Berta-Rheinland2-Gesamt

Gesamtes Urlaubstagebuch - Bonn, Köln, Ahrtal 16.-23.02.2024

Fr 16.02.2024 - 100. Geburtstag von Oma Ida - Fahrt nach Winningen, kurz vor Koblenz

Vormittags war Einkaufen und Packen angesagt mit einer großen Aufregung kurz vor Mittag: Xenia hatte die Berta abgeschlossen, bevor sie zum Netto für letzte Einkäufe fuhr. Als sie wieder zuhause war und die Einkäufe in die Berta räumen wollte, waren die Autoschlüssel weg! Udo war in einem Zoom-Meeting und beteuerte, nicht mehr am Wohnmobil gewesen zu sein. Xenia suchte überall, aber der Schlüsselbund blieb verschwunden. Ziemlich verzweifelt verschaffte sie sich schließlich mit dem Ersatzschlüssel Einlass in die Berta.

Um 11:45 kamen Eva und Wolfi, um mit uns den 100. Geburtstag von Oma Ida zu feiern. Die Schlüssel waren immer noch weg und jetzt überlegten wir zu dritt, wo diese sein könnten. In ihrer Verzweiflung durchsuchte Xenia noch einmal alles, und o Wunder – der Schlüsselbund war in der Schublade des Schuhschrankes. Da gehörte er nicht hin, aber Xenia hatte dort schon nachgeschaut und ihn offensichtlich übersehen. Die Erleichterung war riesig und das Ida-Gedächtnisfest konnte beginnen.

Zuerst wurde gemeinsam gekocht. Es gab die traditionellen Fondornudeln, allerdings mit vegetarischer Wurst, einen gemischten Salat und zum Nachtisch Stracciatella-Joghurt mit Amarena-Eis. Nach dem Essen spielten wir 2 ziemlich miese Kniffelrunden. Xenia gewann die erste Runde mit 185 Punkten – eigentlich eine Verlierersumme. Udo gewann die zweite Runde auch nicht viel besser. Aber wir hatten Spaß. Danach gab es einen Kaffee, für den Eva eigentlich, im Gedenken an Omas Geburtstagsfeiern, eine Schwarzwälderkirsch-Torte aus der Tiefkühltruhe mitbringen wollte, aber sie bekam keine und so gab es eine Schwarzwälder-Bisquitrolle und eine gemischte Coppenrath-und-Wiese-Kuchenplatte.

Um 16:15 Uhr verließen uns die beiden, wir packten den Rest und starteten um 17:30 Uhr zur ersten Bertareise in 2024.

Kurz nach Stuttgart begann es zu regnen. Um 19:30 Uhr machten wir zwischen Heilbronn und Mannheim eine Vesperpause. Als Xenia das Geschirr spülen wollte, lief die Pumpe, aber es kam kaum Wasser. Es dauerte eine ganze Zeit, bis uns die Idee kam, dass der Frostwächter noch offen sein könnte. So war es dann auch und als Udo den Fehler behoben hatte, kam auch das Wasser. Allerdings hatten wir bei der Prozedur eine Menge Wasser verloren und der Tank war nur noch zu 25% gefüllt. Nun ja, da musste bald eine Wasserstation angefahren werden.

Wir entschlossen uns, noch bis Koblenz zu fahren, da wir in der Nacht sehr gut durchkamen. Xenia suchte einen Parkplatz kurz vor Koblenz für die Nacht aus. Er war oberhalb der Mosel bei Winningen gelegen in der Nähe eines kleinen Flugplatzes und hatte in Park4Night gute Bewertungen. Kurz vor der Abfahrt von der Autobahn hörte es auf zu regnen. Um 22:40 Uhr kamen wir beim Flugplatz Winningen an und verbrachten dort auf einem kleinen Parkplatz eine ruhige Nacht.


Sa 17.02.2024 - Winningen - Königwinter Drachenfels und Drachenburg - Bonn Bad Godesberg

Es erwartete uns ein bewölkter, aber trockener Tag.

