kaffeehaus, das zweite Mal gab es nur einen kurzen Schauer, der nicht lohnte, die Regenjacken anzuziehen. Sonst schien die Sonne.
Um 14:30 Uhr hatten wir alles gesehen und gingen zurück zur Berta. Wir entschieden uns für eine Stunde Pause mit Mittagschlaf, in der es heftig regnete.
Nach einem Kaffee fuhren wir zum nahegelegenen Einkaufszentrum Eriksborg, wo wir in einem Bauhaus ein Öl für unsere quietschende Badezimmertüre besorgen wollten. Leider hatte das Bauhaus das nicht, nur im Onlineshop, verwies uns aber auf Biltema in der Nachbarschaft. Dieser Laden hat einfach alles. Dort hätten wir sogar unsere Wohnmobilbatterie bekommen. Wir streiften durch das Geschäft und fanden auch ein Waffenöl, das Udo zusagte und uns einen guten Dienst erwies. Seitdem quietscht die Badzimmertüre nicht mehr. Außerdem kaufte Udo noch neue Scheibenwischer für die Berta und montierte diese auch gleich auf dem Parkplatz. Zuvor gönnten wir uns aber noch im Bistro des Ladens ein Vanille-Softeis und ein Stück Daim-Kuchen. Auch die schönen Toiletten, die in Schweden bisher immer 1a sauber waren, konnten wir gut gebrauchen.
Jetzt ging es in Richtung Nachtplatz, den Xenia auf der kleinen Insel Björnö im See Mälaren wenige Kilometer südlich von Västerås ausgesucht hatte. Auf dem Weg dorthin tankten wir noch Sprit für die Berta und wollten auch auf einem Wohnmobilplatz unser Frischwasser auffüllen, aber leider gab es dort keines. So fuhren wir halt ohne neues Wasser weiter, was aber nicht schlimm war, da wir noch genügend Wasser für einen weiteren Tag hatten und heute nicht duschen mussten.
Auf der Insel angekommen fanden wir einen schönen Parkplatz in Seenähe mit einem schönen Strand und einem Waschhaus. Wir machten noch einen Abendspaziergang am See und genossen die Wärme der inzwischen tiefstehenden Sonne.
Zum Tagesabschluss gab es die restlichen Köttbullar und Hähnchenmedaillons vom Vortag, dann ging wieder ein schöner Ferientag zu Ende.
Donnerstag 20.06.2024 – Radrunde Insel Björnö, Enköping, Fahrt nach Råby
UnerStandplatz
Heute sollte der erste Tag nur mit Sonnenschein, ganz ohne Regen, werden.
Nach dem Frühstück starteten wir mit den Rädern zu einer Erkundungs-Rundtour um die Insel Björnö. Direkt vom Parkplatz aus konnten wir einmal um die Insel radeln – meistens durch den Wald, aber auch am See entlang und an ein paar Stellen machten wir einen kurzen Abstecher ans Ufer.
Um 11:30 Uhr starteten wir zur Fahrt nach Råby, wo wir Marina, Tom, Toms Mama Ulis und die kleine Elsa (süßes schwarzes Hündchen) treffen wollten.
Einen Mittagsstopp gab es in Enköping. Nach einer etwas komplizierteren aber dann doch erfolgreichen Parkplatzsuche standen wir ganz in der Nähe der Innenstadt und machten uns zu Fuß auf den Weg dorthin. In einem kleinen Restaurant gönnten wir uns ein gutes Mittagsmenue: Udo Hering mit Kartoffeln und Salatbeilage, Xenia Schweinenacken mit Kartoffelgratin und Brokkoli-Erbsen-Gemüse. Zum Nachtisch gab es noch Kaffee und ein paar Kekse. Es war ein sehr uriges Restaurant, besonders hat uns die liebevoll gestaltete Toilette gefallen. Auf dem Dorfplatz machten wir das Mittagsmenue mit einem Eis komplett.
Um 14:30 Uhr waren wir zurück an der Berta und hielten Siesta, anschließend verbrauchten wir unser letztes Frischwasser im Tank mit einer schönen Dusche. Frisch gewaschen, satt und ausgeschlafen nahmen wir um 16:30 Uhr die letzte Etappe in Angriff.
Auf dem Weg bzw. nicht weit abseits davon steuerten wir einen Wohnmobilstellplatz an, um uns wieder mit Trinkwasser einzudecken. Marina hatte empfohlen, mit einem vollen Wassertank zu kommen, da das Wasser aus der Leitung hier etwas trüb ist und auch von der Familie nicht zum Trinken genommen wird. Der freundliche Campwart gestattete uns, unseren Wassertank aufzufüllen, worüber wir sehr froh waren. Es war nämlich der einzige Platz in weitem Umkreis, wo wir hofften, Wasser bekommen zu können.
Voll geladen ging es weiter nach Råby, wo wir um 18:30 Uhr ankamen und von Marina, Tom und Elsa freudig empfangen wurden. Ulis war noch beim Arbeiten, kam aber um 19 Uhr ebenfalls dazu.
Marina hatte schon eine sehr gute vegetarische Lasagne mit Spargel vorbereitet, die gab es zum Abendessen mit einem Salat und Knäckebrot mit Butter und Käse. Wir wurden richtig verwöhnt und haben das sehr genossen!
Zum Tagesabschluss machten wir noch alle zusammen bis 22:15 Uhr eine große Abendrunde über fast 5 km. Unterwegs kamen wir bei einem schwedischen Ehepaar vorbei, die in einem ganz alten Häusle mit Holzbackofen und Wasserpumpe im Garten wohnen. Sie haben einen großen schwarzen Hund, was zu allerhand Aufregung bei Elisa führte.
Zurück an Ulis Haus verabschiedeten wir uns für heute und zogen uns in unsere Berta zurück, wo wir die Nacht verbrachten.
Freitag, 21.06.2024 – Mittsommer auf dem Land mit der Familie
Der Tag startete mit einem üppigen schwedischen Frühstück zusammen mit Marina, Tom und Ulis.
Wir konnten eine Maschine Wäsche waschen und starteten um 11:15 Uhr zu Fuß in Richtung Rånäs, wo auf dem Festplatz ein Mittsommerfest stattfand. Um 11:30 waren wir dort und konnten noch sehen, wie der “Baum” - er bestand aus einem Metallrohr - gebunden und geschmückt wurde.
Es war herrlichstes Sommerwetter, in der Sonne schon fast zu warm aber noch nicht heiß.
Um 12:30 Uhr wurde der Baum auf der Bühne aufgestellt, eine kleine Band spielte und sang und Erwachsene und Kinder begannen zu schwedischen Kinderliedern um den Baum zu tanzen. Da war eine Menge los und die Leute hatten Spaß! So durften wir schwedisches Leben im Original kennenlernen.
Um 14:30 Uhr verließen wir das Fest und gingen zurück zu Ulis Haus. Udo sattelte die Räder und wir starteten zu einer kleinen Rundtour übers Land: eine alte Bahntrasse entlang, dann um einen See herum und zu einer Schlossruine, bei der wir aber strandeten und wieder ein Stück zurückfahren mussten.
Um 15:30 Uhr waren pünktlich wie vereinbart zurück. Inzwischen waren Toms Schwester Michaela und ihr Mann Kaspar sowie zwei Freundinnen von Ulis, die wir schon vormittags auf dem Fest kennengelernt hatten, angekommen und es gab ein köstlichen Mittsommerbuffet.
Beim Dartspiel gelang Udo ein spezieller Wurf, 2 Dartpfeile steckten ineinander.
Die Wäsche hätten wir fast in der Waschmaschine vergessen, aber um 16:30 Uhr hängte Xenia sie noch im Garten auf und bis abends war sie so ziemlich trocken.
Um 20 Uhr verließen uns die Gäste. Ulis und Tom gingen noch mit Elsa Gassi, Marina räumte die Küche auf, Udo die Räder in die Berta und Xenia machte Wäsche und schrieb Tagebuch.
Berta-Schweden24]]|>
Samstag 22.06.2024 – Stockholm Skansen mit Marina und Tom
Heute gab es noch einmal ein schönes gemütliches Frühstück auf dem Land.
Wir packten zusammen, luden Marina, Tom und ihr Gepäck in die Berta ein, verabschiedeten uns von Ulis und Elsa und fuhren zu viert nach Stockholm in Ulis Wohnung. Sie hatte uns ihren Parkausweis gegeben, so dass wir die Berta vor ihrer Wohnung auf ihrem Parkplatz abstellen konnten.
Um 11.30 Uhr war die erste Wohnungsbesichtigung beendet und wir beschlossen, gleich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Skansen zu fahren. Wir hatten von den Kindern zum Geburtstag einen Tag im Skansen inkl. Essen geschenkt bekommen, den wir nun einlösten. Besonders haben wir uns auf die Volkstänzer gefreut, die hier auftreten und zum Teil auch zum Mitmachen einladen. Außerdem gibt es im Park einen integrierten Tierpark, ein Freilichtmuseum und ein Aquarium neben vielen Imbissständen und Einkaufsmöglichkeiten für mehr oder weniger nützliche Dinge.
Da wir eine gute Stunde zum Park brauchten, kamen wir gerade richtig auf 13 Uhr zum Festplatz, wo eine Musikantengruppe und ein paar Volkstänzer die Menge zum Mittanzen um den geschmückten Mittsommerbaum einluden. Hier haben wir tatsächlich ein bisschen mitgemacht und hatten Spaß dabei. Das Wetter war super dafür – sonnig aber auch ein bisschen bewölkt, so dass es nicht zu heiß wurde und man sich gut in der Sonne aufhalten konnte.
Nach dem Tanzvergnügen suchten und fanden wir etwas Leckeres zum Essen: die Männer wählten Hamburger, die Frauen eine gute Wurst mit Topping in einem Wecken. Wir bekamen einen schönen Platz an einem Tisch bei einem Teich und ließen uns die Wecken gut schmecken. Zum Nachtisch gab es noch ein Eis von einem anderen Stand.
So gestärkt machten wir uns auf weitere Erkundungstour und besuchten zuerst den Tierpark mit Bären, Bisons, Luchsen und allerhand anderen wilden und nordischen Tieren. Der Himmel zog sich leider immer mehr zu und die Wetterapp brachte Regen, aber dieser ließ zum Glück noch auf sich warten, so dass wir unseren Parkbesuch im Trockenen fortsetzen und beenden konnten.
Nach dem Tierpark besichtigten wir einige alte Häuser und besuchten auch das Aquarium.
Um 16:30 Uhr war auf dem Festplatz eine Vorführung einer Volkstanzgruppe angekündigt. Diese wollten wir uns gerne anschauen und steuerten deshalb zum zweiten Mal diesen Platz an. Zuvor holten wir uns noch eine Kardamomschnecke und einen Cappuccino, die wir uns dann während der Tanzdarbietung gut schmecken ließen. Manches haben wir wiedererkannt aus unsere eigenen Volkstanzzeit und fanden, dass die Gruppe es sehr gut machte.
Wir gingen noch ein bisschen kreuz und quer, Marina versuchte sich an ein paar Stelzen, dann verließen wir den Skansen.
Wir schauten noch kurz ins Abba-Museum, das direkt neben dem Skansen liegt, aber ohne uns Karten zu kaufen, nur zur Info.
Für den Rückweg nahmen wir zuerst eine Fähre, dann wieder die U-Bahn. Auf der Fähre beobachteten wir einige Achterbahnen von Gröna Lund und später dann die Skyline der Altstadt von Stockholm.
Als wir die Fähre verließen, fing es zu tröpfeln an, als wir eine halbe Stunde später aus der U-Bahn kamen, regnete es leicht. Wie gut, dass wir jetzt nur noch 10 Minuten Fußweg zu bewältigen hatten und fast trocken in der Wohnung ankamen.
Es gab noch ein leckeres Abendessen mit Resten vom gestrigen Mittsommermenue, dann zogen wir uns in die Berta zurück und verbrachten dort nach einem wunderschönen Tag die Nacht.
Sonntag 23.06.2024 – Stockholm mit Marina und Tom
Heute blieb es den ganzen Tag bewölkt und nur mäßig warm, aber trocken. Nach einer guten Nacht in der Berta und einem gemeinsamen Frühstück in der Wohnung starteten wir gegen 10 Uhr mit der U-Bahn in die Innenstadt. Die Stockholmer U-Bahn ist sehr sauber und macht einen modernen Eindruck. Die einzelnen U-Bahnstationen wurden von Künstlern gestaltet und sind alle unterschiedlich.
