Berta-Saarland-Gesamt

Gesamtes Urlaubstagebuch Saarland 02.2023

Sa 11.02.2023 - Ludwigsburg - Hemmingen

Tagebuch Saarland Berta 11.02.-19.02.2023

Um 9:40 Uhr war alles gepackt, Wasser getankt, beim Metzger Proviant gekauft – wir waren startklar. Los ging’s in Richtung Ludwigsburg.

Direkt beim Schloss konnten wir auf einem Parkplatz mit Wohnmobilstellplätzen parken, wo wir um 11:20 Uhr ankamen. Die Sonne schien, es hatte Plusgrade – was wollten wir mehr?

Los ging es zum Schloss, wo wir um 12 Uhr an einer Führung teilnahmen und neben Erklärungen zu den Räumen auch einiges zur Geschichte des Residenzschlosses, seinem Erbauer Herzog Eberhard Ludwig und seinen Nachfolgern Karl Alexander und vor allem Carl Eugen bekamen. Die Führerin - eine Französin, die sich als Wahlschwäbin vorstellte – machte ihre Sache sehr interessant und unterhaltsam. Besonders beeindruckend war ein sehr langer Saal, die Ahnengalerie, und ein imposanter Barockdurchgang von einem Trakt in den anderen, wo ein Hochzeitspaar gerade Bilder von sich machen ließ. Einziger Wermutstropfen war, dass es in den Zimmern und Sälen sehr kalt war – noch kälter als draußen! Die Führerin meinte, dass sie heute „nur“ 3 Hosen übereinander anhätte. In den letzten Wochen sei sie mit Mütze und Handschuhe unterwegs gewesen.

So waren wir nach einer guten Stunde im Schloss nicht undankbar, wieder nach draußen und in die Sonne zu kommen. Die gebuchte historische Stadtführung begann um 14 Uhr im mittleren Schlosshof – Zeit genug, um noch einen Imbiss zu uns zu nehmen. Wir setzten uns in die Sonne des Schlosscafés und genossen Kaffee mit Apfelstrudel. Einen Innenraum gab es nicht, aber in der Sonne war es ganz okay.

Pünktlich um 14 Uhr startete die Runde durch den Schlosshof in die Altstadt. Einige Anekdoten hörten wir zum zweiten Mal, was aber nicht schlimm war. So prägte es sich besser ein. Allerdings standen wir zu den Erklärungen jetzt viel im Schatten und so langsam kroch die Kälte dann doch in die Knochen. Am Marktplatz endete die Führung, jetzt ging es nur noch ins MIK, Museum – Information – Kultur), wo uns der Führer ein Modell von Ludwigsburg zeigte, wie Guiseppe Frisoni die Stadt in Rechtecken geplant hatte. Wir schauten uns noch 2 Kurzfilme über Geschichte und Kultur der Stadt in diesem Zentrum an, um uns etwas aufzuwärmen.

Anschließend gingen wir in die nahegelegene Einkaufspassage „WilhelmGalerie“, wo Xenia sich einen Badeanzug im H&M kaufte. Sie hatte ihren zuhause nicht mehr gefunden ☹. Udo setzte sich so lange in die Eisdiele und trank einen Milchshake.

Inzwischen war es 17 Uhr geworden und wir schlenderten zurück zum Auto. Auf dem Weg kauften wir noch Schokolade als Geschenk für Wilhelms, bei denen wir am nächsten Tag zum Mittagessen eingeladen waren.

Im Auto machte Udo ein kurzes Schläfle, Xenia ging ihre Predigt nochmal durch. Nach einer Tasse Tee ging die Fahrt weiter nach Hemmingen, wo wir im Hinterhof der Aufwind-Gemeinde parken und die Nacht verbringen konnten. Andi war noch im Haus, begrüßte uns und ließ uns die Hintertüre offen. So konnten wir das WC im Haus benutzen. Zum Abendessen gab es Maultaschensuppe.


So 12.02.2023 - Hemmingen

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht konnten wir, wie am Abend zuvor, die Waschbecken und WCs der Aufwind-Gemeinde benutzen.

Um 9:30 Uhr gingen wir ins Gemeindehaus (kürzester Dienstweg ever) und Xenia freute sich, Moni Wilhelm wiederzusehen. Sie ist leitende Pastorin der Gemeinde und Xenia hat sie auf der Bibelschule Beröa kennengelernt und ihr später auch während der Neupastorentage den einen oder anderen Tipp geben können. Die Gemeinde ist nach einer Krise ziemlich geschrupft, es waren nur ca. 40 Besucher da. Aber es war eine gute Atmosphäre und bis auf zwei kleine technische Pannen, als der Laptop plötzlich Chrome öffnete und später Word schloss, hat auch alles gut geklappt.