Bis wir mit dem Frühstück fertig waren und alles soweit gerichtet hatten, war es 9:30 Uhr geworden. Wir stellten fest, dass wir genau an einem Aussichtspunkt über die Mosel geparkt hatten und beschlossen, uns vor der Weiterfahrt die Umgebung anzuschauen. Das war eine sehr gute Entscheidung! Wir hatten ja keine Ahnung, in welch bedeutendem und besonderen Gebiet wir uns befanden!

Vom Aussichtspunkt aus machten wir eine schöne Spazierrunde oberhalb der Mosel auf dem Moselsteig und lernten von Tafeln, die dort aufgestellt sind, dass hier einmal der Homo Erectus gewohnt hatte und es einige bedeutende urgeschichtliche Funde über ihn und seine Zeit von hier gibt. Außerdem ist August Horch, Gründer der Automobilunternehmen Horch und Audi, in Winningen geboren und die Weinberge, die es hier gibt und die wir durchwanderten, zeichnen sich durch besondere Trockenmauern und Felsen aus. Die Runde hat sich wirklich gelohnt, sie war abwechslungsreich mit wunderschönem Blick auf die Mosel und interessanten Wegtafeln zur Geologie, Geschichte, Flora und Fauna dieses Fleckchens Erde.

Um 11 Uhr fuhren wir weiter in Richtung Bonn. Unterwegs fanden wir nach einiger Suche eine Möglichkeit, Wasser nachzufüllen. Unser nächstes Ziel waren der Drachenfels und das Schloss Drachenburg.

Wir fuhren in Königswinter den Parkplatz der Drachenfelsbahn an, der aber nur für PKW erlaubt ist. Wir wollten es nicht darauf ankommen lassen, fuhren ein kleines Stück weiter und fanden einen Parkplatz an der Straße. Allerdings hatten wir die Berta noch nicht verlassen, als ein Passant ans Fenster klopfte und Udo darauf hinwies, dass Wohnmobile hier nicht parken dürfen und wir mit einem Strafzettel rechnen müssen, wenn wir das trotzdem tun. So fuhren wir noch weiter auf den offiziellen Wohnmobilparkplatz, von dem aus wir dann ein gutes Stück zu Fuß bis zur Drachenfelsbahn gehen mussten.

Dort angekommen entschlossen wir uns, die Bahn zu nehmen und oben zu entscheiden, was wir noch unternehmen wollen. Die alte Zahnradbahn von 1955 brachte uns zusammen mit anderen Touristen hinauf zu einer Aussichtsterrasse am Fuß des Drachenfelsen, den wir dann auch noch bestiegen.

Anschließend ging es bergab bis zur „Mittelstation“ der Drachenfelsbahn, dem Schloss Drachenburg. Es sieht Neuschwanstein sehr ähnlich und wir entschlossen uns, es zu besichtigen. Mit einer Lauschtour (Audioführung), die man über Handy herunterladen kann, machten wir eine Besichtigungsrunde durch die verschiedenen Säle und Zimmer des Schlosses.

Da wir keine Lust hatten auf die Bahn zu warten, gingen wir zu Fuß den Berg hinunter und zurück zur Berta, wo wir um 17 Uhr ankamen. Jetzt gab es erst einmal einen Kaffee und Kuchen von zuhause, denn außer dem Frühstück und einer Brezel vor dem Start zum Drachenfelsen hatten wir noch nichts gegessen.

Um 17:45 Uhr fuhren wir weiter nach Bonn Bad Godesberg, wo wir am nächsten Tag den Gottesdienst des CLW (Centrum lebendiges Wort), einer internationalen Pfingstgemeinde, besuchen wollten. Wir fanden tatsächlich direkt um die Ecke einen ebenen Parkplatz in einer Sackgasse, wo das Parken am Wochenende erlaubt ist. Dort stellten wir uns hin, machten die Schotten dicht, aßen noch einen Salat und ein kleines Vesper und verbrachten dort die Nacht.


