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Gesamtes Urlaubstagebuch - Griechenland rundrum - wie vor 40 Jahren - 27.03.2025


< Gesamtes Tagebuch von 1984 | zurück | Do 27.03.25 - Abreisetag, Besuch in München >


Donnerstag, 27.03.25 - Abreisetag, Besuch in München

Von Heroldstatt bis Anger (kurz vor der österreichischen Grenze) - 309 km

Wetter: bewölkt und ziemlich frisch

Heute war es endlich so weit: unser Griechenland-Abenteuer konnte beginnen!

Um 15:30 Uhr verabschiedeten wir uns von Oma Gisela, Haus und Hof und starteten in Richtung München. Dort kamen wir um 18 Uhr an und legten einen Zwischenstopp bei Timo, Damaris und Ida ein. Parken durften wir auf dem Parkplatz der nur wenige 100 Meter entfernten Freien Christengemeinde München, mit deren Pastor Xenia bekannt ist und der uns die Erlaubnis dafür gab.

Timo und Damaris verwöhnten uns mit einem guten Abendessen, Ida damit, dass wir mit ihr spielen durften und sie zu uns auf den Schoß kam, um Bilderbücher mit uns anzuschauen.

Als Ida um 19:30 Uhr ins Bett ging, verabschiedeten auch wir uns und fuhren noch eineinhalb Stunden bis kurz vor die österreichische Grenze. Xenia hatte in Anger einen Übernachtungsplatz ausgesucht. Wie in der Beschreibung aufgeführt, hört man hier das Rauschen des kleinen Baches, an dem sich der Parkplatz befindet, aber das hat uns nicht gestört und so verbrachten wir dort unsere erste Urlaubsnacht.



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Freitag, 28.03.25 - Durch Österreich, Predelpass, Tolmin-Schlucht

Von Anger bis Gorizia - 347 km

Wetter: bewölkt, ein paar Regentropfen, in Deutschland morgens um den Gefrierpunkt, in der Tolmin-Schlucht 15 Grad.

Die Nacht war eiskalt. Wir mussten heizen und waren am Morgen froh, dass der Frostwächter uns nicht das Wasser abgelassen hatte.

Der neue Tag empfing uns mit ein paar Sonnenstrahlen, die dann aber immer seltener wurden und in den Bergen ganz wegblieben. Aber vom großen Regen blieben wir verschont – immerhin!

Schnell waren wir über die Grenze und fuhren die österreichische A10 in Richtung Süden. Wir kamen durch einige Baustellen, zum Teil war es nur einspurig, aber es war so wenig Verkehr, dass das nichts ausmachte. Wir leisteten uns ein Ticket durch den Tauern-Tunnel und kamen um 11:30 Uhr an einer günstigen Tankstelle in Autobahnnähe bei Villach an. Neben der Tankstelle befindet sich ein Hofer (Aldi). Während Udo tankte, kaufte Xenia zwei frische Brezeln und zwei noch warme Topfenstrudel, die wir dann auf dem Aldi-Parkplatz mit einem guten Cappuccino verzehrten. Udo machte ein kleines Schläfchen, schließlich war er die ganze Strecke gefahren.

In der Stunde, die wir Mittagspause machten, schlug die Tankstelle um 11 Ct auf. Da haben wir doch wieder Glück gehabt!

Weiter ging es über die Grenze nach Italien, was man nur an den Schildern merkte. Nach einem kurzem Stück Autobahn führte uns unser Weg über eine kleine Landstraße den Predelpass hinauf. Oben auf dem Kamm verläuft auf 1156 m die Grenze zu Slowenien. Dort gibt es zwar einen Grenzübergang, aber es war keiner da. So steil, wie wir hinaufgekurvt waren, fuhren wir jetzt wieder hinunter. Kurve um Kurve ging es durch den Triglav Nationalpark. Die Berge sind hier sehr steil und oft führt die Straße durch ein Flusstal.

Unser erstes Ziel war die Schlucht bei Tolmin "Tolminska Korita" . Wir erreichten den Wanderparkplatz um 15:15 Uhr und starteten um 15:30 Uhr zu einer kleinen Wanderung durch die Schlucht.

Der Wetterbericht hatte in Villach noch Regen angesagt, aber es blieb bis auf ein paar wenige Tropfen trocken – ein echtes Geschenk! Es waren nur wenige Leute unterwegs und wir erkundeten die raue Schlucht mit dem klaren, türkisblauen Wasser ausgiebig. Auf kleinen Pfaden, über Brücken und Abschnitten mit Stufen ging es durch die Schlucht, mal den Fluss entlang, mal auf und mal ab. Der Spaß kostete uns 10 Euro Eintritt, aber das war okay. Hauptsache wir konnten rein, denn die Schlucht hatte bis zum letzten Wochenende Winterpause.

Um 17:30 Uhr waren wir wieder in der Berta – ziemlich k.o. durch die viele Stufen und steilen Wegabschnitte. Außerdem hatten wir Hunger! So entschieden wir uns für ein gutes Vesper mit frisch gebackenem Brot, Wurst, Käse, Ostereiern und Rohkost aus Heroldstatt. Dazu gab es einen Ingwertee – wir haben es genossen!

Wanderung in Komoot

Da der schöne Parkplatz leider ausdrücklich für Übernachtungen verboten war, wollten wir unser Glück nicht überstrapazieren und fuhren noch 50 Minuten weiter zu einem erlaubten Parkplatz in Görz, der auf dem Weg nach Triest liegt. Dort wollten wir am nächsten Tag die Grotta Gigante besichtigen.

Leider war es schon dunkel, als wir unsere Weiterfahrt starteten. So sahen wir von dem Flusstal, durch das wir fuhren, nicht viel.

Durch Görtz oder Gorizia, wie die Stadt auf Italienisch heißt, verläuft die slowenisch-italienische Grenze. Hier machten wir zum ersten Mal die Erfahrung einer Grenzkontrolle. Auf einer normalen Straße durch die Stadt wurden wir von einem italienischen Polizisten an einem blauen Grenzschild mit der Aufschrift “Italia” herausgewunken und mussten unsere Personalausweise, Udo seinen Führerschein und die Fahrzeugpapiere der Berta hergeben. Nach ein paar Minuten hatten wir sie wieder und der Grenzpolizist wünschte uns sehr freundlich auf Deutsch eine “Gute Weiterfahrt” und ein “Auf Wiedersehen”.

Nun waren es nur noch ein paar wenige Minuten bis zu einem kostenlosen und für Wohnmobile ausgewiesenen Parkplatz der Stadt. Der Wohnmobilbereich wird zwar gerade umgebaut und kann daher nicht angefahren werden, aber es gibt genügend Platz auf dem großen Parkplatz. So stellten wir unsere Berta dort ab, machten einen kleinen Erkundungsgang über den Platz und da das Wasser an den Hähnen im für Autos abgesperrten Wohnmobilbereich nicht abgestellt war, entschlossen wir uns, das restliche Wasser, das wir noch in der Berta hatten, zum Duschen zu benutzen und am nächsten Morgen mit Gießkanne und Eimer frisches Wasser aufzufüllen. Wir hatten doch ziemlich geschwitzt auf unserer Schluchtentour.

So ging ein schöner erster Urlaubstag ohne Pannen oder sonstige unschönen Zwischenfälle zu Ende und wir waren froh und dankbar, dass alles so gut geklappt hatte und wir die Schlucht ohne Regen besichtigen konnten.

Wanderung in der Tolmin-Schlucht auf Komoot



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Samstag, 29.03.25 - Grotta Gigante, Rijeka, Insel Krk

Von Gorizia bis zu einer Bucht bei Omisalj auf der Insel Krk - 152 km

Wetter: bewölkt 11 bis 16 Grad, am Abend aufkommender Wind

Unser Overnight-Parkplatz erwies sich als sehr praktisch: ruhig in der Nacht, erlaubt und mit Wasserversorgung.

Udo holte am Morgen 50 l Wasser in Eimern und mit der Gießkanne und leerte sie in den Wassertank. Danach zeigte die Anzeige wieder halb voll an.

Um 9:45 machten wir uns auf die Reise in Richtung Triest zur Grotta Gigante, wo wir eine Führung um 11 Uhr reserviert hatten. Wie sich herausstellte, war das sehr gut gewesen, denn ohne Reservierung bekam man nur Karten, wenn eine Führung nicht ausgebucht war – und die meisten waren das. Es waren schon einige Busse da, als wir ankamen, und es sollten noch weitere folgen.

So begannen wir kurz nach 11 Uhr zusammen mit einer Schulklasse und einigen anderen Touristen den Abstieg in die größte Höhle Europas. Besichtigt werden kann nur ein Saal, aber der hat es in sich: 167 m lang, 76 m breit, 113 m hoch und voller Tropfsteine. Man muss 500 Treppenstufen hinunter und auf der anderen Seite wieder hinauf steigen – eine gute Fitnessübung, die manchem Besucher Probleme bereitete! Wir bekamen es ganz gut hin. Die Höhle war schon sehr beeindruckend und der Besuch hat sich gelohnt!

Um 12:30 Uhr waren wir zurück an der Berta und beschlossen, erst einmal mittagzuessen. Es gab mit Ei angebratene Maultaschen vom Metzger Schmutz, dazu einen gemischten Salat. Der Höhlenparkplatz war für eine Mittagsrast gut geeignet.

Wir überlegten, wie wir die Reise fortsetzen wollten und entschieden uns gegen einen Besuch von Triest, obwohl wir an der Stadt direkt vorbeikamen. Dafür wollten wir eine Kaffeepause in Rijeka einlegen und danach entscheiden, wie weit wir noch fahren.

Um 14:30 Uhr ging es los. Wir hatten heute noch keinen Regen erlebt, obwohl für den ganzen Tag Regen angesagt war. Wir fuhren immer wieder über nasse Straßen, aber uns hat es nicht erwischt.

Zuerst ging es mal wieder Schlängeles-Straßen durch bergiges Land, bis wir dann – welch Freude! – vor Triest zum ersten Mal das Meer sahen. Wieder überquerten wir zwei Landesgrenzen: zuerst von Italien nach Slowenien, dann kurz vor Rijeka von Slowenien nach Kroatien.

In Rijeka konnten wir in der Nähe der Altstadt parken und machten uns auf den Weg zum Marktplatz. Dort hatten die Buden aber leider alle geschlossen und so gingen wir weiter zur Fußgängerzone. Wir hatten vor, einen schönen Kaffee zu trinken, fanden aber nichts Geeignetes. Zum draußen Sitzen war es einfach noch zu kalt und ein schönes Café fanden wir nicht. So kauften wir uns bei einem Bäcker ein paar süße Stückle, gingen zurück zur Berta und tranken dort unseren Cappuccino.

In Rijeka gibt es viele Häuser am Berg, viel Verkehr im Ort, hässliche Hochhäuser und einen großen Hafen.

Da wir beide müde waren, entschlossen wir uns, nicht mehr so weit zu fahren. Udo suchte einen Nachtplatz auf der Insel Krk aus, der in Park4night sehr vielversprechend klang und sich dann auch als sehr geeignet herausstellte. Über eine große Brücke fuhren wir vom Festland auf die Insel und stellten uns unten in eine Bucht mit Blick auf diese Brücke und Rijeka im Hintergrund. Wir machten einen kleinen Erkundungsspaziergang und zogen uns dann sehr zufrieden in die Berta zurück.

Es gab noch ein kleines Abendessen und anschließend ein paar PC-Arbeiten, dann ging auch dieser schöne Tag zu Ende.



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Sonntag, 30.03.25 - Küstenstraße, Paklenica Nationalpark

Von einer Bucht bei Omisalj auf Krk bis in die Nähe von Zaton, kurz vor dem Krka Nationalpark - 258 km

Wetter: sonnig und teilweise sehr windig, 15 bis 20 Grad

In der Nacht hatte es zeitweise ziemlich gestürmt. Am Morgen waren noch einige Wolken am Himmel, aber die Sonne begrüßte uns auch mit ein paar Strahlen. Durch die Zeitumstellung auf Sommerzeit waren wir eine halbe Stunde später dran als gewöhnlich und schauten uns nach dem Frühstück noch Bilder aus unserem alten Griechenland-Urlaubstagebuch aus dem Jahr 1984 an. Diese Betrachtung nahm ein ziemlich abruptes Ende, als plötzlich mehrere Polizeiautos auftauchten und ein Schwarm von Polizisten in Uniformen unser Auto umgab. Wir waren froh, dass sie nichts von uns wissen wollten, obwohl man in Kroatien nicht wild campen darf. Dann tauchte auch noch ein großer LKW mit einem Bootsanhänger auf und es ging wohl darum, dieses Boot ins Wasser zu lassen. Uns war das Ganze jedenfalls nicht geheuer, zumal wir dem Unterfangen im Weg standen, und so räumten wir so schnell wie möglich zusammen und verließen um 9:30 Uhr den Platz.

Heute sollte es die Küstenstraße entlang in Richtung Split und Krka Nationalpark gehen. Es stürmte gewaltig, aber der Himmel putzte sich immer mehr heraus, bis er strahlend blau war. Wie wir im Satellitenbild sahen, war das ganze Land bewölkt, nur direkt an der Küste und über dem Meer war es blau.

Kurve um Kurve fuhren wir die Küstenstraße gen Süden mit wunderschönen Abschnitten und Ausblicken. Im Camper wird es Xenia im Gegensatz zu einem normalen Auto nicht schlecht, was hier sehr von Vorteil war.

60 km/h, Überholverbot oder Kurvige-Strecke-Schilder kamen alle paar Meter, immer wieder.

An einer Ausbuchtung machten wir Halt, kochten uns Tortellini, machten eine kurze Mittagssiesta und anschließend einen kleinen Ausflug ans Meer. Der Wind hatte etwas nachgelassen und die Temperatur war auf 20 Grad geklettert. Sehr angenehm!

Um 14 Uhr fuhren wir weiter und beschlossen, das schöne Wetter zu einer kleinen Wanderung im Paklenica Nationalpark durch die Schlucht Velika Paklenica zu nutzen, wo sich der kleine Fluss Velika Paklenica immer wieder in kleinen Wasserfällen in die Tiefe ergießt und sich rechts und links steile Felswände erheben, die bis zu 700 Metern hoch sind. Diese Felsen machen den Nationalpark zu einem Paradies für Kletterer.

Um 15:15 Uhr kamen wir am Eingang an. Xenia handelte für sich noch einen Seniorentarif heraus und um 15:30 Uhr starteten wir zur Wanderung. Wir waren nicht alleine, aber im Sommer geht es hier sicher noch ganz anders zu!

Der Weg die Schlucht hinauf ist recht beschwerlich zu gehen: er besteht aus großen, unförmigen Steinen und man muss die ganze Zeit auf den Boden zu schauen, wenn man sich nicht den Fuß vertreten möchte. Das ist doch etwas schade. Um die Landschaft genießen zu können, muss man immer wieder hinstehen und sich umschauen. Die steilen Felsen sind schon beeindruckend.

Leider war die Höhle noch geschlossen und Winnetou ist uns auch nicht begegnet ;-)

Dank dem Sonnenschein war es eine schöne Wanderung, die man aber nach unserem Urteil nicht unbedingt gemacht haben muss. Für uns war es ein schönes und ergänzendes Kontrastprogramm zum vielen Autofahren.

Um 17:30 Uhr waren wir wieder an der Berta, tranken noch einen Kaffee und machten uns dann auf zur Weiterfahrt in Richtung Krka Nationalpark. Wir hatten uns vorgestellt, die Nacht zwischen Posedarje und Novigrad am Novigrader Meer, einem See bzw. einer Bucht der Adria, zu verbringen, aber die vorgeschlagenen Stellplätze waren entweder direkt an der Straße oder nur über übelste kleine Zufahrtswege zu erreichen. Einmal startete Udo einen Versuch, brach diesen aber schnell wieder ab und war froh, als er das steile und unbefestigte Stück Waldweg hinauf und zurück zur Hauptstraße geschafft hatte, ohne stecken zu bleiben.

So planten wir um und fuhren noch eine knappe Stunde weiter bis zu einer kleinen Kapelle vor Zaton, nahe der Nationalstraße 27. Das letzte Stück ist ein kleiner Schotterweg bis zur Johannes-der-Täufer-Kapelle. Dort kamen wir kurz vor 20 Uhr in der späten Dämmerung an und konnten die Berta auf einem schönen ebenen Platz abstellen. Nur wenige Minuten später war es stockdunkel. Zum Tagesabschluss gab es noch ein kleines Vesper.

Wanderung durch die Schlucht auf Komoot



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Montag, 31.03.25 – Nationalpark Krka, Küstenstraße Teil 2, Sturmübernachtung in den kroatischen Bergen

Vom Übernachtungsplatz vor dem Krka-Nationalpark bis ins Hinterland von Dubci an der Küstenstraße nach Split - 160 km

Wetter: Morgens bewölkt, dann zunehmend sonniger, abends wieder bewölkt und immer stürmischer - 16 Grad

Die Nacht war wie erwartet total ruhig und ungestört, nur einen Hund hörten wir in der Ferne ab und zu leise bellen.

Nach dem Frühstück erkundeten wir kurz unseren Nachtplatz und die kleine Kapelle, die sich als Baustelle entpuppte.

Frohgemut fuhren wir zum Eingang 2 des Krka-Nationalparks bei Lozovac. Xenia hatte schon zuhause herausgefunden, dass bis heute der Wintertarif von 7 Euro Eintritt gilt, ab morgen kostet es 20 Euro und in den Sommermonaten sogar 40 Euro! Dafür haben die Sommerbesucher dann sicher mehr Hitze und Menschen um sich herum und weniger Wasser in den Wasserfällen.

Um 11:15 Uhr waren wir da. Der Park hat sich seit unserem letzten Besuch vor 40 Jahren doch sehr verändert. Es gab jetzt gut organisierte Parkplätze, die die vielen Autos und Busse von Besuchern aufnehmen können.

Die Wasserfälle sind immer noch dieselben, aber es wurden Bohlen durchs Gelände gelegt, auf denen die Besucher zu den schönsten Orten gehen können, und es wurde ein Shuttle-Dienst vom oberen Eingang 2 hinunter zur Krka und ein Boot, das vom Eingang 1 aus die Krka entlangfährt, eingerichtet. Das Boot fuhr heute noch nicht, aber den Shuttle haben wir gerne in Anspruch genommen und sind die 3 km in Serpentinen den Hang hinuntergefahren.

Zu Beginn kamen wir bei den Mühlen vorbei, die früher und heute mit Wasserkraft angetrieben werden. Es gab ein kleines, nettes Museum mit der originalen Ausrüstung.

Die Wasserfälle waren gigantisch und beeindruckend. Die Krka führte sehr viel Wasser, was auch daran zu bemerken war, dass einige Wege etwas unter Wasser standen und der Fluss teilweise kaum noch unter den Brücken hindurchpasste. Dafür war das Wasserfallerlebnis imposant! So viel Wasser, das sich da schäumend die Hänge hinunterstürzte! An einem schönen Rastplatz verzehrten wir die Vesperbrote, die wir mitgenommen hatten.

Bei der Wanderung durch die Wasserfälle wurden Erinnerungen an unseren letzten Besuch der Krka-Fälle geweckt. Wir fuhren damals mit dem Auto vom heutigen Eingang 1 bis zu den Wasserfällen und parkten dort, wo heute die Imbiss- und Souvenirbuden stehen. Mit dem Schlauchbot paddelten wir bis zu den Wasserfällen.

Der einzige Wermutstropfen war, dass Xenia (vielleicht verursacht durch den kräftigen Wind) einen heftigen Heuschnupfenanfall bekam. Das linke Auge ist stark angeschwollen, das rechte war auch, aber etwas weniger betroffen, und alles hat gejuckt. Da war es gut, dass wir die Runde fast beendet hatten und der Shuttle-Bus uns schnell wieder hoch zum Parkplatz und zur Berta brachte, wo Xenia sich mit Medizin versorgen konnte. Bei der Aktion, die Tabletten und Augentropfen zu holen, hat sich auch noch die Leiter aus der Verankerung gelöst, und Xenia ist abgestürzt. Zum Glück ist nichts Schlimmes passiert, Udo konnte den Sturz etwas abfangen.

Wir ruhten uns etwas aus und machten danach Kaffee und eine Routenplanung für den nächsten Halt. Dieser soll bei der Windhöhle Špilja Vjetrenica in Bosnien-Herzegowina sein. Als Weg dorthin wählten wir wieder die Küstenstraße und um zu dieser zu gelangen, fuhren wir auf kleinen Sträßchen durch und über die Berge an die Küste. Kurz vor Split kamen wir heraus und fuhren dann immer am Meer entlang in Richtung Dubrovnic. Dieser Teil der Küstenstraße ist ziemlich bebaut und vom Charakter ganz anders als der Teil, den wir gestern gefahren sind. Das lag vielleicht auch etwas am Wetter, denn so schönen Sonnenschein hatten wir leider nicht mehr. Aber es hat zumindest nicht geregnet und dass es wieder ordentlich windete, hat uns im Auto nicht viel ausgemacht.

Als es 17:30 Uhr war beschlossen wir, uns nach einem Übernachtungsplatz umzuschauen und fanden auch einen im Hinterland von Dubci in den Bergen. Eigentlich ein super Platz mit gigantischer Aussicht. Das einzige Problem war der hier noch stärkere Wind, der sehr laut war und unsere Berta zum Schaukeln brachte. Doch da wir ziemlich sicher nichts Besseres mehr finden würden, bevor es dunkel wurde, blieben wir dort. Xenia kochte noch ein paar Spaghetti mit Pesto zum Abendessen und wir harrten der Dinge, die das Wetter noch so mit sich bringen würde. Als erstes war das ein grandioser Sonnenuntergang, als die Wolken etwas aufrissen und die Sonne die Berge zum Leuchten brachte.

Rundgang um die Wasserfälle auf Komoot



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Dienstag, 01.04.25 – Windhöhle Špilja Vjetrenica, Fahrt an der Adriaküste und durchs Bergland von Bosnien-Herzegowina

Von Dubci bis Kloster Tvrdos vor Trebinje – 218 km

Wetter: bewölkt und windig, 15 Grad

Die Nacht war wirklich sehr stürmisch: böiger starker Wind, der um die Berta heulte und sie immer wieder ins Schwanken brachte, obwohl wir sie mit der Schnauze in den Wind gestellt hatten. Es war schon sehr abenteuerlich und manchmal nicht ganz geheuer.

Trotzdem haben wir einigermaßen gut geschlafen, waren aber am Morgen froh, nach dem Frühstück wieder den Berg hinunter und die Küste weiter gen Süden fahren zu können.

In Makarska machten wir einen Zwischenstopp bei einem Lidl und deckten uns mit frischen Lebensmitteln und Sprudel ein.

Weiter ging es die Küstenstraße entlang, wo so mancher Hügel zu bewältigen war. Es windete immer noch ordentlich und der Himmel war bewölkt. Ab und zu gab es ein paar Regentropfen, dann kamen wieder ein paar Sonnenstrahlen durch.

Auf einem Parkplatz auf einem Berg mit schöner Aussicht legten wir eine Mittagsrast ein und verzehrten die ersten Lidl-Köstlichkeiten. Danach ging es weiter zur Grenze nach Bosnien-Herzegowina. Der vom ADAC angekündigte Rückstau ins Nicht-EU-Ausland hielt sich in Grenzen – wir waren die Einzigen an der Grenzanlage. Aber wir mussten immerhin unsere Reisepässe vorzeigen, die genau studiert und wir gefragt wurden, woher wir kämen und wohin wir wollten.

Unser nächstes Ziel war die Windhöhle Špilja Vjetrenica, laut Reiseführer die größte Höhle von Bosnien-Herzegowina mit sehr schönen Felsformationen, Stalaktiten und unterirdischen Seen. Im Sommer führt ein unterirdischer Fluss dazu, dass immer wieder kalte Windstöße aus der Höhle kommen. Das war aber bei uns aber noch nicht der Fall.

Bosnien-Herzegowina überraschte uns mit einer tipptopp hergerichteten neuen Straße – der besten, die wir bisher gefahren waren. Allerdings mussten wir diese nach wenigen Kilometern verlassen und auf ein sehr kleines Sträßchen wechseln, auf dem man nur hoffen konnte, dass keiner entgegenkommt. Das ist zweimal trotzdem passiert, aber Udo hat die Situationen mit Bravour gemeistert.

Um 14:45 Uhr waren wir an der Höhle, gerade passend zur Führung um 15 Uhr. Wir waren die einzigen Besucher und bekamen daher eine Privatführung. Die Frage von Xenia, ob hier immer so wenig los sei, wurde heftig verneint. Über die Sommermonate hätten sie ca. 20.000 Besucher. Die Höhle ist sehr weitläufig, man kann aber nur 700 m der insgesamt 22 km besichtigen. Die Wasserbecken im Inneren der Höhle haben so klares Wasser, dass sich die Decke darin spiegelt und man meint, in einen großen Höhlenraum hinunterzublicken. Jede Höhle ist doch wieder anders als die anderen und hat ihren eigenen Charme.

Nach dem Besuch war es 16:15 Uhr geworden. Wir überlegten, was wir noch machen und wie wir weiterfahren wollen. Zur Wahl stand die Rückkehr zur Küstenstraße mit einem Besuch von Dubrovnik oder eine Fahrt durchs Inland von Bosnien-Herzegowina. Wir entschieden uns für Letzteres, da wir genug Küstenstraße gefahren waren und Dubrovnik nach unseren Recherchen so überteuert ist, dass es uns das nicht wert war.

Was wir aber brauchten war neues Frischwasser. Der Wassertank war inzwischen wieder fast leer und Xenia wollte gerne noch duschen. So suchten wir auf der Strecke nach Albanien nach Wasser und wurden fündig beim Kloster Tvrdos, wo es einen ebenen Parkplatz und eine schöne WC-Anlage mit einem Wasseranschluss gibt.

Dorthin fuhren wir und Udo füllte 5 Gießkannen Wasser in unseren Tank. Da es inzwischen fast 18 Uhr geworden war, beschlossen wir nach einigem Hin und Her, nicht mehr weiterzufahren sondern hier zu übernachten mit der Hoffnung, nicht von den noch hier lebenden Mönchen vertrieben zu werden.



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Mittwoch, 02.04.25 – Fahrt durch Montenegro, Tirana

Vom Kloster Tvrdos bis Tirana – 293 km

Wetter: bewölkt und sonnig, 16 bis 23 Grad

Gestört hat uns in der Nacht kein Mensch – nur ein paar Hunde haben am Abend und auch am Morgen gebellt.

Wir begannen den Tag mit einer kurzen Besichtigung des Klosters Tvrdos. Die kleine Kirche war geöffnet, gesehen haben wir niemanden.

Wir entschieden uns, als nächstes über Tirana nach Ohrid zu fahren. Es dauerte nicht lange, dann waren wir an der Grenze. Wir dachten, es sei die Grenze nach Albanien, aber es war die Grenze nach Montenegro. Bemerkt haben wir das irgendwann daran, dass die Autos als Länderkennzeichen “MNE” hatten und unsere mobilen Daten nicht mehr funktionierten. Montenegro ist nämlich bei der Telekom Ländergruppe 3, wir hatten aber nur Daten für die Ländergruppe 2 gekauft.

An der Grenze war der Schlagbaum offen und kein Grenzpolizist zu sehen, worauf Udo langsam weiterfuhr. Das kam aber gar nicht gut an! Ein Grenzpolizist lief hinter uns her, klopfte auf die Berta, hielt uns so an und erklärte ziemlich unwirsch, dass hier keine EU sei und wir gefälligst zu warten hätten. Udo tat das einzig Richtige: er blieb ganz ruhig und entschuldigte sich mehrfach. So ließ man uns nach Kontrolle der Ausweise und Fahrzeugpapiere passieren.

Die Straßen in Montenegro waren super, ebenso später auch die in Albanien. Die Nicht-EU-Länder haben da den EU-Ländern tatsächlich etwas voraus! Allerdings ist sehr viel Müll am Straßenrand! Da fällt uns auf, dass bei den Plastikflaschen nicht der Deckel das Problem ist, sondern die Plastikflasche!

Das Wetter putzte sich heraus, die Sonne schien und es wurde zunehmend warm. Wir fuhren durch die Berge und machten schließlich an einem kleinen See bei Tuzi, der mit seinem Hochwasser das Umland überflutete, Mittagsrast.

Nun war es nicht mehr weit bis Albanien. An dieser Grenze war zum ersten Mal tatsächlich etwas los und wir mussten uns in eine kurze Autoschlange einreihen. Der Grenzübertritt verlief dann aber problemlos. Wieder ging es durchs Gebirge, diesmal auf einer Panoramastraße mit schönen Ausblicken.

Um 15 Uhr entschieden wir uns, noch bis zur Landeshauptstadt Tirana zu fahren und dort einen Zwischenstopp einzulegen. Xenia suchte und fand einen Nachtplatz bei einem Restaurant, das eine gute halbe Stunde zu Fuß von der Innenstadt von Tirana (Skanderbeg-Platz) entfernt liegt. Man kann dort im Grünen und abgeschieden für 10 Euro am Tag stehen.

Um 16:30 Uhr kamen wir dort an, nach ein paar Kilometern auf einer sehr stark befahrenen Straße durch die Stadt mit immer wieder Stau. Den Platz fanden wir genial und das Restaurant war ebenfalls vielversprechend. Xenia meldete uns an und bekam in diesem Zug eine Besichtigung der verschiedenen feudalen Speisesäle. In jedem Saal hängen noch besondere alte herrschaftliche Gewänder als Museumsstücke an den Wänden.

Wir beschlossen, erst noch eine Runde durch die Stadt zu gehen und dann im Restaurant zu Abend zu essen. Tirana überraschte uns sehr positiv. Es gibt hier sehr viel zu sehen und zu bestaunen. Die Stadt ist bunt, vielseitig, voller Leben und wir empfanden sie als sehr freundlich.

Unser Ziel war der Skanderbeg-Platz, das Zentrum von Tirana. Auf dem Weg dorthin kamen wir an der Pyramide von Tirana vorbei, die wir bestiegen und dafür 115 Treppenstufen bewältigten.

Anschließend kamen wir an der orthodoxen Auferstehungskathedrale vorbei, in der gerade ein Gottesdienst mit liturgischen Gesängen stattfand.

Auf dem Skanderbeg-Platz war einiges los. Wir kamen am historischen Nationalmuseum vorbei und gönnten uns vor dem Rückweg einen Cappuccino.

Zurück ging es dann an der Et’hem-Bey-Moschee vorbei, durch eine Fußgängerzone mit vielen Restaurants und Läden und schließlich entlang einer Hauptstraße bis zu unserem Übernachtungsplatz.

Wir zogen uns ein bisschen besser an und gingen dann ins Restaurant, wo wir eine gemischte Vorspeisenplatte und als Hauptspeise Lammfleischbällchen in 2 verschiedenen Soßen mit Ofenkartoffeln und Salat verspeisten. Es war sehr lecker und wir waren danach sehr satt!

Um 22 Uhr waren wir wieder in der Berta und freuten uns mit vollen Bäuchen auf unsere Betten.

Stadtrundgang in Tirana auf Komoot



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Donnerstag, 03.04.25 – Fahrt durch Nordmazedonien, Ohrid und Ohridsee, Baden in Pozar (Griechenland)

Von Tirana bis Edessa – 362 km

Wetter: heiter bis wolkig, dann Regen. 12 bis 16 Grad

Auch hier hat nachts ein Hund gebellt, aber in der Ferne. Wir haben gut geschlafen.

Um 9:20 Uhr verließen wir unseren schönen Nachtplatz und starteten in Richtung Griechenland.

Zuvor sollte es aber noch durch Nordmazedonien gehen: Ohrid bzw. der Ohridsee war unser erstes Ziel.

Wieder ging es über einige Berge und Pässe, diesmal mit mehr Verkehr, v.a. auch Lastwagen. Es gibt eben nicht so viele Straßen hier, so dass auch der Lieferverkehr nicht so viele Ausweichmöglichkeiten hat. So war heute wieder einmal ein Kurventag – so langsam gewöhnt man sich daran. Bis auf eine Straße, die gerade im Umbau und daher voller Baustellen war, waren die Straßen auch ganz okay.