Die erste Station, die wir ansteuerten, war das Schloss. Vor dem Schloss wartete eine elektrische Königskutsche auf Kunden.
Wir genossen den Blick vom Schloss, wie auch die Königsfamilie, wenn sie sich huldigen lässt.
Zuerst besichtigten wir den Kronschatz, dann die verschiedenen Räume – und das sind eine Menge!
Es folgten mehrere Räume mit Orden und Gewändern der Könige, sowie die Wappen der Staaten, die schon zu Besuch waren
Der Audienzsaal wird auch heute noch benutzt
Hier finden heute noch die Gespräche des Königshauses mit der aktuellen Regierung statt
Schlaf und Audienzzimmer des Königs Gustav und der Spiegelsaal, der zwischen seinem Schlafzimmer und dem, der Königin ist
Danach waren die Füße müde, der Kopf voll und der Bauch so langsam wieder hungrig. Schließlich war es 12:45 Uhr! Wir hatten uns auf 13 Uhr in einem schwedischen Restaurant mit Michaela und Kaspar verabredet. Da wir zu sechst mehr Plätze benötigten und es außen auch ziemlich frisch war, gingen wir ins Innere des Lokals und aßen ein typisch schwedisches Mittagessen: nach etwas Brot mit Butter gegrillten Hering mit Preiselbeeren und Kartoffelbrei.
Schon vormittags nach dem Frühstück hatten wir für Marina, Udo und Xenia auf 15 Uhr eine Stadtbesichtigung mit einem Boot “Unter den Brücken Stockholms” gebucht. So gab es nur eine kurze Runde durch Gamla Stan (die Altstadt), dann steuerten wir den Ablegepunkt des Ausflugsschiffes an. Leider wurde uns dort mitgeteilt, dass die Fahrt wegen technischer Probleme gecancelt wurde, wir aber mit unseren Tickets die Tour um 16 Uhr mitmachen könnten. Das war schon ein bisschen ärgerlich, aber was sollten wir tun?
Wir gingen wieder zurück in die Altstadt, bummelten dort ein bisschen durch die Gassen, gönnten uns einen sehr guten Cappuccino und gingen dann wieder zurück zum Bootsableger.
Diesmal hatten wir Glück, alles war okay und wir konnten die gut zweistündige Bootsrundfahrt durch die Schären Stockholms antreten. Es war eine schöne gemütliche Fahrt mit deutschen Erklärungen über Kopfhörer. Wir hatten nur etwas Mühe, allem zu folgen, da wir doch ziemlich müde waren. Es ging um verschiedene Inseln herum, unter Brücken hindurch und durch eine Schleuse. Wir konnten die verschiedenen Ansichten der Stadt, einen Kletterfelsen und verschiedene Badeplätze vom Wasser aus anschauen, was schon schön war.
Nach der Tour sahen wir auch einen der Busse, die sowohl an Land als auch im Wasser fahren können.
Um 18:15 Uhr waren wir wieder an Land. Auf dem Marsch nach Hause gab es noch ein Eis, dann waren wir froh, dass uns die U-Bahn wieder wohlbehalten zurück brachte.
Jetzt gab es noch ein gemeinsames Abendessen mit Tom, eine Dusche, ein bisschen Fußball anschauen und dann ging es wieder in die Berta zum Schlafen.
Montag, 24.06.2024 – Fahrt in die Schären ins Ferienhaus auf Ingarö
Den heutigen Vormittag verbrachten wir nach einem gemütlichen Frühstück in Ulis Wohnung mit Wäsche waschen, trocknen und wieder in die Berta packen und einer Spazierrunde um zwei Seen vom Haus aus und an Marinas Outgym-Platz vorbei. Das Wetter war herrlich – sonnig und nicht zu warm, perfekt für T-Shirt und kurze Hose.
Um 12:30 Uhr machten wir zu viert einen kleinen Marsch in die Stadt zu einem thailändischen Mittagstisch. Eigentlich stand eine gute Wurstbude auf dem Plan, aber diese hatte wegen Mittsommer heute noch geschlossen und so gingen wir ins Restaurant gegenüber. Das war auf jeden Fall auch eine gute Wahl! Wir aßen eine Reisbowle mit verschiedenem Gemüse, Hähnchenfleisch und einer guten Soße.
Um 14:15 Uhr starteten wir zur Fahrt in die Schären östlich von Stockholm. Kurz vor dem Ziel besuchten wir noch einen Coop und deckten uns mit Lebensmitteln für die nächsten beiden Tage ein. Lebensmittel sind hier teurer als in Deutschland, Essen gehen allerdings nicht, das ist seltsamerweise eher etwas günstiger als bei uns, und Diesel ist vergleichbar.
Um 16 Uhr kamen wir in Ingarö im Ferienhaus (bzw. den drei zusammengehörigen Häuschen) an. Die Straße wurde zum Schluss immer kleiner und enger und die Einfahrt zum Haus, rückwärts einen Schotterweg den Berg hinauf, war nur etwas für Könner und beanspruchte die Kupplung ziemlich.
Inzwischen waren auch Ulis und Elsa vom Land hier angekommen. Wir verteilten die Zimmer und machten zuerst einen Spaziergang an den Strand (bzw. Badeplatz und Sauna). Zunächst gab es mal ein schönes, schwedisches Fika, mit Süssigkeiten vom schwedischen Bäcker.
Es sind 10 Minuten Fußweg bis dorthin. Marina und Tom waren mutig und schwammen eine kleine Runde im kalten Wasser. Wir genossen die Sonne und das Wasser, das Plätschern und die Wärme auf den Bohlen.
Wieder zurück ging es an die Zubereitung des Abendessens. Udo und Tom heizten den Grill ein und kümmerten sich um die beim Coop gekaufte Schweinelende. Xenia machte Salat, Marina deckte den Tisch, Ulis ging mit Elsa Gassi. Das Grillfleisch war 1a! Wir ließen es uns im Wintergarten gut schmecken.
Zum Abschluss des Tages spielten wir noch eine Runde Rummikub.
Dienstag 25.06.2024 – Ein Sommertag auf der Schäreninsel Ingarö
Heute war ein strahlend blauer warmer Sommertag, nachmittags am Strand mit Wind.
Nach einem üppigen Frühstück beschlossen wir, die Insel zu Fuß zu erkunden. Ulis blieb mit Elsa im Haus und machte Yoga.
Unsere 7-km-Wanderung erwies sich als ziemlich schweißtreibend. Es ging hoch und runter, zum Teil auf kleinen Fahrstraßen, zum Teil durch den Wald auf Wurzelpfaden durch die Heidelbeeren. Wir kannten das ja schon, für Marina und Tom war es neu. Wir hatten einen schönen Ausblick aufs Meer, ansonsten ging es durch den Wald.
Um 12:45 Uhr waren wir zurück und es gab gute Wraps mit Rotebeete-Salat und Köttbullar zum Mittagessen.
Anschließend war Strand-Time angesagt. Wir packten Handtücher, Badesachen und ein paar Stühle zusammen und gingen zum 5 Gehminuten entfernten kleinen Sandstrand. Zuerst wagten wir uns ins kalte Wasser und schwammen eine kleine Runde. Dann chillten wir noch am Strand. Da ein kräftiger Wind blies, war die Wärme in der Sonne gut auszuhalten.
Um 17:30 Uhr wurde schon das Abendessen zubereitet, da die Sauna ab 19 Uhr für uns reserviert war. Es gab noch einmal Würste, Fleisch und Käse vom Grill mit Salat, Chips und Dips.
Anschließend gingen Marina, Tom und Ulis in die Sauna. Uns war das zu schweißtreibend für heute.
Den Abend beschlossen wir wieder alle zusammen mit Rummikub-Spielen.
Komoot-Tour:
Mittwoch, 26.06.2024 – Abschied von Marina und Tom, Schloss Tyresö, Tyresta Nationalpark
Heute hieß es Abschied nehmen von Marina, Tom und Ulis. Es war ein herrlicher Sommertag, ein paar Schäfchenwolken am Himmel bei 25 Grad.
Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück ging es ans Zusammenpacken. Um 10:45 Uhr verabschiedeten wir uns von Ulis und Elsa, dann sagten auch wir unserem Feriendomizil Lebewohl und fuhren Marina und Tom zu einer S-Bahnstation im Süden Stockholms.
Weiter ging es zum Schloss Tyresö, das an einer Bucht der Ostsee ungefähr 18 km südöstlich von Stockholm liegt. Auf dem Weg dorthin machten wir noch einen Abstecher zu einem Coop und füllten unsere Lebensmittelvorräte wieder auf.
Das Schloss kann leider nur am Wochenende innen besichtigt werden, so mussten wir uns mit der Schlosskirche und dem Schloss von außen begnügen.
Wir flanierten noch durch den Schlosspark und machten einen Abstecher auf das Inselchen Notholmen bis ganz vorne zur Spitze. Wir kamen an verschiedenen kleinen Badeplätzen mit schönen von der Sonne gewärmten Felssteinen vorbei. Am Ende der Insel genossen wir eine zeitlang die Aussicht aufs Meer auf einem solchen.
Auf dem Rückweg zur Berta gönnten wir uns im Café Notholmen ein Eis, dann fuhren wir ein paar Minuten weiter zu einem der Eingänge des Nationalparks Tyresta. Wir waren die Einzigen auf dem Parkplatz und machten zuerst einmal einen Kaffee mit den frisch gekauften süßen Stückle vom Coop.
Anschließend gab es eine Routenplanung für eine Radtour, Udo richtete die Räder, Xenia schmierte ein paar Vesperwecken.
So ausgerüstet starteten wir kurz nach 18 Uhr zu einer Abendradrunde rund um den Nationalpark, teils auf wenig befahrenen Straßen, teils auf Schotter- oder Waldwegen oder auf Radwegen neben größeren Straßen. So bekamen wir einen Eindruck von der Gegend. An einem schönen Bänkle packten wir die Wecken aus und genossen unser Abendessen in der Abendsonne.
Um 20:30 Uhr waren wir wieder an der Berta. Udo räumte die Räder wieder ein, dann gab es noch eine Dusche und wieder ging ein schöner Urlaubstag zu Ende.
Komoot-Tour: Attach:20240626-Komoot.png Δ
Donnerstag, 27.06.2024 – Wandern und Baden in Tyresta
Nach einer ruhigen Nacht auf unserem Waldparkplatz freuten wir uns am Morgen über die Sonne, die aus einem blauen Himmel schien. So sollte es auch den ganzen Tag bleiben.
Heute wollten wir den Nationalpark zu Fuß erkunden und Udo hatte die Idee, Badesachen mitzunehmen – schließlich war es warm und unser Weg führte an verschiedenen Seen vorbei.
Nach letzten Wegplanungen, dem Schmieren von Vesperbroten und Einzuckern von ein paar Erdbeeren, die wir am Vortag gekauft hatten, gingen wir um 10 Uhr gut ausgerüstet mit genügend Wasser, Proviant und Badesachen los. Die Tour startete direkt an unserem Parkplatz, sehr praktisch!
Tyresta ist ähnlich wie Tiveden ein Urwald mit Wurzel- und Steinewegen, wobei es in Tiveden größere Felsen und Steine gibt. Dafür hat Tyresta mehr Seen, Moorgebiete und auch einige Strecken auf Bohlenwegen. Wir hatten uns vorsorglich mit Sonnen- und Mückencreme eingecremt, haben dann aber keine Mücken gesehen. Dafür 2 Schlangen – eine größere und eine kleine – und ziemlich viele Ameisen.
Unsere geplante Wegstrecke betrug knapp 12 km, was bei der Bodenbeschaffenheit schon eine gute Strecke ist. Udo hatte zwei Touren des Nationalparks kombiniert, so dass wir zwei größere Seen umrundeten und an weiteren kleinen Seen vorbeikamen. Den ersten Teil der Runde hatte er etwas anders gelegt als die vom Park vorgeschlagene Route. So umgingen wir ein Stück ziemlich ätzende Schotterstraße, auf der wir dann nur wenige hundert Meter zurücklegen mussten, und gingen dafür einen kleinen Pfad durch den Wald und an einem Hochmoor vorbei durch den Heidelbeerwald – so wie wir es lieben.
Nach einer guten Stunde Fußmarsch und ungefähr der Hälfte der Strecke machten wir Mittagspause an einem schönen Platz am zweiten See. Wir sahen in den Nachbarbuchten zwei weitere Paare, die Rast machten. Das waren die ersten Menschen, denen wir aus der Ferne begegneten.