Sonntag, 18.02.2024 – Bonn: Gottersdienst im CLW und Haus der Geschichte

Um 23:30 Uhr war es soweit, wir hatten die Kapazitätsgrenze der Campingbatterie erreicht, das Licht und alle elektrischen Geräte gingen aus – kein Strom mehr. So war auch für Udo notgedrungen Schlafenszeit.

Am Morgen hatte sich die Batterie so weit erholt, dass die Wasserpumpen und die Heizung wieder in Betrieb genommen werden konnten. Das Wetter war trüb, aber ein kleines bisschen Strom brachte die Solaranlage trotzdem.

Um kurz vor 10 Uhr verließen wir die Berta und gingen in den Gottesdienst des CLW, Centrum lebendiges Wort. Die Gemeinde hat einen sehr schönen Kuppelraum und eine gute Lichttechnik. Der Lobpreis und insbesondere der Lobpreisleiter waren sehr gut. Wir kannten die meisten Lieder nicht, aber sie waren sehr eingängig, sodass wir schnell trotzdem mitsingen konnten. Der dortige Vikar hielt die Predigt über Vergebung, wir bekamen ein Willkommensgeschenk aber nach dem Gottesdienst sprach uns niemand an und wir verließen die Kirche ohne Kaffee.

Wir hatten uns zwei Parkmöglichkeiten in der Nähe des Hauses der Geschichte ausgesucht, aber beide waren komplett belegt. Etwas weiter weg fanden wir einen fast leeren Parkplatz, aber dieser war eigentlich nur für Busse und PKW erlaubt. Wir stellten uns trotzdem dorthin und kochten erst mal ein Mittagessen: Gebratene Maultaschen mit Pilzen, Ei und Käse, dazu einen gemischten Salat. Danach fuhren wir noch einmal zurück und versuchten ein zweites Mal unser Parkglück in Museumsnähe, aber wieder umsonst. Daraufhin fuhren wir zum Wohnmobilstellplatz von Bonn, in der Nähe unseres Mittagessensplatzes, und fanden dort mehrere freie Stellplätze. Von dort aus sind es 30 Minuten zu Fuß zum Haus der Geschichte und Versorgung gibt es leider auch keine, aber es war zumindest ein erlaubter Parkplatz für uns.

Wir zogen Regenjacken an, nahmen unsere großen Schirme und machten uns im Regen auf den Weg zum Haus der Geschichte. Um 14:30 Uhr waren wir dort und besuchten als erstes die Sonderausstellung „Deutschland digital“.


Ein Nachschlagewerk für vergessene Passwörter. In den Büchern sind alle 6-stelligen Passwörter übersictlch dargestellt.

Um 16 Uhr waren wir durch, legten eine Kaffeepause im Museumscafé ein und starteten dann mit der Hauptausstellung zur deutschen Geschichte vom Kriegsende bis zur Wiedervereinigung. Das Museum ist sehr ansprechend, unterhaltsam und informativ gestaltet und zudem noch umsonst. Die Zeit verging wie im Flug und wir waren erst zur Hälfte durch, als die Ansage kam, dass das Museum in einer Viertelstunde schließt und man seine Sachen von der Garderobe abholen soll.


Ein Querschnitt durch einen Rosienenbomber, der Lebensmittel und Süßigkeiten für die Kinder abwarf

Ein Kommunionkleid aus Mullbinden genäht

Waren, wie sie nach derm Krieg zu kaufen waren

So ging es um 18 Uhr wieder zurück zur Berta, die wir wohlbehalten antrafen. Die Bordbatterien waren nur minimal gefüllt, was jetzt stromsparen so gut wie möglich bedeutete. Wir beschlossen, trotzdem hier zu nächtigen, da wir Rainer Pawlak für den nächsten Vormittag einen Stellplatz nennen mussten, an dem er uns antreffen und um 9:30 Uhr zu einer Greeter-Stadtführung mitnehmen kann. Die nahegelegene große Straße war zu hören, aber störte uns nur wenig. Wir haben inzwischen gelernt, auch mit Geräuschkulisse zu schlafen. Es gab noch ein kleines Vesper mit Ingwertee und etwas Computerei, so viel die Akkus noch hergaben.