Nach dem Gottesdienst waren wir noch im Gemeindehaus zum Mittagessen eingeladen, das wir zusammen mit Moni und Joe Wilhelm und ihren 3 Kids (Nico (20), Sarai (18) und Talinka(11)) genossen. Joe hatte ein sehr gutes Putengeschnetzelte vorgekocht und zum Nachtisch gab es noch Kuchen und Muffins.

Um 14:30 Uhr verabschiedeten wir uns und fuhren bei inzwischen blauem Himmel und Sonnenschein auf einen Parkplatz bei einem Golfplatz, von dem aus wir einen Spaziergang zur Nippenburg und am Rande des Golfplatzes wieder zurück zur Berta machten. Die Golfanlage ist riesig und es waren einige Leute zum Training dort. So konnten wir manchen Aufschlag miterleben und entsprechend kommentieren 😉. Die Burg selbst war uns von Joe empfohlen worden, war aber nicht gerade der Hit und trotzdem recht bevölkert an dem schönen Sonntagnachmittag.

Anschließend fuhren wir in die Stadt, parkten am Bahnhof und machten einen historischen Stadtspaziergang, den wir von der Homepage von Hemmingen heruntergeladen hatten. War ganz nett. Am schönsten war das alte Schloss mit dem angrenzenden kleinen Schlosspark und einer schönen Kirche.

Um 17 Uhr beschlossen wir, 180 km weiter in Richtung Homburg zu fahren und dort auf einem Parkplatz am Sportplatz von Beeden, am Rande des Biotops, zu nächtigen, den Xenia im Vorfeld rausgesucht hatte. Das hat auch prima geklappt und wir sind um 19:30 Uhr angekommen. Luken dicht wegen der Autos, die noch an einer Wirtschaft ein paar hundert Meter weiter entfernt parkten, dann gab es ein gutes Vesper mit Zutaten von zuhause. Am nächsten Tag sollte es dann weitergehen zu den Schlossberghöhlen, die sich nicht weit weg befinden und laut Internet die größten Buntsteinhöhlen Europas sein sollen. Die Heizung machte unser Wohnmobil schnuckelig warm und so verbrachten wir noch einen gemütlichen Abend darin.


Mo 13.02.2023 - Homburg - Saarbrücken

Geweckt wurden wir nach einer ruhigen Nacht durch Vogelgezwitscher. Ein Blick aus dem Fenster war allerdings ernüchternd – keine Sonne, sondern Nebel!

Wir ließen uns die Laune nicht verderben, machten Frühstück und eine kurze Inspektion der Umgebung. Wir hatten die Nacht direkt oberhalb des Biotops verbracht und konnten am Hang einen Blick darauf und die vielen verschiedenen Tiere, die dort unten Heimat gefunden hatten, werfen. Ein Rentner saß auf einem Bänkchen und erklärte uns, dass wir neben Enten und anderen Wasservögeln auch Nilgänse und kanadische Gänse sehen. Auch irgendwelche biberähnlichen Tiere waren zu Gange, aber den Namen konnten wir uns nicht merken.

Um 9:45 machten wir uns auf den Weg nach Homburg. Das Parken gestaltete sich doch etwas schwieriger als gedacht, weil die Straße hoch zum Schlossberghotel und den Schlossberghöhlen gesperrt war. Udo fand unten einen Platz direkt an der Stelle, an der ein Wanderweg zum Schlossberg hochführt. Den nahmen wir dann und während dem Aufstieg durch den Wald kam die Sonne heraus.

Unser Wanderweg führte uns die Kante entlang zur Festung Homburg. Dort entdeckten wir eine kostenlose „Lauschtour“, die wir uns herunterluden und so über 10 Stationen das Wichtigste zur Burgfestung und ihrer Geschichte erzählt bekamen. Blauer Himmel, Sonnenschein und Temperaturen, die in den zweistelligen Bereich kamen, machten das Vergnügen vollkommen.