Die Steine am Ufer gingen bis in den See und Xenia beschloss, das zum Baden zu nutzen. Bei 26 Grad war das Wasser eine angenehme Erfrischung und es war auch gar nicht kalt. Udo meinte, das liege am dunklen moorigen Untergrund. Er sprang dann auch noch ins Wasser und genoss die Abkühlung.
Weiter ging es auf der anderen Seite der Seen zurück - jetzt häufiger auf Bohlenwegen, aber auch über Steinkuppen und auf Wurzelpfaden am Ufer entlang und durch den Bannwald.
Nach einer Stunde Fußmarsch machten wir eine weitere Badepause am nächsten See, an dem wir angekommen waren. Diesmal waren wir ganz allein und hatten den ganzen See für uns – herrlich!
Die letzten Stunde war landschaftlich sehr schön, aber wir waren nun doch schon müde und froh, als wir um 15:30 Uhr wieder an der Berta ankamen und sie wohlbehalten vorfanden.
Tisch und Stühle wurden aufgestellt, ein bisschen ausgeruht und dann gab es einen schönen kalten Kaffee mit den eingezuckerten Erdbeeren und Sahne. Anschließend wurde das Wasser geheizt und für eine Dusche genutzt.
Um 17:45 Uhr fuhren wir weiter, an Stockholm vorbei über die E4 nach Süden bis Oxelösund. Die Heimreise hatte begonnen!
Wir hatten uns auf der Halbinsel einen Parkplatz direkt am Wasser zum Übernachten ausgesucht und hatten Glück, einen der letzten Plätze zu bekommen. Es war zwar kein ausgewiesener Wohnmobilplatz mehr, aber einer in dieser Reihe, in den wir mit unserer kurzen Berta problemlos hineinpassten.
Zum Abendessen gab es mariniertes Hähnchen mit Salat und Brot, um 21:45 Uhr noch einen kleinen Erkundungsrundgang am Meer und dann freuten wir uns nach einem wunderschönen und gelungenen Urlaubssommertag auf unsere Betten.
In der Nähe unseres Standplatzes war auch der Badeplatz der Gemeinde. Die Kinder blieben bis nach 10 Uhr und hatten einen riesen Spaß in der Abendsonne.
Komoot-Tour:
Freitag, 28.06.2024 – Oxelösund: Gamla, Femöre Festung, Schärenmuseum
Am Vormittag war es noch sonnig und warm, über Mittag wurde es bewölkt und am Nachmittag kam der Regen.
Zum Frühstück bekamen wir Besuch von einigen Gänsen mit ihren Jungen, die am Kanal leben und ungeniert über den Parkplatz liefen.
Wir nutzten den Vormittag zu einem schönen Rundgang (Kulturstik) um die Südspitze von Öxelösund, dem Gamla (alten) Öxelösund. Wir wollten eigentlich das Schärengartenmuseum besuchen, das sich in diesem Gebiet befindet, aber das öffnete erst um 12 Uhr. So spazierten wir die Küste entlang und an einem kleinen Hafen vorbei, einen Teil auf einem schönen Holzsteg.
Anschließend fuhren wir auf die benachbarte Halbinsel Femöre. Dort befindet sich in einem Naturreservat eine militärische Anlage aus dem Kalten Krieg, die man besichtigen kann. In das Gestein unter der Scherenlandschaft wurde ein riesiger Atomschutzbunker gegraben. Von hier aus konnten 70 Soldaten diesen Teil Schwedens gegen eine Invasion der Sowjetunion und des Warschauer Pakts verteidigen. Die Femöre Festung wurde 1966 gebaut und war in Betrieb bis 1998.
Wir kamen kurz nach 11 Uhr dort an und hatten das Glück, eine englische Führung nur für uns zu bekommen. Der Führer erklärte uns nicht nur die Geschichte der Festung und das Funktionieren des überirdischen Radars und einer großen Kanone, sondern er führte uns auch in ein 450 Meter langes Tunnelsystem. Dort erfuhren wir, wie die Munition geladen und von einer Kommandozentrale aus Feuerbefehle gegeben wurden. Außerdem besichtigten wir die Stromgeneratoren, eine Werkstatt, Schlafquartiere, sanitäre Einrichtungen und die Küche.
Eingang in die Bunkeranlage und Mannschaftszentrale
Ausrüstung und Waffen der Besatzung
Uniformen und Küche
Erste Hilfe und Schlafräume
Kommandozentrale; Radarauswertung, Zielerfassung und Kanoneneinstellung
In der Kanone, Munitionslager und Ladeaufszug
Die Führung war sehr interessant und dauerte eine gute Stunde.
Als wir wieder ans Tageslicht kamen, hatte sich der Himmel zugezogen. Wir fuhren zurück nach Gamla Oxelösund, um das inzwischen geöffnete Schärenmuseum zu besuchen. Auf dem Parkplatz vor dem Museum machten wir uns ein kleines Vesper, dann gingen wir hinein. Es sind nur ein paar Häuser zum Besichtigen, aber sehr nett gemacht mit nachgestellten Szenen, wie z.B. Weihnachten. Besonders gefiel uns ein Café mit einer sehr hübschen Außenanlage mit Meerblick, wo wir uns eine frische, noch warme Zimtschnecke vom Blech und einen Kaffee gönnten.
Zurück an der Berta verbrachten wir den restlichen Nachmittag mit Schlafen und Routenplanung für die nächsten Tage. Der angekündigte Regen ließ noch auf sich warten, aber dann kam er doch.
Nach unseren Recherchen und Planungen entschlossen wir uns, heute nicht nur bis Norrköping sondern noch 100 km weiter zu fahren, um Zeit für eine Besichtigung von Astrid Lindgrens Småland zu haben. Unser Ziel war der Parkplatz vor Trollhättan, wo wir am nächsten Tag eine Runde durch den Trollpark drehen und dann in Richtung Vimmerby weiterfahren wollten.
Wir starteten kurz nach 18 Uhr und kamen vor Norrköping in ein heftiges Unwetter. Es goss wie aus Kübeln. Als wir Norrköping umrundeten, wurde es etwas besser und wir steuerten noch ein Einkaufszentrum an, um ein paar Lebensmittel kauften. Vor allem das Brot sollte man hier möglichst frisch haben. Aber auch ein Pfund Erdbeeren waren sehr willkommen!
Auf dem Parkplatz des CIA-Supermarktes gab es Abendessen: eine Dose Chili con Carne mit Brot und zum Nachtisch die inzwischen eingezuckerten Erdbeeren mit Sahne.
Udo nutzte noch die Tankstelle vor Ort für die Berta, dann war es doch tatsächlich schon nach 21 Uhr, bis wir weiterfuhren. Der Regen hatte inzwischen ganz aufgehört und wir konnten ohne Probleme bis zum ausgesuchten Übernachtungsparkplatz fahren, den wir um 22:15 Uhr erreichten.
Der Platz wäre eigentlich gut gewesen, wenn da nicht ein paar Jugendliche mit 2 Autos und lauter Radiomusik gewesen wären. Wir entschieden uns, einen anderen Platz zu suchen und fanden auch einen schönen Parkplatz am Ortsrand von Gamleby. Dort stellten wir uns hin mit der Hoffnung, hier eine einigermaßen ruhige Nacht verbringen zu können.
Samstag, 29.06.2024 – Trollpark Gamleby, Astrid Lindgrens Småland bei Mariannelund
Die Nacht verlief wie erhofft ruhig und erholsam.
Nach dem Frühstück fuhren wir wieder zum Parkplatz bei “Trollparken Garpes Vänner”.
Wir erkundeten als die Ersten den an einem steilen Hang angelegten Skulpturenpark mit Figuren aus lokalen Legenden (Trolle, Feen, Werwölfe, Nymphen, Elfen, Schlangen, Drachen usw.), erschaffen vom Künstler Jerzy Przybyl alias Jan Pol. Die Figuren sind in die Felsen und den Wald integriert und es macht Spaß, immer wieder eine neue zu entdecken.
Fast wie in der Kirche: Der Prediger und die Zuhörer
Die Lobpreisband und der Typ von der Technik
Oben auf dem Felsplateau gibt es einen Rastplatz und eine schöne Aussicht über das Land, die wir in der Morgensonne genossen.
Heute sollte ein schöner und trockener Sommertag werden, etwas windig aber nicht so heiß – gerade recht für Unternehmungen.
Auf dem Rückweg begegneten wir einigen anderen Touristen und Familien, die ebenfalls den Trollwald erkundeten. Schön, dass wir unsere Runde schon hinter uns hatten! Dass der Ort sehr beliebt ist, sahen wir im Gästebuch. Ein dickes Gästebuch wurde in 3 Tagen voll geschrieben. Die meisten Widmungen wurden von Deutschen eingetragen.
Wieder an der Berta angekommen, machten wir uns auf die Fahrt zum 70 km entfernten Städtchen Mariannelund, um dort eine Radtour durch Småland auf den Spuren von Astrid Lindgren Erzählungen und Filmen zu machen. Wir hatten auf komoot eine Radtour entdeckt, die in Mariannelund startet und über Bullerbü und Katthult führt, wo der Film “Michel aus Lönneberga” gedreht wurde. Xenia veränderte die Route noch etwas, so dass sie für uns passte, und wir fuhren direkt zu dem Parkplatz in Mariannelund, von dem aus die Tour startete.
Um 12:30 Uhr kamen wir in Mariannelund an, machten uns noch ein Vesper und dann ging es los. Zuerst machten wir einen Abstecher zu Mariannelunds Karamellkokeri, einem alten Familienunternehmen und einer Sehenswürdigkeit der kleinen Stadt. Dort deckten wir uns mit einem Vorrat an verschiedenen weichen Karamell- und harten Zuckerbonbons ein.
Weiter ging es durch den Wald und den Berg hinauf nach Bullerbü. Da kamen Kindheitserinnerungen an sonntägliches Fernsehen hoch! Bekannte Filmkulissen zu besichtigen ist doch immer wieder etwas Besonderes und wir gönnten uns noch einen Kaffee und eine Zimtschnecke im Bullerbü-Café.
Die Kinder konnten im Heu toben und Tiere füttern und streicheln
Xenia musste unbedingt in das Loch im Baum klettern - zum Glück, kam sie auch wieder heraus!
Der Dorfplatz und 3 gleich aussehnde Häuser, das ist Bullerbü
Nun führte uns die Fahrt auf kleinen und meist kiesigen Straßen durch die schöne Landschaft Smålands, die sich in der Sonne von ihrer besten Seite zeigte. So stellt man sich Schweden vor – immer wieder kleine Höfe mit roten Häusern - manche ganz einfach, andere schon mehr Villen mit großen Gärten. Das Ziel war Katthult, wo die “Michel von Lönneberga”-Filme gedreht wurden.
Auf dem Weg kamen wir noch an der größten Steinkirche der Gegend vorbei.
Je näher wir Katthult kamen, umso mehr Wohnmobile begegneten uns. Im Dorf selbst verteilten sich die Leute aber ganz gut und wir erkannten manches aus den Filme wieder – das Haus, in dem Michel wohnte, den Fahnenmast, an dem Klein-Ida hochgezogen wurde, die Werkstatt mit den geschnitzten Figuren, in die Michel immer eingesperrt wurde, das Plumpsklo .... Wir lasen auch einige interessante Schautafeln mit Berichten zu den Filmen und den Dreharbeiten, die auch in deutscher Sprache zur Verfügung standen.
Das war Alfreds gute Stube, in der auch das für Schweden wohl typische Ausziehbett stand
Xenia probierte das Plumsklo, in dem Michel seinen Vater eingesperrt hatte
Nun ging es wieder zurück nach Mariannelund, an einem See vorbei, zu dem wir einen kurzen Abstecher machten und die Stille genossen.
Vorbei an den modernen Scheunen auf schwedens Gehöften
Um 18:15 Uhr waren wir wieder an der Berta. Nachdem die Räder eingeräumt waren, überlegten wir, wo wir die Nacht verbringen wollten. Nur 850 m von unserem Parkplatz entfernt gibt es einen Wohnmobilstandplatz. Da wir Strom für die Räderakkus und evtl. auch den angekündigten Regensonntag gebrauchen konnten, fuhren wir diesen an. Er war dann aber so hässlich und die Stromplätze alle im Schatten, dass wir wieder umkehrten und uns in die Nähe eines Sportplatzes in die Abendsonne stellten. Dort waren wir ganz allein.
Jetzt gab es Abendessen: die restlichen Hähnchenfilets mit Salat und Brot. Anschließend war eine Dusche angesagt und den Rest des Abends vergnügten wir uns mit unseren PCs und der zweiten Halbzeit des Achtelfinales der EM Deutschland - Dänemark. Zum Glück haben wir 2:0 gewonnen.