Montag 19.02.2024 – Bonn: Greeter-Stadtführung und Beethovenhaus

Heute erwartete uns ein bewölkter Tag, der bis 17 Uhr trocken blieb. Dann regnete es wieder.

Um 9:30 Uhr waren wir mit „unserem“ Greet Rainer Pawlak, einem 75-jährigen Rentner, verabredet, der pünktlich auf die Minute bei uns auftauchte. Wir waren ebenfalls startklar und so ging es los zur Besichtigung von Bonn, zuerst mit einer Autofahrt durch die Stadt, dann zu Fuß durch die Innenstadt. Greeter sind ehrenamtlich tätige und Stadt- oder Fremdenführer, die Reisenden durch kostenlose Spaziergänge ihre Stadt oder Region zeigen und erklären. Das Motto der Greeter ist: „Komm als Gast, geh als Freund.“

Durch die Rheinauen führte die Fahrt vorbei an Regierungsgebäuden und durch die Prachtstraße Bonns, die Poppelsdorfer Allee. Sie verbindet das Kurfürstliche Schloss mit dem Poppelsdorfer Schloss und ist größtenteils mit Gründerzeithäusern bebaut, sehr nobel! Anschließend ging es den Kreuzberg hinauf zur sehr schönen barocken Kreuzbergkirche mit ihrer beeindruckenden "Heiligen Stiege", die man nur betend und auf Knien nach oben erklimmen darf.

Unser Greeter gab uns eine individuelle Begrüßungstour mit persönlicher Note und Geschichten, die keiner kennt.

Auch der Innenraum und insbesondere die Orgel sind sehr beeindruckend.

Wir genossen noch die Aussicht über Bonn bis hin zum Kölner Dom, dann ging die Fahrt wieder hinunter in die Innenstadt.

Das erste Parkhaus, das Rainer eigentlich ausgewählt hatte, war leider belegt, sodass wir noch ein kleines Stück weiterfahren mussten. Nun kam der Fußmarsch durch die Fußgängerzone zum Beethovenhaus, dessen Besichtigung wir aber auf später verschoben.

Rainer führte uns zum Bonner Münster, dem dem großen Beethovendenkmal auf dem Münsterplatz, den Skulpturen-Köpfen von Cassius und Florentius, dem Marktplatz mit dem historischen Alten Rathaus. Beim Rathaus erzählte er uns von seiner Zeit, als er als Pressechef der Stadt Bonn arbeitete und die Besuche prominenter Gäste organisierte. Ein weiteres Highlight war ein Besuch bei Thalia. Die Verkaufs- und Ausstellungsräume für die Bücher waren früher ein Kino und der Charme der 20er ist dort immer noch zu spüren.

Weiter führte uns Rainer über die Universität zum Alten Zoll am Rhein. Quer durch die Stadt ging es dann zurück zum Alten Friedhof, der Xenia sehr an den Pragfriedhof in Stuttgart erinnerte. Wir besuchten einige Gräber berühmter Persönlichkeiten, wie zum Beispiel das Grab von Beethovens Mutter Maria Magdalena van Beethoven, das von Friedrich Schillers Ehefrau Charlotte von Schiller und ihrem gemeinsamen Sohn Ernst von Schiller, die Gräber von Mildred Scheel und Norbert Blüm, den Rainer als Bonner Pressesprecher persönlich kannte. Ein sehenswerten Denkmal ist auch das Grab von Clara und Robert Schumann, das aber zum Schutz über den Winter eingerüstet ist.

Am Ende des Friedhofrundgangs verabschiedeten wir uns von unserem netten Stadtführer Rainer. Wir wollten uns gerne erkenntlich erweisen, aber er weigerte sich, einen Obolus von uns anzunehmen. Nicht einmal die Unkosten wie Sprit und Parkgebühr ließ er sich erstatten – gehört wohl zum Ehrenkodex der Greeter. So bedankten wir uns ganz herzlich und werden eine Spende an den Verein machen.