Wir ließen uns Zeit, genossen die Aussicht und stiegen dann etwas ab zu den Schlossberghöhlen. Diese waren ja unser eigentliches Ziel gewesen. „Höhlen“ ist eigentlich der falsche Begriff. Es handelt sich um Stollen, die ab dem Mittelalter in den Buntsandstein gegraben wurden – zum einen zum Abbau des Steinmaterials, zum anderen als Schutzräume für die Bevölkerung während Kriegszeiten. In den 60er-Jahren wurde sogar ein richtiger Bunker zum Schutz des Landesvaters hineingebaut – bei der Nähe zu Frankreich weiß man schließlich nie … Sowohl auf der Festung als auch in den Höhlen waren wir die einzigen Besucher – ein Vorteil vom Reisen im Februar!


Um 13 Uhr machten wir uns an den Abstieg, aber nicht direkt zurück zum Auto, sondern in die Altstadt von Homburg. Schon auf der Festung hatten wir gelernt, dass es wegen massiver Luftangriffe im 2. Weltkrieg nur noch wenige alte Häuser in der Stadt gibt. Aber es war trotzdem nett, durchs Stadtzentrum zu bummeln. Gleich am Anfang stießen wir auf ein klasse Burgerrestaurant, was uns gerade recht kam. So verspeisten wir super gute Hamburger mit Süßkartoffelpommes. Frisch gestärkt und aufgewärmt (in den Höhlen hatte es auch nur 10 Grad) ging es dann zurück zur Berta. Unterwegs kauften wir noch ein paar Wecken fürs Abendessen.

Weiter ging die Fahrt nach Saarbrücken, wo Xenia schon zuhause einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz beim deutsch-französischen Garten ausgesucht hatte. Um 15:45 kamen wir dort an. Die angekündigte Wasserversorgung gab es zwar nicht mehr, aber der Platz ist für Wohnmobile ausgewiesen und wir waren mal wieder die Einzigen. Direkt in der Nachbarschaft befindet sich das Erlebnisbad „Calypso“. Wir machten einen Bummel dorthin, um zu erkunden, ob sich ein Besuch für uns lohnt. Die Anlage sah auch nicht schlecht aus, aber der Preis war schon saftig: 16,50€ pro Person für 2 Stunden. Wir besuchten die WCs (immer gut auf so einer Reise) und gingen dann zurück in die Berta, wo wir uns einen schönen Kaffee mit Muffins und Kuchen aus Hemmingen gönnten.

Anschließend machten wir uns noch einmal auf und spazierten durch den deutsch-französischen Garten, das Naherholungsgebiet von Saarbrücken mit einem See, einer Seilbahn (außer Betrieb) und einem Bähnle (auch außer Betrieb). Der Park macht seinem Namen alle Ehre, denn wir hörten mindestens so viel Französisch wie Deutsch. Was die vielen Gänse schnatterten, die sich am See vergnügten und uns immer wieder im Tiefflug überflogen, ließ sich nicht so genau identifizieren …

Eigentlich hatten wir gedacht, abends noch ins Bad zu gehen, aber Udo hatte etwas Ohrenweh bekommen. Das und die Eintrittspreise führten dann dazu, dass wir lieber noch ein Lesestündchen in der Berta einlegten, bevor wir dann die guten in Homburg gekauften Wecken verspeisten und Nachrichten anschauten.

So ging wieder ein sehr schöner Tag zu Ende.


Di 14.02.2023 - Saarbrücken

Da wir am vergangenen Abend mit Laden unserer PCs die Batterie ziemlich gestresst hatten, waren wir froh, dass uns die Sonne am Morgen begrüßte und wir die Berta noch an ein Sonnenplätzchen stellen konnten, bevor wir in die Stadt loszogen.

Die Buslinie 126, die direkt vor unserem Parkplatz eine Haltestelle hat, brachte uns in die Innenstadt. Ein Tagesticket für 2 Personen kostet hier 7,30 € - fanden wir recht günstig.

Zuerst ging es zum Rathaus, wo sich auch die Tourist-Info befindet. Ein schönes altes Barockgebäude, eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wir ließen uns ein Heftchen mit den Sehenswürdigkeiten der Stadt geben und luden die städtische App mit einigen Erklärungen dazu zum Anhören aufs Handy. Es war trotz Sonnenschein ziemlich kalt und wir waren froh an Mütze, Stirnband, Handschuhen und Winterjacken.