Sonntag, 30.06.2024 – Ein Regentag in Vimmerby auf den Spuren Astrid Lindgrens, Fahrt nach Kalmar
Wie angekündigt gab es heute viel Regen - und das fast den ganzen Tag. Unser Standplatz war bei einem Sportplatz und war sehr ruhig.
Der Tag fing damit an, dass wir eine Stunde länger schliefen als sonst. Ursache war wahrscheinlich die Stille an unserem Übernachtungsplatz, von dem wir uns um 10 Uhr verabschiedeten und nach Vimmerby zum Geburtshaus von Astrid Lindgren fuhren. Dort gibt es ein liebevoll gestaltetes Museum über ihr Leben und ihr Werk.
Besonders nett war es, dass wir in der Zeit unseres Museumsbesuches die Fahrradakkus aufladen durften. Alle 2 Stunden gibt es eine deutsche Führung, die um 11 Uhr war aber schon ausgebucht und gerade gestartet. Die freundliche junge Frau an der Kasse erklärte uns, dass die Führung ins Geburtshaus von Astrid Lindgren geht und unabhängig von der Ausstellung im großen Haus besucht und gebucht werden muss. So entschlossen wir uns, gleich Tickets für die 13 Uhr Führung zu kaufen, um sicher einen Platz zu bekommen.
In den knapp 2 Stunden bis dahin gingen wir in die Ausstellung. Die Erklärtafeln sind dreisprachig gehalten aber zum Teil recht klein geschrieben, so dass Xenia Udo die Texte vorlas. Wir erfuhren viel über Astrid Lindgrens Familie, ihr Leben und ihr Werk. Sie hatte eine glückliche und behütete Kindheit auf dem Hof ihrer Eltern und vieles, was sie selbst erlebt hatte, griff sie später in ihren Kinderbüchern auf.
Mit 18 Jahren wurde sie unehelich schwanger von einem viel älteren verheirateten Mann, der sich zwar scheiden ließ und sie heiraten wollte, aber das wollte sie nicht. Ihr Kind brachte sie in Dänemark zur Welt, konnte es aber mit 3 Jahren aus der Pflegefamilie zurück zu sich und in ihr Elternhaus holen.
Neben ihrer Autorentätigkeit engagierte sie sich in der Politik und im Naturschutz. Insbesondere für die Rechte von Kindern trat sie ein. Sie war schon ein ziemlicher Freigeist und eine Rebellin, die es nicht immer leicht hatte.
Die Lieder aus den Filmen hatten Einfluss auf die Musik Schwedens - Mama versucht Karaoke
Im Bücherregal wurden alle ihre Werke nach Erscheinungsjahr einsortiert - die Werbung zu Pippi sah am Anfang noch sehr einfach aus
Eine Wand gefüllt mit ihrem Lebnswerk, welches sie als Verlegerin erreicht hatt
Um 12:30 Uhr waren wir durch, aßen im Restaurant eine Kleinigkeit. Udo aß Hering mit Kartoffeln, bei Xenia gab es Pfannkuchen.
Anschließend gingen wir dann zur Führung. In Astrids Lindgrens Geburtshaus, das sie im Alter gekauft und wieder wie früher hergerichtet hatte, sahen wir einige Einrichtungsgegenstände und hörten Erlebnisse aus ihrer Kindheit, die in ihren Geschichten wiederzufinden sind. Im Haus war fotografieren leider verboten.
Vor der Führung in den Außenanlagen
Nach der Führung. Das gelbe Haus ihres Bruders Gunar war die Vorlage für die Villa Kunterbunt
Auch der Originale Tischleschuppen war zu sehen, der die Vorlage für den auf Katult war. Weiterhin ein Modell aller Gebäude, wie sie zu Astrids Kindheit arrangiert waren.
Um 14 Uhr war die Führung beendet und wir machten noch einen kleinen Rundgang durch eine Sonderausstellung über “unmögliche Sachen”, die von Astrids Familienangehörigen gestaltet wurde. Bei der Schrift aus Kleiderbügeln mussten wir direkt an Eva denken.
Als wir das Museum verließen, regnete es immer noch. Wir fuhren zum Versorgungsplatz des Campingplatzes von Vimmerby, der außerhalb des Campingplatzes liegt und von jedermann genutzt werden darf. Dort füllten wir unser Wasser wieder auf und nutzten einen Camping-WC-Reiniger.
Ein kurzer Abstecher beim Coop um die Ecke rundete das Versorgungspaket ab und so fuhren wir um 16:15 Uhr bestens versorgt und ausgestattet weiter nach Kalmar. Die Fahrt dauerte gut zwei Stunden und in dieser Zeit hörten wir uns eine Geschichte von Michel von Lönneberga als Hörbuch an, das Xenia kurzerhand von der Stadtbibliothek Stuttgart ausgeliehen hatte. Erst kurz vor Kalmar hörte der Regen endlich auf und wir fuhren auf einen Parkplatz einer Badestelle am Meer am Nordende von Kalmar.
Dort setzten wir uns ein paar Minuten auf ein Bänkle, genossen den Meerblick und das Geschrei von hunderten von Möwen. Auf dem Parkplatz waren sie zum Glück nicht mehr zu hören.
Wir machten noch ein kleines Abendessen mit den Erdbeeren vom Coop, dann war wieder ein Urlaubstag Geschichte.
Montag, 01.07.2024 – Insel Öland: Borgholm und Radtour
Am Morgen begrüßte uns wieder die liebe Sonne, die uns den ganzen Tag über treu blieb. Da es ein herrlicher Morgen war, entschlossen wir uns zu einem kleinen Strandspaziergang vor dem Frühstück. Es ging über den schön angelegten Badebereich, der Kindern und Erwachsenen viele Möglichkeiten bietet.
Um 9:45 Uhr kamen wir dann los und fuhren über die Ölandsbron-Brücke vom schwedischen Festland auf die Insel Öland.
Wir hatten uns ein paar Punkte auf der Insel ausgesucht, die wir uns anschauen wollten und begannen unsere Rundtour an der Westküste gen Norden.
Den ersten Stopp machten wir an einem kleinen Hafen in Rörsvägen, wo es laut einem Reisebericht aus dem Internet einen tollen Bäcker mit super Zimtschnecken geben soll. Die Bäckerei war tatsächlich ganz süß. Man konnte in die Backstube schauen und die Verkäuferinnen waren mit Schürzen und Hauben von früher bekleidet. Auch die Einrichtung war schnuckelig antik. Wir bestellten einen Cappuccino und zwei Zimtschnecken. Der Kaffee war okay, die Zimtschnecken waren auch nicht schlecht, aber eben nicht so gut, dass sich eine Extrafahrt hierher gelohnt hätte. Wir ließen sie uns trotzdem schmecken und fuhren anschließend weiter nach Borgholm, der Hauptstadt der Insel.
Wir fanden den Parkplatz, den wir über Park4night ausgesucht hatten, und dieser war zu unserer Überraschung fast leer. Wir stellten die Berta dort ab, Udo sattelte die Räder, Xenia schmierte Vesperbrote und um 12:30 Uhr starteten wir zu einer großen Radtour über 75 km.
Zuerst ging es in Borgholm durch den Hafen. Dort soll laut Reiseführer die Yacht der königlichen Familie liegen, die auf Öland den Sommer verbringt. Es gab auch teure Schiffe, aber ob das des Königs dabei war??
Jedenfalls fuhren wir die Strandpromenade entlang und weiter durch kleine Feriensiedlungen – manche Häuser waren ganz einfach, anderen ziemlich mondän. Überhaupt hatten wir den Eindruck, dass Öland für die Schweden so etwas ist wie Sylt für die Deutschen.
Wir kamen an einem Campingplatz vorbei, der potthässliche Standplätze für die Riesenwohnmobile bot. Udo und Xennia sind sich einig, da sthen wir zu 90% viel schöner und günstiger.
Nun zweigte unser Weg ab auf die Straße, wo es zum Glück einen Radweg gab. Richtig schön wurde die Tour, als wir die Hauptstraße verlassen und in Richtung Meer fahren konnten. Die Gegend ist sehr flach, noch flacher, wie Norddeutschland. Man sieht also schon heute, wer in 14 Tagen zu Besuch kommt ;-)
Auf dem Weg zur Küstenstraße, kurz vor dem Meer, kamen wir an einer alten Mühle vorbei. Wir sollten auf unserer Tour noch mehrere Mühlen sehen, aber diese war die Erste und Udo entschloss sich kurzerhand, auf einem kleinen Grasweg zu ihr zu fahren, um sie aus der Nähe anzuschauen. Das war die beste Entscheidung des Tages! Die Mühle entpuppte sich nämlich als schönster Mittagsrastplatz. Jetzt wurden die Brote ausgepackt und auf der Mühlenterrasse in der Sonne im Meerblick verzehrt.
Weiter ging es die schöne Küstenstraße entlang.
Ein Abschnitt in der Nähe eines Steinbruchs war ganz besonders, denn hier hatten Leute Steine zu freien Skulpturen aufgeschichtet. Das Ganze erinnerte uns ein bisschen an den Brice Nationalpark in Amerika.
An einem kleinen Naturreservat vorbei führte uns der Weg nach Sandvik, wo die größte Windmühle der Insel steht. Um sie herum gibt es einiges an Rummel: einen Spielplatz und mehrere Cafés. Udo hätte gerne eine Eis gegessen, aber der Preis schreckte ihn ab.
Jetzt waren wir am weitesten Punkt unserer Runde angekommen und es ging wieder gen Süden, nun nicht mehr an der Küste, sondern im Inland. Der erste Abschnitt des Ölandleds (ausgeschildeter Radweg) war noch ganz okay und führte uns an einem ganz süßen Café mit romantischem und wunderschön angelegtem Garten vorbei. Da mussten wir einfach einen Stopp einlegen und ein Eis essen. Außer Eis und Kaffee gab es hier nichts, aber das reichte uns.
Sitzgelegenheiten auf einer umgebauten Sähmaschine oder einem Bank-Baumstamm
Oder auf einer Lokomotive oder einem Boot
Selbst die Kasse war modifiziert und bargeldlos zahlen geht sowiso! -Am Eingang stand eine Nähmaschine und zum Abschied winkte uns der Schweinchengrill heimlich zu.
Danach wurde der Weg ätzender, denn es ging auf einer Fahrstraße weiter. Diese war zwar nur mäßig befahren, aber die 12 km fast geradeaus zogen sich und der Gegenwind machte uns zusätzlich zu schaffen. Wir waren sehr froh, als wir diesen Abschnitt hinter uns hatten.
Ein letztes Highlight war Schloss Borgholm, an dem wir noch vorbeikamen. Es hat bis 18 Uhr geöffnet, aber da wir erst um 17:40 Uhr dort ankamen und langsam genug hatten, machten wir nur eine kleine Runde durchs Gelände, schauten uns die Aussicht auf Borgholm an und fuhren dann weiter durch den Schlosspark, wieder hinunter ans Meer und zurück zur Berta, die wir zum Glück unbeschadet und wohlbehalten antrafen.
Nun wurden die Räder wieder eingeräumt, eine Dusche genommen und dann gingen wir den kurzen Weg von unserem Parkplatz in die Innenstadt und aßen dort eine Pizza.
Auf dem Rückweg machten wir ein Sonnenpäusle am Hafen, dann ging es “heim” in die Berta. Jetzt waren wir doch ziemlich müde. Für heute hatten wir genug erlebt und blieben die Nacht auf dem kostenlosen und recht ruhigen Parkplatz neben einem Sportplatz.
Dienstag, 02.07.2024 – Öland: Byrum Raukar, Langer Erich, Trollskogen
Unser Übernachtungsplatz war ein einfacher Parkplatz mitten in der Stadt und 5 Min vom Zentrum entfernt.
Heute erkundeten wir den nördlichen Teil der Westküste Ölands. Das Wetter blieb trocken, teils sonnig, teils bewölkt bei 20 Grad.
Bevor wir gen Norden fuhren, machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Sollidens-Schloss, der Sommerresidenz der Königsfamilie. Um 10 Uhr waren wir dort, um dann feststellen zu müssen, dass das Areal erst um 11 Uhr öffnet. So lange wollten wir nicht warten und fuhren daher weiter.