Unsere weitere Tour auf eigene Faust führte uns zuerst in ein „Hans im Glück“ – Nobel-Burgerrestaurant, wo wir froh waren, uns stärken und die Füße ausruhen zu können. Anschließend gingen wir noch einmal zu Beethovens Geburtshaus und besichtigten das dort untergebrachte sehr interessante Museum. Wieder einmal tat uns ein Audioguide, den man aufs Handy laden kann, sehr gute Dienste.

Um 17 Uhr verließen wir das Museum und machten uns auf den Rückweg zur Berta. Wir hatten vor, am Rhein entlang und über die Rheinauen zurückzugehen, auch wenn das eine Stunde Fußmarsch bedeutete. Doch wir waren gerade am Rhein angekommen, als uns ein heftiger Regenguss überraschte. So stiegen wir kurz entschlossen in die nahegelegene U-Bahn, die uns in wenigen Minuten ganz in die Nähe unserer Berta brachte. Es hatte aufgehört zu regnen, aber kaum waren wir um 17:30 Uhr an unserem mobilen Zuhause angelangt, fing es wieder an.

Rainer hatte uns empfohlen, dem Ahrtal einen Besuch abzustatten, was wir für den nächsten Tag ins Programm aufgenommen hatten. Dazu mussten wir ein Stück zurück Richtung Koblenz fahren, was aber ganz gut passte, da auf dieser Strecke auch der Wohnmobilstellplatz mit Strom liegt, auf dem wir auf dem Weg nach Bonn Wasser getankt hatten. Diesen fuhren wir wieder an und konnten den Abend mit guter Stromversorgung in der Berta verbringen. Draußen ging ein Regenguss nach dem anderen durch, aber wir hatten es schön warm, konnten alle Computer und Geräte wieder aufladen und Xenia genoss eine Dusche mit anschließendem Föhnen. Da der Wetterbericht für den nächsten Tag schönes Wetter ansagte, plante Udo eine Radtour durch das Ahrtal.


Dienstag 20.02. – Radtour durchs Ahrtal

Da wir uns nicht sicher waren, wie unsere Tour weitergehen wird, machten wir nach dem Frühstück einen Camperservice und fuhren mit frischem Wasser und frisch gerichtetem WC nach Linz.

Dort parkten wir die Berta ganz in der Nähe der Fähre, sattelten unsere Bikes und ließen uns von der Fähre auf die andere Seite des Rheins nach Kripp übersetzen.

Zuerst machten wir einen kleinen Abstecher zur Ahrmündung, wo eine neue, stabile Brückenkonstruktion aus masivem Stahl die neu geschaffene Flussmündung überspannte.

Anschließend ging es die Ahr flussaufwärts, meistens auf dem Ahrtalradweg, sofern dieser nicht von der Flut beschädigt war und man eine Umleitung radeln musste. Teilweise war es schon krass, wenn der Weg plötzlich aufhörte und weggespült war. Manche Häuser sind renoviert, aber es gibt auch noch einige, deren unterer Stock immer noch eine Baustelle ist. Zum Teil sind die unteren Fenster und Türen verbarrikadiert.

In Ahrweiler fuhren wir durch ein Tor der Stadtmauer in die schöne Altstadt und wärmten uns in einem Café mit Cappuccino, Berliner, Croissant und Bienenstich auf. Mit 11 Grad war es doch recht frisch und die Sonne kam nicht wie im Wetterbericht versprochen durch. Aber immerhin blieb es den ganzen Tag trocken. Am Nachbartisch saß ein älteres Paar, das uns von ihren Erlebnissen vor 2,5 Jahren berichteten, als das Wasser 1,8 m hoch in der gesammten Innenstat stnd und kein gutes Haar am hiesigen Landrat ließen.