An der Grenze zu Nordmazedonien wollten die Grenzer sowohl bei der Ein- wie später auch bei der Ausreise neben den Ausweis- und Fahrzeugpapieren auch noch die Grüne Karte sehen. Zum Glück waren wir darauf vorbereitet und hatten sie griffbereit.

In Ohrid wollten wir eigentlich auf den Hausberg fahren, von wo aus man eine schöne Sicht über den See haben soll, aber auch hier war eine Baustelle auf der Straße und nachdem Udo in einer engen Gasse umdrehen musste, wollte er keine weiteren Experimente mehr eingehen.

So verzichteten wir auf den Aussichtspunkt und fuhren stattdessen vor ans Seeufer. Vor einer Pizzeria fanden wir einen Parkplatz, konnten ihn aber nicht bezahlen, da wir dafür die passende App nicht hatten. Aber die Pizzeria hatte einen eigenen Kundenparkplatz und da es 12:15 Uhr war, kehrten wir kurzerhand dort ein, gönnten uns eine gute Pizza zum Mittagessen und hatten unseren Parkplatz.

Nachdem es unterwegs immer wieder geregnet hatte, schien jetzt in Ohrid die Sonne. Wir durften die Berta auf dem Restaurantparkplatz stehen lassen und konnten so einen Spaziergang am Ufer entlang zum Hafen und zur Altstadt machen. In den Bergen regnete es, das konnte man sehen, aber bei uns schien die Sonne.

Diese Statue hat uns sehr gut gefallen und ist der Beweis dafür, dass die Selfiehaltung eine ganz natürliche Haltung des Menschen ist, die es auch schon vor dem Smartphone gegeben hat ;-)

Nun sollte es aber endgültig nach Griechenland gehen! Zuvor waren wieder kurvige Passstraßen im Regen zu bewältigen, bis wir dann endlich an die Grenze kamen. Endlich auch deshalb, weil wir keine Internetdaten mehr zur Verfügung hatten und wegen der noch verbleibenden kurzen Strecke im Nicht-EU-Ausland keine neuen mehr kaufen wollten.

Kurz nach dem Grenzübertritt, der ganz problemlos verlief, bemerkten wir, dass wir in einer neuen Zeitzone waren und unsere Handys und Funkuhren eine Stunde später anzeigten.

Das erste Ziel in Griechenland sollte Pozar sein, wo es eine Thermalquelle gibt, die mit 37 Grad aus der Erde kommt und sich dann über mehrere Wasserfälle in die Tiefe ergießt.

In Pozar wurden 3 Becken gebaut, in denen man für 3 Euro baden darf. Eines ist wie ein Schwimmbad, ein weiteres wie ein natürliches Außenbecken und das dritte befindet sich neben einem Wasserfall und wird von 2 kleinen Wasserfällen gespeist. Dieses suchten wir uns aus und plantschten eine knappe Stunde im warmen Wasser. Es hatte aufgehört zu regnen, aber die Außentemperatur betrug nur 12 Grad. Umso angenehmer war das warme Thermalwasser. Uns wurde empfohlen, nicht länger als 30, maximal 45 Minuten im Wasser zu bleiben, was wir aber etwas überschritten. In der Zeit, die wir im Wasser waren, wurde es langsam dunkel und die Lichter gingen an, was auch ein schöner Anblick war.

Die Berta hatten wir ganz in der Nähe des dritten Beckens parken können, sodass wir keine extra Umkleidekabine brauchten und uns nach dem Bad einen Tee und ein Vesper machen konnten. Stehen bleiben durften wir hier leider nicht, so sind wir bei Dunkelheit noch auf einen Parkplatz bei Edessa gefahren, wo wir die Nacht verbringen konnten.



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Freitag, 04.04.25 – Edessa, Fahrt nach Chalkidiki

Von Edessa bis zum Strand Kalogria zwischen Nikiti und Elia auf Sithonia (Chalkidiki) - 217 km

Wetter: bewölkt, viel Regen, etwas Sonne auf Chalkidiki – 12 bis 16 Grad

Am späten Abend kamen noch Jugendliche auf den Parkplatz, die sich bei lauter Musik hier trafen, aber sie waren dann auch wieder weg und wir hatten eine ruhige Nacht.

Wegen der erneuten fehlenden Stunde durch die andere Zeitzone in Griechenland begannen wir den Tag eine halbe Stunde später als gewohnt. Außerdem war das Wetter nicht berauschend: wolkenverhangen und kalt.

Den Vormittag nutzten wir dafür, Edessa zu erkunden. Laut Reiseführer soll die Stadt einer der schönsten Orte in Nordgriechenland sein. Wir haben uns gefragt: Wie sehen dann die anderen aus?? Ja, es gibt schöne Ecken und Straßen, der Park ist auch ganz nett, aber es gibt auch viel Müll und baufällige Gebäude.

Das Wahrzeichen der Stadt sind die Wasserfälle, die Kataraktes, und wegen diesen waren wir hier. Sie können sich schon sehen lassen, vor allem im Frühling und wenn es viel regnet, wie das zur Zeit leider der Fall ist.

In der Touristeninfo bei den Wasserfällen wurde uns zu einem Citypass geraten, der uns für 5 Euro freien Zutritt zu weiteren Sehenswürdigkeiten und Ausstellungen gab.

Doch bevor wir uns diese anschauten, gingen wir zum großen Wasserfall Karanos, hinter dem man durchgehen kann und wo sich auch eine kleine Höhle befindet. Leider waren wir nicht allein. Gerade, als wir die Info verließen, kam eine große Reisegruppe an. Mit diesen Leuten mussten wir das Wasserfall-Erlebnis teilen. Das war natürlich ein bisschen störend, aber es ging noch. Wir ließen es uns nicht nehmen, den Wasserfall auch von unten zu bestaunen mit dem Preis, dass wir auf dem Weg nach unten ziemlich nass wurden und Udo auf den klitschigen Stufen ausrutschte und hinfiel. Zum Glück ist ihm nicht viel passiert, nur der Ellenbogen tut noch etwas weh.

Nach der Wasserfallrunde besichtigten wir ein Reptilienhaus mit vielen Schlangen ganz unterschiedlicher Art und Größe, Wasserschildkröten und Leguanen. Die Tiere waren in viel zu kleinen Terrarien eingesperrt. Selbst die ekligen Schlangen haben uns leid getan. Dann waren wir noch in einer Sesammühle, wo uns eine nette Frau auf englisch erklärte, wie Sesam gewonnen und verarbeitet wird. Wir besuchten außerdem ein Haus in der Altstadt, wo wir einen Film über Edessa gezeigt bekamen, ein kleines Folkloremuseum und die kleine sehr alte Kirche Petrou & Pavlou.

Nun hatte es wieder zu regnen begonnen. Wir machten noch einen Abstecher zur alten aber wunderschönen Metropolitenkirche mit ihren Fresken aus dem 14. Jahrhundert.

Auf dem Rückweg zur Berta nahmen wir bei einem kleinen Bäcker, bei dem die Einheimischen einkaufen, ein paar salzige Empanadas, ein Brot und 2 Berliner (mit Pudding und Aprikosenmarmelade) mit.

Um 13 Uhr waren wir wieder in der Berta und verspeisten die Bäckerköstlichkeiten mit einer Tasse Kaffee. Nach Konsultation der Wetter-App beschlossen wir, nach Chalkidiki weiterzufahren. Dort sah der Wetterbericht für die nächsten beiden Tage am besten aus.

Doch bis wir dort waren, hatten wir noch eine lange Fahrt im Regen zu bewältigen. Als wir unseren Parkplatz verließen, kamen wir an einer langen Schlange von Omnibussen vorbei, die vor dem Eingang der Wasserfälle standen. Wie es dort wohl jetzt zuging?

Erst kurz vor Thessaloniki hörte es auf zu regnen. Durch Thessaloniki bzw. auf der Ortsrandumfahrung hatten wir etwas Stau, aber google meinte, es sei die schnellste Route. 1984 hatte die Autobahn in jede Richtung nur eine Spur, wie die heutige Autobahn sie hat, und zusätzlich einen breiten Randstreifen. Die LKWs fuhren auf dem Randstreifen, die schnelleren Fahrzeuge auf der normalen Spur. Das lief super, sofern kein Eselkarren auf dem Randstreifen war, den die LKWs auf der mittleren Spur überholen mussten.

Chalkidiki begrüßte uns tatsächlich mit Sonnenschein. Xenia hatte einen Stellplatz nach Nikidi, direkt am Meer am Strand Kalogria herausgefunden, den wir ansteuerten und um 18:30 Uhr dort ankamen – ziemlich zermürbt von der langen Fahrt.

Zum Abendessen gab es zuerst als Nervennahrung einen Cappuccino mit ein paar süßen Waffeln und Keksen, dann Rühreier mit Speck, Paprika und Parmesan, dazu einen Salat.

In der Abenddämmerung machten wir zum Tagesabschluss einen kleinen Strandspaziergang. Leider verhinderten die inzwischen wieder aufgezogenen Wolken einen schönen Sonnenuntergang.

Rundgang durch die Stadt auf Komoot



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Samstag, 05.04.25 - Radtour an der Westküste von Sithion

Vom Kalogria Beach bis Sarti – 68 km, Radtour 56 km

Wetter: zuerst bewölkt, ein paar Regenspritzer, dann zunehmend sonnig. 13 bis 19 Grad

Der heutige Tag sollte grandios werden! Dabei überlegten wir beim Frühstück noch, ob wir die für diese Gegend geplante Radtour überhaupt unternehmen wollten. Der Himmel zog sich nämlich immer mehr zu. Aber wer nicht wagt, der gewinnt auch nicht – und wir haben gewonnen!

Wir fuhren zum Ausgangspunkt der Radtour, zumindest fast. Xenia hatte die Tour ab Porto Carras geplant, aber der Startpunkt lag in einem eingezäunten privaten Luxusgelände mit Hafen und Golfplatz, in das man nicht einfahren darf. So starteten wir unsere Tour ein kleines Stück südlicher, wo wir einen schönen Tagesparkplatz für die Berta fanden.

Das Räderrichten dauerte etwas, wir waren es nicht mehr so gewohnt. Aber kurz vor 11:30 Uhr kamen wir dann tatsächlich los und radelten auf einer schönen kleinen Straße die Küste entlang gen Süden. Immer wieder hatten wir tolle Ausblicke aufs Meer, die steilen Felsen, Buchten und Strände. Nach einer halben Stunde fing es ganz leicht zu nieseln an. Wir fuhren aber trotzdem weiter. Irgendwann ging die Teerstraße in einen unbefestigten Weg über. Der Boden war hier nass, manchmal schlammig und voller Pfützen. Hier musste noch vor kurzen ein Regenguss durchgezogen ein. Als wir kamen, war es aber trocken und das Wetter putzte sich immer mehr heraus. Den Rückweg konnten wir in strahlendem Sonnenschein fahren.

Aber so weit waren wir noch nicht. Trotz teils schwierigen Fahrverhältnissen genossen wir die tolle Landschaft und das Radeln meistens direkt an der Küste. Dreimal mussten wir eine Wasserfurt durchqueren. Zweimal ging das ganz gut, doch die dritte Furt war so sandig, dass wir mitten im Wasser steckenblieben und Xenia Mühe hatte, ihr Fahrrad wieder aus dem Wasser zu bekommen.

Bei recht trübem Wetter ging es los, direkt am Meer entlang und auf Wegen, die andere nur mit dem Mountainbike fahren würden. Mal unten am Ufer, mal 50 m über dem Meer kamen wir auf insgesamt 650 hm auf unserer Tour.

Immer wieder kamen wir an Apartmentanlagen vorbei, die selbst bei diesen schlechten Straßen Kundschaft hatten. Eine Bucht hatten 3 Wohnwägen ganz für sich eingenommen.

Zwei Mal mussten wir durchs Wasser - war immer sehr spannend, Füße blieben trocken. Rechts ist meine Lieblingsbucht: ein einsamer Sonnenschirm wartet auf seinen Badegast.

Nach Schotter und Steinen kam dann auch wieder der Teer der alten Küstenstraße.

In Toroni machten wir Mittagspause in einer kleinen Wirtschaft mit Meerblick. Wir waren die einzigen Gäste und es gab nichts anderes als getoastete Schinken-Käse-Sandwiches mit Kartoffelchips. Es war nichts Besonderes, hat aber trotzdem ganz gut geschmeckt und wir genossen die Mittagsrast.

Dann fuhren wir weiter gen Süden, so weit das irgend möglich war, zur letzten Bucht vor der Südspitze des Sithion-Fingers. Hier war es traumhaft schön. Die Sonne schien, wir hatten den Sandstrand für uns mit glasklarem Wasser, das in der Sonne glitzerte. Wirklich ein Traum! Diesen genossen wir 20 Minuten mit einer Hanuta-Waffel, dann machten wir uns auf den Rückweg.

An der Südspitze gab es einen unberührten Badestrand, der einen Querschnitt durch unsere Abfallzivilisation zeigte. Für uns Zeit zum Umkehren.

Hier wohnten auch einige Menschen, die Ähnlichkeit mit Aussteigern hatten.

Wir fuhren auf fast demselben Weg zurück, auf dem wir auch gekommen waren, doch der Rückweg war nochmal schöner als der Hinweg. Inzwischen hatte die Sonne den meisten Schlamm abgetrocknet, der Weg war einfacher zu fahren und die sonnenbeschienenen Klippen und Strände, das blaue Meer und der blaue Himmel waren einfach genial. Was für ein Geschenk hatten wir da bekommen!

Über der Halbinsel standen dunkle Wolken und es donnerte mehrfach bedrohlich, aber das Gewitter blieb über dem Land und die Küste im Sonnenschein.

Um 17:30 Uhr waren wir nach 56 geradelten Kilometern wieder an der Berta. Udo versuchte, Xenias Rad zu reparieren. Es machte komische Geräusche im Leerlauf, das Kettenritzel war wohl nicht richtig fest. Leider hatte Udo dafür nicht den richtigen Schlüssel, so dass wir in den nächsten Tagen versuchen wollen, eine Fahrradwerkstatt zu finden, die uns das reparieren kann.

Xenia wollte noch einen Kaffee kochen und musste dabei feststellen, dass wir fast kein Frischwasser mehr hatten. Wir standen nicht ganz gerade und daher kam aus dem Wasserhahn kein Wasser. Xenia hatte noch 4 Liter in Flaschen dabei, die reichten für den Moment, aber an Duschen war damit nicht zu denken. Wir mussten also neues Frischwasser besorgen, was auf Chalkidiki nicht so einfach ist. Die Campingplätze öffnen erst im Mai und an den sonstigen Wasserhähnen, die es so gibt, ist das Wasser wohl nicht zum Trinken geeignet.

Wir umrundeten den Sithion-Finger mit der Berta und fragten an einigen Stellen nach Trinkwasser, bekamen aber immer zur Auskunft, dass das Wasser aus den öffentlichen Wasserhähnen wohl zum Duschen und Waschen, aber nicht zum Trinken und Zähneputzen genommen werden kann. Erst nach einigem Suchen und als wir schon dachten, nichts mehr hier zu bekommen, erhielten wir an einer Tankstelle die Auskunft, dass es in Sarti in der Nähe der Schule gutes Wasser gäbe. Den Platz fanden wir in Park4night, fuhren hin und tatsächlich, der Brunnen hatte Wasser. Ein Nachbar, der gerade sein Haus verließ, bestätigte ebenfalls, dass dies gutes Wasser sei, da es direkt aus einer Quelle kommt. Dort konnten wir sogar unseren Wasserschlauch anschließen und so den Tank problemlos füllen. Auch die Toilette konnten wir ein Stück weiter am Hafen von Sarti in einem öffentlichen WC entleeren und fanden dort auch einen Standplatz für die Nacht. Es war inzwischen 20 Uhr und fast dunkel geworden.

Mit einem Grießbrei mit Zucker, Zimt und einer Dose Pfirsichen und mit einer heißen Dusche beendeten wir den sehr schönen und erfolgreichen Tag.

Radtour auf Komoot



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Sonntag, 06.04.25 - Petralona Höhle

Von Sarti bis zur Aggitis-Höhle – 289 km

Wetter: vormittags Sonnenschein, nachmittags bewölkt, abends Regen. 18 bis 10 Grad

Am Morgen begrüßte uns die Sonne und der Frühstücksblick über den Hafen von Sarti bis zum Meer war sehr schön.

Wohlgemut verließen wir unseren ruhigen Übernachtungsplatz und fuhren zur Höhle Petralona in der Mitte von Chalkidiki. Das Wetter war eigentlich zu schön für einen Höhlenbesuch, aber sie lag einfach auf dem Weg und die Fahrt dorthin war bei Sonnenschein auch sehr schön. Während der Fahrt luden wir zum ersten Mal unsere Fahrrad-Akkus mit dem neuen Wechselrichter, den Udo installiert hatte - und das hat wirklich funktioniert.

In Metamorfosi, das direkt auf der Strecke nach Petralona liegt, machten wir einen Abstecher vor an den Strand. Dort waren wir schon einmal vor 40 Jahren gewesen auf unserer ersten Griechenlandreise 1984. An dem Strand haben wir gebadet und auf dem Campingplatz übernachtet. Das Wasser ist immer noch so klar wie damals, aber von der Hühnerkacke, die uns damals so gestört hat, war heute nichts mehr zu sehen. Dafür ist der Campingplatz riesig groß geworden! Wir setzten uns auf ein Bänkle am Ufer, genossen die Sonne und das Meer und schwelgten in Erinnerungen. 40 Jahre ist schon eine lange Zeit, da hat man viel miteinander erlebt und durchgestanden.

Campingplatz, auf dem wir vermutlich vor 40 Jahren eine Nacht verbracht haben, und ein Blick auf den Strand.

Nach dieser Pause ging es dann weiter zur Petralona-Höhle. Auch sie beeindruckte uns wieder sehr, diesmal durch die Menge von Stalagmiten und Stalaktiten, die es dort gibt. Wir duften mit der Berta nicht direkt an der Höhle parken, sondern wurden auf einen Parkplatz ca. 1 km entfernt eingewiesen. Von dort fährt ein Shuttle-Bähnle zur Höhle, aber wir entschlossen uns, dieses nicht zu benutzen sondern zu Fuß den Kilometer zu gehen. Ein bisschen Bewegung tat uns gut nach der Autofahrt.

Um 12 Uhr waren wir an der Kasse, wenige Minuten später ging es los. In einer kleinen Gruppe durften wir 300 Meter durch die Höhle gehen, die eigentlich 10 km lang ist. Die Tour dauerte 30 Minuten, danach wurde man noch ins Museum geführt. Die Hauptattraktion dort ist ein Schädelfund eines Homo Heidelbergesis. Außerdem sind zahlreiche Knochen von wilden Tieren der damaligen Tierwelt ausgestellt und es wird erklärt, dass die Höhle 1959 von einem örtlichen Bauern zufällig entdeckt wurde, der auf der Suche nach Trinkwasser für die Stadt war. An einer Stelle hörte er aus einem Erdloch Geräusche und dachte, eine Quelle gefunden zu haben. Aber es war dann keine Quelle, sondern die wunderschöne Tropfsteinhöhle.

In der Höhle wurde ein Schädel des Homo Heidelbergensis gefunden, der wohl vor 200-300 Tsd Jahren hier gelebt hat.

Zurück auf dem Parkplatz aßen wir bei einem Imbiss Gyros mit Pommes und entschlossen uns, heute noch nach Nordosten in die Berge zur Aggitis River Cave zu fahren. Für den nächsten Tag war ringsum Regen und ein Kälteeinbruch angesagt, da sind Höhlen die beste Option. Zuerst war noch ein Zwischenstopp in Philippi in Diskussion, aber wir entschieden uns dagegen, weil wir noch genügend Ausgrabungsfelder vor uns haben und uns keinen Stress machen wollten. Die Nestor-Schlucht und Strände am Nestor-Delta haben wir wetterbedingt ebenfalls vom Routenplan gestrichen.

Heute sind wir viele Straßen gefahren, von Autobahn bis zu kleine, Landstraße. Schotterwege, die noch vor 40 Jahren üblich waren, wenn man weg von der Küste war, haben wir keine mehr gefunden.

Wir fuhren tatsächlich ins schlechte Wetter hinein. An einem Aussichtspunkt unterwegs machten wir eine Schlaf- und Kaffeepause und fuhren dann auf kleinen und großen Straßen bis zur Aggitis-Höhle, die aber um 18:30 Uhr, als wir dort ankamen, wie vorhergesehen schon geschlossen hatte. Wir stellten uns auf einen Parkplatz ein paar hundert Meter vom Eingang entfernt und verbrachten dort die Nacht. Es hatte jetzt nur noch 10 Grad und nach dem Abendessen begann es auch zu regnen.



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Montag, 07.04.25 – Keine Aggitis Höhle, Alistrati Höhle, Chaos in Thessaloniki

Von der Aggitis Höhle bis zur Kalochori Lagune bei Thessaloniki - 225 km

Wetter: nachts Regen, vormittags bewölkt, dann sonnig bis wolkig, 5 bis 11 Grad

Heute gönnten wir uns ein längeres Ausschlafen, da die Aggitis River Cave laut google erst um 10:30 Uhr öffnet. Als wir das am gestrigen Abend herausgefunden hatten, waren wir etwas genervt, denn schließlich standen wir schon direkt davor und hätten sonst die Alistrati Höhle zuvor besucht, die auf dem Weg lag und schon früher öffnet.

In der Nacht schüttete es wie aus Kübeln und als wir morgens aus dem Fenster schauten, staunten wir nicht schlecht: Schnee! Nicht direkt bei uns, aber man sah an den uns umgebenden Bergen genau die Schneefallgrenze nicht weit oberhalb von uns, und als wir später den Rückweg nach Thessaloniki antraten, kamen wir an etwas Schnee am Straßenrand und auf den Feldern vorbei.

Nach einem gemütlichen Frühstück gingen wir zum Eingang der Höhle. Das Kartenhäuschen war auch besetzt, allerdings bekamen wir von dem Mann darin die Auskunft, dass die Höhe “unfortunatly closed” sei. Der Fluss Aggitis habe zu viel Wasser, eine Einfuhr mit dem Boot sei wohl erst in ein paar Wochen wieder möglich. Das war natürlich sehr enttäuschend! Waren wir doch 200 km und 3,5 Stunden hierher gefahren, um die größte Flusshöhle der Welt zu besichtigen! Auf unsere Aussage, dass es doch nett gewesen wäre, im Internet zu vermerken, dass die Höhle geschlossen ist, meinte der Mann, dass das Office doch besetzt sei, nur der Höhlenbesuch sei nicht möglich. Das hätte er auch in die “News” auf der Homepage geschrieben, aber halt nur auf Griechisch. Toll!

Was sollten wir machen? Gute Miene zum bösen Spiel, sich die Laune nicht verderben lassen und den langen Weg wieder zurückfahren. Eine Weiterfahrt in die Nestorschlucht, die auf Xenias Plan stand, machte bei 5 Grad und Schnee wirklich keinen Sinn.

Xenia hatte am Tag zuvor auf der Strecke ein braunes Hinweisschild mit einer weiteren Höhle, der Alistrati Höhle entdeckt. Unsere Recherchen hatten ergeben, dass es sich hier um eine sehr schöne und große Tropfsteinhöhle handeln müsse. Sie lag nur 6 km von unserer Route entfernt, daher machten wir einen Abstecher zu ihr. Und dieser hat sich wirklich gelohnt! Allerdings hatten wir das Pech, dass zwei große Reisebusse mit Schulkindern da waren, die in mehreren Gruppen durch die Höhle geschleust wurden. Einer dieser Gruppen schlossen wir uns an. Wir hätten sonst nochmal über eine Stunde warten müssen.

Es war dann aber gar nicht so schlimm. Wir ließen die Kinder vorausgehen und konnten uns hinter ihnen die Tropfsteine und sonstigen Formationen in Ruhe anschauen.

Schon beim Eintreten in die Höhle dachte man, in einer anderen Märchenwelt zu sein. So viele Tropfsteine, große und kleine, von unten und von oben. Wirklich bezaubernd.

Die ersten beiden Stationen wurden von einem Roboter erläutert, der von Station zu Station fuhr und über Lautsprecher erzählte, was es zu sehen gab. Das ging ganz gut, da die Höhle vermeintlich sehr eben ist, allerdings dann auf dem einen Kilometer (insgesamt 1,6 km lang) doch um 50 m ansteigt. Eine Besonderheit der Höhle sind die sogenannten Diskus-Tropfsteine, die als runde Scheibe an der Decke beginnen und dann Schleier-Tropfsteine unter sich bilden.

Außerdem gibt es hier besonders seltene Formen von Tropfsteine, sogenannte Heliktiten. Sie sind wie mit kleinen Stielen, Verästelungen oder Kristallen überzogen. Der Tropfstein wächst hier nicht der Schwerkraft nach, sondern in alle Richtungen, was es nur in Höhlen mit extrem hoher Luftfeuchtigkeit und ohne Belüftung gibt. Davon gibt es nur ganz wenige auf der Welt, die Alistrati Höhle ist eine von ihnen.

In einem Raum war der Boden ganz schwarz, das waren Exkremente von Fledermäusen, die sich hier über Jahrtausende angesammelt haben. In Griechenland gibt es keine Fledermausschutzzeit, wie bei uns, wo die Höhlen von Oktober bis April zum Schutz der Fledermäuse geschlossen sind. Hier nimmt man es in Kauf, dass man die Fledermäuse mit dem Licht und dem Lärm der Besucher vertrieben hat und diese hoffentlich ein anderes Winterquartier gefunden haben.

Der Besuch der Höhle dauerte fast eine Stunde und es war 13 Uhr, als wir wieder an der Berta waren. Da wir aber beide nicht hungrig waren, fuhren wir weiter in Richtung Thessaloniki.

Wir waren immer noch auf dem Abstecher von der Hauptstraße zur Höhle, als Udo meinte, das Gebiet um uns sähe ganz ähnlich aus wie das, was wir auf einem Bild von vor 40 Jahren haben. Damals saßen wir in der Wildnis vor unserem roten Bus und haben gefrühstückt. Außerdem sind im Hintergrund die mit Schnee bedeckten Berge zu sehen. Wir suchten eine kleine Abfahrt von der Straße, wo wir herausfahren und diese Szene nachstellen konnten. Nach kurzer Zeit fanden wir auch eine. Udo fuhr ab und den kleinen unbefestigten Weg ein Stück entlang. Es war ein Stück zu weit, zumal der Weg auch noch leicht bergab ging.

Udo machte 2 Bilder, aber auch ihm war nicht ganz wohl und er wollte lieber wieder zurückfahren. Dass das nur rückwärts ging, das war klar. Aber der Boden war durch den nächtlichen Dauerregen so durchnässt, dass wir tatsächlich im Dreck hängenblieben. Der Weg hatte zwar einen geschotterten Untergrund, die 2 cm Lehmschicht oben drauf genügte, dass die Räder durchdrehten, der Dreck spritzte und nichts ging mehr. Was jetzt?? Udo hatte den rettenden Einfall. Wir hatten noch leichte Schneeketten dabei, Teile aus Plastik mit Stahlnoppen. Zwei der vier Stück zogen wir auf die Vorderräder auf, dann startete Udo einen Fahrversuch. Tatsächlich, es funktionierte! Kam das Viertel der Räder auf die Straße, das mit den Ketten überzogen war, fuhr das Auto ein paar Zentimeter, dann rutschte es, bis wieder die Ketten fassten. So bewältigte Udo die 30 Meter, die er bis zur Kuppe fahren musste. Der Dreck spritzte rechts und links, eine tiefe Spur wurde durch den Boden gepflügt und die Ketten waren danach futsch – aber wir waren wieder auf festem Untergrund. Gott sei Dank!!

Weiter ging die Fahrt. Wir knabberten ein paar Nüsse und Salzgebäck während der Fahrt, da wir noch zu Geschäftszeiten in Thessaloniki ankommen wollten, um einen Fahrradladen bzw. eine Reparaturwerkstatt aufsuchen konnten.

Unsere Vorräte an Obst, Salat und Milch waren aufgebraucht, deshalb hielten wir unterwegs trotzdem noch an einer Station an, wo Xenia einen Lidl besuchen und Udo nebenan die Berta waschen konnte. Beides war wirklich nötig!

Dann ging es aber endgültig und auf direktem Weg zu einem Fahrradladen in Thessaloniki, den Xenia im Internet ausgesucht hatte. Er lag direkt an der Straße, die wir in die Stadt hineinfuhren. Das erste Problem war schon hier, eine Stelle zu finden, wo Udo anhalten konnte. Das ging nur im Halteverbot, aber Udo war nicht der Einzige und Xenia ging alleine, um den Laden zu suchen. Das Schild war wohl da, so wie im Internet gezeigt, aber den Laden gab es nicht mehr. Er hätte schon vor einiger Zeit dichtgemacht, sagten die Nachbarn. Eine freundliche Frau an der Rezeption einer Autowerkstatt gab mir die Adresse eines naheliegenden Fahrradgeschäftes. Sie rief sogar dort an, damit wir sicher sein können, dass sie geöffnet haben.

Nun war dieses zweite Geschäft aber fast im Zentrum von Thessaloniki und ein Parken dort war so gut wie unmöglich. Xenia sprang vor dem Laden kurz aus der Berta, um nachzufragen. Ja, sie würden sich das Bike anschauen, aber wir müssten es vorbeibringen. An ein Ausladen war an der vielbefahrenen Straße ohne Parkplatz nicht zu denken. Wir mussten also einen Parkplatz in der Nähe finden. Das gestaltete sich äußerst schwierig. Wir kamen durch kleine Straßen, alles wild zugeparkt. Das Navi führte uns Gassen, die selbst für einen kleinen PKW schwierig zu fahren gewesen wären. Nachdem wir einmal fast nicht mehr herausgekommen wären und Udo nur um Haaresbreite an einem anderen Auto vorbeikam, brachen wir das Unternehmen genervt ab. Wir wollten nur noch irgendwo hinstehen, etwas essen und durchschnaufen!

Xenia hatte in Flughafennähe einen Wohnmobilhändler entdeckt, der kostenlose Plätze für Wohnmobile anbietet. Dorthin waren es wohl noch 30 km, aber wir steckten im Berufsverkehr in der Innenstadt und wussten einfach nichts Besseres. Also fuhr Udo dorthin. Auf dem Weg recherchierte Xenia noch einmal und fand einen weiteren E-Bike-Laden an dieser Strecke, etwas außerhalb des Stadtzentrums. Die Straße dorthin sah fahrbar aus und Udo riskierte es. Tatsächlich, das Geschäft war da und es gab sogar einen geeigneten Kundenparkplatz für uns! Jetzt ging Udo hinein und konnten das Rad bringen. Ein netter Mechaniker baute das Hinterrad aus, überprüfte alles und kam zum Schluss, dass der Leerlauf einen Macken hat, er hierfür kein Ersatzteil habe, aber man so noch damit fahren könne.

Eine Reparatur wäre Xenia lieber gewesen, aber wenigstens waren wir jetzt etwas beruhigter. Wir nutzten den Parkplatz für eine Kombination aus Kaffeetrinken und Abendessen, denn es war inzwischen 18:30 Uhr geworden.

Auf dem Parkplatz sahen wir einen Mikrolino, ein Nachbau der Isetta, aber vollelektrisch. Laut google-Recherche kommt das Fahrzeug aus der Schweiz und kostet derzeit ca. 15.000 Euro.

Mikrolino Webseite

Jetzt brauchten wir noch einen Schlafplatz und entschieden uns für die Lagune von Kalochori, 8 km von Thessaloniki entfernt in die Richtung, in die wir weiterfahren wollten. Von Thessaloniki haben wir genug gesehen! Die Fahrt zur Lagune gestaltete sich problemlos, da wir die Umgehungsstraße von Thessaloniki nehmen konnten.