Die Tour führte uns vom Rathaus zur Basilika St. Johann mit ihrem schönen hellen barocken Innenraum. Erbaut wurde diese Kirche vom Baumeister Stengel und bekam vom Papst sogar die Auszeichnung „Basilika Minor“. Besonders ist auch die Orgel mit 60 Registern, die wir aber nicht hören sondern nur von unten bewundern konnten. Weiter ging die Tour über den St. Johanner Markt und durch die Fröschengasse (Altstadtgässle), auf der Wilhelm-Heinrich-Brücke über die Saar zur Ludwigskirche, dem Wahrzeichen von Saarbrücken. Auch sie ist erbaut von Stengel, innen ganz in Weiß und sehr beeindruckend. Sie gilt als eine der schönsten evangelischen Barockkirchen in Deutschland, vergleichbar mit dem Hamburger Michel oder dem Kölner Dom. Als wir sie besuchten, war gerade eine Ausstellung über jüdisches Leben in Deutschland in 4 kleinen Kabinen in den vier Ecken der Kirche untergebracht. Irgendwie hat das nicht so wirklich gepasst, weder thematisch noch architektonisch, fanden wir. Die nächste Station war das Schloss mit einem Ausblick über die Stadt von der Schlossmauer, die wir als erstes ansteuerten und uns von der App erklären ließen, was man da von Saarbrücken sehen kann.

Im Foyer des Schlosses gibt es einen Schauraum, in dem man einen Kurzfilm über die Geschichte des Schlosses anschauen kann – was wir natürlich gemacht haben. Der Mittelteil des Schlosses ist heute ein Verwaltungsgebäude mit einer Glasfassade. Wir fuhren mit dem Aufzug ganz nach oben, besuchten dort das WC, genossen die Aussicht und stiegen die Wendeltreppen an der Glasfassade wieder hinunter. Anschließend machten wir einen Abstecher ins Museum, stiegen in die Kasematten und erfuhren, dass es eine Burg unter dem Schloss gibt, aus der im 17. Jahrhundert ein Renaissance-Schloss wurde. Dieses wurde aber zerstört und darauf dann im 18. Jahrhundert von Stengel eine barocke Residenz gebaut. Den gläsernen Mittelbau hat das Schloss bekommen, weil der Trakt im Krieg zerstört wurde. Wir fanden beide, dass eine Rekonstruktion des alten Gebäudes schöner gewesen wäre … Die historische Dauerausstellung besuchten wir auch, aber nicht alles. Wir hatten einfach schon viel gesehen und die Köpfe waren voll. So verließen wir die Schlossanlage, gingen über die Alte Brücke wieder zurück über die Saar und durch die Fußgängerpassage (Bahnhofstraße) zur Europa-Galerie. Unterwegs in der Fußgängerzone kamen wir an einem E-Auto mit Solarzellen (Sono) vorbei, für das Werbung gemacht wurde und das Udo sehr interessierte. Es hat eine Batterie, die man auch als Pufferspeicher für eine Solaranlage nutzen kann. Allerdings kommt das Auto voraussichtlich erst 2025 auf den Markt.

Unsere letzte Station war die Europa-Galerie, ein großes Shoppingcenter in der ehemaligen Saargalerie und Bergwerksdirektion mit 110 Geschäften. Im oberen Geschoss gibt es eine Foot-Galerie. Diese besuchten wir – Xenia für einen Cappuccino, Udo für ein Sandwich von Subways.

Zurück ging es wieder mit dem Bus – allerdings stiegen wir zuerst in die Linie 30, die wir aber leider mit unserem Ticket nicht benutzen durften, da es eine deutsch-französische Buslinie ist, wie uns der Schaffner erklärte. So stiegen wir halt wieder aus, gingen noch 2 Querstraßen weiter und fuhren wieder mit „unserer“ 126 zurück zur Berta.

Um 16:15 Uhr kamen wir dort an, duschten und verbrachten noch eine Zeit im Auto, bevor wir dann wieder mit der 126 zum Staatstheater fuhren, um dort um 19:30 Uhr die Vorstellung „Broadway Danny Rose“ zu besuchen. Xenia hatte von zuhause Karten dafür besorgt.