Weiter ging es, zuerst eine Runde durch den Ort und dann die Ahr aufwärts. Jetzt kamen wir an engere Stellen, wo das Ausmaß der Flut noch besser zu erkennen war. Zum Teil hatte das Wasser ganze Felsen und Straßenabschnitte mitgerissen und an vielen Stellen sind Baumaßnahmen im Gange.

Die Zeit war inzwischen so fortgeschritten, dass wir uns entschlossen, die Tour etwas abzukürzen und schon in Mayschoß den Hang hinaufzuradeln, um auf der Höhe mit Blick aufs Ahrtal den Rückweg anzutreten. So war zumindest der Plan, der sich allerdings als schwer durchführbar erwies – zumindest im ersten Teil der geplanten Rückfahrt. Der Weg wurde nämlich immer schlechter, und da er dann auch noch durch einen Wald führte, immer schlammiger. Die Krönung des Ganzen war eine Strecke mit Forstarbeiten, wo Äste kreuz und quer über dem völlig vermatschten Waldarbeiterweg lagen. Wir wären umgekehrt, wenn wir nicht schon so viel hinter uns gebracht hätten. So kämpften wir uns durch und kamen schließlich ziemlich versaut oben an – Räder und Schuhe voller Dreck und Matsch. Der Vorteil war, dass es jetzt nichts mehr ausmachte, wenn der Weg streckenweise weiterhin dreckig war.

Die zweite Hälfte des Weges war dann sehr schön – so, wie wir uns das eigentlich gedacht hatten: es ging auf halber Hanghöhe durch die Weinberge auf geteerten Wegen mit schöner Aussicht ins Tal. An einem Aussichtspunkt mit Tisch und Bänken machten wir eine kleine Rast und stärkten uns mit ein paar Brotchips, Nüssen und Knoppers.

Den Rest des Weges fuhren wir zügig durch, da uns langsam doch kalt wurde. So waren wir froh, als wir wieder auf der Fähre waren und dann auch an der Berta.

Jetzt hieß es erst mal saubermachen. Zum Glück hatten wir 2 Eimer und eine Bürste im Auto. Xenia reinigte die Schuhe, Udo die Räder – zumindest einigermaßen, um nicht den ganzen Dreck im Auto zu haben. Um 17:45 Uhr fuhren wir wieder zurück auf unseren letzten Nachtplatz – das war jetzt am einfachsten und praktischsten.

Xenia kochte Kässpätzle mit Salat, eine Dusche tat ebenfalls gut und so beendeten wir den Tag müde aber satt und zufrieden in der warmen Berta.

Tour auf Komoot


Mittwoch 21.02.2024 – Bonn: Haribo und Haus der Geschichte

Der Wetterbericht hatte Regen angesagt, aber dieser erreichte uns erst am Abend, als wir wieder in der Berta waren. So wurde es ein bewölkter, aber trockener Tag.

Vormittags ließen wir uns Zeit und starteten um 9:45 Uhr in Richtung Bonn. Unser erstes Ziel war Haribo in Bonn Bad Godesberg. Haribo steht für „Hans Riegel Bonn“. Eine Werksbesichtigung gibt es hier leider nicht, aber einen Fabrikverkauf. Die Auswahl war riesig, da kamen Kindheitserinnerungen und -träume hoch! Wir kauften um 30 Euro einige Tüten für uns selbst und als Geschenke und konnten nicht widerstehen, gleich davon zu naschen.

Nach einem Besuch der hervorragenden Kundentoilette ging die Fahrt weiter zum altbekannten Wohnmobilstellplatz in Bonn. Wir nutzten das ordentliche Wetter für einen Spaziergang durch die Rheinauen und am Rhein entlang zum Haus der Geschichte.

Das alte Wasserwerk war während des Umbaus des neuen Plenarsaals Sitz des Parlaments

Moderne Kunst hat was, oder?