Um 19:45 Uhr kamen wir auf dem Parkplatz an, gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang. In diesem Gebiet soll es Flamingos, Silberpelikane und Reiher geben. Wir sahen in der Ferne auch einige große Vögel, aber ob das solche Tiere waren? Egal, Hauptsache angekommen und ein Schlafplatz für die Nacht!



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Dienstag, 08.04.25 – Kalochori Lagune – Kivotos – Kalampaka (Meteora)

Von der Kalochori Lagune bis Kalampaka (Meteora) – 243 km

Wetter: bewölkt und regnerisch, 4 bis 8 Grad

Nach viel Regen in der Nacht starteten wir den trüben und kalten Tag bei 5 Grad in der Nachbarschaft von Löfflern und Seidenreihern. Diese suchten ganz in der Nähe unserer Berta in der Lagune ihr Frühstück im seichten Wasser. Dabei konnten wir sie während unserem Frühstück beobachten.

Heute sollte es nach Zentralgriechenland gehen, zuerst nach Kivotos, wo wir schon 1984 waren, dann zu den Meteor-Klöstern nach Kalampaka. Bis zum Abend blieb es trocken, aber bewölkt. Die Berge waren teilweise verhangen. Wir entschieden uns für eine einfachere Fahrt und kauften für 12 Euro eine Stunde Fahrt auf dem Highway. Da wir mit unserem 3,2 Meter hohen Wohnmobil in die Kategorie 3 (von 4) fallen, ist die Autobahnfahrt für uns fast dreimal so teuer wie für ein normales Auto. Aber wir haben uns durch einige Tunnel und eine begradigte Autobahnstrecke unzählige Kurven, Steigungen und Gefälle und eine Stunde Zeit erspart.

Unser erstes Ziel war Kivotos, wo wir vor 40 Jahren den schönsten Abend unserer damaligen Reise erlebten. Damals nahmen wir nicht die Hauptstraße nach Meteora, sondern fuhren 'weiße' Straßen, also kleine Nebenstraßen, um mehr vom Land zu sehen. Da diese Nebenstraßen damals meist nur geschottert waren und wir bei 30 Grad unterwegs waren, waren wir schon erschöpft, als wir gegen Abend durch Kivotos kamen. Wir sahen das Gasthaus am Straßenrand und hofften auf ein gutes Abendessen. Wir setzten uns auf die unüberdachte Terrasse, um uns herum ca. 10 ältere Männer. Die Wirtin verstand kein Deutsch, einer der Männer begann zu übersetzen und so bekamen wir ein spezielles Menü aus Salat, Rührei, Kartoffeln und Würstchen - was die Küche eben hergab. Während des Wartens stellte sich heraus, dass alle diese Männer mehr oder weniger gut Deutsch sprachen, da sie einige Jahre in Deutschland (Geislingen, Sindelfingen, Ruhrgebiet, etc.) gearbeitet hatten und nun ihren Ruhestand wieder in Griechenland verbrachten. Es entwickelte sich ein nettes Gespräch und nach dem Essen wurde uns das griechische Backgammon (Tavli) und ein Kartenspiel gezeigt. Die Getränke wurden uns spendiert und Udo wurde zum Rauchen überredet (er hatte erst vor einiger Zeit damit aufgehört und hatte Angst, dass die Sucht zurückkommt - aber es blieb ohne Folgen). Spät in der Nacht suchten wir uns einen Schlafplatz unweit von Kivotos, indem wir uns einfach hinter eine Hecke stellten.

Die Straße nach Kivotos ist auch heute noch sehr schmal, kurvig und bergig. Dem Belag nach wurde sie vielleicht vor ca. 30 Jahren geteert. Udo war froh, dass uns niemand entgegen kam.

Erst neue Autobahn und ein paar km neue Landstraßen

Das letzte Stück nach Kivotos waren vor 40 Jahren endlose Schotterstraßen. Am Ortseingang steht eine kleine Kapelle, die Xenia sehr gefiel

Heute haben wir uns bei 4 Grad auf die Suche nach der Taverne von damals gemacht und dachten, wir hätten sie gefunden. Aber sie hatte geschlossen. In der Nachbarschaft saßen ein paar Männer (wie damals) in einer Kneipe und da es Mittag war, fragten wir, ob wir hier etwas zu essen bekommen könnten. Nein, sagte der Wirt, aber ein paar Häuser weiter gäbe es vielleicht etwas.

Links ist unsere Taverne vor 40 Jahren, rechts die Taverne von heute.

Wir folgten seinem Hinweis und dachten zuerst, auch dieses Lokal hätte geschlossen. Doch dann fanden wir eine offene Tür und den Wirt, der allein im Lokal saß und fernsah. Als wir ihn auf Englisch ansprachen, fragte er uns, ob wir Deutsch sprächen. So hatten wir ein echtes Déjà-vu-Erlebnis. Heute hatten wir einen Wirt, der 30 Jahren in Göppingen war - zuerst als Elektriker, dann hat er ein griechisches Restaurant eröffnet. Seine Frau arbeitete im Krankenhaus in Göppingen. Er hat uns erzählt, dass in Kivotos aus fast jeder Familie jemand in Deutschland war oder noch ist. Sein Sohn ist mit seiner Familie noch in Göppingen. Er selbst hat noch ein Haus und eine Wohnung in Göppingen. Er erzählte uns außerdem, dass das Dorf langsam ausstirbt. von 3000 Einwohnern vor 10 Jahren sind heute noch 300 übrig. Viele sind in Deutschland und kommen nicht mehr zurück, weil sie dort Familie und Kinder haben, die jetzt mehr in Deutschland verwurzelt sind.

Unser Menü, speziell für uns zubereitet (wie vor 40 Jahren).

So hatten wir eine lebhafte Unterhaltung und erfuhren dabei auch, dass es seit 20 Jahren keinen so kalten April mehr gegeben habe wie in diesem Jahr. Gestern habe es sogar heftig geschneit, von einigen Bäumen seien wegen des schweren Schnees die Äste abgebrochen und viele Blüten sind erfroren. Wir waren die einzigen Gäste und die Wirtin kochte extra für uns. Wir ließen uns Salatplatte mit gebratenem Ziegenkäse als Vorspeise und Filetscheiben mit Pommes, die Wedges waren, empfehlen und servieren. Es hat sehr gut geschmeckt und wir waren sehr satt. Die Rechnung betrug mit Getränken 26 Euro, wir gaben 30 und bekamen dafür noch 4 kleine Hefeteilchen zum Nachtisch, die wir aber mitgenommen haben. Wir schafften sie nicht mehr.

Unsere Gastgeber ließen sich gerne mit uns fotografieren.

Nach 90 Minuten gingen wir zurück in die Berta. Udo musste noch ein paar wichtige Mails erledigen und wir gönnten uns nach dem feudalen Mahl eine Mittagsruhe. Wie gut, dass wir eine Heizung hatten! Bei 4 Grad Außentemperatur kühlt die Berta doch sehr schnell aus.

Um 15:30 Uhr ging es weiter nach Kalampaka in der Hoffnung, dass das Wetter bald besser wird. Heute war es auch dort trübe und es hatte 8 Grad, als wir nach vielen Kurven dort ankamen. Bis hierher geht die Autobahn noch nicht, sie ist aber im Bau.

Das erste Ziel war eine Shell-Tankstelle, bei der wir Diesel und Add-Blue für die Berta bekamen und auch unsere fast leere Gasflasche füllen lassen konnten. Wir haben zwar noch eine zweite, aber bei so viel Heizbedarf ist es gut, einen ordentlichen Gasvorrat zu haben. Bei Park4Night haben wir gelesen, dass die Tankstelle auch deutsche Flaschen wieder befüllt, und so war es auch und es ging ganz schnell und problemlos. Da ist die Nebensaison schon ein Segen! Auch sonst ist die Stadt nicht überfüllt und wir haben problemlos einen Parkplatz in der Nähe der Touristen-Info gefunden. Dort besorgten wir uns einen Plan von den Klöstern und die Öffnungszeiten von den 6 Klöstern, die besichtigt werden können. Wenn morgen hoffentlich wie vorgesagt die Sonne scheint, wollen wir uns ein paar davon anschauen und das am liebsten mit einer Radtour verbinden.

Wir machten noch einen kleinen Bummel durch die Stadt, kauften bei einem Bäcker drei typisch griechische sehr süße Teilchen und fuhren dann auf einen Platz am Rande der Stadt, wo wir übernachten konnten und die gekauften Backwaren verspeisten. Sie bestanden in erster Linie aus Zucker, Butter und Nüssen: Baklava, Kataifaki und ein mit Sirup getränkter und karamellisierter Orangenkuchen (Portokalopita). Lecker, aber wir waren danach einem Zuckerschock nahe, obwohl wir nicht alles aufgegessen haben.

Draußen hatte es jetzt wieder zu regnen begonnen und wir waren froh, ein warmes und trockenes Plätzchen für den Abend und die Nacht zu haben.

Blick von unserm heutigen Standplatz



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Mittwoch, 09.04.25 – Meteora-Klöster, Baden im Thermopilion (Thermalbadebecken) bei Lamia

Von Kalampaka bis Lamia – 162 km

Wetter: sonnig, 6 bis 16 Grad

In der Nacht regnete es heftig. Am Morgen war der Himmel bewölkt, machte sich aber immer mehr auf und tagsüber schien dann die Sonne – allerdings bei morgendlichen Temperaturen von 6 Grad! Daher gaben wir das Vorhaben auf, die Meteora-Klöster mit den Fahrrädern zu erkunden, und fuhren sie stattdessen mit der Berta an. Das sollte sich als genau richtig herausstellen, denn es gibt keine extra Radwege und die Fahrstraße zu den Klöstern ist mit PKWs, Wohnmobilen, Shuttle- und Reisebussen stark befahren. Es war heute schon einiges los – wie sieht es wohl hier im Sommer aus?

Zuerst machten wir uns auf den Weg zum größten der 6 Klöster, die man besichtigen kann, dem Kloster Megalo Meteoron (Metamorphosis). Doch die ganze Straße vor dem Kloster war schon zugeparkt. So mussten wir zurückfahren und fanden beim Kloster Varlaam, das nur 10 Minuten zu Fuß entfernt liegt, einen Parkplatz. Da wir nun schon einmal da waren, besichtigten wir zuerst Varlaam. 195 Stufen mussten wir bis zum Eingang bewältigen. Jedes der Klöster kostet 5 Euro Eintritt, was sich beim Besuch mehrerer Klöster ganz schön summiert.

Wir bestaunten eine sehr schöne kleine Kirche, hatten wunderschöne Ausblicke und statteten auch dem Museum mit alten Büchern, Manuskripten und Urkunden einen Besuch ab. Auch ein großes altes Weinfass und die Seilwinde, wo früher die Mönche und Lebensmittel heraufgezogen wurden, konnten besichtigt werden.

Anschließend gingen wir die 10 Minuten den Berg hinauf zum Kloster Megalo Meteoron. Hier muss man 264 Treppenstufen durch die Felsenschlucht und die Steilwand entlang bewältigen. Wir waren nicht die Einzigen, die das taten. Auch hier gab es die alte Seilwinde und einen Raum mit mehreren Weinfässern und einer Destille. Außerdem konnten wir uns eine alte Küche, eine Kirche und einen Raum mit Märtyrerdarstellungen anschauen. Auch hier gab es natürlich wieder wunderbare Ausblicke auf Kalampaka und andere Klöster.

Bevor wir zurück zur Berta kamen, machten wir noch eine kleine Wanderung abseits der Straße zu einem Aussichtsfelsen und um einen Berg herum. Hier waren wir ganz allein, was nach dem Rummel in den Klöstern richtig gut tat. Alles ist jetzt grün, Blumen und Bäume blühen und die Aussichten waren einfach nur phantastisch!

Wieder an der Berta angekommen war es 13 Uhr geworden und wir machten erst einmal eine Vesperpause.

Anschließend fuhren wir noch zu einem weiteren Kloster, dem Kloster Agia Triada, das wegen seiner exponierten Lage auf einem schmalen Felsen besonders ins Auge sticht. Hier wurden auch Szenen für den James-Bond-Film “In tödlicher Mission” gedreht. Auf der Fahrt dorthin hielten wir ein paarmal an, machten Fotos von den Felsen und Klöstern und tranken einen Kaffee.

Auch beim Kloster Agia Triada waren wieder einige Höhenmeter und Treppenstufen (zuerst in eine Schlucht hinunter und dann am Felsen zum Kloster hinauf) zu bewältigen. Belohnt wurden wir durch einen tollen Ausblick und eine schöne Kirche.

Jetzt war es 16:30 Uhr und wir hatten genug Klöster gesehen und waren genügend Treppen gestiegen. Wir entschlossen uns zur Weiterfahrt. Bei wärmerem Wetter wären wir nach Volos und anschließend den Pilion-Finger hinuntergefahren, aber dort gibt es “nur” wunderschöne Strände und zum Baden im Meer ist es viel zu kalt!

So fuhren wir gen Süden nach Lamia, wo es warme Thermalquellen gibt. Wir gönnten uns wieder die Autobahn, fuhren fast allein auf einer neuen Straße, ersparten uns dabei einige Pass-Straßen und Ortschaften und sparten eine Stunde Zeit gegenüber der Landstraße. Es war nicht billig (25 Euro), aber wir konnten dafür an einer Autobahntoilette unser Campingklo ausleeren. Da wir inzwischen einen biologisch abbaubaren WC-Zusatz haben, ist das gut möglich.

Auch bei Lamia kommt wie in Pozar das leicht schwefelhaltige Thermalwasser mit 38 Grad aus dem Boden und wir fuhren an eine Stelle, wo man in einem natürlichen Badebecken umsonst baden darf. Als wir dort ankamen, waren 5 Personen im Wasser. Wir kochten zuerst noch ein paar sehr gute frische Tortellini mit einem gemischten Salat und gingen dann ins warme Badebecken.

Überall, wo es im Becken blubberte, kam warmes Wasser aus der Erde. Wir bleiben eine Stunde im Wasser und erlebten von dort aus den Sonnenuntergang. Zum Schluss waren wir ganz allein im Wasser. Als wir aus dem Wasser gingen, kamen aber noch ein paar Autos mit jungen Leuten. Wir sind trotzdem auf dem Parkplatz geblieben, da wir müde waren und keinen besseren Übernachtungsplatz kannten.



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Donnerstag, 10.04.2025 – Baden, Itea, Delfi

Von der heißen Quelle bei Lamia bis kurz vor die Korykischen Höhle bei Delfi, 131 km

Wetter: morgens sonnig, nachmittags bewölkt – 13 bis 19 Grad, 8 Grad am Übernachtungsplatz

Kurz vor Mitternacht fuhren die jungen Leute noch einmal mit lauter Musik an uns vorbei, ab dann hatten wir eine ruhige und ungestörte Nacht.

Ein sonniger Morgen erwartete uns, den wir noch vor dem Frühstück zu einem Bad in der warmen Badegumpe nutzten. Schon der Anblick des dampfenden Wassers im morgendlichen Sonnenschein war ein Erlebnis und die erste halbe Stunde waren wir allein im Wasser. Dann kamen die ersten einheimischen Badegäste, zuerst ein einzelner Mann, dann eine Ehepaar, wo aber nur die Frau ins Wasser ging. Wir hatten jetzt genug gebadet und gingen in die Berta zum Duschen. Das Wasser war doch sehr mineralhaltig, da tat es gut, es abzuwaschen. Nach diesem Erlebnis schmeckte das Frühstück doppelt gut und wir hätten danach wieder ins Bett gehen und schlafen können.

Stattdessen machten wir uns auf zu einer Erkundungstour durch die Umgebung, tankten im kleinen Ort an einem Brunnen frisches Wasser und besichtigten einen großen Stellplatz am warmen Flüsschen, den sich ca. 20 Camper teilten, die hier in der doch sehr schwefeligen Luft ihre Campingausrüstung vor ihren Fahrzeugen aufgebaut hatten. Einige nahmen auch ein Bad im Flüsschen. Was hatten wir doch für einen schönen Platz gehabt!

Unsere heutigen Ziele waren Itea im Süden am Meer, wo wir 1984 schon einmal genächtigt hatten, und das von dort nicht weit entfernte Ausgrabungsfeld Delfi.

Durch die Berge ging es bei strahlendem Sonnenschein auf der E65 Richtung Süden. Wir fuhren über zwei Pässe und hatten immer wieder tolle Ausblicke. Allerdings mussten wir ein gutes Stück hinter einem Reisebus herfahren. Überholen war erst nach einer halben Stunde möglich. Aber wir hatten ja Zeit ... und kamen um 12.45 Uhr in Itea an.

1984 hatten wir hier in einer Bäckerei gefüllte Croissants gekauft im Glauben, dass es sich um Nusshörnchen handele. Wie wir dann beim Frühstück am Hafen feststellen mussten, waren die Hörnchen aber nicht mit einer Nussmasse, sondern mit Schafskäse gefüllt!

An die Bäckerei hatten wir keine Erinnerung mehr. Dafür schlenderten wir bei Sonnenschein, aber einer steifen Brise, ein Stück am Hafen entlang und wollten dort eigentlich zu Mittag essen, aber es gab nur Kaffee, kalte Getränke und kleine Snacks. So mussten wir uns mit zwei Cappuccinos und zwei Schinken-Käse-Croissants begnügen. In einer Bäckerei holten wir uns noch ein paar kleine süße Teilchen, aber diese hoben wir uns für später auf und fuhren um 14:15 Uhr weiter nach Delfi.

Dort angekommen mussten wir feststellen, dass alles zugeparkt war. Vor allem im Ort selbst war die Hölle los, aber auch vor und nach dem Eingang zum Museum bzw. zu den Ausgrabungsstätten war die Straße kilometerlang zugeparkt. 2 km nach dem Eingang konnten wir auf einem Platz halten, auf dem Busse standen, die auf ihre Reisegruppen warteten. Hier hätten wir vielleicht auch parken können, aber eine gute halbe Stunde bis zum Eingang zu laufen und das auf einer Straße, die ausdrücklich für Fußgänger gesperrt war, erschien uns doch keine gute Idee. Außerdem war überall Polizei. So viele Polizisten und Polizeiwagen! Damit hatten wir nicht gerechnet. Wie wir später erfuhren, fand in Delfi gerade eine internationale Wirtschaftskonferenz statt, an der auch der bulgarische Präsident teilnahm.

Was sollen wir tun? Weiterfahren und Delfi streichen oder zurückfahren und auf einen Parkplatz hoffen? Die Chancen standen schlecht, aber Udo meinte, Xenia solle für einen Parkplatz beten. Das haben wir schon oft gemacht und dabei wahre Wunder erlebt. Da wir Delfi schon gerne gesehen hätten, entschieden wir uns für Variante 2: Udo wendete und Xenia betete. Angestrengt hielten wir Ausschau, ob es nicht irgendwo einen Platz gab, wo wir unsere Berta parken konnten. Keine Chance. Die zwei Plätze, die überhaupt frei waren, waren zu kurz und zu schmal. Da passten nur ganz kleine Autos rein. Also sind wir weiter zum Museumseingang gefahren, wo es ein paar wenige Querparkplätze gibt. Gerade als wir dort ankamen, wollte ein Auto aus so einem Parkplatz ausparken. Die Frau stand auf der Straße, um zu sehen, wann ihr Mann herausfahren kann. Wir haben angehalten, der Mann ist rausgefahren, wir sind direkt reingefahren und haben genau reingepasst. Hinten sind wir fast an einem Kasten angestoßen, vorne waren wir genau hinter der gelben Linie. Perfekt! Und nur wenige Meter bis zum Eingang. So durften wir wieder ein Parkwunder erleben und waren sehr dankbar dafür!

Delfi selbst war dann gar nicht so überfüllt, wie man das hätte erwarten können. Als erstes kamen wir durch den römischen Markt. Weiter ging es die “Heilige Straße” hinauf zum Schatzhaus der Athener und dem Apollo-Tempel. Die Steine und Säulen waren noch wie 1984, die Wege allerdings jetzt ganz anders. Bis auf den Anfang der Heiligen Straße sind sie heute betoniert und mit betonierten Stufen versehen, keine glitschigen und unwegsamen Natursteine mehr!

Auf dem Rückweg suchten und fanden wir noch den Fels der Sibylle, von wo aus sie ihr Orakel von Delfi gesprochen hat.

Unserer Meinung nach sind aber nicht die Ruinenreste das Schönste an der Anlage, sondern es ist der gigantische Ausblick ins Tal.

Nach eineinhalb Stunden hatten wir die Ausgrabungen abgelaufen und machten eine späte Kaffee- und Erholungspause in der Berta, bevor wir zum Abschluss unserer Delfi-Besichtigung noch einen Runde durch das Museum drehten.

Danach war es kurz nach 18 Uhr und damit an der Zeit, nach einem Übernachtungsplatz zu schauen. Wir entschieden uns für einen Platz in den Bergen, von dem aus wir am nächsten Tag eine Wanderung zur Korykischen Höhle machen wollten, einem alten Heiligtum, das man selbst erkunden kann. Dazu mussten wir ca. 1000 Höhenmeter steil und in Serpentinen den Berg Parnass hinauffahren und erreichten das dortige Skigebiet, allerdings jetzt ohne Schnee.

Ca. 3 km von der Höhle entfernt konnten wir die Berta in die Wildnis stellen, kochten noch ein paar Spaghetti zum Abendessen und waren bei 8 Grad Außentemperatur wieder einmal froh an unserer Heizung.



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Freitag, 11.04.2025 – Korykische Höhle, Athen

Von der Korykischen Höhle bei Delfi bis Athen – 168 km

Wetter: sonnig, 3 bis 19 Grad

Unser Nachtplatz war absolut ruhig und ungestört, nur eben ziemlich kalt. Der neue Morgen erwartete uns mit 3 Grad Außentemperatur und Sonnenschein.

Nach dem Frühstück zogen wir alles an, was wir an warmen Sachen dabei hatten. Bei Xenia waren das: Poloshirt, Pulli, Strickjacke, Winterjacke, Feinstrumpfhose, Stirnband und Handschuhe. So ausgerüstet begaben wir uns auf den 3-Kilometer-Marsch hinauf zur Korkydischen Höhle. Der Weg führte uns auf einer groben Schotterstraße 200 hm den Berg hinauf. Es ging durch einen Wald, aber wir hatten auch immer wieder sehr schöne Ausblicke und nach einer Zeit wurde uns richtig warm und wir konnten eine Schicht nach der anderen wieder ausziehen.

Die Höhle kann selbst erkundet werden. Sie war früher ein Heiligtum und noch heute ist in der Mitte des ersten Raumes so etwas wie ein kleiner Altar. Hier hat man noch etwas Tageslicht durch das Eingangsloch. Wer mutig ist, kann weiter in die Höhle einsteigen, aber das geht dann nur mit Taschenlampe bzw. Stirnlampe und Kletterei über teils klitschige Steine und Felsen. Udo ging noch ein Stück, Xenia verzichtete darauf.

Als wir wieder aus der Höhle heraus waren und noch etwas die schöne Aussicht genossen, kam ein weiterer Höhlenbesucher. Es war ein junger Grieche aus Athen, dessen Freundin beruflich beim Wirtschaftsgipfel in Delfi zu tun hatte. Er begleitete sie und machte in der Zeit, wo sie beschäftigt war, ein paar Outdoor-Aktivitäten. Er war mit seinem Auto über die grobe Schotterstraße bis kurz vor dem Höhleneingang gefahren und bot uns an, uns nach seinem Höhlenbesuch zurück zur Berta mitzunehmen. Das lehnten wir aber dankend ab, wir gingen im Sonnenschein gerne den Weg zu Fuß wieder zurück.

Dort angekommen war es 12 Uhr und wir machten uns ein kleines Vesper, bevor wir weiterfuhren. Dabei stellten wir fest, dass es schon von Vorteil ist, mit Kühlschrank und Bett unterwegs zu sein.

Zuerst ging es bis Arachova die Serpentinen den Berg hinunter, die wir gestern hinaufgefahren waren. Dann fuhren wir durch den Ort weiter in Richtung Athen. Die Ortsdurchfahrt ist ziemlich eng und voller Souvernirläden. Ein Bus vor uns ist fast nicht durchgekommen, musste nochmal ein Stück rückwärts zurückfahren und wurde durch Anhalten des Gegenverkehrs durchgewunken.

Unser nächstes anvisiertes Ziel war Marathon. Wir fuhren Landstraße und kamen über Berge und durch Talebenen, zuerst auf der N48, dann auf der N3 bis Thiva. Kurz nach der Gabelung, wo die E75 nach Athen abzweigt, sahen wir einen Lidl und da einige unserer Vorräte am Ausgehen war, hielten wir hier an. Xenia ging zum Einkaufen, Udo machte eine verdiente Pause nach der langen Autofahrt. Da wir Hunger hatten, verspeisten wir gleich ein paar frische Backwaren im Auto und schauten uns etwas genauer an, wohin wir eigentlich fuhren. 1984 waren wir in Marathon gewesen, aber wir mussten feststellen, dass es dort außer einem Grabhügel von gefallenen Athener Soldaten und einem Stausee mit Staumauer nichts zu besichtigen gibt. Das hat uns jetzt nicht gerade begeistert. So beschlossen wir, direkt nach Athen weiterzufahren.

Athen hat nur einen Campingplatz. Udo rief dort an, weil man nur mit einer Reservierung einen Platz bekommt. So erfuhr er, dass der Platz noch geschlossen war und erst in der kommenden Woche am 15.4. wieder öffnet. In einer Stadt wie Athen wollten wir aber einen sicheren Platz für die Berta haben, um ohne Befürchtungen um sie die Stadt besichtigen zu können. Wir überlegten kurz, ob wir die Zeit bis zum 15.4. auf der Insel Euböa überbrücken, aber 4 Tage waren dann doch sehr viel und wir wollten ja Zeit für den Peleponnes haben. Da entdeckte Xenia auf Park4Night “Parking Remiza”, wo Bus- und LKW-Fahrer übernachten bzw. ihre Fahrzeuge abstellen. Hier sind auch Wohnmobile willkommen und man ist in 30 Minuten mit Bus und Metro in der Stadtmitte. Wir riefen dort an und bekamen tatsächlich noch einen Platz zugesagt. Somit war unser nächstes Ziel klar: Athen, wir kommen!

Um 18:45 Uhr waren wir auf dem großen Parkplatz, schauten uns kurz um und starteten dann noch zu einer Abendtour in die Stadt. Mit Bus und Bahn fuhren wir zur Akropolis und gingen zum Sonnenuntergang auf den Berg, wo wir schon vor 40 Jahren waren, um die beleuchtete Akropolis zu sehen. Heute waren dort aber mehr Menschen als damals und es war sogar Vollmond.

Auf dem Rückweg in die Stadt rief Timo an, weil Ida mit uns telefonieren wollte.

Wir gingen noch etwas durch die Gassen der Altstadt und aßen in einem Restaurant Souvlaki und Tzatziki. Es war nichts Besonders, aber okay. Danach machten wir uns auf den Rückweg und kamen noch bei einer nächtlichen Demo vor dem Denkmal des unbekannten Soldaten vorbei. Um 23:30 Uhr waren wir wieder in der Berta.



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Samstag, 12.04.2025 – Athen: Monastiraki mit Flohmarkt, Wachablösung am Parlament, Piräus

Keine Autofahrt, dafür einen Walk durch die Stadt.

Wetter: sonnig und wolkig, 17 bis 20 Grad

Um 5:45 ging es los: Busse und LKWs um uns herum wurden angelassen, liefen laut im Standgas und fuhren dann los. Udo schaffte es, trotz dem Lärm weiter zu schlafen, Xenia gelang das mehr oder weniger, aber nur mithilfe von Ohropax.

Am Morgen schaute sich Xenia den Platz etwas genauer an und entdeckte ganz hinten einen freien Platz zwischen vier anderen Wohnmobilen, die dort schon standen. Sie fragte am Empfang, ob wir uns nicht auch nach hinten stellen dürften. Das wurde uns gestattet. Hier ist es auch nicht wirklich ruhig, aber doch deutlich leiser als vorne mitten zwischen den Bussen. Dieser Parkplatz ist definitiv nichts für Menschen, die ungestört schlafen wollen, aber er war der einzig sichere und erlaubte Ort, den wir in Zentrumsnähe finden konnten.

Nach dem Frühstück machten wir uns erst einmal schlau, was wir in Athen besichtigen wollen und welche Optionen es dafür gibt. Wir fanden heraus, dass wir mit einem Citypass am besten wegkommen, auch wenn dieser 80 Euro für drei Tage kostet. Doch schon die Akropolis und das Akropolismuseum kosten zusammen 50 Euro. Athen ist definitiv ein teures Pflaster. Ein bisschen blöd war, dass wir den Pass erst ab dem Folgetag, also ab Sonntag bestellen konnten, und wenn wir uns keinen Stress machen wollten, dann benötigten wir drei Tage, um das anzuschauen, was im Pass enthalten war. So machten wir es halt so und verbrachten den heutigen Tag ohne Pass mit anderen Aktivitäten in Athen.

Um 11 Uhr starteten wir zum drei Minuten entfernten Busterminal und kauften uns eine Tageskarte für den öffentlichen Nahverkehr. Diese ist mit 4,10 Euro sehr günstig. In der Metro zur Innenstadt waren viele Leute unterwegs, was einen Akkordeonspieler nicht davon abhielt, mitten in der Menge zu spielen.

Xenia wollte gerne zum Monistraki-Platz und zum berühmten gewerblichen Athener Flohmarkt, wo man allerhand Kuriositäten, Souvenirs, Kleider, Bücher, Süßigkeiten bis zu Canabis erwerben kann.

Es war einiges los in der schmalen Straße. Zum Abschluss kamen wir noch auf einen Platz, wo es einen Trödelmarkt gibt, wie wir ihn kennen. Dort haben wir dann endlich! in einem kleinen Imbiss-Restaurant das von Xenia ersehnte Souvlaki Pitta bekommen. Sehr lecker und preiswert! Wir haben dafür inklusive zwei Colas nur 11 Euro bezahlt – dasselbe, was uns dann später am Nachmittag zwei Gläser Frappé gekostet haben.

Wir gingen zurück zum Monistraki Platz und dann weiter zum Parlament auf dem Syntágma Platz. In den Straßen standen die Autos und kamen nicht vorwärts. Beim Paralment wollten wir uns die Wachablösung der Ehrengarde des Präsidenten anschauen, die stündlich am Grabmal des unbekannten Soldaten stattfindet.

Auf dem Weg dorthin kamen wir an der kleinen und der großen Metropolis vorbei, beides Kirchen, die Maria gewidmet sind. Die große Metropolis ist die Kathedrale von Athen und macht schon etwas her. Die kleine alte byzantinische Kirche daneben steht sehr im Schatten der großen Kathedrale, hat aber sehr wohl ihren eigenen Charme und Charakter.

Nun mussten wir uns aber sputen, wenn wir um 14 Uhr bei der Wachablösung am Parlament sein wollten. Wir schafften es und kamen gerade an, als diese begann. Wie im Zeitlupentempo schlurfen die drei Wachmänner, Gewehre über der Schulter, in Strumpfhosen, mit Faltenrock und Schnabelschuhen mit einer großen Bommel an der Spitze, über den Platz.

Anschließend wollten wir noch zum Hafen Piräus und nahmen dafür die Metro. Diese war, wie eigentlich immer, sehr voll und wir mussten stehen.

Piräus ist in erster Linie ein Fährhafen, wir haben ihn mit wenig Charme erlebt. Schön war das Wetter, angenehme 20 Grad mit Sonnenschein, der das Wasser glitzern ließ. Wir umrundeten die beiden Hafenbecken und schlenderten dann bis zur nächsten Metrostation Dimókito Théatro, der Endhaltestelle der blauen Linie. Unterwegs gönnten wir uns den ersten griechischen Frappé in einem Restaurant.

Jetzt ging es wieder zurück zur Berta, bei der wir um 17 Uhr ziemlich müde ankamen. Wir machten ein kleines Schläfle, anschließend gab es eine Dusche und ein Curry mit Reis zum Abendessen. In der Hoffnung, dass uns der Strom reicht und wir heute eine ruhigere Nacht haben werden, verbrachten wir den Abend.