Der Bus brachte uns pünktlich zum Staatstheater, wo wir unsere Plätze in der 6. Reihe Mitte einnahmen. Xenia hatte noch ein aufblasbares Kissen dabei, das sie aber nur in der zweiten Halbzeit benutzte. Das Drehbuch zu dem Stück hatte Woody Allan 1964 herausgebracht und es wurde jetzt in einer für das Theater adaptierten Fassung aufgeführt. Es handelt von dem liebenswerten aber erfolglosen Künstler-Agenten Danny Rose, der an seine skurrilen aber zweitklassigen Künstler glaubt und letztendlich auch das Herz von Tina Vitale gewinnt, der Geliebten von Lou Canova. Lou Canova ist ein Sänger, den Danny Rose aus einem Karriere-Tief herausholte, der ihn aber beim ersten besseren Agentenangebot sitzen lässt. Nun ja, wir hätten wahrscheinlich ein anderes Stück gewählt, wenn wir eine Wahl gehabt hätten. Aber es war trotzdem unterhaltsam, flott und rhythmisch, begleitet von einem Musiker-Quartett. Vor allem gegen Schluss wurde es immer fetziger und wir hatten Spaß an der Aufführung.

Da der Bus zurück erst eine Viertelstunde später fuhr, gingen wir eine Haltestelle zu Fuß und stiegen dann ein. Leider fuhr er uns nicht ganz zurück. Nach ca. 2/3 der Strecke kam der Betriebshof und der Bus beendete seine Fahrt hier. Die restlichen 3 Haltestellen gingen wir in einer Viertelstunde zu Fuß zurück zur Berta, die unversehrt und inzwischen ganz alleine auf dem Parkplatz auf uns wartete.


Mi 15.02.2023 - Saarschleife bei Mettlach

Am Morgen erwartete uns trübes Wetter – Wolken oder Hochnebel, das ließ sich nicht so genau bestimmen. Unser heutiges Ziel war die Saarschlaufe, um das schöne Wetter noch etwas auszunutzen, bevor der vorhergesagte Wetterumschwung kam.

Um 10 Uhr kamen wir los nach erledigtem Camperservice. Udo hatte doch noch die Wasserstation gefunden und diese besuchten wir vor der Abfahrt, tankten neues Frischwasser, ließen das Abwasser ab und leerten das Clo.

Je näher wir dem Ziel kamen, umso stärker wurden die Bedenken, was das Wetter anging. Wir fuhren im Nebel, mal dicker mal dünner, aber doch immer grau in grau. Um 11 Uhr erreichten wir den ersten Parkplatz an der Saarschleife und überlegten, was wir machen. Der Platz war auch nicht wirklich geeignet und so fuhren wir noch ein kleines Stück weiter, um uns noch einen anderen Parkplatz anzuschauen. Zuerst fuhren wir daran vorbei, weil man durch eine Schranke für eine Rehaklinik muss. Wir kamen durch ein Wäldchen, als uns klar wurde, dass wir zu weit gefahren waren. Udo drehte um, wir fuhren den Kilometer zurück und als wir wieder aus dem Wald kamen, trauten wir unseren Augen kaum: Sonne! Inzwischen hatte Xenia die Beschreibung gelesen, dass das mit dieser Schranke schon seine Richtigkeit hat. So lösten wir ein Parkticket (4 Euro am Tag), fuhren durch die Schranke und stellten uns ganz hinten in eine Parkbucht im Sonnenschein, wo wir ganz allein waren.

Unser erster Erkundungsweg führte uns zum Baumwipfelpfad und dem Aussichtspunkt Cloef. Den Baumwipfelpfad schenkten wir uns, der Aussichtspunkt tat es völlig. Wir hatten einen sehr schönen Blick auf die Saarschleife und Udo ließ die Susi fliegen. Anschließend spazierten wir noch ein Stück der Kante entlang und gingen dann wieder zurück zur Berta, um Mittag zu essen.


Xenia kochte Spaghetti, die uns gut geschmeckt haben. Nach dem Spülen war es 14:15 Uhr geworden. Udo legte sich noch für ein kurzes Schläfchen hin, Xenia inspizierte das Schwimmbad „Johannisbad“, das zur Rehaklinik gehört, aber öffentlich zugängig ist. Einen Blick ins Bad kann man von außen nicht werfen, nur die Preistafel lesen. Auch dieses Bad ist teuer, hat eben verschiedene Becken, Whirlpools, Becken mit Düsen und Saunen. Sehr von Vorteil für uns waren auch sehr saubere öffentlich zugängliche WCs.

Um 15 Uhr starteten wir zu einer kleinen Wanderung auf dem Cloef-Pfad: Am Aussichtspunkt vorbei in Serpentinen den Hang hinunter zur Saar, ein Stück die Saar entlang bis zu einer Personenfähre, die aber erst wieder im März in Betrieb geht. Dann durch das wild romantische Steinbachtal wieder den Hang hinauf und zurück zur Berta. Wir waren inklusive Pausen 2,5 Stunden unterwegs und haben die Runde sehr genossen. Hinunter waren die Temperaturen am Hang fast mild, durchs Bachtal hinauf dagegen richtig frisch.


