Berta-Saarland-Tag04

Di 14.02.2023 - Saarbrücken

Da wir am vergangenen Abend mit Laden unserer PCs die Batterie ziemlich gestresst hatten, waren wir froh, dass uns die Sonne am Morgen begrüßte und wir die Berta noch an ein Sonnenplätzchen stellen konnten, bevor wir in die Stadt loszogen.

Die Buslinie 126, die direkt vor unserem Parkplatz eine Haltestelle hat, brachte uns in die Innenstadt. Ein Tagesticket für 2 Personen kostet hier 7,30 € - fanden wir recht günstig.

Zuerst ging es zum Rathaus, wo sich auch die Tourist-Info befindet. Ein schönes altes Barockgebäude, eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wir ließen uns ein Heftchen mit den Sehenswürdigkeiten der Stadt geben und luden die städtische App mit einigen Erklärungen dazu zum Anhören aufs Handy. Es war trotz Sonnenschein ziemlich kalt und wir waren froh an Mütze, Stirnband, Handschuhen und Winterjacken.

Die Tour führte uns vom Rathaus zur Basilika St. Johann mit ihrem schönen hellen barocken Innenraum. Erbaut wurde diese Kirche vom Baumeister Stengel und bekam vom Papst sogar die Auszeichnung „Basilika Minor“. Besonders ist auch die Orgel mit 60 Registern, die wir aber nicht hören sondern nur von unten bewundern konnten. Weiter ging die Tour über den St. Johanner Markt und durch die Fröschengasse (Altstadtgässle), auf der Wilhelm-Heinrich-Brücke über die Saar zur Ludwigskirche, dem Wahrzeichen von Saarbrücken. Auch sie ist erbaut von Stengel, innen ganz in Weiß und sehr beeindruckend. Sie gilt als eine der schönsten evangelischen Barockkirchen in Deutschland, vergleichbar mit dem Hamburger Michel oder dem Kölner Dom. Als wir sie besuchten, war gerade eine Ausstellung über jüdisches Leben in Deutschland in 4 kleinen Kabinen in den vier Ecken der Kirche untergebracht. Irgendwie hat das nicht so wirklich gepasst, weder thematisch noch architektonisch, fanden wir. Die nächste Station war das Schloss mit einem Ausblick über die Stadt von der Schlossmauer, die wir als erstes ansteuerten und uns von der App erklären ließen, was man da von Saarbrücken sehen kann.

Im Foyer des Schlosses gibt es einen Schauraum, in dem man einen Kurzfilm über die Geschichte des Schlosses anschauen kann – was wir natürlich gemacht haben. Der Mittelteil des Schlosses ist heute ein Verwaltungsgebäude mit einer Glasfassade. Wir fuhren mit dem Aufzug ganz nach oben, besuchten dort das WC, genossen die Aussicht und stiegen die Wendeltreppen an der Glasfassade wieder hinunter. Anschließend machten wir einen Abstecher ins Museum, stiegen in die Kasematten und erfuhren, dass es eine Burg unter dem Schloss gibt, aus der im 17. Jahrhundert ein Renaissance-Schloss wurde. Dieses wurde aber zerstört und darauf dann im 18. Jahrhundert von Stengel eine barocke Residenz gebaut. Den gläsernen Mittelbau hat das Schloss bekommen, weil der Trakt im Krieg zerstört wurde. Wir fanden beide, dass eine Rekonstruktion des alten Gebäudes schöner gewesen wäre … Die historische Dauerausstellung besuchten wir auch, aber nicht alles. Wir hatten einfach schon viel gesehen und die Köpfe waren voll. So verließen wir die Schlossanlage, gingen über die Alte Brücke wieder zurück über die Saar und durch die Fußgängerpassage (Bahnhofstraße) zur Europa-Galerie. Unterwegs in der Fußgängerzone kamen wir an einem E-Auto mit Solarzellen (Sono) vorbei, für das Werbung gemacht wurde und das Udo sehr interessierte. Es hat eine Batterie, die man auch als Pufferspeicher für eine Solaranlage nutzen kann. Allerdings kommt das Auto voraussichtlich erst 2025 auf den Markt.

Unsere letzte Station war die Europa-Galerie, ein großes Shoppingcenter in der ehemaligen Saargalerie und Bergwerksdirektion mit 110 Geschäften. Im oberen Geschoss gibt es eine Foot-Galerie. Diese besuchten wir – Xenia für einen Cappuccino, Udo für ein Sandwich von Subways.

Zurück ging es wieder mit dem Bus – allerdings stiegen wir zuerst in die Linie 30, die wir aber leider mit unserem Ticket nicht benutzen durften, da es eine deutsch-französische Buslinie ist, wie uns der Schaffner erklärte. So stiegen wir halt wieder aus, gingen noch 2 Querstraßen weiter und fuhren wieder mit „unserer“ 126 zurück zur Berta.

Um 16:15 Uhr kamen wir dort an, duschten und verbrachten noch eine Zeit im Auto, bevor wir dann wieder mit der 126 zum Staatstheater fuhren, um dort um 19:30 Uhr die Vorstellung „Broadway Danny Rose“ zu besuchen. Xenia hatte von zuhause Karten dafür besorgt.

Der Bus brachte uns pünktlich zum Staatstheater, wo wir unsere Plätze in der 6. Reihe Mitte einnahmen. Xenia hatte noch ein aufblasbares Kissen dabei, das sie aber nur in der zweiten Halbzeit benutzte. Das Drehbuch zu dem Stück hatte Woody Allan 1964 herausgebracht und es wurde jetzt in einer für das Theater adaptierten Fassung aufgeführt. Es handelt von dem liebenswerten aber erfolglosen Künstler-Agenten Danny Rose, der an seine skurrilen aber zweitklassigen Künstler glaubt und letztendlich auch das Herz von Tina Vitale gewinnt, der Geliebten von Lou Canova. Lou Canova ist ein Sänger, den Danny Rose aus einem Karriere-Tief herausholte, der ihn aber beim ersten besseren Agentenangebot sitzen lässt. Nun ja, wir hätten wahrscheinlich ein anderes Stück gewählt, wenn wir eine Wahl gehabt hätten. Aber es war trotzdem unterhaltsam, flott und rhythmisch, begleitet von einem Musiker-Quartett. Vor allem gegen Schluss wurde es immer fetziger und wir hatten Spaß an der Aufführung.

Da der Bus zurück erst eine Viertelstunde später fuhr, gingen wir eine Haltestelle zu Fuß und stiegen dann ein. Leider fuhr er uns nicht ganz zurück. Nach ca. 2/3 der Strecke kam der Betriebshof und der Bus beendete seine Fahrt hier. Die restlichen 3 Haltestellen gingen wir in einer Viertelstunde zu Fuß zurück zur Berta, die unversehrt und inzwischen ganz alleine auf dem Parkplatz auf uns wartete.


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