Von 13 Uhr bis 17:15 Uhr verbrachten wir den Nachmittag mit dem zweiten Teil der deutschen Geschichte vom Ende des 2. Weltkrieges bis heute. Die Sonderausstellung und die Dauerausstellung im Erdgeschoss hatten wir uns ja schon am Sonntag angeschaut.

Adenauers Reisezugwaggon. Zur Besprechung packte die Sekretärin dann die Reiseschreibmaschine aus.

Um 15 Uhr unterbrachen wir die Besichtigung eine halbe Stunde lang für Kaffee und Kuchen im Museumscafé und zum Ausruhen der Füße. Danach ging es weiter. Wir hörten und schauten uns die meisten der zur Verfügung stehenden Filme und Zeitdokumente an - wirklich interessant, was im Osten und Westen von Berlin und Deutschland los war und wie da gelebt wurde. Ab den 80er Jahren kam uns dann vieles sehr bekannt vor.

Xenia lässt sich von einem Roboter die Ausstellung erklären.

Als Rückweg wählten wir wieder die Route am Rhein entlang, sie ist einfach viel schöner als der Weg durch die Stadt, auch wenn sie ein paar Minuten länger dauert.

Um 18 Uhr waren wir wieder in der Berta. Es gab Schupfnudeln mit Zucchini und Paprika, die wir uns schmecken ließen. Nach dem Abendessen begann es wieder zu regnen, aber wir waren im Trockenen und Warmen, das machte uns nichts mehr aus.


Donnerstag, 22.02.2024 – Köln: Stadtführung und Millionenshow

In der Nacht regnete es lang und ausgiebig, aber am Morgen war es wieder trocken.

Um 9:30 Uhr starteten wir nach Hürth, einer Stadt südlich von Köln. Dort befinden sich die EMG Germany Studios, wo wir für den Abend Karten für eine Fernsehaufzeichnung der Millionenshow mit Armin Assinger hatten.

Wir stellten die Berta auf einen großen P+R-Parkplatz in Hürth an der Bahnlinie U18 und fuhren mit der Bahn in 25 Minuten nach Köln zum Hauptbahnhof. Um 11 Uhr kamen wir dort an und hatten jetzt noch eine Stunde Zeit, bis unsere Free-Walk-Tour am Eigeltinger Tor begann. So bummelten wir dorthin und verbrachten noch eine halbe Stunde in einem Café.

Wir waren heute die einzigen Touristen für die deutsche Tour und hatten den Führer Marcel ganz für uns. Er war ein netter junger Mann, hatte Fahrzeugbau studiert, wollte eigentlich Feuerwehrmann werden, aber durfte das nicht wegen einer Rotschwäche seiner Augen. Gerade ist er dabei, sich neu zu orientieren und seine Leidenschaften sind Geschichte und seine Stadt Köln. Er erzählte uns viel – u.a. von der Heiligen Ursula, der Schutzpatronin der Stadt, und den Heiligen drei Königen, deren Reliquien im Kölner Dom liegen sollen und für die der Dom gebaut wurde. Als bestes Kölsch der Stadt wurde uns das Schreckenskammer-Kölsch empfohlen, wir machten die Bekanntschaft mit Tünnes und Schäl und natürlich auch mit dem Kölner Karneval. Köln hat ein wunderschönes altes Rathaus mit Figuren aus der Kölner Stadtgeschichte und einem Glockenspiel, das leider durch einen hässlichen Neubau davor verschandelt wird.

Die Tour dauerte 2,5 Stunden und war gerade am Ende, als es zu regnen anfing. Wir bedankten uns herzlich bei Marcel und machten uns auf den Rückweg zum Bahnhof. Es war uns doch inzwischen recht kalt geworden, daher war ein Zwischenstopp in einem Kebab-Grill sehr willkommen. Jetzt frischte auch der Wind auf und zusammen mit dem Regen war das eine ziemlich unangenehme Mischung. Wir statteten noch dem Kölner Dom einen kurzen Besuch ab, dann fuhren wir mit der U-Bahn wieder zurück nach Hürth, wo wir um 17 Uhr an der Berta ankamen.