Zurück an der Berta musste Udo die Gasflasche tauschen und danach streikte die Heizung. Zum Glück hat er es aber wieder hinbekommen. Wir machten uns aus den Brot-, Wurst- und Käseresten, die wir noch hatten, einer Packung Pumpernickel, Honig, Marmelade und einem Ingwertee mit Zitrone ein Abendessen, das uns nach Wanderung an der frischen Luft sehr gut schmeckte. Den Abend verbrachten wir in der wieder kuschelig warmen Berta mit Lesen und Computern.


Do 16.02.2023 - Saarpolygon

Die Nacht war klar und kalt, dafür weckte uns Sonnenschein. Nach dem Frühstück war unser erstes Ziel die Villeroy & Boch Erlebniswelt im nahegelegenen Mettlach. Um 10 Uhr kamen wir dort an um zu erfahren, dass die Ausstellung geschlossen ist und frühestens Ende des Jahres wieder eröffnet. Auch sonst gäbe es leider nichts zu besichtigen im Werk.

So fuhren wir weiter nach Ensdorf, um dort das Saarpolygon zu besichtigen. Aufgrund seiner exponierten Lage haben wir es schon von der Autobahn aus gesehen. Es steht auf der Bergehalde Duhamel, einer Bergehalde des Bergwerks Saar, erhebt sich rund 150 Meter über das umliegende Saartal und soll an den im Juni 2012 endgültig beendeten Steinkohlebergbau im Saarrevier erinnern.

Wir parkten unterhalb der Halde und wanderten den Berg hinauf zur Skulptur. Auf dem Weg zum Gipfel kamen wir an einer kleinen Weinanbaufläche mit 99 Weinreben vorbei, deren Trauben zu einem besonderen Wein verarbeitet werden. Die Ausbeute liegt bei ca. 300 Flaschen pro Jahr, die in Ensdorf zu besonderen Anlässen getrunken oder verschenkt werden.

Oben angekommen bestiegen wir über 133 Stufen das Saarpolygon und hatten von oben einen schönen Rundumblick. Wir hatten Lebkuchen und Nüssle mitgenommen, die wir jetzt oben auf einer Bank auf dem Querstück verspeisten und den Ausblick genossen. Die Sonne kam wieder voll aus dem Dunst hervor und es war fast mild und windstill. Am Hang konnten wir 2 Gleitschirmflieger beobachten, die Übungen zum Aufstellen des Schirms veranstalteten.


Wir inspizierten noch das Hochplateau und stiegen dann wieder ab zur Berta. Auf einem Schild hatten wir gelesen, dass es in der RAG-Repräsentanz eine kostenlose Dauerausstellung "Bergbau unser Erbe" gibt. Dorthin fuhren wir noch und schauten uns den Saal an.

Inzwischen waren Wolken aufgezogen und wir beschlossen, auf der Weiterfahrt zur Völklinger Hütte an einem Einkaufszentrum mit einer günstigen Tankstelle Halt zu machen. Nach dem Tanken kaufte Xenia ein paar Lebensmittel beim Lidl ein, Udo machte in der Zeit ein Nickerchen. Wir kochten Kaffee und verspeisten Pizzaschnitten, Käsebrezeln, Nussschnecken und Berliner vom Lidl. Anschließend ging Udo ins Bauhaus, schaute nach Gas und ein paar Kleinigkeiten und Xenia machte ein Schläfle. Es hatte leicht zu regnen begonnen und die Tropfen auf dem Dach der Berta waren sehr einschläfernd …

Um 17:30 Uhr fuhren wir die letzten Kilometer zur Völklinger Hütte und stellten uns dort auf den Wohnmobilplatz. Besucher dürfen ihn kostenfrei benutzen. Die 6 Stromplätze waren zwar belegt, aber unsere Batterien vom Fahren geladen - also kein Problem. Xenia kochte Putengeschnetzeltes mit Champignons, breite Nudeln und Salat. Es hat uns sehr gut geschmeckt. Nach einer kleinen Inspektionsrunde über den Parkplatz und das Gelände (der Regen hatte wieder aufgehört und die Sterne funkelten vom Himmel) verzogen wir uns ins Wohnmobil und verbrachten dort eine erholsame Nacht.