Unser erstes Ziel war ein besonderes Naturschutzgebiet etwa 2 Kilometer südwestlich von Byrum. Es besteht aus zahlreichen, durch Erosion bizarr geformte Kalksteinsäulen, den sogenannten Rauken, und heißt deshalb Byrums Raukar. Es ist ein wahres Kletterparadies für Kinder!
Doch bevor wir die Gegend selbst erkunden konnten, mussten wir 1,5 km Fußweg zurücklegen, da der Wohnmobilparkplatz so weit entfernt liegt. Wir machten aus der Not eine Tugend und nutzten den Weg für einen schönen Strandspaziergang am Meer,
bis wir an dem 600 Meter langen Küstenabschnitt ankamen, auf dem sich die ca. 120 Kalksteinformationen befinden. Die größten Rauken erreichen eine Höhe bis zu vier Metern. Das Gebiet ist schon beeindruckend und so war es nicht weiter erstaunlich, dass wir nicht allein hier waren. Einige Familien vergnügten sich ebenfalls hier und vor allem die Kinder hatten eine Menge Spaß beim Erkunden der verschiedenen Gänge zwischen den Rauken und dem Besteigen der Felsformationen.
Wieder zurück an der Berta gab es ein Vesper, dann fuhren wir um 13:30 Uhr weiter gen Norden. Beim Anlassen der Berta machte sie plötzlich ein komisches Geräusch, das wir bisher nicht hatten. Udo vermutete den Auspuff, aber von außen war es nicht zu hören. So fuhren wir erst mal weiter gen Norden und bekamen nach dem Städtchen Byxelkrok einen günstigen Platz auf einem Wohnmobilstellplatz in der Natur – viel schöner als auf den großen und teuren Stellplätzen, wo ein Wohnmobil neben dem anderen steht. Leider gibt es hier ziemlich viele kleine Fliegen, aber nur die harmlosen, und die versuchten wir, so weit wie möglich aus der Berta fernzuhalten. Die Parkplätze in dieser Region sind alle mit Übernachtungsverbotsschildern versehen, so dass uns nichts anderes übrig blieb, als einen offiziellen Stellplatz zu nehmen.
Die teuern Plätze auf den Campingplatzen sind nicht unbedingt die schöneren Stellplätze
Udo richtete die Räder, Xenia passte eine Radtour für uns an und um 15:30 Uhr fuhren wir mit dem Rest an Ladung, den unsere Fahrradakkus noch intus hatten, eine 35-km-Tour um die Nordspitze Ölands.
Zuerst ging es zum Langen Erich, einem gut besuchten Leuchtturm an der Spitze Ölands.
Dann um eine große Bucht herum ans Ostufer und dort wieder ganz in den Norden zum Trollkogen (Zauberwald), einem Kiefernwald mit alten, knorrigen, zum Teil vom Wind verformten oder mit Efeu umrankten Bäumen. Auf einem Schotterweg in der Mitte des Naturreservates ist Radfahren erlaubt, die anderen Wege sind zwar radtauglich, dürfen aber nur zu Fuß begangen werden.
Wir nahmen den erlaubten Weg bis ganz in den Norden und setzten uns dort auf ein Bänkle mit Aussicht auf den Langen Erich auf der anderen Seite der Bucht. Dann ging es wieder zurück und auf einem kleinen Abschnitt setzten wir uns über das Radverbot hinweg und radelten zum Trolleken, einer 1000-jährigen Eiche.
Auf der weiteren Rückfahrt machten wir in Byxelkrok in einer Wirtschaft mit Gartenwirtschaft an einer Mühle eine Rast und aßen Lufsa, ein ölandische Spezialität: ein dicker Fladen aus geriebenen Kartoffeln (eine Mischung aus Kartoffelpuffer und Kartoffelgratin) mit knusprigem Speck, Preiselbeeren und Rotkrautsalat. Es schmeckte uns sehr gut und so gestärkt fuhren wir die letzten Kilometer zurück zur Berta.
Udo ging noch einmal vor ans Meer zu Neptuni åkrar, besonderen Felsplatten an der Küste, wo wir ganz in der Nähe standen.
Mit einer Dusche und einem Telefonat mit Mama, die leider heute von Xandi ins Krankenhaus gebracht werden musste, ging der Tag seinem Ende entgegen.
Mittwoch, 03.07.2024 – Öland: Böda Sand, Schloss Sollidens, Ölandmuseum, Stora Alvaret
Mit ein wenig Bangen ließ Udo die Berta am Morgen nach dem Frühstück an, doch welch Glück! Sie schnurrte wie gewöhnlich – und das blieb, Gott sei Dank!, auch den ganzen Tag über so.
So verließen wir um 9:15 Uhr unseren schönen Nachtplatz frohgemut. Die Sonne schien, der Wetterbericht verhieß gutes Wetter für heute und dem war dann auch so. Bis auf eine gute Prise Wind bekamen wir einen schönen, meist sonnigen Tag bei 20 Grad.
Unser erster Stopp war bei einem Campingplatz im Norden der Ostküste, den Tom aus Kindertagen kennt und dessen Name er uns genannt hatte: Böda Sand. Das ist schon eine beeindruckende Campinganlage mit tollen Freizeitangeboten: von Spielplätzen über Sportanlagen, Spaßbad, Schwimmbad bis zur Minigolfanlage ist da alles geboten, was Kinderherzen und Herzen von Junggebliebenen höher schlagen lässt. Außerdem verfügt der Platz über einen super schönen langen Sandstrand, wirklich ein Paradies für Familien – allerdings zu einem stattlichen Preis. 2 Personen mit Wohnmobil würden über 70 Euro pro Nacht kosten. Trotzdem ist der Platz mit 1300 Stellplätzen ausgebucht!
Nachdem wir uns hier umgeschaut hatten, fuhren wir weiter zum Schloss Sollidens, wo wir heute um kurz nach 11 Uhr ankamen und Einlass fanden. Man kann allerdings nur die Parkanlage und das Schloss von außen besichtigen. Alles ist top hergerichtet und einige Gärtner und Parkarbeiter waren bei der Arbeit.
Um 12 Uhr fuhren wir weiter, jetzt wieder an die Ostküste nach Himmelsberga ins Öland-Museum. Hier bekommt man einen Einblick in das Leben in einem Reihendorf auf Öland im 18. Jahrhundert. Verschiedene Häuser in Bauernhofumgebung können hier besichtigt werden. Bevor wir das ausgiebig machten, gingen wir in eines der urigen Holzhäuschen, in dem sich das Café Kaffestugan befindet, und aßen unter einer großen Kastanie die lokale Spezialität „Kroppkakor“: mit Hackfleisch gefüllte Kartoffelklöße, die mit Preiselbeermarmelade, Butter und flüssiger Sahne serviert wurden.
Anschließend besichtigten wir die verschiedenen Häuser, Stuben, Werkstätten und Stallungen.
Um 14:30 Uhr hatten wir genug, gingen in die Berta, machten Mittags-Siesta und anschließend einen Kaffee mit Erdbeerkuchen und süßen Teilchen, die Udo im Café besorgte.
Um 15:45 ging die Fahrt weiter gen Süden, an den 5 Windmühlen von Lerkaka vorbei.
Udo dokumentierte die Fundamente der Windmühlen. Die Technik ist schon beeindruckend:
Unser Ziel war das Naturschutzgebiet Stora Alvaret.
Seit dem Jahr 2000 steht diese Felsebene auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Charakteristisch für Stora Alvaret sind die sogenannten Alvare, das sind baumlose Heideflächen, auf denen der Felsgrund aus Orthoceren-Kalkstein oft die Oberfläche erreicht oder nur von einer dünnen Erdschicht bedeckt ist. Das Gebiet zeichnet sich durch eine sehr spezielle Flora mit vielen nur hier vorkommenden Arten aus und wird traditionell als Weideland genutzt. Aufgeteilt wird die Landschaft durch viele Kilometer langen Steinmauern.
Mehr zufällig als geplant kamen wir an Möckelmossen vorbei, wo eine schöne Wanderung durch dieses Gebiet startet. In der Abendsonne aber bei kräftigem Wind, weshalb eine Jacke zumindest zeitweise sehr angenehm war, unternahmen wir die 6-Kilometer-Runde und genossen die besondere Landschaft.
Um 19 Uhr waren wir zurück an der Berta und überlegten, auf diesem Parkplatz über Nacht zu bleiben. Das wäre erlaubt gewesen, aber wir entschlossen uns trotzdem, noch eine Dreiviertelstunde zurück an unseren Nachtplatz in Kalmar zu fahren, wo es eine schöne Toilettenanlage am Strand gibt. Unser Campingklo musste dringend geleert werden und das ging in Möckelmossen nicht. Die Fahrt war in der Abendsonne auch noch sehr schön und als wir um 20 Uhr in Kalmar ankamen, bekamen wir einen Parkplatz neben einigen anderen Wohnmobilen.
Udo kümmerte sich ums Klo, Xenia machte Vesper mit Salat. Bis alles wieder aufgeräumt und gespült war, war es 21:30 Uhr geworden und schon wieder ging ein schöner Urlaubstag zu Ende.
Hier noch zwei Beispiele für stilvolle Standplätze - wir waren heute nicht dabei
Donnerstag, 04.07.2024 – Kalmar Schloss, Fahrt auf die Schäreninsel Hasslö
Für heute war den ganzen Tag Regen angesagt. Dem war dann nicht ganz so, aber es wehte ein stürmischer Wind.
Wir verließen unseren Bade-Parkplatz um 10 Uhr bei Regen und fuhren nach Kalmar hinein. Unser erster Stopp war beim “Klapphuset”, einem historisches Waschhaus. Es wurde 1857 in Betrieb genommen und ist das einzige noch existierende öffentliche Waschhaus in ganz Skandinavien.
Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen und wir überlegten, ob wir die Berta hier am Parkplatz stehen lassen und die 2 km bis zum Schloss zu Fuß gehen. Aber da der Wetterbericht so schlecht war, entschlossen wir uns doch für einen Parkplatz näher am Schloss beim Bahnhof. Von dort aus sind es nur wenige hundert Meter am Wasser entlang bis zum Schloss.
Dort kamen wir um 11:45 Uhr an. Es war eine Menge los und es wird auch einiges geboten im Schloss und im Schlosshof, vor allem auch für Kinder. Da gibt es verschiedene Spieleangebote und die Möglichkeit, gegen den Schwarzen Ritter in einem Duell anzutreten.
Um 13 Uhr startete eine geführte Tour, zwar nur auf Englisch, aber im Eintrittspreis enthalten. Bis dahin gingen wir schon einmal auf eigene Faust durchs Schloss. Alle Erklärtafeln sind auch auf Deutsch, so dass wir schon einiges lernen konnten über die Geschichte des Schlosses, seine Bedeutung zur Verteidigung Schwedens, die Bildung der Kalmarer Union zwischen Schweden, Norwegen und Dänemark im Jahre 1397 und über die Wasa-Könige. Die Räume im Schloss sind noch original erhalten und zum Teil wirklich sehr schön und beeindruckend!
Nach der Führung, die eine Stunde dauerte, sehr interessant und gut zu verstehen war, verließen wir ziemlich hungrig das Schloss und da es immer noch trocken war, gingen wir in die Altstadt und dort zu einem Texas Grill. Bei diesem bekamen wir um 14:30 Uhr noch ein Mittagessen und die Burger waren auch ganz okay. Von einer Eisdiele in der Fußgängerzone gab es anschließend noch ein gutes selbstgemachtes Eis zum Nachtisch. Beim Bahnhof kamen wir an einem Fahrrad-Parkhaus vorbei - schon sehr praktisch.
Wir gingen noch etwas weiter durch die Innenstadt, am Dom vorbei und wieder zurück zur Berta. Es war schon ziemlich frisch bei 14 Grad und stürmischem Wind.
Nach einer Siesta entschlossen wir uns, weiter in Richtung Karlskrona zu fahren. Es hatte wieder angefangen zu regnen und wir wollten uns einen Platz mit Strom suchen, an dem wir unsere Räder wieder laden konnten. In Karlskrona selbst sah es damit nicht so toll aus – alles sehr teuer und laut Rezensionen auch überfüllt. So entschieden wir uns für die Schäreninsel Hassö neben Karlskrona, wo es mehrere Plätze mit Strom für ca. 20 Euro pro Tag gibt.
Bevor wir losfuhren, ging es noch zu einem Coop und zu einer Tankstelle. Dann fuhren wir die gute Stunde bis zum Hafen von Garpahamnen auf Hassö, wo wir uns einen Übernachtungsplatz ausgesucht hatten. Um 20:45 Uhr kamen wir in einem kleinen Hafen an und waren die Einzigen Wohnmobilisten! Am Kai war noch ein Segelboot festgemacht, wo auch jemand für die Nacht hier blieb. Das Bezahlen über eine App funktionierte problemlos und wir bekamen per SMS den Code für schöne WCs und eine super saubere heiße Dusche. Die tat so richtig gut!