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Sonntag, 13.04.2025 – Athen: Akropolis, Akropolis-Museum, Plaka, Stadtrundfahrt mit dem Big Bus

Keine Autofahrt, Stadtbesichtigung zu Fuß mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Big Bus

Wetter: sonnig, 19 Grad

In dieser Nacht haben uns die abfahrenden Busse tatsächlich weniger gestört. Um 23 Uhr verließ der letzte in unserer Nähe den Platz, bis 6:30 Uhr war Ruhe. Dann ging es wieder los, aber nicht ganz so laut.

Um 10 Uhr kamen wir los und fuhren mit dem Bus und der Metro zur Akropolis. Zuerst besuchten wir das Museum. Es befindet sich ungefähr da, wo wir vor 40 Jahren mit unserem VW-Bus standen - auf einem normalen Stadtparkplatz.

Leider gibt es eine Führung oder einen Audioguide nur auf Englisch. Auch alle Erklärtafeln sind nur in griechischer und englischer Sprache. Wir fanden das für ein so großes und berühmtes Museum und 20 Euro Eintritt schon etwas erbärmlich. Nun ja, wir kamen einigermaßen zurecht, aber es war doch mühsam.

Wir waren nicht allein

Als Erstes wurden wir von diesem freundlichen Herrn begrüßt. Auf dem Bildschirm sah man, wie die Statuen bemalt waren.

Ein wenig Technik hat Udo gefallen - und er hat gleich 2 Fehler gefunden, warum das Modell nicht funktionieren würde. Der Blick auf die Akropolis war super.

Im Museum wird einiges von dem ausgestellt, was heute an der Akropolis und dem Dyonisos-Tempel fehlt: Säulen, Statuen und sonstige Fragmente. Für den, der so etwas liebt, ist es sicher klasse. Für uns – sosolala. Wir waren anderthalb Stunden im Museum, dann verließen wir es wieder und aßen unterhalb von der Akropoli Souvlaki und Gyros, wie viele andere Touris und Griechen auch.

Bis 14 Uhr, wo wir ein Eintrittsticket für die Akropolis hatten, war noch etwas Zeit. So bummelten wir noch durch die Straßen und tranken einen Cappuccino.

Kurz vor 14 Uhr reihten wir uns in die Schlange am Eingang ein. Es wurden nur die Personen reingelassen, die den Timeslot 14 bis 15 Uhr gebucht hatten. Das waren immer noch eine Menge Leute! Das Wetter war perfekt für einen Akropolisbesuch: sonnig, aber noch nicht zu heiß. Da es ziemlich den Berg hinauf geht, war uns dann trotzdem gut warm, als wir oben ankamen. Ob die Säulen einen Besuch lohnen, darüber kann man sich sicher streiten. Man sieht sie aus der Ferne auch sehr gut. Aber die Aussicht von oben über die Stadt ist grandios. Vor 40 Jahren durften wir noch kreuz und quer über das Gelände gehen. Heute gibt es feste Wege, die man nicht verlassen darf. Entsprechend viel los ist auf diesen Wegen. Wir hatten damit gerechnet, deshalb überraschte und ärgerte uns das nicht.

Zu Beginn kommt man an zwei Theatern vorbei. Im zweiten finden wohl wieder Events statt. Schon vor 40 Jahren war hier an einem Abend eine Vorführung.

Auch hier waren wir nicht allein

Wie man am Gerüst sieht: 3000 Jahre alt und immer noch nicht fertig ;-)

Sehr beeindruckend war der Blick von oben auf Athen.

Um 15:30 Uhr waren wir wieder unten und machten noch eine sehr schöne Runde durch die Plaka mit ihren vielen Restaurants, Bars und kleinen Läden. So viel bunter Krimskrams, den es da gibt! Aber nichts dabei, was uns zum Kaufen animiert hätte.

Fliegen und Armbanduhren aus Holz

Ohranhänger aus Holz und aller erdenklicher Krimskrams

Zum Abschluss fuhren wir eine Runde mit dem Big Bus, einem offenen Hop-on-hop-off-Doppeldeckerbus. Dieser war in unserem Turbo-City-Pass enthalten und gilt ab Aktivierung 48 Stunden. Es gibt drei Routen: Eine durch die Stadt, die zweite durch den Hafen und die dritte entlang den Stränden. Wir waren an einer Haltestelle, wo sich alle Touren kreuzen, und nahmen einfach den Bus, der als erster kam. Es war die City-Tour, die wir dann mit griechischer Musik und ein paar Erklärungen im Ohr abfuhren.

Nun war es 17:30 Uhr geworden und wir machten uns auf die Heimfahrt. Zum Abendessen gab es einen griechischen gemischten Salat mit Schafskäse und ein paar Wecken, die wir noch übrig hatten und die dringend verspeist werden mussten.



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Montag, 14.04.2025 – Athen: Museen und Big Bus Fahrt nach Piräus

Keine Autofahrt, dafür Big Bus, Metro und einiges zu Fuß

Wetter: sonnig, bis 20 Grad

Wir starteten um 9:30 Uhr in die Stadt. Heute war Museumstag.

Als Erstes besuchten wir das Kotsanas-Museum, ein Museum für antike Technologien und antike Musikinstrumente, das in einem sehr schönen neoklassizistischen Gebäude untergebracht ist. Es werden dort kuriose und nützliche Erfindungen der alten Griechen ausgestellt und von sehr netten Mitarbeitern erklärt und zum Teil auch vorgeführt. Manches darf man auch selbst ausprobieren oder spielen.

In der Musikabteilung gibt es die erste bekannte Notenschrift zu bewundern. Außerdem sind hier verschiedene urige Instrumente ausgestellt. So sieht man zum Beispiel die Laute des Apollo neben verschiedenen anderen Saiteninstrumenten, außerdem Flöten und Orgeln, die zum Teil mit mechanischen Vorrichtungen betrieben wurden.

Xenia mit Homers Laute

Es gab auch allerhand Spielzeug, Udo konnte sogar in einem Flugsimulator als Vogel über Athen fliegen.

In der Technikabteilung sahen wir manche Kuriosität, zum Beispiel einen Servierroboter, der Wasser und Wein mischt und serviert, eine Alarmanlage, einen Wecker und Türen, die sich für den Besucher wie von Geisterhand öffneten oder schlossen und als “Wunder” im Tempel eingesetzt wurden. Das Ganze hatte aber mit Göttern nichts zu tun, es war reine Physik (Schwerkraft, Luftdruck, Hydraulik).

Automatisch öffnende Tempeltür und altertümliche Türklingel

Es ist ein sehr interessantes, abwechlungsreiches und lehrreiches Museum, das uns sehr gut gefallen hat.

Anschließend suchten und fanden wir eine Kleinigkeit zum Mittagessen in einem Straßencafé einer Bäckerei, bevor wir zu einer Station des Big Bus gingen, von der alle drei Linien abfahren. Ein bisschen Ausruhen und Umhergefahrenwerden im Bus kam uns jetzt gerade recht.

Die Athen-Tour hatten wir ja schon gemacht, blieben noch die Piräus- oder die Strandfahrt. Gerade als wir ankamen, kam auch der Bus für die Piräus-Tour und wir konnten einen Platz ganz vorne auf dem Oberdeck ergattern. So fuhren wir mit bester Aussicht eine gute Stunde lang Bus: zuerst durch die Stadt zum Hafen, dort eine Runde und wieder zurück. Wieder gab es griechische Musik und ein paar Erklärungen zu Athen und Piräus über die Ohrhörer des Busses.

Am Syntagma-Platz stiegen wir aus und machten uns auf den Weg zum zweiten Museum, dem Museum der Illusionen. Dazu mussten wir ein gutes Stück durch die Stadt gehen, vorbei am Hadrianstor und entlang der Römischen Agora. Auf dem Weg gönnten wir uns noch einen frischen Baumkuchen mit Zucker und Zimt.

Das Museum der Illusionen ist ganz nett, vor allem für Kinder ist es toll. Es wird hier viel mit Spiegeln und optischen Täuschungen gearbeitet. Manche Effekte sieht man erst richtig, wenn man von einem bestimmten auf dem Boden markierten Punkt aus ein Foto macht. Dabei sind einem freundliche Mitarbeiter behilflich.

Nun waren wir schon ein bisschen müde, entschlossen uns aber trotzdem, noch ein weiteres Museum ins Tagesprogramm aufzunehmen, das im City-Pass enthalten ist: das Herakleidon Museum. Beschrieben wird es als “interaktives Museum, das Schnittmengen zwischen Kunst, Wissenschaft und Mathematik untersucht.” Wir sahen hier einiges noch einmal, was wir schon im Kotsanas Museum an technischen Kuriositäten gesehen hatten. Außerdem wurde erklärt, wie Schiffe bei Korinth über Land gezogen wurden, als es den Kanal noch nicht gab, oder wie Wasserkanäle über eine Länge von über einem Kilometer in die Berge gegraben wurden.

Danach hatten wir aber endgültig genug und traten den Rückweg an. Auf dem Weg zur Metro gab es noch ein gutes Eis und an einem Obststand kauften wir ein Pfund Erdbeeren.

Um 18:30 Uhr waren wir wieder an der Berta, zuckerten die Erdbeeren ein, die allerdings viel schöner aussahen als sie dann geschmeckt haben, duschten und aßen unser ganzes restliche Gemüse mit Schafskäse als Salat und ein paar Tortellini, die wir noch im Kühlschrank hatten, mit Käse und Tomatensoße. Zum Nachtisch gab es dann natürlich die Erdbeeren mit griechischem Joghurt. Jetzt waren unser Kühlschrank und die Kühltasche wieder ziemlich leer und bereit, neu aufgefüllt zu werden.



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Dienstag, 15.04.2025 – Kanal von Korinth, Antikes Korinth

Von Athen bis zur Burg Akrokorinth – 97 km

Wetter: meist bedeckt, ab und zu ein paar Sonnenstrahlen oder Regentropfen, 17 bis 22 Grad

Die Nacht war schrecklich! Fast durchgehend hatten wir Lärm von kommenden oder abfahrenden Bussen, die dann noch bis zu einer Stunde im Leerlauf betrieben wurden oder hupend rückwärts einparkten. Udo schaffte es irgendwie, trotzdem zu schlafen, Xenia gelang das nur sehr eingeschränkt. Entsprechend müde und gerädert war sie am Morgen.

Der Vormittag war Versorgungstag für die Berta und für uns. Berta bekam frisches Wasser und eine Kloentleerung, dann starteten wir in Richtung Korinth. Bevor es auf die Autobahn ging, konnten wir noch günstig tanken und durften dort auch das Grauwasser entleeren. Ein paar Meter weiter kam ein Lidl, den wir gleich für den dringend nötigen Einkauf nutzten. Jetzt waren wir bestens versorgt und ausgerüstet für neue Abenteuer!

Wir kauften uns ein Autobahnticket und kamen nach etwas Stau am Rand von Athen zügig voran in Richtung Korinth. Es regnete ein paar Tropfen, aber es hörte auch schnell wieder auf.

Am Kanal von Korinth machten wir Halt und bestaunten wie vor 40 Jahren den tiefen Einschnitt ins Erdreich. Ein Schiff war kam leider nicht vorbei.

Drei Brücken führen über den Kanal: eine alte Eisenbahnbrücke, die Autobahnbrücke eine neue Straßenbrücke, von der aus man im Sommer sogar Bungee-Jumping in den Kanal machen kann.

Weiter ging es zum Anfang des Kanals am Golf von Korinth, wo wir die Berta beim Leuchtturm abstellen konnten. Nach einem Mittagsvesper ging Udo zur Brücke, die für die Durchfahrt von Schiffen in den Kanal abgesenkt werden kann. Xenia blieb in der Berta und machte eineinhalb Stunden Mittagschlaf. Danach fühlte sie sich deutlich besser! Inzwischen waren Schiffe zur Durchfahrt gekommen und Udo konnte seine Bilder machen.

Insbesondere für größere Schiffe wird die Kanaldurchfahrt ganz schön eng!

Direkt neben der heutigen Straße sieht man noch die Strecke, auf der in der Antike die Schiffe auf Balken über den Berg bis zum anderen Meer gezogen wurden.

Nun mussten wir planen, wie wir unsere Reise fortsetzen, und entschieden uns für einen Besuch vom Antiken Korinth und der Burg Akrokorinth. Akrokorinth schließt schon um 15:30 Uhr, aber das Antike Korinth hat bis 19 Uhr geöffnet. So fuhren wir durch Neu-Korinth, sahen vom Auto aus den Hafen und die Skulptur eines geflügelten Pferdes und kamen um 16:30 Uhr auf den Parkplatz vom Antiken Korinth an. Die Überreste der antiken Stadt, in der auch der Apostel Paulus zwei Jahre lang Gemeinde gebaut und gewirkt hat, liegt etwas oberhalb von Korinth und unterhalb des hohen Felsklotzes von Akrokorinth. Wir besichtigten das Museum und die antike Stadtanlage römischer Prägung.

Im Museum werden Funde aus Korinth und Umgebung ausgestellt. Besonders sind hier die vielen Steinfiguren ohne Köpfe. Auf unsere Frage, wo denn die Köpfe geblieben sind, antwortete man uns, dass die Statuen mit Absicht so hergestellt wurden. Statt einem Hals gibt es eine Vertiefung, in die dann – je nach Wunsch und Anlass – verschiedene Köpfe eingesteckt werden konnten. Sehr praktisch, denn man weiß ja nie, wer der nächste wichtige Mann sein wird ... Ein paar Köpfe konnten dann auch noch bewundert werden. In einem anderen Raum sind ein paar Gräber zu sehen. In einem liegt sogar noch ein Skelett. Und natürlich sind auch hier allerhand Alltagsgegenstände ausgestellt, die wieder zusammengepuzzelt wurden.

Auf dem Gelände bestechen vor allem die sieben verbliebenen Säulen des Apollo-Tempels und die römische Agora. Dort befindet sich in der Mitte eine monumentale Rednerbühne, die Bema, von der aus der römische Statthalter sprach und von der aus auch Paulus gepredigt haben soll. Ansonsten gibt es viele Steine, die Häuser und Straßenzüge erahnen lassen.

Das Außengelände und die Statuen mit auswechselbaren Köpfen.

Caesar und ich. Und Xenia an dem Platz, wo sich Paulus vor den Korinthern verteidigen musste.

Um 18 Uhr waren wir wieder an der Berta und entschlossen uns, noch hinauf zur Burg Akrokorinth zu fahren. Dort kamen wir auf einem Parkplatz mit wunderschönem Ausblick auf Korinth und den Golf von Korinth an. Hier verbrachten wir neben einem VW-Camper mit einer vierköpfigen Familie mit Hund aus der französischen Schweiz die Nacht.



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Mittwoch, 16.04.2025 – Burg Akrokorinth, Epidauros

Von Akrokorinth bis kurz vor Vathi auf der Halbinsel Methana – 129 km

Wetter: Sonnig, 17 bis 23 Grad

Am Abend kamen noch ein paar Jugendliche zu unserem Höhenparkplatz, aber ohne laute Musik und nach einer halben Stunde waren sie wieder fort. Danach hatten wir es absolut ruhig und schliefen bis 8:30 Uhr.

Nach dem Frühstück machten wir uns an die Burgbesteigung. Zuvor war schon ein Bus mit einer französischen Schulkasse angekommen, aber die Kids waren schon wieder auf dem Rückweg, als wir um 9:20 Uhr zu unserer Tour starteten.

Wir erkundeten die Burganlage ausgiebig und in aller Ruhe. Es gibt phantastische Ausblicke in alle Richtungen, immer wieder haben wir uns auf einen Stein gesetzt und diese genossen. Es war etwas diesig, aber ansonsten perfektes Wetter: sonnig und ca. 20 Grad.

Ab und zu verließen wir den Hauptweg und gingen auf Trampelpfaden durchs Gelände, teilweise ziemlich unwegsam aber sehr schön. Alles grünte und blühte. Gelbe, rote, weiße, rosa- und lilafarbene Blumen im satten jungen Grün, dazu ein strahlend blauer Himmel und Sonnenschein - perfekt!

Je länger wir unterwegs waren, umso voller wurde das Gelände und als wir uns um 12 Uhr auf den Rückweg zur Berta machten, kamen uns viele Menschen entgegen. Auf dem Parkplatz war jetzt reger Betrieb und die Straße hinunter war schon ein ganzes Stück zugeparkt. Wir hatten schon die schönste Zeit erwischt!

Nicht weit vom Parkplatz entfernt gibt es ein kleines Restaurant, wo wir um 13 Uhr auf der Terrasse, natürlich mit bestem Ausblick, ein sehr gutes und reichhaltiges Mittagessen zu uns genommen haben: zuerst einen griechischen Salat mit Schafskäse und geröstetem, mit Olivenöl übergossenem Brot, dann eine Grillplatte für zwei Personen, die wir nicht ganz schafften. Die freundliche Serviererin brachte uns ein Alugefäß, damit wir die Reste mitnehmen konnten. Mit einem schönen Salat dazu ist das noch einmal eine Mahlzeit für uns.

Erst einen großen Salat und dann eine Grillplatte, war viel zuviel ;-)

Wir studierten die Karte, wo es als nächstes hingehen soll. Xenia hatte ja schon im Vorfeld einiges herausgesucht, das ergänzten wir jetzt noch mit 2 Höhlen zum Selbsterkunden, die uns interessant vorkamen. Doch bevor wir die erste auf der Halbinsel Methana ansteuerten, besuchten wir noch die antike, hellenistische Kultstätte Epidauros.

Um 16 Uhr waren wir dort, jetzt nach dem Hauptandrang der Besucher. Auf dem Weg waren uns einige Busse entgegengekommen. Es war um diese Uhrzeit kein Problem mehr, einen Parkplatz zu bekommen, obwohl die Anlage bis 19 Uhr geöffnet hat.

Besonders bekannt und berühmt ist das Theater von Epidauros mit seiner phantastischen Akustik. Es ist in einen Berg eingebaut und bietet auf seinen steinernen Rängen bis zu 14.000 Zuschauern Platz. Wir kletterten die ganzen Ränge hinauf und konnten von ganz oben tatsächlich immer noch verstehen, was unten in der Mitte gesprochen wurde. Das hatte uns schon 1984 fasziniert und daran konnten wir uns beide noch gut erinnern.

Wie überall gab es ein paar Säulen. Rechts sieht man, wie man heute die Säulen errichten kann (mit Elektrik und Stahlseilen)

Nicht mehr im Gedächtnis hatten wir die dazugehörigen anderen Ausgrabungen. Epidauros war ein Ort zur Heilung und Genesung und dem Gott der Heilung Asklepios geweiht. Neben dem Theater gab es Badehäuser, eine Vielzahl an Tempeln, ein Stadion und ein Gästehaus. Die Reste davon haben wir uns angeschaut und natürlich auch dem kleinen Museum auf dem Gelände einen Besuch abgestattet. Wieder gab es kopflose Statuen zu bewundern.

Um 17:30 Uhr waren wir wieder an der Berta und machten uns eine Tasse Cappuccino. Dann entschlossen wir uns, noch in die Nähe der Peristeri Höhle auf der Halbinsel Methana zu fahren, die wir am nächsten Tag erkunden wollen.

Der Weg dorthin war phantastisch! Bevor man auf Methana kommt, fährt man ein ganzes Stück auf einer sehr schönen Küstenstraße. Links direkt das Meer, rechts steile Felsen. Schon alleine diese Fahrt war den Abstecher wert. Dann gestaltete sich allerdings die Suche nach einem Nachtplatz etwas schwierig. Wir fuhren zuerst an einen sehr schönen Strand, wo wir auch problemlos hätten übernachten können. Aber hier gab es so viele Mücken, dass wir geflohen und weiter in Richtung Höhle gefahren sind. Einen guten Kilometer nach der Höhle entdeckten wir dann querab der Straße einen Platz, wo wir stehen konnten. Leider hatte es auch hier Mücken, aber nicht mehr so viele wie am vorigen Strand. Da es inzwischen 19:30 Uhr war, suchten wir nicht mehr weiter sondern blieben dort stehen und im Auto.

Es gab noch ein kleines Vesper und ein Missgeschick, das böse hätte ausgehen können! Xenia hatte Teewasser aufgestellt und dann die Vespersachen aus dem Kühlschrank geräumt. Dabei ist eine Packung Schinken in den Herd gerutscht und die Verpackung hat Feuer gefangen. Sie konnte den Brand schnell löschen, aber es war schon ein Schreck. Etwas aufwändiger war es, das verbrannte Plastik wieder vom Kochfeld abzubekommen. Aber auch das hat Xenia bewältigt und wir waren sehr froh und dankbar, dass sonst nichts Feuer gefangen hatte! Das Vesper hat dann trotzdem gut geschmeckt.



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Gründonnerstag, 17.04.2025 – Methana rundum, Kurvenfahrt nach Didyma

Von der Peristeri Höhle auf Methana bis Didyma – 97 km

Wetter: sonnig, 19 bis 23 Grad

Wir hatten eine ruhige und erholsame Nacht. Um 8:30 Uhr fuhr allerdings ein Auto hupend an uns vorbei. Das bewog uns dazu, den kleinen Weg, auf dem wir standen, nach dem Frühstück zu verlassen und den guten Kilometer bis zum kleinen braunen Wegzeiger zur Peristeri Höhle zu fahren. Dort hat es eine kleine Bucht, wo ein Auto hineinpasst. Wir hatten ursprünglich vorgehabt, die Berta am Nachtplatz stehen zu lassen und dorthin zu laufen.

Zum Glück war der Platz frei, als wir dort ankamen. Wir hatten uns vorgestellt, dass man eine kleine Wanderung bis zur Höhle machen muss, stellten dann aber fest, dass sie sich nur wenige Meter von der Straße entfernt befindet. Wir mussten nur einen kleinen steinigen Hang hochklettern, dann waren wir schon am Höhleneingang. Wir stiegen hinein und waren auch gleich am kleinen See in der Höhle. Laut Beschreibung müsste man noch tiefer in die Höhle eindringen können, aber das kann eigentlich nur durch den See hindurch sein und ins Wasser steigen wollten wir dann doch nicht. So kehrten wir wieder um. Die ganze Exkursion hat nur eine halbe Stunde gedauert.

Wir entschlossen uns, weiter zum “Volcano” zu fahren. Die kleine Halbinsel hat nämlich einen Vulkan, der zwar noch als aktiv gilt, aber das letzte Mal 270 v. Chr. ausgebrochen ist. Man kann unterhalb des Kraters parken und einen guten halben Kilometer, aber 350 hm über Lavagestein und alte Lavaasche hochkraxeln. Das haben wir gemacht. Wir waren die zweiten auf dem Parkplatz, zusammen mit einer Familie mit 2 kleinen Kindern aus Garmisch.

Wir zogen die Wanderschuhe an und machten uns bei herrlichstem Wetter auf den Weg nach oben. Um die festen Schuhe waren wir froh auf dem steinigen und steilen Weg. Für die Anstrengung wurden wir mit sehr schönen Ausblicken belohnt. Das Ziel selbst war eher enttäuschend. Am Ende war nur ein Felsenloch, beschriftet mit “Volcano”. Dort setzten wir uns auf einen Stein und genossen die Aussicht, bevor wir wieder nach unten gingen.

Um 13 Uhr waren wir zurück an der Berta. Jetzt war das kleine Parkplätzchen voll und drei Autos parkten sogar noch auf der ohnehin schon schmalen Straße. Bevor wir weiterfuhren studierten wir noch die Tafel, die am Parkplatz aufgestellt ist, und sahen darauf, dass es am Nordufer von Methana, direkt am Meer, eine heiße Quelle gibt, für die eine Badewanne gebaut wurde. Das Ganze nennt sich “Pausania Baths” und wir waren uns schnell einig: da wollten wir noch hin!

So fuhren wir auf teilweise sehr schmaler und kurviger Straße quer über die Halbinsel zum Nordufer. Zum Glück kam uns an den ganz engen Passagen kein Auto entgegen, sonst hätten wir ein Problem gehabt.

Um 14:30 Uhr kamen wir an und hatten Glück: es gab kurz vor der Badestelle eine kleine Bucht an der Straße, wo wir die Berta hinstellen konnten. Ein anderes Auto stand schon da, wir passten genau daneben. Schnell die Badesachen gepackt und los! Auf dem Weg kam uns eine kleine Gruppe Schweden entgegen, die bereits gebadet hatten. In der Wanne saß ein israelisches Pärchen, das uns einlud, bei ihnen noch Platz zu nehmen. Sonst war keiner da.

Udo ging zu den beiden in die Wanne. Xenia wagte sich zuerst noch ins Meer, bevor auch sie in den Spa-Bereich wechselte. Nach 20 Minuten waren wir warmgekocht und kühlten uns jetzt beide im Meer ab. Die Israelis verließen den Platz und wir hatten die Wanne eine halbe Stunde für uns, bevor ein weiteres Pärchen ankam. Xenia schloss die Badesession mit einem Meerbad ab, Udo verzichtete darauf.

Eigentlich hatten wir jetzt Hunger, aber da die Berta auf ihrem Parkplatz ziemlich schief stand, fuhren wir weiter auf einer kleinen, kurvigen, aber wunderschönen Küstenstraße bis nach Methana. Es war einfach wunderschön! Die Berta meisterte die Kurven und Steigungen unter Udos gekonntem Fahrstil mit Bravour. In Methana parkten wir am Hafen, machten Kaffee und vesperten.

Anschließend fuhren wir noch zu den Dolinen von Didyma und stellten uns dort auf den Parkplatz neben der kleinen Doline. In sie kann man über einen Treppengang hineingehen und sie auf halber Höhe innen umrunden. Das Tor am Eingang war geöffnet, so gingen wir noch hinein. In den Rundweg sind zwei kleine Kapellen eingebaut und der Abgang sowie die Kapellen waren frisch weiß gestrichen. Unsere Vermutung ist, dass hierher die morgige orthodoxe Karfreitagsprozession gehen wird. Wir hatten auch schon in anderen Orten weiße Häuser und Straßenzüge gesehen. In diesem Jahr fallen das christliche und das orthodoxe Osterfest zusammen und wir sind schon gespannt, wie es sein wird, dieses Fest in Griechenland zu erleben.

Nun war es 18:30 Uhr geworden. Wir duschten uns das Salz vom Leib (auch das heiße Quellwasser war sehr salzig gewesen) und aßen die Fleischreste vom Mittagsmahl auf Akrokorinth. Mit einem schönen Salat und einem Tiramisu zum Nachtisch hatten wir eine gute komplette Mahlzeit.

Begleitet wurde unser Essen von liturgischen Gesängen aus dem nicht weit entfernten Didyma. Die Osterfeierlichkeiten beginnen! Mal sehen, wie lange der Gesang andauert. Vielleicht sogar die ganze Nacht? Wir werden es sehen bzw. hören ... auf jeden Fall angenehmer als startende Busse!



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Karfreitag, 18.04.2025 – Doline bei Didyma, Höhle von Franchthi mit Strand, Fahrt zum XeniBeach Campingplatz

Von Didyma bis Tolo – 71 km

Wetter: sonnig, 20 bis 25 Grad

Um 23 Uhr wurde der Gesang unterbrochen bis 9 Uhr am Morgen. Er hat uns aber nicht weiter gestört. Wir verbrachten eine ruhige Nacht bis auf ein paar Kläffer am Morgen von den Hunden eines Nachbars.

Die kleine Doline hatten wir ja schon besichtigt, daher machten wir nach dem Frühstück eine kleine Wanderung zur der zweiten, etwas größeren Doline. Zu ihr kann man hingehen, allerdings nicht hinein und auch nicht darum herum.

Wir setzten uns am Rand auf einen Stein und machten Karfreitagsmeditation. So viel Leben im Krater! Vögel nisteten in den Felsen, flogen umher und zeigten uns ihre Akrobatik. Verschiedenste Insekten summten und brummten um uns herum und Xenia erinnerte sich an den Tagebucheintrag, dass Udo bei unserer ersten Reise hier mit einem Wespenstich geplagt war. In Didyma sang ein Priester und dieser Gesang hallte tatsächlich leise in der Doline wider. Dazu die bunte Blumenkulisse – das Ganze hatte schon etwas!

Nach einiger Zeit gingen wir zurück zur Berta und fuhren eine halbe Stunde zum nächsten Ziel, der Höhle von Franchthi. Wir hatten sie auf der Karte gefunden mit dem Vermerk, dass man einfach reingehen und sich dort mithilfe von ein paar Infotafeln informieren kann. Sehr nützlich war auch der Vermerk, dass einen google an die falsche Stelle führt. So waren wir achtsam auf dem Weg und Xenia entdeckte tatsächlich einen kleinen Wegweiser zur Höhle. Im folgten wir und kamen zu einem wunderschönen großen Strand, auf dem schon zwei Wohnmobile standen. Es hätten locker noch 10 dazu gepasst und so konnten wir uns ein schönes Plätzle in der ersten Reihe aussuchen.

Doch bevor wir den Strand genossen, zogen wir die Wanderschuhe an und machten uns auf den Weg zur Höhle. Es war ein kurzer, etwas steiniger aber ansonsten problemloser Marsch. Die Höhle war jetzt nicht das Highlight, aber ganz interessant und vor allem der Strand und das Wasser waren toll.

Die Höhle ist frei zugänglich. Die Absperrungen stammen wohl aus der Zeit, als hier Ausgrabungen stattfanden. Gefunden wurden auch menschliche Skelette, die ca. 50.000 Jahre alt sind.

Wege führen durch die vorne und hinten offene Höhle.

Rechts ist der Schafstall, der bis zu Beginn der Ausgrabungen von einer Familie genutzt wurde.

Um 13:30 Uhr packte Udo Tisch und Stühle aus, Xenia kochte ein kleines Mittagessen und das ließen wir uns unter der ausgefahrener Markise gut schmecken. Wir stellten fest, dass wir beide etwas Müßiggang gut gebrauchen konnten. So blieben wir noch, erfreuten uns am blauen Himmel und blauen Meer, schliefen, lasen und machten Kaffee. Zum Abschluss der Strandsession gingen wir noch ins Meer – einfach weil wir es konnten und weil es dazugehört. Es war aber auch sehr schön! Und die warme Dusche im Anschluss machte das Vergnügen perfekt. Wir hatten das Wasser schon aufgeheizt in der Zeit, wo wir im Meer waren.

Erfrischt, ausgeruht und sauber machten wir uns um 18:15 Uhr auf zur letzten Etappe. Unser Ziel war “unser” XeniBeach Campingplatz von vor 40 Jahren. Tatsächlich, den Platz gab es noch, sogar noch mit derselben Telefonnummer. Es ging aber niemand ran. So fuhren wir einfach auf gut Glück hin. Die Fahrt ging mal wieder über die Berge.

5 Pässe, unzählige Kurven und 90 Minuten später waren wir am Ziel. Wir erkannten den Eingang sofort wieder, wurden sehr freundlich empfangen und bekamen ohne Probleme einen großen Platz. Eine Frau wies uns ein, die bei unserem ersten Besuch 6 Jahre alt war und uns sagte, dass der Manager damals Udo geheißen hätte. Sie sprach sehr gut deutsch, das hat ihr wohl Udo beigebracht. Wir hatten damals verstanden, dass der Hund “Udo” geheißen hat, aber das war wohl ein Irrtum.

Schnell ein kleines Vesper, dann machten wir uns auf und gingen zu Fuß nach Tolo. Dort sollte eine Karfreitagsprozession stattfinden. Es gibt leider keinen Fußweg und so mussten wir eine knappe halbe Stunde entlang der Fahrstraße gehen. In Tolo suchten wir zuerst die Kirche und fragten, wo denn die Prozession entlang ginge. Am Ende kamen wir auf der Hauptstraße beim Hafen an, wo sich bereits viele Menschen versammelt hatten. Um 21:40 Uhr war es dann so weit: die Prozession kam, voran ein paar Ministranten mit Kreuzen, dann der der Priester, das “Heilige Grabtuch” und eine Männer- und eine Frauengesangsgruppe. Viele der Menschen schlossen sich der Prozession an. Wir machten das nicht, sondern kauften noch ein Eis und machten uns dann auf den Rückweg.