Jetzt gönnten wir uns eine Stunde Pause mit lesen und schlafen, dann fuhren wir 5 Minuten zu den Fernsehstudios und fanden direkt um die Ecke einen Parkplatz, auf dem wir auch über Nacht stehen bleiben konnten. Es gab noch ein kleines Vesper mit Salat, bevor wir uns auf den Weg zur Millionenshow machten, wo wir pünktlich um 19:15 Uhr ankamen. Da der Regen wieder aufgehört hatte, konnten wir ohne Schirme gehen.

Wir bekamen ein Freigetränk und mussten unsere Daten und eine Einverständniserklärung abgeben, dass wir gefilmt werden durften.

Das Studio hatten wir uns beide viel größer vorgestellt. Es ist dasselbe, in dem auch „Wer wird Millionär“ gedreht wird, nur heute eben in der österreichischen Version „Die Millionenshow“. Wir hatten gute Plätze in der zweiten Reihe bekommen und hatten Spaß und gute Unterhaltung. Zweimal musste die Show unterbrochen und der Dreh neu gestartet werden: einmal, weil eine Lichteinspielung nicht richtig geklappt hatte, und ein zweites Mal, weil das Publikum dem Kandidaten geholfen und ihn mit ihrer Reaktion vor einer falschen Antwort bewahrt hatte. Um 21:40 Uhr war die Show zu Ende und wir gingen zurück zur Berta. Der Wind hatte inzwischen deutlich zugenommen, was wir auch in der Berta spürten. Ansonsten war alles ruhig.

Tour auf Kommot


Freitag, 23.02.2024 – Rückfahrt übers Ahrtal und Besuch bei Gisela

Heute begrüßten uns am Morgen zum ersten Mal ein paar Sonnenstrahlen, dafür war die Berta-Batterie komplett leer – kein Licht, keine Heizung, keine funktionierende Klospülung und kein fließendes Wasser. So blieb nichts anderes als loszufahren. Wie gut, dass der Strom dann sofort wieder da war und wir heizen konnten.

Wir fuhren trotzdem weiter ins obere Ahrtal nach Altenahr, wo es die Burgruine Are gibt, bis zu der wir es bei unserer Radtour nicht mehr geschafft hatten. Außerdem wollte Udo das Ahrtal gerne noch einmal mit dem Auto besichtigen.

An der Ahr fanden wir einen Parkplatz, auf dem wir unsere Morgentoilette erledigen und frühstücken konnten. Anschließend machten wir uns an den Aufstieg zur Burg und hatten von oben einen sehr schönen Blick.

Wieder unten angekommen starteten wir zur Heimfahrt. Noch ein kurzer Halt bei einer günstigen Tankstelle, dann ging es auf die Autobahn. Wir sollten ganz ohne Stau oder sonstige Behinderungen durchkommen, was freitagnachmittags alles andere als selbstverständlich ist. Um 12:45 Uhr machten wir auf einem Autobahnparkplatz eine kurze Mittagsrast. Es gab die letzten Maultaschen mit Tomatensoße, die Xenia schon während der Fahrt vorbereitet hatte. Da Udo ein Schläfle machen wollte, übernahm Xenia das Steuer und fuhr bis Bernhausen, wo wir uns bei Oma Gisela angekündigt hatten.

Um 16:15 Uhr kamen wir dort an und verbrachten zwei schöne Stunden zu dritt. Gisela hatte Brezeln, Wecken und Saitenwürstle für uns besorgt, die wir uns gut schmecken ließen.

Um 18:30 Uhr nahmen wir das letzte Stück Heimweg in Angriff und kamen nach einem weiteren Tankstopp in Metzingen und einer Stunde Fahrt gut zuhause an. Wieder einmal waren wir froh und dankbar, alles wohlbehalten aufzufinden und auf ein paar sehr schöne, ereignisreiche, gesunde und frohe Tage zurückblicken zu dürfen. Wir räumten noch aus, dann ging auch dieser Tag zu Ende.


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