Und dann war auch dieser Urlaubstag schon wieder zu Ende.
Freitag, 05.07.2024 – Radtour über die Schäreninseln Hasslö und Almö, Sölvesborg
Das Wetter war uns heute auf den Schären wieder hold, zwei Schauer zogen an uns vorbei. Abends in Sölvesborg hat es dann zeitweise geregnet.
Wir hatten eine prima Nacht auf unserem Hafenstellplatz. Heute stand eine Radtour über die Inseln durch die Blekinger Schärenlandschaft auf dem Plan.
Xenia hatte eine Tour zusammengestellt, die teilweise über Wanderwege führte. Die meisten davon stellten sich dann leider nicht als befahrbar heraus und wir mussten ein paarmal auf größere Wege und Straßen umrouten.
Die ersten Probleme begannen gleich am Anfang. Wir mussten zweimal umkehren und kamen nach einer halben Stunde wieder an der Berta vorbei.
Der zweite Versuch war dann erfolgreicher und unsere Tour führte uns an einigen wunderschönen Uferplätzen mit herrlicher Aussicht auf das Meer vorbei. Immer wieder hielten wir an, um die schönen Plätze im Sonnenschein zu genießen. Ein paar Mal mussten wir uns auf kleinen Wegen durchkämpfen, aber Xenia hielt tapfer durch, bis wir dann wieder auf größere Wege kamen. Es war wirklich eine sehr schöne Tour über Hasslö und die Nachbarinsel Almö. Die beiden Inseln sind über eine Straße mit Zugbrücke miteinander verbunden und zeichnen sich durch eine wunderschöne Natur aus, weite Teile sind Naturreservate.
Damm und Brücke auf die Insel Hasslö
Pause am Ufer - Sonne genießen!
Auf Almö überwiegt das Naturreservat. Die Wiesen sind beweidet.
Wanderpfade waren nicht immer befahrbar.
Die meisten Ufer waren mit Bootsanlegern, die uns Platz für eine Rast boten.
Die dahinterliegenden Ferienhäuser haben ihre Privatstrände.
Wir machten so oft Halt, dass wir für die 25 km über 3 Stunden unterwegs waren und erst um 13:45 Uhr zurück waren. Xenia wollte kochen und so gab es kurz darauf Nudeln mit Pilz-Tomatensoße, Käse und Salat vor dem Wohnmobil im Sonnenschein.
Unser Stellplatz im Bootshafen war besser, als er auf den ersten Blick aussah.
Nach dem Essen machte Udo ein Mittagsschläfle, Xenia ging zum Duschen. Sie wollte die schöne heiße Dusche am Platz noch einmal ausnutzen. Anschließend gab es einen Kaffee und Planungen für die letzten Urlaubstage. Was wollen wir uns noch anschauen und wie planen wir die Heimfahrt? Wir entschieden uns für zwei weitere Nationalparks und Rückfahrt über die Öresundbrücke. Mal sehen, ob das so hinkommt und das Wetter mitspielt.
Jetzt ging auch noch Udo unter die Dusche, dann fuhren wir weiter bis Sölvesborg, wo es eine 750-Meter-lange Rad- und Fußgängerbrücke auf die Halbinsel Listerland gibt.
Auf der Fahrt regnete es immer wieder. Um 18:15 Uhr kamen wir in Sölvesborg an, hatten aber das Problem, am Hafen keinen Parkplatz zu bekommen. Es war alles voll und den Grund dafür sollten wir bald erfahren: es war Stadtfest an diesem Wochenende mit Jahrmarkt und Bands, die an verschiedenen Plätzen in der Altstadt auftragen. Daher war einiges gesperrt und viel los.
Auf Park4Night sahen wir, dass es auf der anderen Seite der Brücke einen kleinen Waldparkplatz in der Nähe eines Hotels gibt. Den fuhren wir an und hatten Glück, es gab noch Platz für uns. Über die Sölvesborgbron, wegen der wir ja in erster Linie hier waren, waren es nur 1,2 km bis in die Altstadt von Sölvesborg.
Ausgestattet mit Regenschirm und Regenjacken machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Schon auf der Brücke hörten wir das Volksfest.
Wir gingen durch die Altstadt auf der Suche nach einem Abendessen und kamen an verschiedenen Bands vorbei. Am Ende landeten wir auf einem kleinen Festplatz und aßen wie die Einheimischen Fisch & Chips. Es war lecker. Leider setzte Regen ein und trieb uns in das kleine Zelt, wo uns an einem Tisch Platz gemacht wurde und wir mit einem jungen Schweden ins Gespräch kamen.
Anschließend bummelten wir noch über den Jahrmarkt, dann ging es zurück über die Brücke zur Berta. Dort angekommen ging gerade das EM Viertelfinale zu Ende und wir erlebten mit, wie Deutschland gegen Spanien verlor.
Auch an unserem Parkplatz war das Stadtfest noch zu hören, aber kein Vergleich zum Parkplatz am Hafen! Was aber doch deutlich störte waren Scharen von Jugendlichen, die ab 22 Uhr auf dem Weg zur Brücke und in die Stadt waren und an uns vorbeikamen. Wie das wohl werden würde, wenn diese alle wieder zurückkamen?
Wir entschlossen uns, zur späten Stunde noch einen anderen Platz zu suchen und fanden auch einen um die Ecke in einem Wohngebiet.
Samstag, 06.07.2024 – Stenshuvud Nationalpark
Bis 2 Uhr hörten wir auch auf unserem neuen Standplatz das Getöse vom Rummel.
Heute wurde uns wieder ein herrlicher Tag geschenkt. Rings herum hat es geregnet, aber wir waren in einem Sonnenloch und konnten eine sehr schöne Wanderung durch den Stenshuvud Nationalpark machen.
Als wir um 10 Uhr losfuhren, waren wir uns noch nicht so sicher, was auf uns zukommen würde. Es war bewölkt, über Mittag war Regen angesagt und in Reiseberichten aus dem Internet stand, dass der Parkplatz im Nationalpark Stenshuvud immer sehr voll sei und man mit einem Wohnmobil vor 11 Uhr dort sein muss, um noch einen Parkplatz zu bekommen.
Wir wagten es trotzdem. Um 11:30 Uhr waren wir dort und bekamen einen Platz in der ersten Reihe – trotz Wochenende und gutem Wetter, denn inzwischen schien die Sonne bei 20 Grad. Es waren Leute da, aber lange nicht so viele wie erwartet – das lag vielleicht auch an einem großen Fest, das in und um Kivik, den Ort vor dem Nationalpark, stattfand. Viele Autos und Wohnmobile parkten dort und macher Schwede war wohl heute auf dem Fest und nicht im Nationalpark.
Im Park am Naturum angekommen, machten wir einen Kaffee mit Knäggebrot, Xenia schmierte jedem ein Vesperbrot und dann gingen wir in kurzen Hosen und T-Shirt auf die Wanderung. Udo hatte eine Tour durch den gesamten Park zusammengestellt, die eine Kombination von verschiedenen ausgeschilderten Rundwanderwegen war.
Zuerst ging es die rote Tour entlang auf den Stenshuvud, einen kleinen “Berg” mit schöner Aussicht aufs Meer.
Danach wechselten wir auf die gelbe Tour und kamen so durch einen Wald mit altem Baumbestand (Buchen, Eichen und Zypressen) bis zum oberen Parkplatz. Dort macht der Weg eine Kehre und es geht in Meernähe wieder in Richtung Naturum. Immer wieder kann man kleine Abstecher zum Meer machen, zum Beispiel zu einem Leuchtturm.
Als wir wieder einmal in Meernähe waren, aßen wir unser Vesper auf einem einladenden Stein.
Danach kehrten wir nicht mehr zum Wanderpfad zurück, sondern zogen unsere Schuhe aus und gingen ein gutes Stück barfuß am Meer entlang. Der Strand ist schon besonders, da er direkt an einem Eibenwald gelegen ist. Das hatte schon Südseecharakter.
Nach dem Strand ging es wieder in den Wald, an einem kleinen See vorbei und weiter auf der lila Tour, die über einen weiteren kleinen Berg, den Kortelshuvud, führt. Dort machten wir noch einmal eine kurze Rast und genossen die Aussicht aufs Meer und die Küste.
Um 16:45 Uhr waren wir wieder zurück an der Berta. Während das Wasser zum Duschen warm gemacht wurde, tranken wir einen Kaffee und aßen ein Joghurt. Dann tat die Dusche gut und wieder frisch und wohlduftend fuhren wir noch eine gute halbe Stunde gen Süden bis an den Ortsrand von Skillinge, wo die Stadt einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz anbietet.
Dort gesellten wir uns zu ein paar anderen Wohnmobilisten und telefonierten mit Mama, die noch im Krankenhaus war, aber der es heute schon viel besser ging. Darüber waren wir sehr froh und erleichtert!
Inzwischen hatte sich der Himmel zugezogen. Wir machten trotzdem eine kleine Erkundungstour vor ans Meer und an den Hafen von Skillinge. Dort liegen mächtige Segelschiffe, vielleicht Fischerboote?
Es zogen bedrohliche Regenwolken auf und als wir wieder in der Berta waren, begann es mächtig zu stürmen und zu regnen. Zum Tagesabschluss gab es noch ein paar Tortellini und einen Wallander-Krimi, da wir morgen Ystad besuchen wollen, wo diese Filme gedreht wurden.
Sonntag, 07.07.2024 – Strand von Sandhammaren, Ales Stenar, Ystad
Geweckt wurden wir vom Wind, der um unsere Berta pfiff - mit ein paar Vögeln um die Wette. Sehr windig und relativ kühl sollte es den ganzen Tag bleiben, dafür aber mit blauem Himmel und viel Sonne. Unser morgendliches Ritual hat sich nun schon etabliert. Erst Müsli-Frühstück, dann Reiseplanung für den Tag.
Um 9:30 Uhr starteten wir zu einer Tour um die Südspitze Schwedens. Der erste Halt war kurz vor Sandhammaren am wunderschönen langen Sandstrand. Hier gibt es kilometerlang feinsten weißen Sand hinter ein paar Dünen, aber keine Steine, keine Algen oder sonstige Meeresverunreinigungen. Das macht diesen Strand zu einem der beliebtesten von Skåne. Vielleicht war es der Sonntagmorgen, vielleicht auch der Wind oder die kühlen 16 Grad, die dazu führten, dass nur wenige Menschen am Strand waren. Wir gingen ein Stück am Meer entlang und waren um 11 Uhr wieder zurück an der Berta.
Wenige Kilometer weiter liegt auf einem Hügel direkt an der Küste bei Kåseberga “Ales Stenar”. 59 Steine sind hier in der Form eines Schiffs angeordnet. Das Entstehungsdatum dieser Stätte soll um 600 nach Christus sein, interpretiert wird die Anlage als Grabanlage oder als Sonnenkalender.
Am Ortseingang von Kåseberga wurden wir von einem Ordner gleich auf einen großen Parkplatz eingewiesen. Von dort muss man den Berg hinauf bis zu Ales Stenar laufen, was rund 15 Minuten dauert. Wir gingen die Strecke zusammen mit vielen anderen Menschen, die ebenfalls dieses Denkmal besichtigen wollten.
Oben auf der Klippe wehte der Wind gefühlt noch ein paar km/h stärker. Wir gingen durch die Steine und ein Stück oben an der Steilküste entlang.
Anschließend stiegen wir zum Hafen von Kåseberga hinunter und verspeisten in einem Restaurant mit schöner überdachter und windgeschützter Terrasse Schellfisch mit Pommes (Xenia) und Lachs mit Kartoffelsalat (Udo). Das Plätzchen war wirklich sehr schön!
Anschließend ging es zurück zur Berta und weiter ins wenige Kilometer entfernte Ystad. Wir parkten am Hafen, schauten einer Katamaran-Fähre nach Borgholm beim Auslaufen zu und machten dann eine Runde durch die Innenstadt.
Zuerst kamen wir am alten Bahnhofsgebäude vorbei, in dem sich in den Wallander-Filmen die Polizeistation befindet. Heute ist dort eine Bed & Breakfest Herberge.
Über die Bahngleise gelangten wir zu Wallanders Café “Fridolfs konditori”, wo wir einen Cappuccino tranken und ein Stück Wallander-Torte aßen: Bisquit mit Sahne und blauer Marzipanhaube.