Zum Abschluss der Prozession gab es noch ein Feuerwerk im Hafen (in der Marina). Auf unserem Heimweg kamen wir an der Eva-Pizzeria vorbei, gleich neben dem Xeni-Beach.

Wie gut, jetzt ein ruhiges Plätzchen zum Schlafen zu haben.



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Samstag, 19.04.2025 – Waschtag, kleine Radtour

Berta auf dem XeniBeach Campingplatz. Radtour 21 km

Komoot-Tour

Wetter: sonnig, 20 bis 24 Grad

Wieder begrüßte uns die Sonne am Morgen am strahlend blauen Himmel. Xenia nutzte das schöne Wetter und die Waschmaschine des Campingplatzes am Vormittag zum Wäschewaschen. Die erste Maschine war kurz nach dem Frühstück fertig und ein großer Teil dieser Wäsche war trocken, bis die zweite Maschine fertig war. Bis wir am Nachmittag zu einer kleinen Raderkundungstour starteten, war auch diese Wäsche getrocknet, zusammengelegt und wieder in der Berta.

Ansonsten nutzten wir den Vormittag und frühen Nachmittag fürs Tagebuch, das Zusammenstellen einer Radtour vor Ort und weiteren Reiseplanungen. Zu Mittag gab es nur ein kleines Vesper mit den Resten, die die Brottüte und der Kühlschrank noch hergaben.

Um 15:30 Uhr starteten wir zu einer kleineren Radrunde von 21 km, die es aber teilweise ganz schön in sich hatte. Xenia hatte möglichst Wege abseits der großen Autostraße ausgesucht, die zum Teil sehr schön, dann aber auch ziemlich unwegsam bis zu nicht fahrbar waren. An einer Stelle hörte der Weg schlichtweg auf und wir mussten umkehren und uns anderweitig durchschlagen. Das war schon abenteuerlich.

Unterwegs fanden wir ein Schild, das wohl vor 40 Jahren auch schon da war?

Abseits der großen Straße sind wir zuerst an einem schönen Küsten- und Strandabschnitt entlang geradelt, dann an der Südseite einer Bucht, die wir auf einer ziemlich verwegenen Brücke überquerten, um am anderen Ufer wieder zurückzufahren.

Jetzt führte der Weg durch Mandarinen- und Orangenplantagen. Die Bäume haben stark duftend geblüht und gleichzeitig auch Früchte getragen. Die Orangen waren noch ganz sauer, aber die wenigen Mandarinen, die noch an den Bäumen hingen, waren zuckersüß und sehr saftig, allerdings mit sehr vielen Kernen.

Es folgte ein moderater Bergabschnitt, der uns mit ein paar sehr schönen Ausblicken ins Land und zum Meer beschenkte. Hier mussten wir an einer Stelle umkehren, da die Straße endete und nur noch ein steiniger Pfad steil den Berg hinauf führte. Das war für uns nicht fahr- oder schiebbar. Es blieb nichts anderes übrig, als ein Stück zurückzufahren und uns dann auf einem teilweise unwegsamen und kleinen Weg durch die Obstplantagen bis an die Hauptstraße durchzuschlagen.

Dieser folgten wir bis Tolo, wo wir ein Eiscafé aufsuchten und uns mit einem schönen Eisbecher und einem Cappuccino belohnten.

Nicht weit entfernt war eine Bäckerei, wo wir uns mit einem frischen Brot und ein paar griechischen Brotkringeln mit Sesam, Körnern und Käse versorgten.

Jetzt benötigten wir noch ein paar weitere Lebensmittel. Wir hatten extra Satteltaschen zum Einkaufen mitgenommen und machten uns auf die Suche nach einem Supermarkt, um Salat, Obst, Schinken, Käse und etwas zum Grillen zu besorgen. Das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Fleisch haben wir überhaupt keines bekommen, so dass Xenia ersatzweise ein paar Würste kauften musste.

Wieder auf dem Campingplatz baute Udo den kleinen Gasgrill auf und grillte die Würstchen. Xenia machte einen griechischen Salat mit Schafskäse. Dazu gab es das frische Brot vom Bäcker. Es hat uns gut geschmeckt!

Langsam wurde es kühl und dunkel. So räumten wir zusammen und zogen uns in die Berta zurück.



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Ostersonntag, 20.04.2025 – Mitternachtsfeier in Drepano, Nafplio, Abendessen in Mykene

Vom Camping XeniBeach bis Mykene - 34 km

Wetter: sonnig, bis 25 Grad

Um 23:15 regte es sich vorne auf dem Campingplatz. Einige Erwachsene und Kinder kamen aus den Bungalows und verließen den Platz. Xenia fragte nach und bekam zur Antwort, dass sie nach Drepano gehen, um dort den Ostergottesdienst mit anschließendem Feuerwerk zu besuchen. Letzteres fände genau um Mitternacht statt. Man müsse nur immer geradeaus fahren, dann käme man zur Kirche. Die Wegangabe stellte sich später als nicht ganz so einfach heraus, aber wir fanden die Kirche und den Kirchplatz von Drepano.

Um 23:45 Uhr starteten wir mit den Fahrrädern und kamen kurz vor Mitternacht dort an. Wir hatten die Räder gerade abgestellt und abgeschlossen, da ging das Feuerwerk, begleitet von Kirchenglocken, los. Es endete mit einer Reihe von extrem lauten Böllern. Dann wurde noch die Osterliturgie, die immer noch in der Kirche zelebriert wurde, über Lautsprecher am Kirchturm übertragen. Viele Menschen waren auf dem Platz, die meisten mit brennenden Kerzen in den Händen. Manche gingen in die Kirche, andere kamen heraus. In der Kirche begrüßten sich die Leute und redeten zum Teil auch länger miteinander, während parallel ein Priester Gottesdienst hielt. Wir haben einen Blick in die Kirche geworfen, gingen dann aber wieder und schlossen uns den Leuten an, die seit Ende des Feuerwerks Zug um Zug den Platz verließen. Einige kehrten noch in die umliegenden Wirtschaften ein, wo österlich gedeckt war.

Um 0:45 Uhr waren wir wieder an der Berta und legten uns schlafen.

Am Morgen war alles wie sonst, auf dem Campingplatz war keine österliche Veränderung zu bemerken. Lediglich Gina, die nette Managerin, war nicht da. Wir beschlossen, nach Nafplio weiterzufahren und benötigten Zeit bis 11:30 Uhr, bis alles wieder auf- und eingeräumt war und die Berta einen umfassenden Camperservice erhalten hatte. Beim Ablassen des Grauwassers haben wir uns noch eine Beule in den Alkoven gefahren, weil weder Udo noch die Einweiser bemerkten, dass ein Baum die Berta mit einem zur Faust geballten Ast bedrohte. Zum Abschluss hat Udo ein paar Aufnahmen von unserem Xeni-Beach gemacht, der inzwischen mehr zu einem Platz für Dauercamper oder Wohnwagenmieter geworden ist. Wir werden wohl nicht mehr wiederkommen.

Bis Nafplio waren es nur wenige Kilometer und so kamen wir noch vor 12 Uhr auf dem ausgesuchten Parkplatz unterhalb der Burg und neben dem Strand an. Die Anfahrt war auf dem letzten Stück etwas schwierig, da der Weg den Berg hinauf so schmal war, dass kaum zwei normale Autos aneinander vorbei passten.

Dafür fanden wir oben einen schönen Schattenparkplatz. Das Thermometer zeigte 25 Grad, aber es wehte eine frische Brise, sodass es einem nicht so warm vorkam. Bevor wir zu einem Küstenspaziergang starteten, machten wir ein kleines Vesper.

Dann ging es los, einen schönen, geschotterten Weg etwas mehr als drei Kilometer entlang der Küste, vorbei an mehreren kleinen Stränden, im Sonnenschein und mit Meerblick. Wir waren nicht die Einzigen, die hier unterwegs waren, aber der Ansturm hielt sich noch in Grenzen. Der Weg endete an einem großen Strand. Dort kehrten wir um und gingen die drei Kilometer wieder zurück. Wir ließen uns Zeit, machten es ganz gemütlich, erfreuten uns am herrlichen Wetter und an den schönen An- und Ausblicken. An einem Felsen waren auch Kletterer zu Gange. Auf dem Hinweg hatten wir zwei Mädels bemerkt, die sich startklar machten. Auf dem Rückweg sahen wir einen Kletterer im Felsen.

Um 15 Uhr waren wir wieder an der Berta. Auch wenn der Weg nicht schwer gewesen war, waren wir trotzdem müde und machten eine Stunde Mittagschlaf. Da hat ein Wohnmobil schon seine Vorzüge!

Um 16 Uhr starteten wir noch einmal, gingen am Strand in die andere Richtung, umrundeten den Vorsprung, kamen zum Hafen und machten noch einen Abstecher durch die Innenstadt. Die engen Straßen sind sehr gepflegt, Nafplion hat uns sehr gut gefallen - insbesondere auch, dass es hier mehrere sehr gute Eisdielen gibt. Zwei davon haben wir ausprobiert und es nicht bereut.

Es war 18 Uhr, als wir wieder am Parkplatz waren. Wir beschlossen, noch eine halbe Stunde bis Mykene weiterzufahren. Wir haben in der Karte gesehen, dass es in dem Städtchen mindestens eine schöne Taverne und nicht weit davon entfernt einen großen Parkplatz bei einem Basketballfeld gibt. Diesen steuerten wir an und da es zum Abendessen noch etwas früh und unsere Mägen noch voller Eis waren, blieben wir etwas auf dem Parkplatz, bevor wir uns auf den Weg zum Abendessen machten und zuvor noch zwei E-Tickets für die archäologischen Sehenswürdigkeiten in Mykene kauften.

Mykene war am Ostersonntagabend ein sehr verschlafenes Nest und wir waren froh, als wir eine kleine Taverne fanden, die geöffnet hatte. Es gab eine Portion Tzatziki zur Vorspeise, die wir noch draußen verzehrten. Dann wurde es uns aber doch zu frisch. Wir wechselten in die Gaststube und aßen dort zwei Hähnchen- und einen Schweinefleischspieß mit frittierten Kartoffelscheiben und darübergestreutem Käse. Für insgesamt 22 Euro inklusive zweier Büchsen Cola war es echt okay. Nichts Besonderes, aber frisch zubereitet.

Wir stellten die Berta an eine etwas ebenere Stelle auf dem großen Platz und übernachteten hier, mit vollen Bäuchen und drei Autominuten von den Ausgrabungen entfernt. Udo gönnte sich eine Dusche, während irgendwo in Mykene ein kleines Feuerwerk losging.



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Ostermontag, 21.04.2025 – Mykene, Leonidio

Von Mykene bis Leonidio - 100 km

Wetter: sonnig, teilweise mit ein paar Wolken - 22 bis 25 Grad

Bis auf das in Griechenland fast überall übliche Gebell von wilden Hunden hatten wir einen ruhigen Platz und eine gute Nacht.

Am Morgen ging es als erstes nach Mykene. Wie gut, dass wir nur fünf Minuten zu fahren hatten und noch vor dem großen Ansturm dort ankamen. Die Straße führte zuerst am “Schatzhaus des Artreus” vorbei. Es standen schon zwei Reisebusse auf dem Parkplatz, zu denen wir uns gesellten. Wir hatten die Karten eigentlich für den Timeslot 10 bis 11 Uhr gekauft, daher fragte Xenia, ob wir um 9:15 Uhr auch schon kommen dürfen. Das ging in Ordnung und wir hatten Glück: beide Reisegruppen verließen das Gelände und wir mussten das Schatzhaus nur mit einem anderen Paar und einer jungen Familie teilen.

Hier hat sich in den letzten 40 Jahren nicht viel verändert. Lediglich der kleine Grabraum, für den wir damals eine Taschenlampe brauchten, darf heute nicht mehr betreten werden. Im Innern war ein großes Gesumme. Viele schwarze Bienen flogen umher – Mistviecher, wie Mutti sagen würde. Aber sie sind völlig harmlos.

Der Eingang von innen - Blick zur Decke - Eingang zur kleineren, eigentlichen Grabkammer

Weiter ging es ein paar hundert Meter den Berg hinauf zur Akropolis von Mykene, dem Ausgrabungsgebiet mit dem Palast von Mykene und dem Museum, das es vor 40 Jahren noch nicht gab. Auf dem Parkplatz war schon alles voll, aber oben an der Straße konnten wir die Berta problemlos parken. Hier standen um 9:45 Uhr nur ein paar wenige Fahrzeuge.

Das Gelände hat sich schon verändert seit unserer ersten Reise. Damals konnten wir uns frei bewegen, mussten aber über unwegsame Steine und Wege den Berg hinauf steigen. Heute sind die Wege betoniert und genau festgelegt. Es geht sich deutlich leichter, aber man kann sich nicht mehr frei übers Gelände bewegen. So, wie wir es schon in Delphi oder in Athen auf der Akropolis erlebt hatten.

Der erste Ort, den wir besuchten, war die zu dieser Uhrzeit noch sehr saubere Toilette. Anschließend gingen wir ins Museum, um dieses noch nicht so voll erleben zu können. Wir bewunderten einmal wieder das Werk verschiedener Puzzle-Künstler, die aus den unterschiedlichsten Scherben kunstvolle Vasen und Krüge zusammengesetzt haben. Die Steinketten haben Xenia besonders gut gefallen. Auch verschiedene Figuren und natürlich die Goldmaske des Agamemnon konnten wir auch bewundern. Letztere wurde im Jahre 1876 von dem deutschen Archäologen Heinrich Schliemann bei Ausgrabungen in Mykene entdeckt.

Beim Löwengrab waren wir noch allein, aber das änderte sich schnell, als wir den Berg hinauf und durchs Löwentor gingen. Hier staute sich der Besucherstrom, da jeder ein Photo von sich im Löwentor haben wollte. Hinauf ging es dann zu den Resten vom Palast und verschiedenen Häusern. Am schönsten ist aber auch hier der Blick, den man von oben in die Landschaft hat.

Um 11 Uhr machten wir uns auf den Rückweg zum Ausgang und trauten unseren Augen nicht: Jetzt war die ganze Straße zugeparkt und an der Kasse stand eine lange Schlange von Menschen. Es war Zeit zu fliehen – wie 1984.

Unser nächstes Ziel war Leonidio, ein Wander- und Kletterparadies, wie es im Führer hieß. Das Felsmassiv ums Delta des nicht mehr vorhandenen Flusses Dafne ist hoch und schroff. Es erinnert streckenweise an den Gran Canyon und endet im Meer.

Wir sollten eigentlich wieder einkaufen, aber am Ostermontag sind die großen Supermärkte alle geschlossen. Lediglich ein paar kleine Läden hatten geöffnet, und an so einem hielten wir an. Xenia kaufte leckeres Obst und Gemüse, einen Liter sehr teure Milch und einen Liter teures Cola. Nebenan war eine Bäckerei, wo wir uns mit etwas Gebäck und einem Sesambrot eindeckten. Wir fuhren noch ein Stück weiter und hielten an einer kleinen Ausbuchtung mit Meerblick. Dort machten wir Mittagspause, aßen von den Bäckereinkäufen und Udo machte einen kleinen Mittagschlaf.

Weiter ging es die Küste entlang. Dass das kurvig werden würde, war mit Blick auf die Karte vorhersehbar. Aber man musste schon genau hinschauen um zu erkenne, dass es dabei auch noch ständig rauf und runter ging. Da werden 60 km lang! Doch die Ausblicke waren immer wieder sehr schön!

Um 15 Uhr kamen wir auf einem Parkplatz bei Leonidion an, der in direkter Nachbarschaft zum Campingplatz Semeli liegt. Erstaunlich, aber hier darf man frei parken. Wir hatten alles, was wir brauchten, daher fuhren wir auf diesen Platz. Außerdem muss der Campingplatz übers Osterwochenende ausgebucht gewesen sein, zumindest berichteten das andere Camper auf Park4Night im Internet.

Wir beschlossen, noch eine Radtour einen Berg hinauf zu einem der Felsenklöster zu machen, die es hier gibt. Die Tour zum Kloster Moni Agiou Nikolaou Sintzas wird im Reiseführer als ”lohnenswerte Wanderung auf einer kleinen betonierten Straße” beschrieben. Das muss doch auch mit den Rädern zu machen sein! So dachten wir und radelten los. Es sind hin und zurück nur 22 km, aber 500 hm. Das Sträßlein ist sehr uneben und grob betoniert und geht durch zwei Gatter hindurch.

Zuerst ist das Tal noch weit, doch dann wird es immer enger und steiler in Serpentinen den Berg hinauf (550 hm). Auf dem Weg nach oben waren wir allein, lediglich ein Moped kam vorbei und brachte wohl etwas zu essen zum Kloster. Wir hielten ein paarmal an und genossen die grandiose Aussicht. Gut, dass wir Wasser und etwas Süßes dabei hatten, das konnten wir gut gebrauchen!

Oben erwartete uns schon die eine Nonne, die noch im Kloster wohnt. Sie schenkte uns zwei Orangen, irgendetwas klebrig Süßes in Puderzucker und zeigte uns das Kloster und die kleine Kapelle.

Zur Komoot-Tour

Der Weg den Berg hinunter war auf der schlechten Straße nicht weniger anspruchsvoll als der hinauf. Die Bremsen waren sehr gefordert, aber taten ihren Dienst – wenn auch leicht stinkend trotz mehrerer kurzer Pausen.

Um 18 Uhr waren wir wieder an der Berta. Es gab eine schöne heiße Dusche, Udo räumte die Räder ein und Xenia kochte ein leckeres Abendessen: Bratkartoffeln mit griechischen Würsten und einem griechischen Bauernsalat. Es hat uns sehr gut geschmeckt!



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Dienstag, 22.04.2025 – Steile Kurvenfahrten über die Berge, Kastania Höhle

Von Leonidio bis Monemvasia – 183 km

Wetter: bewölkt mit etwas Regen, abends wieder sonnig. 17 bis 20 Grad, 10 Grad oben auf den Bergen

Am Morgen bemerkten wir, dass neben uns die französisch sprechende Familie aus der Schweiz die Nacht verbracht hatte, neben der wir schon auf Akrokorinth standen. Wie sie uns nach dem Frühstück erzählten, sind sie schon seit zwei Tagen hier und tagsüber beim Klettern. Auch die Jungs machen schon mit, denn es gibt Kletterfelsen in allen Schwierigkeitsgraden.

Heute hatte uns die Sonne leider verlassen. Der Himmel war bewölkt und es dauerte nicht lange, da fing es leicht zu regnen an. Zuvor konnten wir noch eine kleine Erkundungstour an den Strand und über den Campingplatz Semeli machen. Der Campingplatz war tatsächlich fast komplett belegt. Wir konnten nur zwei freie Buchten erkennen, sonst stand Wohnmobil an Wohnmobil.

Wir entschlossen uns, auf eine Fahrt zum Kloster Elona zu verzichten und den wettermäßig nicht so guten Tag für eine Fahrt durch die Berge zur Kastania Höhle zu nutzen. Die Höhle liegt ganz im Süden des Peloponnes-Fingers, auf dem wir uns gerade befanden. Als wir losfuhren ahnten wir noch nicht, welch abenteuerliche Fahrt da auf uns wartete!

Wir kurvten auf kleinen, engen und teilweise sehr steilen Straßen hinauf und hinunter durch die Berge. Die Serpentinen hatten wir wohl auf der Karte gesehen, aber wie schmal die Straßen teilweise waren, hatten wir uns so nicht vorgestellt. Wir lernten auf der Tour, dass man Google-Maps nicht immer vertrauen kann, sondern überprüfen sollte, ob es nicht eine bessere und vor allem größere Straße als die vorgeschlagene gibt. Man muss ja nicht jede Abkürzung fahren ... So war die Fahrt manchmal schweißtreibend, trotz der kühlen Temperaturen (auf den Bergen teilweise nur noch 10 Grad). Dafür wurden wir immer wieder mit gigantisch schönen Ausblicken auf die Berglandschaft, die Hochebenen, die Täler und das Meer belohnt.

Die Berta meisterte die Strecke zusammen mit Udo anstandslos, ohne zu meckern oder zu zucken. Nur Zeit und Sprit brauchten wir, und da hatten wir zeitweise ein bisschen Bammel, weil wir in Leonidio nicht mehr getankt hatten und es in den Bergen keine Tankstellen gab.

Eine kurze Mittagsrast machten wir in einer Parkbucht. Ansonsten fuhren wir (abgesehen von einer kurzen Tankunterbrechung in der ersten größeren Stadt) bis zur Kastania Höhle durch und kamen dort um 15:15 Uhr an – gerade rechtzeitig zur letzten Führung um 15:30 Uhr, die aber etwas später startete.

Wieder staunten wir über die Größe und Schönheit der Natur. Auch diese Höhle faszinierte uns mit ihren unzähligen Tropfsteinen in verschiedenen Größen und Farben.

In unserer Besuchergruppe war eine ehemalige griechische Opernsängerin, die einen österreichischen Musiker geheiratet hatte. Sie sprach fließend Griechisch, Deutsch und Englisch und übersetzte immer wieder die Erklärungen des Führers. Dies tat sie aber auch dann, wenn es eigentlich keiner hören wollte. Uns hat sie etwas genervt, da der Führer seine Führung zweisprachig auf Griechisch und Englisch hielt und man ihn sehr gut verstand.

Nach dem Höhlenbesuch tranken wir einen Frappé im Höhlengasthaus. Es war jetzt 17:30 Uhr und wir beschlossen, heute noch eine Fahrt quer über den Peloppones-Finger durch die Berge nach Monemvasia zu riskieren. Diesmal waren wir vorgewarnt und es wurde tatsächlich wieder ziemlich abenteuerlich. Dafür klarte der Himmel auf und die Sonne kam zum Vorschein.

Um 19:15 Uhr kamen wir am Hafen von Monemvasia an und fanden an der Straße einen Parkplatz. Die Stadt selbst liegt auf einer kleinen Landzunge, von hier eine gute halbe Stunde zu Fuß entfernt. Das Wetter sollte schön bleiben und so hofften wir, am nächsten Tag eine schöne Wanderung in die Stadt und auf den Felsen, an dessen Fuß sie liegt, machen zu können. Für heute hatten wir genug erlebt. Zum Tagesabschluss gab es noch ein paar Spaghetti mit Pesto und sehr leckeren Gurken und Tomaten.



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Mittwoch, 23.04.2025 - Monemvasia, Taverne am Trinisa Strand

Von Monemvasia bis zum Trinisa Strand – 55 km

Wetter: sonnig, nachmittags mit leichter Bewölkung – 21 bis 26 Grad

Wir haben gut geschlafen, trotz der Straße vor uns und dem rauschenden Meer hinter uns.

Am Vormittag unternahm Udo einiges, um wieder ein Berta-Internet zum Laufen zu bringen. Das war nämlich in den letzten Tagen konstant ausgefallen. Mittels eines alten Handys hat es dann wieder funktioniert.

Um 10 Uhr verließen wir die Berta und gingen zu Fuß über den Hafen und die Monemvasia-Brücke auf die Halbinsel. Schon aus der Ferne hatten wir die vielen Autos gesehen, die auf dem Parkplatz vor der Brücke und entlang der Straße zum alten Monemvasia parkten. Da würden wir wohl heute nicht die einzigen Besucher sein!

Zuerst gingen wir nicht in die Stadt, sondern wir umrundeten die Insel auf der Nordseite auf einem kleinen Küstenpfad. Hier waren wir ganz allein und genossen die Sonne, die Blütenvielfalt, den Blick aufs Meer und den kleinen Wanderpfad über Stock und Stein. Dieser endete an der Spitze beim Leuchtturm von Monemvasia, wo außer einem Einheimischen, der offensichtlich hier zu tun hatte, immer noch kein Mensch war.

Das änderte sich aber, als wir uns der Stadt näherten und diese durch ein Stadttor betraten. Jetzt waren wir wieder in der Zivilisation, zusammen mit vielen anderen Menschen, die auf der kleinen Hauptstraße unterwegs waren.

Auf der Suche nach einem WC gingen wir einmal quer durch die Stadt. Unsere Erkenntnis war, dass auch diese alte Stadt dem Tourismus zum Opfer gefallen war. Es gab denselben Schund und dasselbe Essen wie überall. Vorbei die Zeit, wo man in Restaurants noch typisch griechische Kost bekam, die man sich manchmal sogar aus Vitrinen am Eingang auswählen und selbst zusammenstellen konnte. Die Eigenarten der Nationen und der Regionen verschwinden mehr und mehr - echt schade!

Am anderen Ende der Stadt angekommen entschieden wir uns, in einem kleinen Restaurant einzukehren. Wir hatten Glück! Ein Tisch ganz vorne im Außenbereich mit Meerblick war gerade frei geworden, und wir durften uns dort hinsetzen. Udo bestellte sich ein Brot mit Salat und Lachs, Xenia Pancakes mit Speck, Walnuss-Sirup und Rührei. Dazu Udo ein Milchshake und Xenia einen Cappuccino. Auch wenn wir lieber etwas Griechisches gegessen hätten, hat es uns nach der Küstenwanderung sehr gut geschmeckt!

Anschließend kam der schweißtreibende Part des Tages: In der Mittagssonne stiegen wir 280 hm hinauf in die Oberstadt und zu der alten Burgruine. Die Temperaturen waren mit 23 Grad eigentlich sehr angenehm, trotzdem wurde es uns gut warm durch den steilen Aufstieg. Oben erkundeten wir das Gelände und die Burgreste, bevor wir uns wieder auf den Weg hinunter in die Unterstadt machten.

Noch einmal ging es quer durchs Städtchen und dann die Fahrstraße über die Brücke zurück zur Berta. Um 14:45 Uhr kamen wir dort an. Da wir doch sehr verschwitzt waren, entschlossen wir uns zu einer kalten Dusche. Das kostete uns kurz eine Überwindung, hat uns dann aber sehr gut getan.

Erfrischt fuhren wir noch ein Stück weiter bis zum Strand von Trinisa. Unterwegs machten wir an einem Lidl Halt. Xenia kaufte ein - die Getränke, Milch und Joghurt waren komplett aufgebraucht. Udo machte währenddessen ein Schläfle.

Unser heutiges Übernachtungsziel war ein Platz bei einer kleinen Taverne am Strand von Trinisa, wo man einen freien Meerblick hat und über Nacht stehen darf. Als wir um 17:30 Uhr dort ankamen, war bereits ein deutsches Paar aus Minden da. Zu denen gesellten wir uns. Eigentlich hatten wir hier mit mehr Campern gerechnet.

Wir zuckerten die frisch gekauften Erdbeeren ein, danach machten wir eine kurze Strandinspektion und ließen unsere Füße vom Meerwasser umspülen.

Anschließend gingen wir in die kleine Taverne zum Abendessen. Die Wirtin war allein und freute sich über den Besuch. Das Paar aus Minden und drei anderen Deutsche waren ebenfalls da. Das Essen war gut bürgerlich griechisch, so wie es sich Udo gewünscht hatte. Nach einem griechischen Salat mit einem großen Stück Schafskäse und vielen Oliven, aßen wir Schweine- bzw. Hähnchensteak mit Tzatziki, Pommes, einer mit einer Käsecreme gefüllten halben Tomate und einer kleinen Portion Salat. Es war ein gutes Essen an einem inzwischen wieder recht frischen Sommerabend am Strand.

Zum Tagesabschluss gab es in der Berta die eingezuckerten Erdbeeren mit Sahne und ein Telefonat mit Marina.



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Donnerstag, 24.04.2025 – Dimitrios Schiffswrack am Valtaki Beach, Gythion Mani Bikes, Höhle Vlychada Diros Mani, Dino-Eier-Strand, Fahrt nach Mystras

Vom Trinisa Strand bis Mystras, 127 km

Wetter: Gewitter, sonnig und wolkig, 17 bis 21 Grad

Der heutige Tag war ein ziemliches Durcheinander von Höhen und Tiefen. Er startete mit einem Gewitter, das sich beim Frühstück mit Blitz und Donner ankündigte und dann über uns hinweg zog. So ließen wir uns Zeit und telefonierten mit Eva, bis der Regen aufgehört hatte.

Vor der Weiterfahrt erkundete Udo noch die Umgebung. Am Strand befinden sich viele verwilderte, aber stets ordentlich eingezäunte Sommerhäuschen. Zum Teil sind es ziemlich eigenwillige Konstruktionen, manche sogar zweistöckig! Im Sommer ist hier sicher einiges los.

Neben unserem Stellplatz befand sich die Ruine einer Surfschule - ob diese wohl im Sommer wieder aktiv ist?

Die Taverne ist wohl zu einer Art Dorfkneipe geworden. Den ganzen Morgen kamen unterschiedliche Cliquen von Stammgästen. Ob hier wohl in Schwarzarbeit Stück für Stück erweitert und dazugebaut wurde?

Vor der Weiterfahrt füllten wir noch Wasser auf und leerten unser Klo.

Um 11 Uhr verließen wir schließlich unseren Übernachtungsplatz und fuhren zum Strand um die Ecke, dem im Reiseführer angepriesenen langen Sandstrand Valtaki Beach, an dem 1981 das Küstenmotorschiff “Dimitrios” strandete und seither hier als Wrack und Fotomotiv liegt.

Der Strandparkplatz war durch den Platzregen ziemlich versifft. Wir parkten trotzdem dort, zogen kurze Hosen und die Badeschuhe an und machten uns auf den Weg zum Meeresstrand und dem Wrack. Es ist tatsächlich ein besonderer Anblick und unsere genialen Schuhe ermöglichten es uns, problemlos am Strand und im seichten Wasser zu laufen. Udo kletterte sogar ins Wrack hinein und machte dort ein paar Fotos. Das Schild, das dieses Unterfangen wegen “großer Verletzungsgefahr” verbot, sahen wir erst, als Udo wieder zurück war. Es war schon eine Familie beim Wrack, als wir dort ankamen, aber als wir auf dem Weg zurück zum Parkplatz waren, begegneten uns Scharen von Menschen. Da hatten wir es gerade einmal wieder vor dem großen Ansturm geschafft.

Weiter ging unsere Fahrt nach Gythion, einem kleinen Hafenstädtchen. Google maps hatte uns verraten, dass es dort ein kleines Fahrradgeschäft “Mani Bikes” mit besten Bewertungen von Kunden gibt, die kleine Radreparaturen benötigt hatten. Mani war tatsächlich ein sehr netter, herzlicher und hilfsbereiter Mann. Wir suchten ihn hauptsächlich wegen Udos Sattel auf, der immer nach hinten wegkippte. Alles Festdrehen half nichts mehr und Udo konnte so nicht mehr weiterfahren. So nahm er den Sattel mit Sattelstütze kurzerhand zu Mani mit. Dieser war zusammen mit seinem Sohn in seinem Laden mit kleiner Werkstatt und kümmerte sich gleich um das Problem. Die Geschichte mit dem Sattel war in 20 Minuten erledigt. Doch jetzt fragten wir, ob er vielleicht auch den Freilauf an Xenias Bike reparieren oder austauschen könne. Er meinte, vielleicht, aber dazu müsse er das Rad sehen. So parkten wir die Berta in die Nähe des Ladens um, Udo hievte Xenias Bike aus der Garage und brachte es zu Mani. Xenia blieb in der Berta und wartete eine geschlagene Stunde, bis Udo mit Mani und dem Bike wieder zurückkamen. Sie hatte schon gehofft, dass das Problem behoben wäre, aber dem war leider nicht so. Mani meinte, so gute Räder wären in Griechenland sehr selten. Er hatte noch in verschiedenen größeren Läden in Sparta und Kalambaka herumtelefoniert, ob dort jemand das nötige Ersatzteil hätte, aber leider ohne Erfolg. Wir sahen es ihm richtig an, wie leid es ihm tat, dass er uns nicht mehr hatte helfen können. Er wollte auch kein Geld für seine Mühe, aber wir gaben ihm trotzdem 20 Euro, die er an seinen Sohn weitergab. Dieser hat sich sehr darüber gefreut und sich herzlich bedankt.