Fr 17.02.2023 - Völklinger Hütte

Das Unesco-Weltkulturerbe „Völklinger Hütte“ öffnet seine Pforten um 10 Uhr.

Es regnete leicht, als wir zum Eingang gingen und kurz nach 10 Uhr dort ankamen. Die Dame an der Kasse erklärte uns, dass es in diesem Gebäude, der Gebläsehalle, eine Ausstellung zum Thema „Kapitalismus“ gibt und sich die anderen Hallen und die Industrieanlagen mit den Hochöfen auf der anderen Straßenseite befinden. Der Eintrittsbon berechtigte den Zutritt zu beidem und so gingen wir zuerst zur Sonderausstellung.

Schon im Eingangsbereich erwarteten uns 2 große Wände mit Zitaten von berühmten Menschen zu den Themen Geld, Gier und Kapitalismus. Diese Zitate wurden dann in einem fast zweistündigen Film im Hauptsaal wieder aufgegriffen und in Szene gesetzt. Dieser Film war schon besonders und faszinierte uns so, dass wir ihn uns komplett ansahen – immerhin fast 2 Stunden. Man kann sich in diesem Raum auf große Sitzsäcke setzen oder legen. Der Film wird vorne abgespielt, an den Seitenwänden sieht man einen Chor und Schlagzeuger, die die Musik dazu liefern. Das Ganze ist wie ein modernes Musical aufgemacht und thematisiert die Chancen und vor allem die Gefahren des Geldes. Es geht um Gier, um Macht, um Umweltzerstörung, um Streit und Krieg, um Arm und Reich, um das Glück und immer wieder darum, dass wir den Hals nicht voll genug bekommen können, wie pervers das ist und wie wir uns dadurch selbst schaden. Außer dem Hauptfilm gab es noch weitere kürzere Filme, alles Kunstfilme, entlang den Hallenwänden, aber die haben wir uns nicht auch noch alle angeschaut.

Um 13 Uhr verließen wir diese Halle, gingen auf den Parkplatz zur Berta und machten uns ein Vesper. Anschließend zogen wir los zur eigentlichen Völklinger Hütte. Wir waren mal wieder fast allein, durchstreiften die verschiedenen Anlagen, Rohrsysteme und auf dem Gebiet der Kokerei auch das „Paradies“, eine Gartenwildnis, die auf einer Freifläche zwischen den Gebäuden entstanden ist, als die Hütte ihren Betrieb eingestellt hat. Über verschiedene Treppen kann man zur Gichtbühne hinaufsteigen und hat entlang den Hochöfen eine schöne Aussicht auf Völklingen und die Umgebung. Da fast alles im Freien bzw in ungeheizten Räumen und Nischen ist, wurde es auf Dauer schon frostig. Außerdem nieselte es immer wieder ein bisschen.


Um 17:30 Uhr verließen wir das Gelände und gingen zurück zur Berta. Der Parkplatz neben dem Womo-Stellplatz füllte sich zunehmend mit Faschingsnarren. Es ging bunt und lustig zu mit Karnevalsmusik. Xenia wärmte die Reste vom Vortag und kochte noch einen Grießbrei. Die Narren waren inzwischen abgezogen.

Um 20:30 Uhr hörten wir wieder Faschingsmusik und entschlossen uns, dem nachzugehen. Wir überquerten die Saale und trafen auf einen Faschingsumzug, der gerade dort stattfand. Besonders beliebt waren Teufelskostüme und Lichter an Umhängen und Kleidern. Wir warteten einige Kapellen und Wägen ab, die an uns vorbeizogen, und gingen die Strecke ein Stück ab. Es regnete nicht mehr, aber wir staunten schon über manch freizügige Kostümierung der Mädels bei den Temperaturen!

Um 22 Uhr waren wir nach einem ereignisreichen Tag wieder zurück in der Berta – home sweet home 😊.


Sa 18.02.2023 - Kaiserslautern

Nach dem Frühstück und Ablassen des Abwassers (dieses müssen wir ja nicht mit uns herumfahren, wenn es eine Entsorgungsstation gibt) starteten wir gen Kaiserslautern.