Nun ging es in die Innenstadt und wir stellten fest, dass Ystad ein bezauberndes Städtchen ist: kleine Gassen mit alten bunten Häusern, zum Teil mit Fachwerk, schön hergerichtet, oft mit blumengeschmückten Fassaden. Wirklich wie in einer Filmkulisse!
Im Schaufenster eines Fotografen sahen wir, wie die Schwedinnen sich gerne fotografieren lassen. Tätowierungen sind bei sehr vielen Frauen zu sehen.
Wir gingen ein Stück durch die Fußgängerzone und kamen zum Stortorget, einem großen Marktplatz im Stadtzentrum. Hier steht auch die beeindruckende St. Marien-Kirche, der wir einen Besuch abstatteten.
Da das Kloster inzwischen schon geschlossen hatte, gingen wir wieder zurück zur Berta und machten uns noch 80 km auf den Weg quer durchs Land in Richtung Nordwesten, wo wir morgen den Nationalpark Söderåsen besuchen wollen. Es ging gefühlt endlos auf der Landstraße durch wenig besiedeltes Gebiet. Die Straßen erinnerten an Amerika.
Dank Park4Night-App fanden wir einen kleinen Parkplatz bei Gunnaröd mitten in der Natur an einem kleinen Flüsschen, wo wir um 18:30 Uhr ankamen und zusammen mit einem weiteren Wohnmobil die Nacht verbrachten. Es gab noch einen Grießbrei mit Zucker und Zimt und ein paar Wanderplanungen für den nächsten Tag.
Montag, 08.07.2024 - Nationalpark Söderåsen
Wir hatten eine gute und ruhige Nacht auf unserem Flussparkplatz - bis auf den Regen, der nachts und am Morgen auf unser Autodach prasselte. Direkt neben unserm Standplatz war eine Kanueinsetzstelle, wo sich eine Familie für eine 2 Tage-Kanufahrt fertig machte.
Entlang des Flusses und in den Nationalparks gibt es immer wieder Biwakplätze, die alles Nötige bieten: eine Biwakhütte und eine Feuerstelle
Toilette und Mülleimer
Holz und Werkzeuge, sowie einen Platz für die Zelte
Die Wetterapp sagte gemischtes Wetter voraus, Sonnenschein aber auch ein paar Schauer. Der Regen ließ dann auch nach und bis wir frühstückten, war er vorbei.
Um 9:30 Uhr fuhren wir die letzten Kilometer zum Nationalpark. Auf der Strecke hielten wir noch bei einem ICA und versorgten uns mit Lebensmitteln für die nächsten Tage und Vesperzutaten für heute. Hier trafen wir ein Team Pfadfinder, die am Start eines 7-Tage-Haiks waren, obwohl sie in der letzten Woche ein Camp mit 500 Teilnehmern hatten.
Um 11 Uhr waren wir auf dem Parkplatz des Nationalparks angekommen und machten uns einen Kaffee mit frischen Croissants und Orangenmarmelade. Es begann wieder ein bisschen zu regnen, aber bis die Vesperbrote geschmiert waren und wir alles wieder gespült und die Rucksäcke gepackt hatten, war der Regen vorbei und wir starteten zur Wanderung. Der Himmel hatte aufgeklart, die Sonne schien und das blieb auch so, bis wir wieder zurück waren.
Die Hauptattraktion im Nationalpark ist eine 150 Meter tiefe und mehrere Kilometer lange Schlucht, durch die ein kleiner Fluss fließt. Deshalb wird der Park auch liebevoll der Grand Canyon Südschwedens genannt.
Los ging es am Naturum des Parks, das an einem kleinen See liegt. An diesen schließt sich dann die Schlucht an. Wir wanderten zuerst auf der linken Seite des Flüsschens bis zu einer großen Kehre. Der Wanderweg war sehr steinig und zum Teil durch den Regen auch schlammig. Dann ging es links den Berg hinauf. Oben angekommen machten wir eine kleine Rast und aßen ein Vesperbrot.
Weiter ging es oben auf dem Bergrücken zurück zum See. Ab und zu gab es Stellen mit Ausblick, aber mehr als Wald sah man meistens nicht. Der Weg hat uns etwas an die Albkante erinnert, bis auf den Buchenwald, durch den er führte.
Nach dem Abstieg zum See überlegten wir, ob wir hier Schluss machen und weiterfahren, entschieden uns dann aber dafür, noch eine Runde auf der anderen Seite anzuschließen. Diesmal stiegen wir zuerst auf den rechten Bergrücken, genossen ein paar Aussichten und stiegen dann ins Flusstal hinab. Das letzte Stück zurück ging es am Fluss entlang, zum Teil auf Bohlenwegen, bis wir wieder am See und an der Berta ankamen.
Nun waren wir 11,3 km auf nicht immer einfachen Wegen gewandert und hatten genug. Wie schön, dass wir in der Berta duschen konnten! Als das Wasser gerade warm war, zog ein kräftiger Regenguss über uns hinweg. Wie gut, dass wir den nicht unterwegs abbekommen hatten!
Wir suchten uns noch einen schönen Stellplatz auf dem Weg nach Mölle aus, den wir nach dem Duschen anfuhren und um 18:30 Uhr erreichten. Er gehört zu einem Restaurant, das aber montags Ruhetag hat. So blieb nichts anderes als selbst zu kochen mit allem, was die Küche noch so zu bieten hatte. Es gab Süßkartoffeleintopf mit Tomaten, Paprika, angebratener Schinkenwurst und Zwiebel. Es hat uns sehr gut geschmeckt!
Wir inspizierten noch den Platz und bezahlten die 13,50 Euro Standgebühr (sehr günstig für diese Region). Dann verkrochen wir uns in die Berta und machten ein paar Planungen für den morgigen Tag und die Rückreise.
Dienstag, 09.07.2024 – Halbinsel Kullen mit Naturreservat Kullaberg
Nach einer schönen ruhigen Nacht weckte uns am Morgen die Sonne. Von unserem Stndplatz aus haben wir noch am Vorabend eine schöne Aufnahme vom Windrad gemacht.
Da der Wetterbericht ab Mittag Eintrübung und etwas Regen prophezeite, schauten wir, dass wir nicht zu spät loskamen zur Klippenwanderung im Naturreservat Kullaberg.
Wir hatten uns einen Parkplatz nach Mölle ausgesucht, den wir um 10 Uhr erreichten. Von dort aus gingen wir eine Runde von 7 km bis ganz vor an die Spitze der Halbinsel, auf der südlichen Seite bis zum Leuchtturm und dem Naturum und an der nördlichen Seite wieder zurück.
Wir hatten uns eine tolle Klippenwanderung vorgestellt, wurden dann aber etwas enttäuscht. Die meiste Zeit ging es durch den Wald und nur an einigen Stellen hatte man eine schöne Aussicht aufs Meer und die Klippen. Vielleicht waren wir auch ein bisschen verwöhnt von den phantastischen Wanderungen der letzten Wochen, so dass uns diese Runde eher langweilig vorkam. Eigentlich war der Wanderweg schon ganz nett und wir waren nicht die Einzigen, die ihn gingen.
Vorne am Leuchtturm machten wir eine Pause mit einem süßen Stückle vom Vortag und schauten noch ins Naturum.
Nachdem die Wanderung im Sonnenschein gestartet hat, zog sich jetzt der Himmel zu.
Auf dem Rückweg machten wir einen Abstecher hinunter zum Meer, was mit einem schönen Strandblick belohnt wurde aber mit vielen teils sehr hohen Treppenstufen im Felsen erkauft werden musste.
Kurz bevor wir wieder ins Landesinnere einbogen, um zurück zur Berta zu kommen, begann es leicht zu regnen. Im Wald bekam man davon aber nicht viel mit.
Wir entschlossen uns, wieder zurück auf unseren alten Standplatz zu fahren, dort zu duschen und im Restaurant zu fragen, ob sie noch ein Mittagessen für uns hätten. Tatsächlich konnten wir uns um 14:15 Uhr noch am Buffet für den Mittagstisch bedienen und aßen mit Zwiebel gespickte und gebackene Fleischwurst mit Kartoffelbrei, Krautsalat und Preiselbeeren (die gibt es hier zu fast jedem Essen) und Kaffee und Kekse zum Nachtisch. Es war Hausmannskost und schmeckte gut. Vor allem hat uns aber das Ambiente gefallen: zusammengewürfelte Tische mit ganz unterschiedlichen Stühlen und Sofas.
Nach dem Essen gab es eine Mittagspause. Dann überlegten wir, was wir uns in Helsingborg am nächsten Tag anschauen wollten. Von dort aus hatte Xenia gestern noch eine Fähre nach Helsingör in Dänemark gebucht, die kürztest mögliche Verbindung von Schweden nach Dänemark. Abfahrt 20:10 Uhr – wir hatten also morgen noch den ganzen Tag. 20 Minuten würde die Überfahrt dauern und Xenia hoffte auf nicht zu viel Wind und eine möglichst ruhige See.
Inzwischen war es 17 Uhr geworden und wir entschieden uns weiterzufahren. Die Berta bekam noch einen Camperservice, um gut gerüstet und ausgestattet für die Heimfahrt zu sein. Dann fuhren wir um 17:30 Uhr nach Helsingborg.
Bevor wir uns auf den Parkplatz vom Olympiastadion stellten, besuchten wir noch einen ICA und kauften vor allem Geschenke zum Mitnehmen: Knäggebrot, die besonders guten schwedischen Chips in verschiedenen Geschmacksrichtungen, leckere schwedische Marabou-Schokolade und Orangenmarmelade.
Auf dem Übernachtungsparkplatz gab es noch ein Vesper in der Berta, dann war es auch schon wieder 20:30 Uhr geworden und der Tag ging so langsam zu Ende.
Mittwoch, 10.07.2024 – Helsingborg Freilichtmuseum Fredriksdal, Fähre nach Dänemark
Unser Übernachtungsparkplatz erwies sich als Insidertipp: Erlaubt, ruhig und günstig. Wir haben prima geschlafen.
Der Tag begrüßte uns mit Sonnenschein und 20 Grad. So warm hatten wir es bisher noch nie auf unserer Reise!
Wir wollten das Freilichtmuseum Fredriksdal besuchen, das man von unserem Parkplatz aus in 10 Minuten zu Fuß, durch den Olympiapark hindurch, erreichen kann. So beschlossen wir, auf dem Platz stehen zu bleiben und machten uns um 9:40 Uhr auf den Weg zum Freilichtmuseum.
Ein paar Minuten mussten wir noch zusammen mit zwei anderen Familien draußen warten, da es erst um 10 Uhr öffnete.
Unser erster Besuch galt dem WC, das wie immer in Schweden tipptopp in Ordnung und blitzesauber war. Erleichtert ging es dann in den Park und dort zuerst in einen wunderschön angelegten und blühenden Rosengarten. Die Blumengärten sind hier schon eine Augenweide!
Anschließend machten wir uns auf den Weg zu den verschiedenen Gebäuden, die man hier besichtigen kann. Auch sie sind sehr liebevoll hergerichtet. An den Gebäuden steht immer, wo sie einmal gestanden haben und wer hier gewohnt hatte. Es gab einige Werkstätten, Läden und Wohnhäuser, zunächst im städtischen Umfeld.
Elektrische Ausrüstung aus der Anfangszeit der Elektrifizierung.
Wir waren noch in einer Metalbearbeitungswerkstatt und Galvanisierung, eine Gürtel- und Handschuhmacherwerkstatt.
Sowie eine wunderschöne alte Apotheke
kann man auch ein kleines Museum mit alten Fahrzeugen, Kutschen, Schlitten, einem Leichenwagen und allerhand anderen Kuriositäten, wie ein Harley Davidson Gespann von 1919, bestaunen.
Dann besuchten wir einen Gutshof mit der Eleganz aus dem 19 Jhd. Uns vielen die vielen frischen Blumenstäußen aus Wiesenblumen.
Beim Gutshof aus dem 18. Jhd waren zwei richtige Drechschweine, die ihrem Namen alle Ehre machten.
Während wir uns um 13:30 Uhr mit einer Tasse Kaffee stärkten, fing es leicht zu regnen an.
Wir gingen trotzdem noch ein Stück weiter in ein ganz altes Gehöft, das Udo besonders begeisterte, da es sehr originalgetreu ein- und hergerichtet war. Dort erwischte uns ein richtiger Gewitterschauer, so dass wir eine halbe Stunde im Gebäude verbrachten, bis dieser durch war.