Wir aßen in der Berta ein paar Erdbeeren, dann fuhren wir um 14:30 Uhr weiter zur Wasserhöhle Vlychada Diros Mani. Sie hatte noch bis 17 Uhr geöffnet und die Fahrt dauerte eine Stunde.

Um 15:30 Uhr waren wir am Ticketschalter und mussten erfahren, dass es heute leider keine Bootsfahrt mehr in die Höhle gibt. Wenn wir wollten, könnten wir zum halben Preis den Teil der Höhle anschauen, den man zu Fuß begeht. Oder wir könnten morgen um 9 Uhr kommen, da führen die Boote wieder. Was tun? Wir entschieden uns, auf die Bootsfahrt zu verzichten und lösten ein Ticket für den Besuch zu Fuß. Normalerweise fährt man mit dem Boot 1200 m in die Höhle hinein, steigt dann in der Höhle aus und geht 300 m zu Fuß bis zum Höhlenausgang. Wir konnten jetzt durch den Ausgang in die Höhle gehen, bis zum Landungssteg in der Höhle laufen und dann wieder umkehren. Der Teil dieser Höhle war wieder einmal sehr schön und beeindruckend. Zudem waren wir ganz allein in der Höhle, ohne Führer oder andere Besucher. Das war auch sehr schön und wir haben unseren Entschluss nicht bereut.

Bevor wir zur Berta zurückkehrten, die wir oben am Berg hatten stehen lassen müssen, machten wir noch einen Abstecher auf kleinem Pfad über einen kleinen Berg zum Nachbarstrand, dem Dino-Eier-Strand. Hier liegen große runde weiße Steine, die dem Strand seinen Namen geben. Einige Wohnmobile parkten hier und verbrachten hier wohl auch die Nacht. Wer das Meeresrauschen aushält, das hier herrschte, der kann auch an der Autobahn schlafen!

Um 17:30 Uhr fuhren wir weiter bis zum kleinen Ort Parorio bei Mystras / Sparta, von wo aus wir morgen eine Wanderung in eine Schlucht machen wollten. Das Wetter sollte vormittags noch gut sein, für den Nachmittag waren einzelne Gewitter angesagt. Unterwegs kamen wir an einer günstigen Tankstelle vorbei, an der wir nicht nur Diesel, sondern auch Gas tanken konnten. Zwei Mädels (schwarze lange Haare, schwarze Kleidung, lange Fingernägel – also typische Griechinnen) bedienten die Tankstelle und füllten mit Udos Hilfe unsere fast leere Gasflasche wieder auf. Jetzt haben wir wieder zwei volle Gasflaschen und können bedenkenlos heizen und kochen!

Um 19 Uhr kamen wir in Parorio an und fanden auf dem kleinen Dorfplatz einen ebenen Parkplatz, wo wir die Berta hinstellten. Es gab noch Rühreier mit Speck, Schafskäse und Paprika, dazu einen gemischten Salat und Brot. Sehr lecker!



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Freitag, 25.04.2025 – Rundwanderung durch die Schlucht bei Parorio, Mystras

Von Parorio bis Sparta – 9 km / Wanderung 9 km, 500 hm

Wetter: sonnig mit ein paar Wolken, nachmittags Gewitter - 17 bis 20 Grad

Bei Sonnenschein erwachten wir am Morgen und machten uns reisefertig zur Wanderung durch die Schlucht. Wie weit wir die Runde ausweiten oder ob wir durch die Schlucht wieder zurücklaufen, das wollten wir unterwegs entscheiden.

Unser Parkplatz für einen Tag, mit Brunnen und frischem Wasser.

Um 9:30 Uhr wanderten wir los. Unser Parkplatz war nur wenige Meter vom Schluchteneingang entfernt. Der Weg die Schlucht hinauf war sehr schön und gut zu bewältigen. Zuerst war er noch breit, dann wurde er immer schmäler und ging am Fels entlang permanent nach oben. Ab und zu drehten wir uns um, um den Ausblick aus der Schlucht in Richtung Sparta ebenfalls genießen zu können. Die Wegabschnitte, die direkt am Fels und daher am reizvollsten waren, waren sogar betoniert. Neben bzw. unter dem Weg verlief eine Wasserleitung.

An der Weggabel stand eine kleine Kapelle.

Am Ende der Schlucht angekommen, entschlossen wir uns, die größere südliche Runde zu nehmen, die noch über den Berg ging. Der Weg nach oben war einfach zu gehen. Er verlief auf einer nicht befahrenen Schotterstraße. Die Schwierigkeit war, dass es eine Stunde bergauf ging.

Als wir oben waren, hatten wir 500 hm bewältigt. Vor uns hatte sich der Himmel bedrohlich zugezogen und wir hörten Donnergrollen, bei uns schien aber die Sonne. Die Temperatur war mit maximal 20 Grad sehr angenehm zum Wandern. Oben angekommen landeten wir bei einer Kirche, bevor es dann auf einem sehr kleinen, steinigen und steilen Weg die 500 hm wieder hinab ging.

Links die Kirche oben auf dem Pass und rechts die kleine Kapelle, an der wir auf dem Rückweg Rast machten und frisches Quellwasser genossen.

War der Aufstieg für Herz und Kreislauf anstrengend gewesen, wurde jetzt die Oberschenkelmuskulatur beansprucht. Nach etwa einem Drittel Abstieg hatten wir eine phantastische Sicht ins Land und nach Sparta, die wir aber nur zum Teil auskosten konnten, da der Weg unsere ganze Aufmerksamkeit erforderte.

Etwa auf halber Höhe machten wir einen kleinen Abstecher zu einem Felsenkloster. Der Weg war stellenweise fast zugewachsen und das auch noch mit dornigem Gestrüpp. Zum Glück war es nicht weit, dann sahen wir schon das kleine Koster in einer Felsenhöhle vor uns liegen.

Der erste Ausblick auf das von der Sonne beschienene Sparta und auf das kleine Felsenkloster

Die Wegweiser zum Kloster und die Aussicht auf die Errungenschaften der Zivilisation: Swimmingpools, Tennis- und Fußballplätze.

Nun ging es in steinigen und manchmal recht unwegsamen Serpentinen den Berg hinab. In der Ferne konnten wir die Burg von Mystras erkennen. So langsam wurden die Häuser unter uns größer und als wir die Fahrstraße erreichten, waren wir froh, es fast geschafft zu haben. Nur noch ein paar hundert Meter trennten uns von der Berta, die wir nach vier Stunden Fußmarsch um 13:30 Uhr erreichten.

Da wir sie in der Nähe eines Restaurants geparkt hatten, zogen wir nur leichtere Schuhe an und gingen dorthin zum Mittagessen. Udo wählte Sparerips mit BQQ-Soße, Xenia einen Spinat-Pie. Noch bevor wir das Essen serviert bekamen, fing es kräftig zu regnen an. Wir hatten es wieder einmal rechtzeitig zurück geschafft!

Nach dem Essen duschten wir und machten Mittagsruhe bis 16:30 Uhr. Es hatte wieder aufgehört zu regnen und wir entschlossen uns, der Weltkulturstätte Mystras einen Besuch abzustatten, bevor diese um 20 Uhr schloss. Das war eine gute Entscheidung!

Um 17:30 Uhr waren wir dort. Ein Reisebus stand noch auf dem Parkplatz, drei Wohnmobile und ein paar PKWs. Da geht es tagsüber ganz anders zu! Das Gelände ist sehr weitläufig, daher waren wir streckenweise sogar ganz allein unterwegs. Allerdings mussten wir schon wieder nach oben steigen, da das ganze Ruinengelände an einem Hang liegt. So kamen am Abend noch einmal ein paar Höhenmeter dazu. Wir gingen zu einer Kirche über dem Palast, die Burg ganz oben schenkten wir uns. Das war uns einfach zu viel. Auch hier war der Blick über die Landschaft sehr reizvoll, zumal Sparta in der Abendsonne lag und weiß leuchtete. Udo ließ Google ein paar Tafeln übersetzen, die im Gelände aufgebaut sind. So erfuhren wir noch einige interessante Dinge über das alte Mystras.

Links das neu restaurierte Museum und rechts der in Renovierung befindliche Palast, der zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert erbaut wurde.

Der Blick hinüber zur Schlucht, die wir am Vormittag erwanderten. Das ganze Gelände war sehr grün, viele blühende Blumen.

Am besten waren die vielen Kirchen erhalten, die meisten allerdings nur von außen. In einigen waren innen noch die Reste von Fresken zu sehen.

Nun waren wir doch sehr müde und fuhren um 19 Uhr nur noch ein paar Kilometer bis zu einem Parkplatz am Ortsrand von Sparta, wo wir die Nacht neben einem anderen Wohnmobil verbrachten.

Es gab noch ein paar Tomaten, grünen Salat und einen Rest Brot, ein Telefonat mit Mama und dann ging auch dieser schöne und erlebnisreiche Urlaubstag zu Ende.



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Samstag, 26.04.2025 – Sparta, Langada-Pass

Von Sparta bis zum Hafen von Agios Andreas - 101 km

Wetter: sonnig mit ein paar Wolken, 20 bis 23 Grad

Den heutigen Vormittag verbrachten wir in Sparta. Unser Nachtplatz am nördlichen Stadtrand erwies sich als ruhig und zweckmäßig.

Zuerst wollten wir die Reste des alten Sparta besichtigen. Hinter unserem Camper ging ein kleiner Weg durch Olivenbäume in die richtige Richtung. Diesen gingen wir und kamen auch unten am alten Theater an, das aber komplett eingezäunt war. Ein Zutritt zum Ausgrabungsgelände war hier nicht möglich.

So kehrten wir notgedrungen wieder um, nahmen die von Google vorgeschlagene Fahrstraße und kamen zum Eingang der Archäological Site. Das Häuschen war nicht besetzt, so wie Xenia es in einem Reisebericht gelesen hatte. Leider stimmte auch, dass es hier im Vergleich zu anderen Stätten eher wenig zu sehen gibt. Aber da wir nun einmal in Sparta waren, schauten wir uns die Steine an und ließen uns ein paar Tafeln übersetzen. Im Sonnenschein und bei sehr angenehmen 21 Grad war es ein schönes Erlebnis.

Sehr schön war der Ausblick über Sparta hinweg zur Schlucht, die wir gestern erwandert hatten.

Im Anschluss machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt, um einen Eindruck von der Stadt und ein Bild von dem Helm in einem Kreisverkehr zu bekommen, den wir auf der Durchfahrt nach Mystras gesehen hatten. Dass wir für diesen “Mist-Helm” die ganze Stadt durchqueren mussten, war uns allerdings, als wir losgingen, nicht bewusst. Entschädigt wurden wir dadurch, dass wir zufällig am Stadion vorbeikamen, vor dem ein imposanter Spartaner steht.

Nun ging es kerzengerade die Hauptstraße entlang gen Süden. Kurz vor dem Helm fanden wir eine schöne Bäckerei, wo wir uns mit Brot und Wecken eindeckten. Nach dem Helm machten wir Pause und tranken einen spartanischen Cappuccino in einem Straßencafé.

Nun traten wir den Rückweg an und begegneten einigen Griechen mit Obst- und Gemüsetüten in der Hand. Durch sie fanden wir den Weg zu einem kleinen Gemüsemarkt, wo wir uns noch mit leckeren Tomaten, Gurken und Honig versorgten. Unterwegs sahen wir einen LKW, der wohl auf seinen Einsatz zur Obst- und Gemüse-Erntezeit wartet.

Zurück an der Berta probierten wir gleich unsere eingekauften Köstlichkeiten. Udo hat jetzt ein neues Lieblingsgericht: Tomatenbrot mit roten Zwiebeln und Olivenöl.

Wie früher, als es Tomaten aus Muttis Gewächshaus im Überfluss gab. Dazu kommen jetzt noch unser griechisches Olivenöl und frische, rote griechische Zwiebeln. Herrlich!

Nach einer kurzen Mittagspause waren wir um 14:15 Uhr startklar zur Weiterfahrt. Das Ziel war der westliche Finger des Peloponnes, den wir über den berühmt berüchtigten Langado-Pass von Sparta bis Kalamata erreichen wollten. Die N82 schlängelt sich hier auf 1200 m Höhe und führt dabei immer wieder an steilen Felswänden vorbei, ein paarmal auch durch Felstunnel oder unter Felsüberhängen hindurch. Xenia hatte sich im Vorfeld schlau gemacht, dass wir diese Strecke mit der Berta fahren können. Da die Höhenbegrenzung der Durchfahrten bei vier Metern liegt, war das kein Problem. Die Strecke war wirklich besonders und führte zum Schluss noch durch eine Schlucht.

Nach dem Pass machten wir Halt an einem kleinen Rastplatz mit einem Quellwasserbrunnen. Udo ließ unser restliches Frischwasser ab und wir tankten gutes frisches Quellwasser.

Kurz vor Kalamata bekam Xenia Probleme mit dem Magen. Die vielen Kurven in Verbindung mit Versuchen, die schöne Aussicht mit dem Foto einzufangen und dadurch nicht auf die Straße zu schauen, waren einfach zu viel. Wir hielten ein paar Minuten an, dann ging es wieder. Ab jetzt wurden keine Fotos mehr gemacht und die Weiterfahrt verlief problemlos.

Wir fuhren ein Stück die Ostküste des ersten Peloponnes-Fingers hinunter. Ein paar Kilometer vor Koroni, im Hafen von Agios Andreas, schauten wir uns nach einem Übernachtungsparkplatz um. Wir standen zuerst vorne am Hafen, entdeckten dann aber einen Camper direkt am Strand und dahinter einen verlassenen Campingplatz. Dorthin stellte Udo die Berta, während Xenia auf zwei Gyros Pitta wartete, die wir zum Mitnehmen in einem Hafenrestaurant bestellt hatten. Wir verzehrten das Gyros mit Genuss auf dem alten Campingplatz und waren gerade damit fertig, als ein Polizeiauto kam und ein Polizist uns sehr freundlich aufklärte, dass auf diesem Platz das Parken verboten sei. Xenia hatte ein Schild, auf dem das stand, beim Betreten des Platzes gesehen und wir hatten schon überlegt, ob und wohin wir umparken. Der Polizist meinte, dass wir auf einem Hafenparkplatz stehen dürfen, sofern wir nicht Tische oder Stühle rausräumen. Ansonsten gäbe es in Koroni einen Campingplatz. Wir wählten die Hafenvariante und hatten noch bis zum Sonnenuntergang eine schöne Sicht aufs Meer und ein paar Boote.



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Sonntag, 27.04.2025 – Koroni, Methoni, über Pylos zum Parkplatz vor den Polylimnio Wasserfällen

Von Agios Andreas bis zum Parkplatz vor den Polylimnio Wasserfällen - 84 km

Wetter: sonnig, nachmittags mit Wolken, abends Regen – 19 bis 22 Grad, abends 13 Grad

Jetzt sind wir tatsächlich schon einen Monat unterwegs – und haben schon viel erlebt in dieser Zeit!

Unser Standplatz am Hafen erwies sich leider als ziemlich laut, zumindest in der ersten Nachthälfte. Bis nach Mitternacht drehte ein Jugendlicher mit einem Motorrad ohne Auspuff Runden durch den Hafen. Seine Strecke führte leider direkt an unserer Berta vorbei. Nicht weit von uns entfernt traf sich dann auch noch eine Gruppe von Jugendlichen, die das lachend kommentierte. Als diese dann endlich alle nach Hause gegangen waren, konnten wir ungestört schlafen.

Das war unser Frühstücksausblick:

Heute war “Burgentag”. Das erste Ziel war Koroni, ein kleines Fischerstädtchen mit kleinen Gassen, einer schönen Hafenpromenade und einer Burg. Wohnmobile dürfen nicht in die Stadt hineinfahren. Vor dem Verbotsschild dürfen sie, wie andere Autos auch, am Straßenrand auf den markierten Plätzen parken. Da aber meistens mehr Parkwillige als Parkplätze vorhanden sind und es außer dem Campingplatz wenig Alternativen für Wohnmobile gibt, war unser Plan, möglichst schon vor dem Ansturm auf Koroni einen der begehrten Straßenparkplätze zu ergattern. So beeilten wir uns, kamen um 9 Uhr los, waren um 9:15 Uhr vor Koroni und konnten uns einen schönen Platz für die Berta aussuchen.

Das Städtchen hat wirklich Charme, mit süßen Balkonen und einer schön gerichteten Hauptstraße. Am Hafen überwiegen die Restaurants und diese machen gute Geschäfte. Wir gingen zuerst die “Hauptstraße” entlang, die nicht mehr als ein schmales Sträßchen ist, und stiegen dann vom Strand hinauf zur Burg. Das kleine Wegchen, das wir dafür nehmen mussten, war kaum zu erkennen.

Oben machten wir eine Runde durch die Oberstadt und die Burg und kehrten dann zur Hafenpromenade zurück. Dort tranken wir einen Cappuccino und Udo aß dazu einen griechischen Joghurt mit Obst und Honig. Das Sitzen im Café war schön und wir konnten die Toilette benutzen. Wer mobil unterwegs ist, weiß so etwas zu schätzen!

Auf dem Rückweg zur Berta kauften wir auf dem Markt ein paar Erdbeeren und Bananen und bei einem Bäcker ein paar süße Teilchen. Die Erdbeeren zuckerten wir noch ein, bevor wir nach Methoni weiterfuhren.

Nach wenigen Kilometern kamen wir direkt an einem schönen Sandstrand vorbei. Diese Badegelegenheit konnten wir uns nicht entgehen lassen und hatten den Strand fast für uns allein. Er war sogar mit einer kleinen Umkleidekabine und mit einer funktionierenden Dusche ausgestattet.

Das Wasser war zwar kalt, aber sehr klar. Wir konnten auch ohne Taucherbrille bis auf den Grund schauen kann. Wir vergnügten uns eine Zeitlang in den Fluten, nutzten dann die Dusche und waren erfrischt und sauber zum Mittagsvesper in der Berta.

Um 14:45 Uhr fuhren wir weiter. Wir umrundeten den Peloponnes-Finger und kamen so nach Methoni. Von der dortigen Burg haben wir noch einige Bilder von 1984, die wir jetzt versuchten nachzustellen. An vieles konnten wir uns erinnern, an manches aber auch nicht. Wir gingen bis ganz vor zum Wehrturm und dann kreuz und quer durch die Festungsanlage. Über dem Meer schien die Sonne, doch über dem Land braute sich Regen zusammen. Gerade, als wir die Burganlage betreten hatten, fing es zu tröpfeln an. Es dauerte aber zum Glück nicht lange, dann schien die Sonne wieder und der Nieselregen war vorbei.

Mehr Vergleiche zwischen 84 und heute auf der Seite "Gesamtes Urlaubstagebuch 1984"

Um 16:30 Uhr waren wir wieder an der Berta und überlegten, wo wir die Nacht verbringen wollten. In Koroni galt ein generelles Übernachtungsverbot für Camper, daher fuhren wir ein paar Kilometer weiter zur dritten Burg, der Burg in Pylon. Dort kann man laut einem Reisebericht auf dem Burgparkplatz über Nacht stehen. Vom Hafen bzw. Strand jage einen am Abend die Polizei fort. Das kannten wir ja schon ... und fuhren zum Burgparkplatz. Aber – o nein! – auch hier stand ein Schild mit Parkverbot für Camper. Was jetzt? Laut Park4Night gibt es hier sonst nur Tagesparkplätze.

Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns, ein Stück auf der N82 ins Landesinnere zu unserem nächsten Highlight, den Polylimnio Wasserfällen, zu fahren. Morgen war im ganzen Land schönes Wetter vorhergesagt, da passte eine Wanderung sehr gut. Heute jedoch sollte es noch regnen. Es hatte in Pylon begonnen und der Regen begleitete uns bis zum Parkplatz vor den Wasserfällen. Das letzte Stück bis zum Parkplatz geht es auf einer unbefestigten, zum Teil steilen und lehmigen Straße den Berg hinunter. Hinunter war das kein großes Problem – aber wieder hinauf?? Wir hofften, dass uns das am nächsten Tag keine Schwierigkeiten bereiten würde. Erstaunt waren wir, unten auf dem Parkplatz schon einige andere Camper im Regen stehen zu sehen. Zu ihnen gesellten wir uns und machten erst einmal Abendessen: Nudeln mit Gemüsesoße, Parmesan und grünem Salat. Alles, was die Kühltasche noch an älterem Gemüse zu bieten hatte, wurde jetzt zusammengekocht – und es hat uns sehr gut geschmeckt!

Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen und die Nachbarn kamen mit Hund und Kindern aus ihren Löchern (bzw. Campern). Wir zogen es vor, nach dem Spülen und Aufräumen ein paar Nachrichten anzuschauen und den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.



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Montag, 28.04.2025 – Polylimnio Wasserfälle, Camping Navarino

Vom Polylimnio-Parkplatz bis zum Campingplatz Navarino – 29 km

Wetter: sonnig, 19 bis 22 Grad

Wir hatten eine ruhige Nacht, bis um 6:30 Uhr die Müllabfuhr kam und die drei Mülltonnen am Parkplatz leerte. Danach war wieder Ruhe und wir schliefen noch ein bisschen weiter.

Der neue Morgen begrüßte uns mit blauem Himmel und Sonnenschein – wie schön! Wir packten den Wanderrucksack und starteten zu den Polylimnio Wasserfällen auf einem Weg, der direkt an unserem Übernachtungsparkplatz losging. Zuerst marschierten wir auf einer Schotterstraße den Berg hinunter, das war kein Problem. Unten am Fluss ging es weiter auf kleinem Pfad den Fluss entlang. Die Steine und Wurzeln waren vom nächtlichen Regen ziemlich glitschig, daher mussten wir gut achtgeben, nicht darauf auszurutschen.

Wir kamen an ein paar kleinen Wasserfällen und kleinen Seen bzw. Badegumpen vorbei. Wir hatten zwar Badesachen dabei, aber die Außentemperatur war uns mit 20 Grad doch zu kalt, um ins eisige Wasser zu springen. Der Weg wurde immer unwegsamer und hörte schließlich ganz auf.

Wir gingen zurück und versuchten es ein Stück in die andere Richtung. An einer schönen Stelle am Wasser wollten wir ein Selfie machen, dabei stieß Xenia an Udo und diesem rutschte das Handy aus der Hand. Es landete am steilen Rand einer Wassergumpe und wurde nur durch eine kleine Wurzel im Gras daran gehindert, vollends ganz ins Wasser zu fallen. Ganz vorsichtig griff Udo zu und konnte sein Handy vor dem Abtauchen retten. Was für ein Schreck - das hätte wirklich ganz blöd ausgehen können, denn das Wasser war hier ziemlich tief.

Nach einem Dankgebet gen Himmel machten wir unser Foto und gingen weiter, bis wir auch auf diesem Weg nicht mehr weiterkamen. Wir wollten eigentlich den großen Wasserfall erreichten, den wir auf Bildern gesehen hatten, doch irgendwann gab es nur noch Fluss und Felswand. So kehrten wir auch hier wieder um und zur Berta zurück.

Doch so schnell wollten wir nicht aufgeben und starteten einen weiteren Versuch, indem wir die Wanderung umkehrten und jetzt von der anderen Seite an den Fluss kamen. Nach einigen vergeblichen Versuchen fanden wir ein kleines Wegle, das bis zum Wasserfall führte, allerdings nur an den oberen Teil. Von dort sahen wir den See, in den der Fall hinabstürzte, aber nicht den Wasserfall selbst. Als wir oben auf einem Felsen standen, kamen uns Kletterer barfuß über Felsen und durchs Wasser entgegen. Das wäre wohl die Route gewesen. Durch den Regen der letzten Tage führte der kleine Fluss so viel Wasser, dass der Kletterpfad komplett überschwemmt war.

Wir beließen es dabei und kehrten zur Berta zurück. Dort gab es erst einmal Mittagessen, denn es war inzwischen 12:45 Uhr geworden. Wir hatten noch einen Rest Nudeln und Udo machte Tomatensalat dazu.

Nach dem Essen fuhren wir weiter. Die unbefestigte Straße war inzwischen so abgetrocknet, dass die Berta ohne Probleme die steilen Wegabschnitte meisterte.

Unser nächstes Ziel war der Kalamaris-Wasserfall, der laut Karte auf dem Weg zurück zur Küste liegt. Der Plan war gut, die Durchführung gestaltete sich schwierig. Google kannte zwar einen Weg, aber der wurde immer schmäler, bis wir 6 km vor dem Ziel aufgeben mussten. Die Ortsdurchfahrten wurden zur Zitterpartie und irgendwann war die Straße so schmal, dass die Berta kaum noch draufpasste. Hier konnten wir wirklich nicht mehr weiterfahren. Umdrehen war auch kaum möglich. Udo musste ein Stück rückwärts zurückfahren, um es dann mit Ach und Krach und viel Geschick zu schaffen.

Wir hatten jetzt wirklich genug und wollten nur noch eines: eine größere Straße! Als wir dann endlich wieder auf der Bundesstraße waren, gaben wir das Wasserfallunternehmen für heute auf und fuhren auf einen der beiden Campingplätze in der Nähe der Ochsenbauchbucht. Wir brauchten dringend eine Kloentsorgung und in dieser Gegend ist an vielen Stellen schon das Parken für Wohnmobile verboten, von einer Übernachtung ganz zu schweigen. Andere Reisende berichteten von Polizeikontrollen mit hohen Bußgeldern. So blieb hier nur weiterfahren oder ein Campingplatz.

Wir entschieden uns für den Camping Navarino, der die besseren Bewertungen hat. Er liegt direkt am Strand, aber auch direkt hinter der Straße. Die erste Reihe vorne am Strand war natürlich belegt, aber dahinter haben wir noch einen schönen Platz bekommen und konnten uns ein bisschen vom Fahrstress erholen. Wir machten uns einen Kaffee, ruhten aus, lasen ein wenig und spielten einen Kniffel. So verging die Zeit bis zum Abendessen wie im Flug.

Um 20 Uhr schnappten wir unsere Stühle und setzten uns vor an den Strand, um zum Tagesausklang den Sonnenuntergang zu genießen.



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Dienstag, 29.04.2025 – Radtour zum Voidokilia Strand (Ochsenbauchbucht) und zum Kalamaris Wasserfall

Die Berta wurde nicht bewegt. Radtour 38 km, 380 hm

Wetter: sonnig, ab Mittag mit ein paar Wolken, 18 bis 22 Grad

Trotz Straße im Hintergrund haben wir heute länger geschlafen und kamen erst um 11 Uhr los.

Wir wollten Radfahren und Wandern kombinieren: zur Ochsenbauchbucht radeln, dort eine Wanderung machen, dann weiter mit den Rädern zum Kalamaris Wasserfall und von dort aus noch zu den Stenosia Wasserfällen wandern.

Wir haben das nicht alles geschafft. Den Startpunkt zur Ochsenbauchbucht-Wanderung erreichten wir problemlos. Doch als wir dort ankamen, hatte Udo Bedenken, unsere guten Räder einfach so stehen zu lassen. Es gab nichts, wo wir sie hätten fest anketten können. So veränderten wir den Plan und radelten in die andere Richtung durch die Gialova-Lagune und um die Ochsenbauchbucht herum. Der Weg war eigentlich ein Wanderweg, aber mit Rädern befahrbar. Auf die Wanderung zu den antiken Ruinen und der Höhle von König Nestor verzichteten wir.

In der Ochsenbauchbucht befindet sich einer der schönsten Sandstrände Griechenlands, der Voidokilia Strand. Hier konnten wir die Räder an einem Pfosten festketten. Wir nahmen nur das Wichtigste mit und gingen ein Stück den Berg hinauf zum “Grab des Tholos”. Von dort hatten wir einen schönen Ausblick über die Bucht und den Strand. Anschließend gingen wir wieder hinunter und liefen barfuß am Meer den ganzen schönen Strand entlang. Auch hier ist das Wasser glasklar, relativ weit ziemlich flach und durch die geschützte Lage in der Lagune wärmer als an der Küste üblich. Am Ende der Bucht gingen wir ein Stück die Dünen hinauf, bevor wir wieder um- und zu den Rädern zurückkehrten.

Nun ging die Radtour weiter auf zum Teil sehr kleinen, unwegsamen und zugewachsenen Lagunenwegen, bis wir auf die Hauptstraße kamen und zum Parkplatz des Kalamaris Wasserfalls weiterfuhren. Das letzte Stück war wieder eine holprige Schotterstraße und wir waren froh, sie nicht mit der Berta fahren zu müssen.

Am kleinen Wanderparkplatz ließen wir die Räder stehen und gingen 500 Meter auf einem kleinen Abenteuerpfad - mal rauf, mal runter - bis zum sehr schönen Wasserfall. Das Wasser läuft hier über einen Felsen senkrecht nach unten, nur das letzte Stück ist wirklich freier Fall. Das Wasser landet in einem kleinen Teich, der zum Baden genutzt werden kann. Eine Familie war dort und zwei Jungs im Wasser. Man sah ihnen aber an, dass das Wasser sehr kalt war, und sie stiegen auch bald wieder heraus.

Nun sollte es ja eigentlich weiter zu den Stenosia Wasserfällen gehen, aber das Wanderwegle war so klein und unwegsam, dass wir uns dazu entschieden, wieder zurückzugehen und die Fälle von der anderen Seite mit den Rädern anzufahren. Leider ging auch dieser Plan nicht auf. Zuerst fuhren wir wohl auf einer geteerten Straße, aber dann kam auch wieder Schotterpiste, die irgendwann so unwegsam und auch schlammig wurde, dass wir das Unternehmen 3 km vor dem Ziel abbrachen und umkehrten.

Um 16:30 Uhr waren wir wieder auf dem Campingplatz und machten uns einen Kaffee. Dazu gab es unser restliches Brot mit Erdbeer- und Orangenmarmelade und Honig. Eigentlich hatten wir vorgehabt, jetzt noch schwimmen zu gehen, aber das war uns beiden zu kalt. Wir nahmen dafür eine schöne warme Dusche auf dem Campingplatz und vertrödelten den Rest des Tages vor der Berta. Gen Abend wurde es immer frischer und Xenia fror ziemlich. So packten wir unsere Sachen zusammen und zogen uns in die Berta zurück. Zum Abendessen gab es eine Suppe und ein paar Tomaten.



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Mittwoch, 30.04.2025 – Palast des Nestor, Paralia Elea Wildcamperstrand

Vom Camping Navarino zum Strand Paralia Elea – 73 km

Wetter: Sonnig, 21 bis 23 Grad

Eigentlich wollten wir heute früh loskommen, aber dann schliefen wir doch bis 8 Uhr und waren erst um 10 Uhr startklar.

Unser Standplatz auf dem Navarino Campingplatz

Bevor wir zum Wildcamperstrand Paralia Elea fuhren, machten wir einen kleinen Abstecher ins Inland zum Palast des Nestor. 1884 konnten wir noch in den Ruinen des Palastes umhergehen. Heute ist das Ganze mit einer überdachten Empore überbaut, auf der man herumlaufen und auf Tafeln lesen kann, was man unten an Räumen und Gemächern sehen kann. Das war tatsächlich interessant. Das absolute Highlight aber war: Unsere Badewanne war noch da! Udo hatte sie zuerst erspäht. An sie konnten wir uns beide noch sehr gut erinnern und im Griechenlandalbum gibt es ein Bild von ihr. Hier soll laut Ilias Homer gebadet haben und dabei von der Prinzessin umsorgt worden sein.

Wir hatten das Glück, dass eine große Schar von jungen Leuten (vielleicht Studenten oder Schüler der Oberstufe?), die in zwei Bussen angereist waren, vor dem Palastgelände saßen und einen Vortrag anhören durften - oder mussten. Jedenfalls waren sie die ganze Zeit vor dem Palast beschäftigt und wir konnten das, was vom Palast noch übrig ist, ungestört besichtigten.