Zuerst inspizierten wir die Parksituation bei der Hoffnungskirche, wo wir am Sonntag einen Gottesdienst besuchen wollten. Dort zu bleiben bot sich aber leider nicht an, trotz Bushaltestelle um die Ecke – wenig Platz und am Hang, also alles ziemlich schräg. So fuhren wir weiter auf einen Parkplatz in der Nähe der Innenstadt, wo wir um 3 Euro ein Tagesticket erwerben und zu Fuß in die Stadt gehen konnten. Udo hatte eine Lauschtour für Kaiserslautern entdeckt und heruntergeladen, die verschiedenen Stationen wollten wir jetzt ablaufen.

Um 11:30 Uhr zogen wir los. Es war windig aber trocken, nachmittags kam sogar die Sonne durch. Der erste Halt war die Fruchthalle, die aber samstags leider geschlossen ist. So konnten wir das Gebäude nur von außen inspizieren.

Auf dem Weg zur nächsten Station kamen wir an einer künstlichen Eisfläche vorbei, wo man auf weißen Plastikplatten Schlittschuhlaufen kann. Dieser sollten wir im Laufe des Tages noch mehrfach begegnen, da wir kreuz und quer durch die Stadt kamen.

Die Fußgängerzone mit den vielen Läden lud zum Bummeln ein, sodass wir unsere Lauschtour-Route verließen und uns einfach treiben ließen. Ein Restaurant mit der Aufschrift „Sissi und Franz“ machte uns an, es war gut besucht, und da es inzwischen 12:30 Uhr geworden war, gingen wir rein. Wie sich innen herausstellte, waren wir wieder in einem Burger-Restaurant gelandet, aber es war wirklich gut und sich ein bisschen aufzuwärmen war ein willkommener Nebeneffekt.

Anschließend ging es weiter auf der Tour, vorbei an der Eisfläche, zur imposanten St. Martins Kirche, die wir auch innen bewundern konnten.

Als nächstes kamen wir zum Theodor-Zink-Museum, dem Stadtmuseum von Kaiserslautern. Es zeigt die Geschichte der Stadt und der Region von den frühestens Siedlungsspuren bis zur Gegenwart mit volkskundlichen und kunsthandwerklichen Sammlungen. Der Eintritt ist frei.

Nur ein paar Schritte entfernt befindet sich der bemerkenswerte Kaiserbrunnen.



Das nächste Highlight war die Stiftskirche und der Weg dorthin ging mal wieder an der Eisfläche vorbei. Diese geschichtsträchtige Kirche war leider geschlossen, aber als wir um 16:30 Uhr an ihr vorbeikamen, überraschte sie uns mit einem Glockenspiel. Die Melodie war uns unbekannt, aber die Intonation der Glocken klang doch ziemlich schief.

Auf dem weiteren Weg kamen wir an der Kaffeerösterei Kaiserslautern vorbei, deren Café gut besucht war. Wir versuchten es und bekamen noch einen Platz an einem kleinen Tisch, den gerade 2 andere Leute frei gemacht hatten. Udo wählte Vanilleeis in Espresso, Xenia einen Cappuccino mit einem Stück Fruchttorte. Der Kaffee war sehr gut!

Frisch gestärkt und aufgewärmt führte uns die Lauschtour zu den Ruinen des Casimirschlosses – natürlich vorbei an? – der Eisfläche. Xenia hatte ein Schloss erwartet, es gibt aber nur noch ein paar Ruinen. Direkt daneben befindet sich das Pfalztheater Kaiserslautern. Auf dem Programm stand für den Abend Faust Teil 1 und wir hätten versucht, noch an Karten zu kommen, aber die Vorstellung war wegen einem Krankheitsfall abgesagt. Auch eine Führung durch die Katakomben und unterirdischen Gänge unterhalb des Schlosses wurde erst wieder ab März angeboten.

So gingen wir zurück zur Berta und überlegten, wo wir die Nacht verbringen. Vielleicht hätten wir auf dem Parkplatz stehen bleiben können, aber er liegt direkt an einer Hauptverkehrsstraße durch die Stadt, die sehr stark befahren ist. So suchten wir nach einer Alternative und fanden nach 2 vergeblichen Versuchen (an einer Halle, wo eine große Faschingsveranstaltung stattfand und einem Platz in einem abgesperrten Militärgelände der Amis) einen Parkplatz bei einem Sportplatz. Xenia fragte in der nahegelegenen Sportgaststätte, ob wir über Nacht bleiben dürfen, und bekam sehr freundlich die Erlaubnis dafür. So machten wir uns um 20:30 Uhr noch eine Kleinigkeit zum Abendessen und verbrachten dort die Nacht.


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