Der Hof aus dem 16. Jhd war ein typischer 3-Seitenhof
Danach war es von oben wieder trocken, aber die Wege waren ziemlich überflutet. Xenia bekam in ihren Sandalen nasse Füße. Wir machten die Runde zu Ende, kamen an verschiedenen Mühlen vorbei und gingen dann wieder zurück zur Berta, die wir um 15:00 Uhr erreichten.
Jetzt gab es eine Zimtschnecke vom Vortag und ein Mittagsschläfle.
Um 16:30 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Hafen. Dort stellten wir uns auf einen Parkplatz gleich neben dem Check-In zur Fähre. Udo versuchte, unser Radträgergestell am Heck abzumontieren, damit wir auf die 6 Meter Länge kommen, für die Xenia die Fähre gebucht hatte. Bis zu 6 Metern kostet sie 340 Kronen, darüber 1100 Kronen. Das ist ja schon ein Unterschied! Leider war das Unterfangen nicht erfolgreich und so mussten wir hoffen, dass wir auch so durchkommen.
Da wir bis zur Abfahrt noch Zeit hatten, gingen wir um 17:30 Uhr in die Helsingborger Innenstadt und dort zuerst zum 35 Meter hohen Kärnan-Turm, der auf einem Felsen oberhalb des historischen Stadtzentrums steht. Er ist der verbliebene Rest einer ehemaligen Festung und man kann ihn besteigen, allerdings waren wir dafür zu spät dran, da er um 18 Uhr schließt. So konnten wir die Stadt nur von unten überblicken, aber es gibt auch dafür einen schönen Aussichtspunkt.
Anschließend stiegen wir in die Altstadt hinunter. Dort waren allerhand Essensbuden aufgebaut und der Platz war ziemlich belebt. Udo holte sich ein Pulled Beaf, Xenia bevorzugte Langos. Von unseren letzten Kronen in bar gab es noch 2 Kugeln Eis, dann machten wir uns wieder, durch die Fußgängerzone hindurch, auf den Rückweg zur Berta.
Jetzt ging es ans Einchecken für die Fähre und alles klappte reibungslos. Wir konnten sogar eine Fähre früher als gebucht nehmen und waren kurz nach 20 Uhr in Dänemark in Helsingör.
Der ausgesuchte Übernachtungsparkplatz war nur wenige Kilometer von der Anlegestelle der Fähre entfernt und dort verbrachten wir den restlichen Abend und die Nacht. Xenia buchte noch eine Fähre von Rödby nach Puttgarden auf Fehmarn für den nächsten Tag. Vormittags war schon alles ausgebucht, aber für 13:45 Uhr bekamen wir noch eine Überfahrt.
Donnerstag, 11.07.2024 – Fahrt durch Dänemark, Radtour auf Fehmarn
Dänemark begrüßte uns am Morgen mit Regen und dieser blieb uns treu bis kurz vor Rødbyhavn, wo wir mit der Fähre auf Fehmarn übersetzten. Dort war das Wetter herrlich: 23 Grad und Sonnenschein, den ganzen Nachmittag und Abend.
Wir hatten in der Nähe eines Bahnhofes übernachtet und trotzdem gut geschlafen. Die Züge waren wohl etwas zu hören, aber wesentlich lauter war der Regen, der auf unser Dach prasselte.
Um 9:45 Uhr kamen wir los und fuhren im Regen an Kopenhagen vorbei. Um 11:30 Uhr waren wir an der Fährstation nach Fehmarn. Unser Ticket war zwar auf 13:45 Uhr gebucht, galt aber den ganzen Tag und so stellten wir uns in die Schlange. Die übernächste Fähre nahm uns dann auch um 12:30 Uhr mit. Die Wartezeit überbrückten wir mit einem Vesper in der Berta. Wir hatten es fast beendet, als unsere Schlange in die Fähre einfahren durfte. So packte Xenia auf die Schnelle zusammen und Udo fuhr los.
Die Überfahrt bis Puttgarden dauert 45 Minuten. Die See war total ruhig und die Fahrt kaum zu spüren. So hatte Xenia auch ohne Medikamente keine Probleme mit dem Magen.
Auf Fehmarn angekommen fuhren wir über die Insel ans Südende nach Burgtiefe Südstrand. Deutschland hatte uns wieder – was wir nicht zuletzt an den vielen Autos, dem Trubel und den deutlich schlechteren Straßen merkten. Vor allem in Burg auf Fehmarn war eine Menge los, schließlich war Ferienzeit.
Der erste Wohnmobilparkplatz, den wir uns ausgesucht hatten, war komplett belegt. Auch zwei weitere Plätze sahen von der Straße aus voll aus. Doch wir hatten Glück! Auf den hintersten erlaubten Wohnmobilparkplatz war noch ein Stellplatz frei – den wir natürlich gleich für uns belegten.
Udo war ziemlich müde und machte erst mal ein Nickerchen. Xenia kaufte ein Tagesticket für den Platz und plante auf komoot eine Radtour für den Nachmittag.
Um 15:30 Uhr gab es noch einen schnellen Kaffee, dann wurden die Räder gerichtet und es ging los zur 42-km-Tour über die Insel.
Zuerst kamen wir am großen Badestrand im Süden vorbei.
Daran schloss sich ein Abstecher zu einem alten Leuchtturm an der Südostspitze der Insel an.
Jetzt wagten wir es, auf einem schmalen Wanderweg am Ufer entlang nach Norden zu fahren. Da der Weg trocken war, hat das ganz gut geklappt.
Das nächste Ziel war Burg auf Fehmarn und dort ein Pfannenkuchenrestaurant, das Xenia im Vorfeld ausgesucht und auf der Route mit eingeplant hatte. Es war eine gute Wahl! Um 18 Uhr waren wir dort, bekamen noch einen Tisch auf der Terrasse und genossen prima Pfannenkuchen: Xenias war gefüllt mit Bratkartoffeln, Speck und Zwiebeln, mit Käse überbacken und dazu gab es eine Salatbeilage und Remouladensoße. Udo wählte einen Pfannenkuchen mit Forelle, Preiselbeermeerrettich und auch etwas Salat.
Es war sehr gut! Am Nachbartisch war ein junger Mann, der mit einen E-Bike und Zelt unterwegs und sehr redselig war. Zuerst unterhielt er sich mit einem anderen Ehepaar, als diese dann weitergegangen waren, mit uns.
Kurz 19 Uhr fuhren wir weiter. Wir machten noch einen kleinen Schlenker in Richtung Westen und fuhren dann am Südufer der Insel zurück zur Berta. Das letzte Stück auf einem Deich war besonders schön, aber hier gab es haufenweise kleine Mücken, die auf uns einprasselten.
Um 20 Uhr waren wir dankbar für den schönen Nachmittag und Abend wieder zurück. In der Berta gab es zum Abschluss noch eine Dusche und ein Telefonat mit Mama.
Freitag, 12.07.2024 – Rückreise bis Bernhausen
Wir hatten eine gute Nacht, obwohl die Möwen einen ziemlichen Lärm machten – nichts für Leute mit einem leichten Schlaf!
Heute war Rückreisetag mit Anlaufschwierigkeiten. Es begann damit, dass 10 Minuten vor unserer Abfahrt ein Mann von der Gemeinde auf den Parkplatz kam und wir 5 Euro Kurtaxe bezahlen mussten. Dafür bekamen wir eine Tageskarte für den Strand, von der wir allerdings nichts mehr hatten.
Bevor wir auf die Autobahn fuhren, fuhren wir noch bei einem Lidl vorbei und besorgten Cola, Erdbeeren, Sahne und ein paar Wecken.
Die nächsten Aufgaben, die wir noch zu bewältigen hatten, waren Sprit und AdBlue zu tanken. Unser Bordcomputer hatte gemeldet, dass der Füllstand von AdBlue niedrig sei und das wollte Udo vor der langen Fahrt noch beheben. Mithilfe einer TankApp fuhren wir eine günstige Tankstelle an. Der Preis stimmte auch, als wir ankamen, erhöhte sich dann aber ärgerlicherweise in den paar Minuten, in denen Udo mit einem LKW-Fahrer sprach, um ihn nach einer AdBlue-Tankmöglichkeit zu fragen, um 5 Cent. Und AdBlue mussten wir dann trotzdem an einer anderen ARAL-Tankstelle sehr teuer in einem Kanister kaufen.
Irgendwie war heute der Wurm drin und es ging gerade so weiter. Wir waren noch nicht lange auf der Autobahn, da steckten wir schon im ersten Stau – und so ging es weiter. Wir mussten zwei längere und zwei kürzere Staus durchfahren, was uns fast zwei Stunden Zeit kostete.
Um 12:30 Uhr machten wir eine kurze Rast. Danach übernahm Xenia das Steuer, damit Udo sich etwas ausruhen konnte. Zwei Stunden und einen langen Stau später wechselten wir wieder, da jetzt Xenia sehr müde war.
Deutschland = Stau und Raser und Xenia fährt wie eine EINS!
Um 18 Uhr hatten wir gerade einmal Kassel hinter uns, aber eine Pause nötig. An einem Autohof fuhr Udo ab, wir tankten noch einmal und fuhren ein paar Kilometer weg von der Autobahn, um uns dann hinter eine Hecke zu stellen. Udo durfte sich hinlegen, Xenia kochte Abendessen: Hähnchen mit Currysoße, Reis und Salat. Das Essen und die Pause taten gut und frisch gestärkt ging die Fahrt um 19 Uhr weiter.
Jetzt hatte der Verkehr nachgelassen und wir kamen gut voran. Eigentlich hatten wir vorgehabt, in der Nähe von Würzburg zu übernachten, aber nach den Stauerfahrungen des Tages entschloss sich Udo, bis Filderstadt weiterzufahren. In Bonlanden gibt es beim Fildorado einen kostenlosen Wohnmobilparkplatz, den wollten wir zum Schlafen anfahren.
Die letzten Kilometer fuhren wir im Regen. Über Esslingen stand ein starkes Gewitter, dessen Ausläufer uns noch erreichten. Von allen anderen schweren angekündigten Gewittern blieben wir auf der Fahrt verschont, sie zogen links und rechts an uns vorbei.
Um 0:15 Uhr waren wir auf dem großen Fildorado-Parkplatz in Bonlanden. Drei andere Wohnmobile waren schon da. Wir stellten uns dazu und verbrachten dort eine ruhige Nacht.
Samstag, 13.07.2024 - Mama abholen und wieder zuhause
Wir haben sehr gut auf dem Fildorado-Parkplatz geschlafen. Die einzigen Störgeräusche kamen vom Regen, der immer wieder aufs Dach prasselte. Dieser war dann aber am Morgen vorbei und wir konnten ohne Störungen nach Hause fahren.
Doch zuerst ging es nach dem Frühstück zur Mama nach Bernhausen. Wir hatten uns angemeldet und sie erwartete uns schon, als wir um 9:45 Uhr bei ihr ankamen. Vor ihrer Wohnung durften wir wieder einmal den "Parkplatzsegen" erleben. Die Talstraße war zwar komplett zugeparkt, aber genau in dem Moment, als wir unten um die Ecke bogen, fuhr ein Lieferwagen an einer Einfahrt weg und wir hatten einen perfekten Parkplatz.
Mama war wirklich sehr schwach und es war gut, dass wir ihr beim Packen für die nächsten 3 Wochen auf der Alb helfen konnten.
Um 11:30 Uhr fuhren wir zu dritt über Metzingen, wo wir noch günstig tanken konnten, nach Heroldstatt. Um 12:45 Uhr waren wir wieder zuhause und fanden alles soweit in Ordnung vor. Sogar der Rasen war in ordentlichem Zustand, da Udo ein paarmal den Robbi von Schweden aus gestartet hatte und dieser wohl seine Arbeit getan hatte.
Jetzt hieß es ausräumen, auspacken, aufräumen, Wäsche waschen und das Haus saugen, wo einige Spinnen die sechs Wochen Ruhe von uns ausgenutzt hatten, um das Haus für sich zu erobern und ihre Spinnweben zu verteilen.
Bis Montag war Xenia noch beschäftigt mit Waschen, Bügeln, Aufräumen und Berta putzen, Udo wusch die Berta außen und schnitt die Hecken und die Grasränder im Garten, dann war auch das geschafft und es blieben uns wunderschöne Erinnerungen an einen besonderen Urlaub.

































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