Das nächste Ziel sollte der große Wildcamperplatz am kilometerlangen Sandstrand von Paralia Elea sein. Auf dem Weg dorthin kamen wir durch Filiatra, wo neben der Straße – einfach so – ein Eiffelturm steht!

Jetzt mussten wir uns noch mit einigen Lebensmitteln eindecken und fuhren zu einem Lidl auf der Strecke. Obst und Gemüse hätten wir gerne an einem kleinen Obststand gekauft, fanden unterwegs aber keinen. So besorgten wir uns eben alles, was uns fehlte, beim Lidl.

Gut aufgefüllt und ausgerüstet fuhren wir Paralia Elea an. Wir waren nicht die Ersten, aber der Strand ist so lang und es gibt hinter den Dünen so viele Möglichkeiten, einen Camper hinzustellen, dass wir tatsächlich die Qual der Wahl hatten. Wir entschieden uns für einen Platz bei einem Baum relativ in der Mitte, der uns sowohl Schatten als auch Sonnenschein bot. Die Temperatur war heute immer noch so, dass man die Sonne gut vertragen konnte. Allerdings kann das auch zu viel werden und man ist wieder froh um den Schatten.

Strand von den einen Bergen bis zu den anderen Bergen

Inzwischen war es schon 15 Uhr geworden und so machten wir uns zuerst einen Kaffee mit den Leckereien vom Lidl-Bäcker. Diese schmecken uns tatsächlich besser als das pappsüße Gebäck, die die Bäckereien hier so anbieten. Auch das Brot und die Wecken vom Lidl sind nach unserem Geschmack besser als die von den meisten griechischen Bäckereien.

Nach dem Essen gingen wir vor ans Meer und staunten nicht schlecht, als wir dort zwei Schildkröten ganz in Strandnähe beobachten konnten. Man sah immer wieder einen Kopf oder ein Bein aus dem Wasser kommen. An Land haben wir leider keine Schildkröten gesehen.

Wieder zurück an der Berta verbrachten wir den Rest des Tages mit Lesen, Schlafen, Faulenzen und um 17:30 Uhr noch mit einem schönen Strandspaziergang. Wir gingen eine halbe Stunde in eine Richtung und begegneten gerade einmal 4 Personen. Zurück nahmen wir einen Weg hinter den Dünen durchs Wildcampergebiet und schauten uns die verschiedenen Fahrzeuge an, die hier standen. Auffallend ist, dass es hier bis auf ein paar Pferdeäpfel, denen man ab und zu begegnet, sehr sauber ist. Ganz anders als leider an vielen anderen griechischen Orten. Das Wildcampen wird an diesem Strand ganzjährig geduldet und wie uns ein Pärchen erzählte, überwintern hier im Winter manchmal hunderte von Campern.

Nun war es Zeit, etwas zum Abendessen zu machen und Xenia kochte Putengeschnetzeltes mit Pilzen, Spätzle und einem gemischten Salat. Es hat uns sehr gut geschmeckt.

Zum Essen hatten wir einen Gast, der aber später wieder 'Leine zog'.

Wir waren gerade noch rechtzeitig mit Essen fertig, um zum Sonnenuntergang ans Meer vorzugehen. Wenn die Sonne ins Meer abtaucht und den Himmel dabei orangerot färbt, ist das doch immer wieder ein besonderes Schauspiel.

Jetzt mussten wir noch abspülen, dann war es auch schon dunkel und ein weiterer Urlaubstag Geschichte.



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Donnerstag, 01.05.2025 – Faulenzertag am Wildcamperstrand Paralia Elea

Die Berta blieb am Platz, wir auch – 0 km

Wetter: vormittags bewölkt, kühl und zunehmend windig, nachmittags sonnig und wärmer. 19 bis 25 Grad

Heute gibt es nicht viel zu berichten, denn wir blieben den ganzen Tag am Platz und ruhten uns aus. Zum Frühstück war noch alles in Ordnung.

Leider war es vormittags zunehmend bewölkt und so kühl, dass Xenia Pulli, Jacke, Socken und lange Hose brauchte, um draußen Sudoku lösen und lesen zu können. Udo verzog sich gleich in die Berta und beschäftigte sich dort mit verschiedenen PC-Arbeiten.

Um die Mittagszeit war Xenia ziemlich gefrustet, denn sie hatte sich den Tag anders vorgestellt. Wir überlegten sogar kurz, ob wir weiterfahren. Aber dann kam doch immer mehr die Sonne heraus. Es wurde auch wärmer und obwohl es ziemlich windete, war es in der Sonne und im Windschatten der Berta gut auszuhalten.

Um 14:00 Uhr kam ein Eiswagen vorbei. Er stellte sich ein kleines Stück von uns entfernt neben den Weg. Diese Gelegenheit ließen wir uns nicht entgehen und kauften uns ein sehr gutes Eis. Udo unterhielt sich noch etwas mit dem Eisverkäufer. Er ist Deutscher, mit einer Griechin verheiratet und Sohn eines italienischen Eismachers. Dieses Handwerk hatte er von seinem Vater gelernt, war aber in Deutschland in Göppingen bei der Polizei. Vor einem Jahr wanderte er aus politischen und beruflichen Gründen mit seiner Familie nach Griechenland aus und betreibt jetzt eine Eisdiele in Kyparissia. Ab und zu kommt er mit seinem Eiswagen an diesen Strand und macht hier wohl ganz gute Geschäfte.

Nach einer halben Stunde wollte er weiterfahren, aber – o Schreck! Er steckte im Sand fest. Er probierte es ein paarmal, grub sich dabei aber nur immer tiefer in den Sand. Zum Glück war nicht weit entfernt ein Urlauber in einem zum Camper umgebauten LKW, ebenfalls ein Göppinger, der ihm zuerst seine Sandbleche als Anfahrtshilfen auslieh. Leider genügte das nicht und so kam er mit seinem LKW und zog den VW-Bus aus dem Sand. Das passierte ruckzuck und wie nichts. Seine Frau meinte, dass hier kaum ein Tag vergehe, an dem sie nicht irgendwelche Fahrzeuge aus dem Sand ziehen. Hoffen wir mal, dass wir morgen ohne Probleme loskommen. Aber Udo war zuversichtlich ... und sonst wissen wir ja, an wen wir uns wenden müssen.

Am frühen Abend machten wir vor dem Abendessen einen Spaziergang am Meer, diesmal in die andere Richtung als gestern. Auf dem Rückweg sahen wir wieder zwei Schildkröten im Wasser.

Um den Sand nicht ins WoMo zu bringen, wuschen wir unsere Füße - wie vor 40 Jahren auch.

Auf den Abtrockenservice musste Udo aber heute verzichten.

Danach aßen wir die Reste von gestern, Udo machte noch ein paar Tomaten dazu. Als wir mit Spülen fertig waren, ging die Sonne unter und färbte den Horizont orangerot.



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Freitag, 02.05.2025 – Peristeria Wasserschlucht und Tholos Grab, Megalopoli, Karitena, Apollontempel bei Bassae, Nachtplatz kurz vor den Neda Wasserfällen

Von Paralia Elea bis kurz vor den Neda Wasserfällen – 146 km

Wetter: Sonnig mit ein paar Wolken, 22 bis 26 Grad

Heute waren wir auf Abenteuer- und Erinnerungstour.

Nach unserem Frühstück vor der Berta, verließen wir um 9:15 Uhr unseren Strandplatz und fuhren in Richtung Megalopoli, wo Udo unbedingt sein “Wärterbild” vor dem Antiken Theater haben wollte.

Unseren ersten Stopp machten wir schon nach ein paar Kilometern, noch ganz in Küstennähe auf der E55. Von dort aus führt eine kleine Schotterstraße den Berg hinunter zur Peristeria Schlucht. Da es bis dorthin nicht mehr weit war und wir nicht wussten, wie sich die Schotterpiste weiter entwickelt, blieben wir an einer Parkbucht an der Bundesstraße stehen, zogen Badehosen an und packten die Wasserschuhe ein, denn die Peristeria-Schlucht ist eine Wasserschlucht. Man kann sie nur durchs Wasser begehen und erkunden. Wir benötigten unsere Wasserschuhe jedoch schon vor der Schlucht, da der Schotterweg durch den Fluss hindurch führte. Das wäre mit der Berta schwierig geworden! Wir ließen unsere Schuhe und Xenia auch ihre Hose am Wegesrand und machten uns in unseren Badeschuhen auf zur kleinen Schlucht. Sie war wirklich ein Erlebnis! Eng, mit ein paar Tropfsteinen an den Wänden und das Wasser war so tief, dass Xenias Badehose nass wurde. Brrr, das war kalt – aber schön und ein Abenteuer!

Wieder draußen sahen wir ein Schild “Archäological Site” und entschlossen uns spontan, dem kleinen Wanderweg dorthin zu folgen. Unsere Wasserschuhe sind genial, man kann recht gut in ihnen laufen. Die Ausgrabungsstätte hatte tatsächlich geöffnet und der Mann am Ticketschalter staunte nicht schlecht über zwei Wandersleute in Badeschuhen und ohne Hosen. Xenia erklärte ihm, woher wir kamen, worauf wir beide ein reduziertes Ticket bekamen. Wir waren die einzigen Besucher und konnten ein restauriertes Tholosgrab bewundern. Dann ging es den ganzen Weg zurück zur Berta. Sowohl unsere Schuhe als auch die Berta trafen wir unversehrt an.

Nun ging es weiter nach Megalopolis, der hässlichen Stadt mit Braunkohlekraftwerk und einem großen, aber nicht so gut erhaltenen antiken Theater. Wir wussten aus dem Internet, dass es zur Zeit geschlossen hat, aber wir fuhren trotzdem hin, weil wir vor 40 Jahren dort waren und hofften, trotzdem einen Blick ins Theater erhaschen zu können. Google maps führte uns zwar ans Theaterareal, aber auf der falschen Seite. Udo stieg trotzdem kurz aus und ging den Zaun entlang, um ein Bild zu machen.

Auf der Fahrt zum eigentlichen Parkplatz auf der anderen Seite kamen wir an einem typisch griechischen Friedhof vorbei, den wir uns etwas genauer anschauen wollten.

Auf dem offiziellen Parkplatz des Antiken Theaters kam uns gleich ein Mann entgegen, der uns sehr freundlich erklärte, dass hier leider wegen Bauarbeiten geschlossen sei. Wir durften aber ein Stück am Zaun entlang gehen an eine Stelle, wo man gut ins Theater hineinschauen kann. Anschließend ließ er sich sogar von Udo fotografieren – wie der Wärter vor 40 Jahren. Mission erfüllt!

1984 waren wir die einzigen Besucher und bekamen eine Privatführung vom Wärter. 2025 wurde das Theater restauriert, deshalb durften wir nicht hinein. Den Wärter gab es immer noch.

Eindeutig die erste Sitzreihe dieses Theaters.

1984 hatte der Wärter das Foto aufgenommen. 2025 mussten wir uns mit einem Selfie aus der Ferne genügen.

Inzwischen war es 13:30 Uhr. Wir machten uns auf dem Parkplatz im Schatten eines Baumes ein Vesper und anschließend eine halbstündige Siesta.

Weiter ging die Fahrt mit dem Ziel Apollontempel bei Bassae. Auf dem Weg dorthin auf der N76 kamen wir am süßen Bergstädtchen Karitena mit einer Burg vorbei, das uns schon aus der Ferne ins Auge gestochen war.

1984 fanden wir die Ansicht von Karitena ein Foto wert ist. 2025 statteten wir dem Ort einen Besuch ab.

Da unser Weg direkt daran vorbeiführte, machten wir einen Abstecher ins Ort und fuhren die Serpentinen hinauf, durch den Ort hindurch bis zum Wanderweg zur Burg hinauf. Wir hatten Glück und bekamen oben einen guten Parkplatz.

Allerdings mussten wir dann feststellen, dass die Burg wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen war. So mussten wir leider umkehren, holten uns aber im Ort in einer kleinen Bäckerei ein Stück Orangenkuchen, ein anderes süßes Stückchen und zwei kleine Eis.

Auf dem Weg den Berg hinunter hielten wir an einer Mauer am Straßenrand, machten uns einen Cappuccino und verzehrten diesen und unser Gebäck auf der Mauer mit schönem Ausblick. Dieser Platz war uns schon beim Hochfahren aufgefallen, da dort ein Camper aus Mindelheim Pause machte. Das Fahrzeug und das dazugehörige Ehepaar waren tatsächlich noch da, als wir den Berg wieder herunterkamen. Wir stellten uns zu ihnen, unterhielten uns sehr nett und machten unsere Kaffeepause, als die beiden weiterfuhren. Leider mussten wir uns nicht nur von den beiden, sondern auch von einem Kaffeelöffel verabschieden. Er fiel Xenia aus dem Becher und die Mauer hinunter. Udo überlegte noch, ob man ihn wieder holen kann, aber die Mauer war viel zu hoch und Weg darum herum zu weit. So fuhren wir notgedrungen einen Löffel ärmer weiter.

Die Straße schlängelte sich wieder einmal hoch und runter, was mit dem süßen Gebäck im Bauch eine Herausforderung für Xenias Magen war. Aber mit Blick auf die Straße ging es doch ganz gut und um 17:30 Uhr kamen wir am Apollotempel bei Bassae an.

Dieser Tempel gilt als einer der bedeutendsten und besterhaltenen Tempel des antiken Griechenlands und wurde 1986 als erste griechische Stätte in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Als wir 1984 dort waren, bekamen wir einen guten Eindruck von der Größe und Erhabenheit des Palastes und seiner exponierten Lage. Heute ist er, um ihn vor weiterem Verfall zu schützen, sehr hässlich zeltähnlich eingepackt. Das mag ja vielleicht sinnvoll sein, schön ist es jedenfalls nicht.

1984 und heute

Xenia kam es drinnen vor wie in einer Kulisse für ein Theaterstück. Man darf den Tempel selbst auch nicht betreten, er ist mit Seilen abgesperrt. Außer uns waren zum Glück nur noch zwei weitere Besucher im Zelt, trotzdem verbrachten wir hier nicht viel Zeit.

Wir machten noch einen kleinen Rundgang durch das Gelände um den Tempel herum, besuchten ein sehr sauberes kleines Toilettenhäuschen und gingen zurück zum Parkplatz, wo gerade auch die Mindelheimer angekommen waren. Sie hatten noch eine Kaffeepause unterwegs gemacht, da waren wir wohl an ihnen vorbeigefahren.

Wir überlegten, ob wir auf dem Apollotempel-Parkplatz übernachten, entschieden uns dann aber zur Weiterfahrt zu den Neda Wasserfällen. Diese hatten eigentlich nicht auf dem Routenplan gestanden, aber Wegweiser hatten uns neugierig gemacht. So fuhren wir die Schlängelstraße noch 30 Minuten und 15 km weiter, bis sie so klein und unbefestigt wurde, dass wir uns auf einen guten Nachtplatz stellten, auf dem schon ein französisches Wohnmobil stand. Der Mann erklärte Xenia, dass der Weg sehr schmal und steil werden würde, deshalb hätten sie ihren Camper hier abgestellt und würden hier auch übernachten.

So machten wir es auch. Es gab noch ein paar Bratkartoffeln mit Spiegelei und Tomaten-Paprika-Gurkensalat, dann ging die Sonne unter und wir hatten für heute genug erlebt.



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Samstag 03.05.2025 – Radtour zu den Neda Wasserfällen, Olympia

Vom Platz vor den Neda Wasserfällen bis Olympia, 76 km. Radtour 15 km, 600 hm

Wetter: sonnig, 24 bis 26 Grad

Unser Nachtplatz erwies sich als genial und ruhig – ohne LKWs oder Motorräder, ohne Autos, ohne lärmende Jugendliche, ohne Türenknallen, ohne Kirchenglocken, ohne Hundegebell, sogar ohne Meeresrauschen. Nur die Vögel waren am Morgen zu hören.

Unser Nachtplatz

Die Sonne begrüßte uns nach dem Aufwachen und blieb uns den ganzen Tag treu. Während dem Frühstück planten wir eine Radtour hinunter zur Neda, um von dort aus die Neda Wasserfälle zu Fuß zu besuchen. Danach wollten wir den Fluss überqueren, auf der anderen Seite den Berg hinauf in ein kleines Dörflein und dann auf der etwas größeren Autostraße zurück zur Berta radeln. Allerdings mussten wir auch hier wieder hinunter ins Tal und wieder hinauf, sodass wir auf dieser Tour zweimal 300 hm bewältigen mussten, die es jeweils runter und wieder hoch ging.

Die Höhenmeter waren nicht das Problem, das war mit der E-Unterstützung gut machbar. Was die Tour schwierig machte war die Wegbeschaffenheit abseits der geteerten Straße. Da ging es nämlich auf sehr holprigen Wegen steil hinauf und hinunter. Besonders Xenia machten diese unbefestigten Abschnitte schwer zu schaffen und sie war froh, wenn sie diese bewältigt hatte – sowohl hinauf wie hinunter. Solche Abschnitte erfordern selbst mit Mountainbikes ein gewisses Fahrkönnen und wir mussten sie mit unseren Tourenrädern fahren.

Der erste Halt war unten am Fluss Neda. Dort ketten wir die Fahrräder zusammen und marschierten auf kleinem und schmalem Pfad, teilweise mit etwas Kletterei über Felsen, bis zu den Neda Wasserfällen. Zuerst kommt man zu dem etwas kleineren Wasserfall, der sich schon sehr schön in eine Badegumpe ergießt.

Ein Stück weiter befindet sich der große Wasserfall, an dem wir eine kleine Pause auf einer maroden Sitzbank einlegten. Wir waren ganz allein und genossen die Natur und das Rauschen des Wasserfalls.

Auf dem Rückweg begegneten wir zwei Wanderern und später noch einer Familie mit zwei kleinen Kindern, eines an der Hand des Papas, das andere in der Kraxe auf dem Rücken der Mama. Ansonsten waren wir allein.

Nun mussten die Räder über die kleine Brücke über die Neda geschoben werden, dann ging es auf der anderen Seite steil den Berg hinauf. Die Aussicht war immer wieder überwältigend, sofern man den Blick von der Straße nehmen konnte.

Wir kamen zum Dorf Platania und aßen dort in einer Taverna original griechisches Essen, das wir in den Kochtöpfen begutachten und aussuchen konnten. Zur Vorspeise gab es Tzatziki und einen griechischen Bauernsalat, dann wählte Udo Schweinefleisch und Xenia Fleischbällchen in roter Soße, dazu Pommes und zum Abschluss einen Frappé für Udo und einen Cappuccino für Xenia. Es hat uns gut geschmeckt und wir haben die Pause auf der überdachten Terrasse mit Ausblick ins Tal und in die Ferne sehr genossen.

Die Rückfahrt war nicht mehr so schwierig, da wir jetzt eine gute Straße hatten und so die Tal- und Bergfahrt gut bewältigen konnten.

Um 14:00 Uhr waren wir wieder an der Berta. Wir staunten nicht schlecht, als der Camper der kleinen Familie, der wir an den Wasserfällen begegnet waren, neben uns stand. Sie hatten unten am Fluss geparkt und waren jetzt hierher gefahren.

Nach dem Rädereinräumen und einer kleinen Mittagspause ging es weiter durch die Berge zur Küste. Das Ziel war Olympia. Auf dem Weg begegnete uns eine Schildkröte auf der Fahrbahn. Zum Glück sahen wir sie rechtzeitig und Xenia konnte sie retten (wie vor 40 Jahren), bevor ein anderes Auto sie vielleicht überfahren hätte.

Wieder vorne an der Küste hielten wir an einem verlassenen Campingplatz, wo wir unsere Campingtoilette in ein altes Klo ausleeren konnten. Es war kein schöner Platz, total verratzt und dreckig - ein echter Lost Place. Hier wohnte eine wilde Hündin mit ihren Jungen – mehrere total süße Welpen, die gerne mit uns gespielt hätten. Wir waren froh, als wir die Sache mit dem Klo erledigt hatten, und fuhren weiter.

Um 17:15 Uhr kamen wir in Olympia an und parkten in der Nähe des Museums. Da wir beide keine so rechte Lust auf Museum hatten, gingen wir zur “Archäological Site”, die man vom Museum aus über einen Botanischen Garten erreicht. Dort mussten wir allerdings eine Eintrittskarte kaufen, die auch fürs Museum galt.

Wir besichtigten wieder einmal eine Menge Steine, Säulen, die Reste von alten Häusern und Tempeln und dann natürlich auch das olympische Stadion. Manches hat uns an früher erinnert ...

1984 stiegen wir noch über die Steine. 2025 ist alles abgesperrt, es gibt angelegte Wege, Treppen und Geländer. Einiges wurde auch wieder aufgebaut und der Boden mit Kies bedeckt.

Da wir nun schon die Eintrittskarten hatten, gingen wir auch noch ins Museum.

Bei Xenia fiel dieser Besichtigung recht kurz aus, da sie einfach zu müde war. Sie ging zur Berta zurück und duschte in der Zeit, bis Udo seinen Museumsgang beendet hatte und ebenfalls zurückkehrte. Kurz davor bekam Xenia noch Besuch von der Polizei, die darauf hinwies, dass wir hier nicht stehen dürften und uns auf einen der Campingplätze schickte. Dass wir hier nicht über Nacht bleiben können, war uns schon bewusst gewesen.

Bis Udo ebenfalls geduscht hatte war es 19:30 Uhr geworden und der nächste Übernachtungsplatz, den wir in Park4Night fanden, war fast eine Stunde entfernt. Das war uns dann doch zu weit, wir wären erst im Dunkeln angekommen und waren beide müde. So entschieden wir spontan, doch auf einen der beiden Campingplätze von Olympia zu fahren. Von der Versorgung her hätte das nicht sein müssen, aber es war die einfachste und praktikabelste Lösung.

Der Platz war eng und ziemlich voll, aber wir bekamen eine Bucht, machten uns ein Vesper und einen Ingwertee zum Abendessen und waren froh, einen Sorglosplatz für die Nacht zu haben.



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Sonntag, 04.05.2025 – Loudra Kullini Schwefelquellen und römisches Amphitheater, Fränkische Burg Chlemoutsi Castle, Nachtplatz an der Küste bei einem Restaurant

Von Olympia bis Melonada - 107 km

Wetter: sonnig, 22 bis 28 Grad

Die Nacht auf dem Campingplatz in Olympia war okay, allerdings war es um 7 Uhr vorbei mit der Ruhe. Zwei große Wohnmobile aus unserer Nachbarschaft starteten und ließen zuvor ihre Motoren laufen. Im Wohnmobil neben uns heulte ein Baby und der Vater trug es ums Auto herum. So wären wir eigentlich zeitig dran gewesen, aber bis wir dann endlich losfuhren, war es 11 Uhr. Die Zeit bis dahin brauchten wir für Recherchen, wie wir weiterfahren und was wir noch auf dem Peleponnes besuchen wollten. Wir schmiedeten verschiedene Pläne und suchten allerhand Routen heraus, die wir dann wieder verwarfen ... und dann mussten wir noch auschecken, bezahlen und Wasser tanken.

Nach viel Hin und Her fuhren wir schließlich in Richtung Küste zu den römischen Schwefelquellen bei Kullini. Im Reiseführer hatte Xenia gelesen, dass sich dort Leute mit schwefligem Moor einschmieren, was sehr gut für die Haut und rheumatische Erkrankungen sein soll.

Als wir um 12 Uhr dort ankamen, waren außer uns noch vier weitere Touristen da, die sich die römischen Bäder ansahen. Es roch leicht schweflig, aber lange nicht so stark, wie wir das erwartet hatten. Von Schlamm sahen wir zuerst nichts, nur einen kleinen Fluss und ein paar künstlich angelegte Becken, in die handwarmes leicht schwefliges Wasser geleitet wurde. Gebadet hat hier niemand.

Ende des 19. Jahrhunderts wollte man die Quellen kommerziell nutzen und baute Erholungsgebäude und einen schönen Park. Übriggeblieben ist ein Lost Place.

Wir schauten uns das Ganze an und besuchten anschließend noch ein sehr gut erhaltenes römisches Amphitheater, das sich hinter den Quellen befindet.

Auf dem Rückweg begegnete uns eine Gruppe von Touristen, die sich irgendwo E-Bikes ausgeliehen hatten und diese einfach mitten in den Weg stellten bzw. legten und zum Theater marschierten.

Irgendwann fanden wir auch ein Schlammloch, aber ohne Badegast.

So langsam bekamen wir Hunger und so fuhren wir vor an die Küste nach Arkoudi, drehten eine Runde durch die Innenstadt und zum Strand und aßen in einem kleinen Restaurant zu Mittag. Neu war heute die Vorspeise: gebackener Fetakäse mit Honig und Sesam. Das war sehr lecker!

Um 14 Uhr waren wir wieder in der Berta und steuerten das nächste Ziel an: die fränkische Burgfestung von Chlemoutsi, eine der größten und besterhaltenen Burgen Griechenlands. Die Anfahrt gestaltete sich allerdings wieder einmal schwierig, da die Straße auf den letzten 500 Metern nicht nur sehr steil, sondern auch so schmal wurde, dass wir keine Lust hatten, sie zu fahren. Gegenverkehr wäre definitiv keiner durchgekommen. So stellten wir die Berta etwas weiter unten ab und stiegen die letzten Meter zu Fuß zur Burg hinauf. Oben war wohl ein Parkplatz beim Burgeingang, dort standen aber nur wenige PKWs und entsprechend waren auch nur wenige Burgbesucher da. Wir durchstreiften die Burganlage, stiegen auf die Wehrmauer und besuchten das kleine Museum.

Auf dem Rückweg haben wir noch eine schöne Kirche und eine nette Hausfassade gesehen.

Trotz wunderschönstem Wetter hielt sich unser Elan in Grenzen. Wir entschlossen uns, nicht mehr weit zu fahren und wählten einen Übernachungsplatz an der Küste bei Melonada, südlich des Strofylia Nationalparks. Dort stellte ein Restaurant kostenlose Park- und Übernachtungsplätze für Wohnmobile zur Verfügung. Sie waren direkt hinter dem Strand und man durfte die Toilette des Restaurants mitbenutzen. Wir fuhren durch eine einsame Gegend und staunten nicht schlecht, als wir am Platz ankamen und dort schon mehrere Wohnmobile standen. Wie wir später erfuhren, war der Platz gestern noch ganz voll gewesen.

Wir stellten die Berta in den Schatten, Xenia erkundete den Strand und das Restaurantgelände, Udo machte ein Schläfle. Anschließend gab es einen Frappé in der Berta und einen gemeinsamen Strandspaziergang. Über dem Meer hatte der Wind ordentlich aufgefrischt und die Wellen spülten allerhand Algenzeug ans Ufer. So war der Strand nicht mehr ganz so schön, wie er wohl vormittags noch ohne die Algen gewesen war.

Nach der Wärme des Tages wurde es jetzt merklich kühler. Xenia las noch eine dreiviertel Stunde vor der Berta, aber in langen Hosen und mit einer Jacke. Udo hatte sich gleich nach drinnen verzogen.

Zum Tagesabschluss gab es ein kleines Vesper und einen Strandbesuch zum Sonnenuntergang. Dort trafen wir auch unsere Nachbarn, ein Ehepaar Anfang 70 aus der Schweiz. Mit ihnen unterhielten wir uns sehr nett, bis die Sonne hinter der Insel Zakynthos verschwunden war und es immer kühler wurde.



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Montag, 05.05.2025 – Panne, Abschleppen und Reparatur in Patras, Fahrt zur Kastria Höhle

Vom Restaurantparkplatz Ionion Blue in Mprinia bis zur Kastria Höhle - 132 km

Wetter: vormittags bewölkt, nachmittags sonnig, 25 bis 20 Grad

Heute hatten wir einen aufregenden und nicht so schönen Pannentag, der aber noch viel schlimmer hätte ausgehen können!

Durchkreuzt wurden unsere Pläne, heute eine schöne Radtour in den Strofylia Nationalpark zu machen und unterwegs am Kalogria- Strand zu baden, schon vor dem Aufstehen. Wir trauten unseren Ohren nicht: es regnete! Kein Wetterbericht hatte das vorhergesagt, aber die Tropfen, die aufs Dach prasselten, sprachen ihre eigene Sprache.

Der Regen hörte zwar wieder auf, aber der Himmel war ganz bewölkt. So beschlossen wir, durch die Berge zur Kastria Höhle zu fahren und unterwegs noch beim Lidl in Patras einzukaufen.

Wir waren abfahrtsbereit, Udo wollte die Berta starten, aber sie sprang nicht an. Auch nach mehreren Versuchen dasselbe Ergebnis. Die Batterie war okay und Udo wusste sich keinen Rat. Die schweizer Nachbarn kamen um zu helfen, aber auch sie wussten keinen Rat. Da bemerkte Xenia zufällig, dass es nass unter dem Fahrerhaus war. Es gab keinen Zweifel: das war Diesel! Immer, wenn Udo die Zündung einschaltete und die Dieselpumpe Druck aufbaute, lief der Sprit unten in Strömen heraus. Hatte uns da ein Nagetier die Leitung angefressen?

Wir riefen beim ADAC an, schilderten den Fall und bekamen schnelle Hilfe. 45 Minuten später war ein Abschlepper vor Ort, der die Berta in eine Werkstatt in Patras bringen sollte. Da wir mit der Schnauze gegen eine Mauer standen, bestand der erste Versuch darin, die Berta rückwärts auf den LKW zu ziehen. Das hätte auch funktioniert, wenn sie drauf gepasst hätte, aber die hinteren Räder standen fünf Zentimeter zu weit auseinander. Den freundlichen griechischen Helfer konnte das nicht schocken. Er konnte kaum Englisch, aber “No problem” hatte er drauf. Kurzerhand zog er die Berta ein paar Meter zurück, fuhr mit seinem Abschlepper davor und hob die Vorderräder mit seiner hinteren Gabel an. Anschließend zurrte er sie mit ein paar Bändern fest und los ging die Fahrt in Richtung Patras.

Nur wenige Kilometer vor der Werkstatt war die Straße gesperrt und der Fahrer musste eine kleine, holprige Umleitung fahren. An einer Stelle – wir waren schon fast wieder auf einer autobahnähnlichen Straße – rissen bei einem Holperer die Bänder und wir verloren unsere Berta! Das war ein Schreck! Zum Glück war der 1. Gang eingelegt und die Berta blieb brav hinter uns stehen, allerdings nicht ganz auf der Fahrspur. Zuerst fuhr der griechische Fahrer seinen LKW auf die Seite, meinte beruhigend: “No Problem”, schob dann zusammen mit Udo die Berta hinter den Abschleppwagen und lud sie wieder auf, während der Verkehr dicht an uns vorbeifuhr. Zum Glück ist hier nicht mehr passiert, nur einen Schrammen am linken vorderen Kotflügel musste die Berta erleiden.

Die Straße wurde jetzt sehr holprig, typisch griechisch eben, und wir waren alle froh, als wir nach ein paar Minuten in der Werkstatt ankamen. Inzwischen hatte der ADAC mehrfach angerufen und nachgefragt, ob alles gut läuft. Auch über den Vorfall unterwegs waren sie schon informiert und der nette Sachbearbeiter meinte, wir können ein Hotelzimmer bekommen, sollte die Reparatur länger dauern und den Schrammen können wir auch in Deutschland richten lassen, wenn wir das wollen.

Nach ein paar Minuten kam der junge Chef der Reparaturwerkstatt, schaute sich den Motor an und fand schnell die Ursache: Ein Schlauch, der mit einer Schelle am Benzinfilter festgemacht sein sollte, war lose. Wir haben keine Ahnung, wie so etwas über Nacht passieren konnte, aber es war so. Er machte den Schlauch wieder fest und die Reparatur war beendet. Er wollte eigentlich gar kein Geld haben, aber Udo gab ihm 20 Euro und ließ die Sache damit gut sein. Mehr Aufwand wird es sein, bis der Kotflügel wieder gerichtet ist. Der Fahrer füllte noch einen Unfallbericht aus und fuhr dann wieder weiter. Auch wir konnten jetzt unsere Reise fortsetzen und fuhren zum fünf Minuten entfernten Lidl an der Küste.

Nach dem Einkauf war es 15 Uhr und wir waren froh, etwas essen zu können. Dazu fuhren wir ein paar Meter bis zu einem Parkplatz am Strand, wo wir mit Meerblick den Schreck verdauten und dabei unsere Mägen füllten. Noch eine kurze Pause für Udo, dann ging es weiter in die Berge.

Das Wetter hatte sich inzwischen wieder herausgeputzt, die Sonne schien und die Berge zeigten sich von ihrer schönsten Seite: blühend und duftend. Wieder durften wir viele Kurven fahren, wobei die Straße heute deutlich besser war als wir das schon erlebt hatten. Zweimal war eine Schafherde auf der Fahrbahn, einmal eine Schildkröte, die Xenia vor dem Überfahrenwerden rettete.

Kurz bevor wir am Ziel waren, kamen wir durch das Skigebiet von Kalavryta. Einen Lift konnte Xenia entdecken, der war aber nicht länger als die Skilifte auf der Alb. Nur die dazugehörige Piste war steiler! Jetzt war alles grün, aber im Hintergrund war noch Schnee auf einem Berg.

Hier gibt es Skigeschäfte, Skihotels und Apartments. Im Winter muss hier richtig viel los sein!

Ein herrlicher Blick auf die Berge - auf dem höchsten lag sogar noch Schnee. Leider hatte im Vordergrund jemand seinen Bauschutt abgeladen.

Um 18:15 Uhr kamen wir auf dem Parkplatz an der Höhle an. Es war kein Mensch mehr da. Wir suchten uns eine Stelle aus, an der wir einigermaßen eben standen, und verbrachten dort den restlichen Abend und die Nacht.

Zum Abendessen kochte Xenia Bratkartoffeln und Chicken Nuggets, Udo machte einen Tomatensalat dazu.



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Dienstag, 06.05.2025 – Kastria Seen-Höhle, Zahnradbahnfahrt ab Diakopto, Wanderung im Gleisbett durch die Vouraikos-Schlucht von Megaspiläon bis Diakopto

Von der Kastria-Höhle bis zum Strandrestaurant El Plo in Egialia - 67 km Berta, 12 km Zahnradbahn, 12 km Wanderung

Wetter: bewölkt und sonnig, 20 bis 26 Grad

Wir hatten eine ruhige Nacht auf dem Höhleparkplatz. Erst um 8:30 Uhr kamen die ersten Autos: der Mann vom Ticketschalter, die Putzfrau und die Höhlenführerin. Wir erfuhren, dass die erste Höhlenbesichtigungstour um 9:30 Uhr startet. Wir hatten gehofft, dass es schon um 9 Uhr losgeht, da wir Zugtickets für 12:17 Uhr ab Diakopto gekauft hatten.

Wir waren die einzigen Höhlenbesucher um 9:30 Uhr und konnten so selbst das Tempo bestimmen, in dem wir durch die Höhle gingen. Die Führerin konnte nur ein paar Brocken Englisch, aber wir hatten ein Blatt Papier mit deutschen Erklärungen bekommen, das uns gute Dienste tat. Die Höhle ist auf drei Ebenen entstanden, durch jede floss einmal ein Fluss. Teilweise sind die Ebenen dann eingebrochen. Im Winter steht die ganze Höhle unter Wasser, in den Sommermonaten bleiben ein paar Seen-Becken übrig, die noch vier bis sechs Meter tief mit Wasser gefüllt sind. Die Höhle hat eine beeindruckende Höhe, überhaupt sind die Ausmaße von allem ziemlich groß. Der Teil, der besichtigt werden kann, ist 500 Meter lang und der Weg führt meist über Metallstege. Es war wieder eine ganz besondere Höhle und sie war wieder ganz anders als diejenigen, die wir schon besichtigt hatten.

Um 10:15 Uhr waren wir wieder draußen und starteten sofort mit der Fahrt nach Diakopto, wieder auf kleinen Schlängelstraßen hinauf und hinunter gen Norden. Das Navi sagte 11:25 Uhr als Ankunftszeit voraus, tatsächlich war es dann ein paar Minuten später. Ein paar Fotostopps zwischendrin mussten einfach sein, obwohl wir ein bisschen unter Zeitdruck waren.

Schnee auf den höchsten Bergen und eine Vorschau auf die Vouraikos-Schlucht

Um 11:45 Uhr waren wir am Bahnhof und hatten jetzt das Problem, einen Parkplatz zu finden. Die erste Bahn war schon vor zwei Stunden gefahren und die Passagiere, die sie mitgenommen hatte, hatten ihre Autos auf dem Bahnhofsparkplatz abgestellt. Außerdem waren wir auch für unsere Fahrt nicht bei den Ersten. Es sah gar nicht gut aus, worauf Udo Xenia bat zu beten – und tatsächlich: wir erwischten den allerletzten Parkplatz auf dem Bahnhofsgelände. Die Fahrzeuge hinter uns mussten alle umkehren. Die Vesperbrote waren schon seit dem Frühstück geschmiert, auch die Wanderrucksäcke waren bereits gepackt. So mussten wir nur noch kurze Hosen und Wanderschuhe anziehen und los ging’s.

Der Zug war proppevoll, daher war es gut, Platzkarten zu haben. Leider mussten wir entgegen der Fahrtrichtung sitzen. Das konnte man bei der Bestellung nicht sehen.

Wir fuhren nur bis zur “Mittelstation” nach Megaspiläon, um von dort aus die 12 Kilometer bis Diakopta zurückwandern. Wir hatten gelesen, dass die Wanderung auf den Bahngleisen durch die enge Vouraikos-Schlucht ganz besonders schön sein soll. Wir entschlossen uns für die kürzere Variante ab Megaspiläon, die mit vier Stunden angegeben war. Man hätte auch sieben Stunden ab Kalavryta wandern können, aber das war uns dann doch zu viel. Wie sich später herausstellte, waren auch die 12 Kilometer mehr als genug!

Um 13:10 Uhr kamen wir in Megaspiläon an. Außer uns stiegen nur noch zwei miteinander befreundete Familien mit kleinen Kindern in der Kraxe aus. Alle anderen fuhren bis oben weiter, aber wohl nur, um später wieder herunterzufahren. Für die Wanderung ab Kalavryta war es einfach zu spät, da hätte man den früheren Zug nehmen müssen.

Wir unterhielten uns noch kurz mit den jungen Familien, dann starteten wir.

Die ersten vier Kilometer waren zum Eingewöhnen. Das Gehen im steinigen Gleisbett und auf den Gleisschwellen ist doch ungewohnt und will geübt werden. Mit der Zeit wird es ganz schön anstrengend.

Die zweiten vier Kilometer waren genial: durch Tunnels, über Brücken, an Felsen, Felsvorsprüngen und -überhängen vorbei, in der Regel mit Blick nach unten auf den reißenden Gebirgsfluss Vouraikos, der sich immer wieder in Wasserfällen in die Tiefe stürzte. Wir mussten aufpassen, wann der Zug kommt, damit wir ihm rechtzeitig ausweichen konnten. Wir rechneten anhand der Abfahrtszeiten aus, wann er ungefähr bei uns vorbeikommen musste, und machten kurz vorher unsere erste Vesperpause an einer schönen Stelle am Fluss. Nachdem der Zug durch war, wanderten wir eine gute Stunde weiter, um dann wieder abseits etwas auszuruhen und den Zug aus der anderen Richtung an uns vorbeifahren zu lassen. Die dritte Zugbegegnung hatten wir erst wieder in Diakopta, kurz vor dem Ende der Wanderung.

Die dritten vier Kilometer waren "Pflichtübung". Wir mussten ja wieder zurück zur Berta. Nach 10 Kilometern war Xenia ziemlich erschöpft und wir legten noch einmal eine kurze Rast im Schatten ein. Beim Losgehen hatte es kurz getröpfelt, aber unser Gebet wurde erhört und die dunkle Regenfront zog an uns vorbei. Dafür brannte die Sonne auf uns nieder und je länger wir gingen, umso wärmer wurde es. Wir kamen ganz schön ins Schwitzen und waren froh, genügend Wasser dabei zu haben.

Ziemlich mit letzter Kraft kamen wir um 17:30 Uhr an der Berta an und waren froh und glücklich, es geschafft zu haben. Kurz hinsetzen, ein kaltes Cola, eine Dusche – dann ging es wieder besser.

Wir hatten uns noch keine Gedanken um einen Nachtplatz gemacht, fanden aber dank Park4Night einen privaten Wohnmobilstellplatz “Camperstop En Plo” ganz in der Nähe, in Egialia direkt am Meer beim Strandrestaurant En Plo. Das kostete uns ein paar Euros, aber wir mussten keine Polizei fürchten und konnten uns nach 15 Minuten Fahrt direkt hinter einem Kiesstrand ein Abendessen machen. Es gab Spaghetti mit Tomatensoße, Reibekäse und griechischen Salat. Das war genau das Richtige nach der langen Wanderung und hat uns gut geschmeckt.

Müde, aber glücklich und zufrieden verbrachten wir den Abend und die Nacht in der Berta.



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Mittwoch, 07.05.2025 – Good Bye Peloponnes (Rio-Andirrio-Brücke), Lagunen von Mesolongi (Salzmuseum und Baden), Fahrt nach Astakos

Vom Camperstop En Plo bis Astakos – 138 km

Wetter: Sonnig, 24 bis 28 Grad

Nach der gestrigen Anstrengung machten wir uns heute einen ruhigeren Tag. Unser Strand war ein reiner Kiesstrand, der sich am Morgen sehr stimmungsvoll zeigte.

Vor der Weiterfahrt leerten wir noch das WC und ließen das Grauwasser ab. Frischwasser füllten wir hier nicht nach, es schmeckte nicht gut (sehr eisenhaltig) und wir hatten den Tank noch zur Hälfte voll.

Wir machten dann noch ein paar Bilder vom 'Parkplatz' (keine Campingplatz, nach griechischem Recht), dann hieß es Abschied nehmen vom Peloponnes ):

Bei schönstem Sommerwetter ging es los in Richtung Patras. Wir wollten zuerst Landstraße fahren, um die Autobahnmaut zu sparen, gaben dieses Vorhaben aber schnell auf. Die Verbindungsstraße war Baustelle und die anderen Straßen waren so klein und in schlechtem Zustand, dass wir froh waren, als wir die Autobahn erreichten und zügig, ohne Geschepper und Geklapper, vorankamen.

Zur teuren Rio-Andirrio-Brücke gab es sowieso keine Alternative und als wir über sie fuhren, war uns schon etwas weh ums Herz. Jetzt gab es keinen Zweifel mehr: Wir waren auf dem Heimweg.

Unser erstes Ziel auf dem Festland war die Lagunenlandschaft von Mesolongi. Dort leben neben vielen Fischen auch besondere Vögel wie Pelikane oder Flamingos. Außer ein paar Reihern haben wir aber mit bloßem Auge keine Tiere in der Wasserlandschaft gesehen.

Wir fuhren an Mesolongi vorbei und auf einem schmalen Steg vor auf die Landzunge von Tourlida. Dort gibt es ein sehr schön gemachtes kleines Salzmuseum bei einer stillgelegten Saline. Wir kamen um 13 Uhr auf einem Parkplatz vor der Zufahrt zum Museum an, der direkt an einem Sandstrand liegt. Während wir noch überlegten, ob wir dort bleiben und die schmale Straße zum Museum zu Fuß gehen, überholten uns zwei Busse. Damit waren zwei Dinge klar: Die Straße ist auch für größere Fahrzeuge befahrbar und wir warten noch mit unserem Museumsbesuch, bis die zwei Busse wieder zurückkommen.

So gab es erst einmal ein Vesper und anschließend einen Mittagschlaf. Um 14:15 fuhren die Busse wieder an uns vorbei und wir starteten zum Museum. Wir hatten nicht allzuviel erwartet und wurden sehr positiv überrascht. Es gab einen Audioguide auf Deutsch und die Ausstellung war sehr liebevoll gestaltet und erklärt. Es war uns gar nicht bewusst gewesen, dass Mesolongi eine Salzstadt ist. Auch heute wird hier noch Salz “geerntet”, wie es in der Erklärung hieß, allerdings an einer anderen Stelle westlich der Stadt.

Nach diesem erfreulichen Museumsbesuch war Baden angesagt. Wir fuhren wieder vor an den Strandparkplatz, stellten die Berta ab und sprangen ins Meer. Das Wasser war hier zwar nicht so klar, wie wir das bisher gewohnt waren, aber immer noch sauber und eine willkommene Erfrischung. Udo gönnte sich nach einer Pause im Strandstuhl sogar noch einen zweiten Meergang, Xenia hatte mit einem genug. Positiv war auch die Stranddusche, die wir gerne in Anspruch nahmen und so unser Bertawasser zum Abduschen des Salzes sparen konnten.

Jetzt war es schon 17 Uhr geworden – wie doch die Zeit vergeht! Wir überlegten, wo wir die Nacht verbringen. Der Parkplatz am Strand wäre genial gewesen, aber er liegt in einem Nationalpark, wo das Übernachtungsverbot in der Regel besonders streng überwacht und ein Verstoß teuer geahndet wird. Während wir badeten fuhr die Polizei schon an uns vorbei, aber normales Parken ist erlaubt und sie wollte nichts von uns. Wir wollten es nicht darauf ankommen lassen und suchten uns einen Nachtplatz bei Astakos aus. Sollten wir auf der einstündigen Fahrt dorthin noch etwas anderes finden, könnten wir ja dort anhalten.

Zuerst hielten wir aber bei einem Lidl, der direkt am Weg lag, und kauften noch ein paar Getränke, Donuts, Laugenwecken, Fleischsalat (den ersten, den wir in Griechenland sahen) und salziges Blätterteiggebäck fürs Abendessen. Alles andere hatten wir noch ausreichend im Vorrat.

Die Fahrt nach Astakos war sehr schön – zuerst durch ebenes fruchtbares Land, dann über einen kleinen Berg an die Westküste. Einen schönen Übernachtungsplatz fanden wir unterwegs nicht, daher steuerten wir den ausgesuchten an. Dieser erwies sich als sehr gute Wahl, zwar sehr steil zum Anfahren, aber dafür direkt oberhalb des Meeres. Ein Camper war schon da (Instagram:Mirandasjourneys), wir gesellten uns dazu und genossen die Ruhe, das leise Geplätscher der Wellen und den schönen Ausblick aufs Meer beim Abendessen.



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Donnerstag, 08.05.2025 – Meerbaden bei Astakos, Fahrt zur Insel Lefkas, Wasserfälle von Nydri, Leuchtturm am Kap Doukato

Von Astakos bis zum Kap Doukato auf Lefkas - 143 km

Wetter: sonnig, 24 bis 28 Grad

Der neue Tag begrüßte uns mit herrlichstem Sonnenschein, nachdem am frühen Morgen ein Motorboot an uns vorbeigefahren war und unseren Schlaf kurzzeitig gestört hatte. Das war eine neue Lärmvariante, die wir bisher noch nicht hatten.

Miranda war noch da, in Begleitung eines blondgelockten Jünglings, der sich aber erst später zeigte. Udo erkundete noch vor dem Frühstück den Strand unterhalb unseres Stellplatzes und kam so begeistert zurück, dass wir beschlossen, den warmen Sommermorgen zum Baden zu nutzen. Wir heizten unser Duschwasser und stiegen dann die Stufen den kleinen Weg zum Strand hinunter. Zuerst liefen wir ein Stück am Meer entlang bis zur nächsten Bucht, von wo aus wir Astakos sehen konnten. Auf dem Rückweg sammelten wir einiges an Müll ein, der auf dem ansonsten schönen Kiesstrand lag, und gingen dann baden. Zuerst kostete es etwas Überwindung, aber dann war es wunderschön! Wir gingen sogar zweimal schwimmen mit einer Pause zum Aufwärmen in der Sonne am Strand, den wir ganz für uns allein hatten.

Wieder zurück an der Berta war jetzt auch Mirandas Begleiter aus dem Wohnmobil gekommen und wurde von ihr gestylt. Wir beobachteten das bei einer Tasse Cappuccino und einem Donut. Anschließend gab es einen Wohnmobilputz, während unsere Nachbarn abreisten.

Um 11:30 starteten auch wir in Richtung Lefkas. Die zweistündige Fahrt bis Nydri war ein Erlebnis. Zuerst führte uns die Küstenstraße zwischen Meer und hohen Felsen entlang. Manchmal ging es auch ein Stück hinauf, was uns dann zu fantastischen Ausblicken verhalf.

Auf die Insel Lefkas führt eine Zugbrücke, die gerade noch für den Autoverkehr offen war, als wir ankamen. Einige Schiffe warteten schon in beiden Richtungen auf die Durchfahrt. Es war kurz vor 14 Uhr, und tatsächlich! Um 14 Uhr gab es einen Warnton, die Autos wurden durch eine Schranke gestoppt, die Seitenteile der Brücke hoben sich an und die ganze Brücke schwenkte auf die Seite. Jetzt hatten die Schiffe freie Fahrt und wir sahen dabei zu.

Bevor die Brücke wieder zurück schwenkte und sich für den Autoverkehr öffnete, fuhren wir entlang der Westküste von Lefkas weiter gen Süden. Die erste Stadt, durch die wir kamen, war Lefkada, eine absolute Touristenhochburg. Das war vor 40 Jahren noch ganz anders gewesen! Wir hatten eigentlich vor, auf einen Campingplatz zu fahren und von dort aus eine Radtour an den Nydri-Wasserfall und zum Leuchtturm am südlichen Kap Doukato zu machen, aber als wir sahen, welch ein Verkehr auf der kleinen Küstenstraße war, mehrten sich die Zweifel, ob das ein guter Plan war.

Wir kamen durch Nydri und Xenia sah den Wegweiser zu den Wasserfällen. Es war eine sehr spontane, aber wie sich herausstellte sehr gute Entscheidung, diesem Wegweiser zu folgen. Die Straße wurde immer kleiner und da wir nicht wussten, was uns am Ende erwartet, parkten wir die Berta an einer geeigneten Stelle 500 Meter vor dem eigentlichen Parkplatz und Wanderweg zu den Wasserfällen.

Es war inzwischen 28 Grad warm und wir nahmen für alle Fälle Badebekleidung und Wasserschuhe mit. Wir hatten zwar im Reiseführer gelesen, dass je nach Jahreszeit und Wetter der Wasserfall nicht mehr Wasser als eine Klospülung hätte, aber man weiß ja nie ...

Das Flussbett neben der Straße war ganz ausgetrocknet. Ein schlechtes Omen? Wir gingen trotzdem weiter, kamen an einen schönen Parkplatz, wo wir gut hätten parken können, und gingen dann auf einem Wanderweg 700 Meter die Schlucht von Dimosari hinauf.

Zuerst war kein Wasser in Sicht, aber nach ein paar hundert Meter hörten wir es plätschern und sahen das erste Wasser im Flussbettt und in kleinen Gumpen.

Noch ein kleines Stück weiter und wir waren am ersten kleineren Wasserfall, der sich in einen kleinen See ergoss. Das sah sehr schön aus! Da der Weg weiterführte, folgten wir ihm und kamen zum größeren Wasserfall, der sich ebenfalls in ein Becken ergoss. Unterwegs waren uns ein paar Leute in Badebekleidung begegnet und als wir beim großen Wasserfall waren, kam kurz nach uns ein deutsches Pärchen an. Der junge Mann hatte sich laut seiner Begleiterin schon den ganzen Tag darauf gefreut, im Wasserfallbecken baden zu können. Das tat er dann auch und meinte, es sei schon kalt, aber machbar. Sie ging ebenfalls ins Wasser, drehte aber wieder um, bevor es richtig tief wurde.

Jetzt wurde Xenia mutig und entschloss sich, es ebenfalls zu probieren. Das glasklare Quellwasser war schon kalt, aber auch nicht viel kälter als das Meer am Morgen und wenn man einmal drin war, war es herrlich! Danach waren auch weitere Badegänge und Wasserdurchläufe nicht mehr schwer. Zum Schluss wagte es auch Udo und stieg ins Becken beim ersten Wasserfall. So hatten wir beide unseren Wasserspaß.

Nach diesem erfolgreichen Unterfangen gaben wir, wieder zurück an der Berta, den Campingplatzplan endgültig auf und entschieden uns stattdessen dafür, mit der Berta bis zum Lefkadischen Felsen und dem Leuchtturm ganz im Süden der Insel zu fahren.

Unterwegs füllten wir noch unser Frischwasser an einer Wasserstelle an der Straße bei Vlycho auf. Das Wasser, das hier aus einem Wasserhahn kam, schmeckte sehr gut.

Danach ging es steil den Berg hinauf und weiter bis Kap Doukato. Vom hohen Felsen wurden hier früher Verbrecher ins Meer gestürzt, denen man ein paar Vogelfedern an die Arme gebunden hatte. Überlebten sie den Sturz, war dies ein Gottesurteil und sie wurden begnadigt.

Der Leuchtturm war schon aus der Ferne zu sehen. Als wir die Straße zu ihm vor 40 Jahren fuhren, war sie eine üble Schotterpiste. Heute ist sie komplett geteert, allerdings an manchen Passagen so eng, dass kein Auto entgegenkommen darf.

Das letzte Stück zum Leuchtturm muss man zu Fuß hochsteigen. Das machten wir und begegneten einem Münchner, der mit einem VW-Bus ebenfalls hierhergekommen war.

Nach dem Rundumblick vom Leuchtturm aus fuhren wir ein kurzes Stück die Straße zurück bis zu einer Ausbuchtung, auf der wir die Berta abstellen, kochen, abendessen und die Nacht verbringen konnten. Hier bemerkten wir auch, dass Udos Brille fehlte. Er suchte alles ab, aber die Vermutung war, dass sie ihm beim Wassereinfüllen in Vlycho aus der Brusttasche gefallen war. Da werden wir am nächsten Tag nochmal zurückfahren und nachschauen müssen. Hoffentlich finden wir sie wieder!

Jetzt gab es aber zuerst die noch übrige zweite Portion Chicken Nuggets mit Bratkartoffeln und Tomatensalat. Das hatten wir zwar schon einmal, es hat uns aber auch zum zweiten Mal sehr gut geschmeckt.

Zum Sonnenuntergang gingen wir ein kurzes Stück die Straße entlang zurück bis zu einer Stelle, wo man zu einem Felsen hinaufsteigen konnte. Dort hatten wir Sicht auf den Leuchtturm und den Sonnenuntergang, allerdings leider nicht beides in derselben Richtung. Hier trafen wir auch den Münchner wieder, der sich dann neben uns in die Parkbucht stellte und ebenfalls hier nächtigte.



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Freitag, 09.05.2025 – Strände an der Westküste Lefkas: Porto Katsiki, Egkremni Strand, Gialos Strand, Abendessen und Übernachten bei der Taverna Avra

Vom Leuchtturm von Lefkas bis zur Taverna Avra auf Lefkas – 65 km / Radtour 40 km, 1000 hm

Wetter: sonnig, ein paar Wolken, abends etwas Regen. 26 bis 28 Grad

Wir hatten eine ruhige Nacht und der von der Wetterapp angekündigte Regen am Morgen blieb aus. Es waren Wolken aufgezogen, aber noch während des Frühstücks machte sich der Himmel immer mehr auf.

Unser heutiger Frühstücksausblick

Und schnell noch zwei Bilder für den Vergleich 1984 und heute gemacht.

Wir staunten nicht schlecht, als während des Frühstücks ein kleiner Transporter neben uns in die Schotterstraße einbog und die Böschung hinunterfuhr. Kurze Zeit später kam ein dicker LKW von unten herauf. Dem hätten wir nicht auf der Straße begegnen wollen! Etwas später kam auch der Transporter wieder, hielt neben uns an und wir befürchteten schon Ärger. Aber der Fahrer begrüßte uns nur ganz freundlich, hieß uns in Griechenland herzlich willkommen und ging dann ein Stück abseits um zu telefonieren.

Wir machten zügig fertig und fuhren zuerst 45 Minuten die Straße zurück bis zu der Stelle in Vlycho, an der wir gestern Wasser getankt hatten. Wir hatten zuvor noch einmal den Boden in der Berta nach Udos Brille gründlich abgesucht, aber Fehlanzeige. So blieb nur noch die Hoffnung, dass sie ihm beim Wassertanken aus der Brusttasche gefallen war und dass wir sie dort wiederfinden.

Die Fahrt war zwar ärgerlich, aber wenigstens sehr schön, an der Ostküste Lefkas entlang. Um 10 Uhr waren wir an der Wasserstelle – und tatsächlich! Die Brille lag dort am Straßenrand im Gras. Wie waren wir da froh und dankbar! Nicht nur wegen den Kosten, die mit einer neuen Brille auf uns zugekommen wären, sondern auch, weil Udo die Brille zum Lesen dringend benötigt und er keine gute Ersatzbrille dabei hatte.

Sehr erleichtert fuhren wir einen großen Teil der Strecke wieder zurück und bogen dann in die Straße ein, die an der Westküste Lefkas entlangführt. Von dieser Straße zweigen an verschiedenen Stellen steile Abfahrten zu den schönen Stränden ab. Vor der ersten Abzweigung gibt es einen Aussichtsparkplatz mit Schatten und Xenia hatte die Idee, die Berta dort stehen zu lassen und von hier aus mit den Rädern zu den Stränden zu fahren. Das ersparte uns die schmalen Zufahrten mit dem Wohnmobil und die Parkplatzsuche am Ende. Die 300 Höhenmeter, die auf diesen Wegen anfielen, waren mit den E-Bikes gut zu bewältigen.

Xenia schmierte Vesperwecken, Udo packte die Räder aus und los ging es zum ersten Strand, dem berühmten Port Katsiki. Dort waren wir 1984 schon gewesen, aber damals gab es noch keine Fahrstraße bis fast zum Strand. Heute kann man unten parken, was aber 10 Euros Parkgebühren kostet. Dafür muss man nur die letzten Meter über Treppenstufen hinunter zum Strand gehen. Früher gingen die Stufen bis ganz nach oben zur Straße. Der Strand ist von steilen Klippen umgeben und durch diese besonders schöne Lage, den weißen Sandstrand und das türkisfarbene Wasser ist er unter den Top-10-Stränden der Welt gelistet. Wir waren froh, noch in der Nebensaison hier zu sein. Im Sommer tümmeln sich hier sicher Hunderte von Menschen.

Im Unterschied zu früher waren jetzt alle Wege geteert und überall gab es neue Villen mit bestem Ausblick zum Meer, teilweise mit eigenem Pool. Der Tavernenwirt meinte, dies sei alles mit ausländischem Kapital (China, Saudiarabien, etc.) finanziert. Die Investoren haben sich hier die schönsten Plätze gesichert.

Als wir am Strand ankamen, lag gerade ein Ausflugsboot vor Anker und dessen Passagiere bevölkerten den Strand. Wir wählten uns einen Schattenplatz unter den Klippen, aßen die Laugenwecken und schauten den Badegästen um uns herum zu. Als das große Schiff mit seinen Passieren den Strand verlassen hatte, wurde es deutlich ruhiger und wir nahmen ein Bad im türkisfarbenen Meer. Das war wirklich etwas Besonderes und sehr schön! Zuerst gingen wir barfuß, dann holten wir aber doch noch die Wasserschuhe. Mit ihnen kann man problemlos über jeden Untergrund gehen, ohne aufpassen zu müssen, wohin man tritt.

Das Unangenehmste war das Umziehen nach dem Bad im Sand, weil alles salzig war und der Sand an uns klebte. Aber wir meisterten auch diese Herausforderung und radelten wieder den Berg hinauf zur Berta. Dort angekommen, machten wir eine Pause. Es gab einen kalten Frappé, den wir auf unseren Campingstühlen mit einer super Aussicht über das Meer genossen.

Dann wurden die Stühle wieder eingepackt und wir radelten in die andere Richtung, zuerst noch vorbei an der Abfahrt zum Egkremni Strand, zum Gialos Strand. Diesen langen Strand kann man über eine steile Serpentinenstraße direkt anfahren. Es waren nur ganz wenige Leute dort, vorne am Strand und im Wasser waren wir sogar ganz allein. Es wehte allerdings ein ziemlicher Wind und das Meer war deutlich unruhiger als am Strand zuvor.

Während wir im Meer schwammen, landete ein Paraglider am Strand. Ein Mann mit einer Trillerpfeife half ihm beim Landeanflug und wies ihn mit der Trillerpfeife und heftigem Gestikulieren ein. Wir hatten den Paraglider zuerst nicht bemerkt, aber sehr wohl den schrill pfeifenden Einweiser und dachten, er sei so eine Art Bademeister und wolle uns aus dem Meer vertreiben. So gingen wir aus dem Wasser und das gerade in dem Moment, als auch der Paraglider landete.

Wir radelten die Serpentinen wieder hinauf. Oben angekommen und auf dem Rückweg zur Berta kamen wir an einer Taverne vorbei, die ein großes Schild “Free Parking” aufgehängt hatte. Der freie Parkplatz war eine große Wiese mit Olivenbäumen, auf der man umsonst übernachten durfte, wenn man in der Taverne aß. Zwei weitere Wohnmobile waren schon dort.

Nach der Taverne kam die Abzweigung hinunter zum Egkremni Strand und Udo beschloss, dass er da auch noch hinunterfahren möchte. Xenia hätte das nicht mehr gebraucht, aber sie fuhr mit. Nach einer langen Abfahrt, bei der man den letzten Kilometer nicht mehr mit dem Auto, aber noch mit den Rädern fahren durfte, kamen wir an eine Treppe mit mehr als 300 Stufen, die hinunter zum Strand führte. Auch dieser Strand liegt in einer Felsenbucht, aber er ist größer und nicht so schön wie Porto Katsiki. Wir haben ihn uns nur von oben angeschaut und sind dann wieder hinaufgeradelt, vorbei an einigen Strandbesuchern, die ziemlich geschafft auf dem Weg zu ihren Autos waren.

Nun ging es aber zurück zur Berta. Während der letzten halben Stunde hatte der Himmel immer mehr zugemacht und kurz bevor wir bei der Berta waren, fing es tatsächlich zu tröpfeln an. Udo konnte die Räder gerade noch einpacken, bevor der Regen losging. Er dauerte nicht lange, aber zum Nasswerden hätte es gereicht.

Wir heizten unser Duschwasser, hängten alle nassen Sachen auf und fuhren zu der Taverne mit dem freien Parkplatz. Dort duschten wir und gingen anschließend zur überdachten Außenterrasse der Taverne mit schönem Ausblick. Das Essen war sehr gut - das beste, das wir bisher in Griechenland gegessen hatten. Der Wirt, der die Gäste bediente, war ein Witzbold. Er kam mit einer Faschingsmaske, einer Perücke oder einer Spielzeugpistole und machte seine Späßchen. Wir wählten einmal Zucchinibällchen, einen gegrillten Feta, eine Portion Gyros mit Pommes und Fladenbrot und teilten die Speisen. Udo trank hinterher noch einen griechischen Kaffee. Cappuccino gab es keinen. Als wir fertig waren, waren wir gut satt und mit der Rechnung von 36 Euro (inkl. 2 Cola und 1 Sprite) absolut zufrieden.

Jetzt waren wir nur noch müde und zogen uns in die Berta zurück. Es wurde dunkel und begann wieder zu regnen, aber das machte uns jetzt nichts mehr aus.



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Samstag, 10.05.2025 – Lefkas ade – Archäological Site von Nikopolis – Koronisia im Ambrakischen Golf

Von der Taverne Avra bis Koronisia - 134 km

Wetter: sonnig, 28 bis 30 Grad

Es hätte eine gute und ruhige Nacht werden können, wenn nicht ständig ein Hund gekläfft hätte. Wir hörten ihn bis nach Mitternacht und wieder um 5 Uhr morgens, dazwischen und danach haben wir geschlafen, sogar etwas länger als sonst.

Nach dem Frühstück gab es noch allerhand zu erledigen: WC leeren (hatte uns der Tavernenchef erlaubt), Ladegeräte für die Fahrradakkus anschließen und zum Laden vorbereiten, ein bisschen Aufräumen, Schwätzle mit den Nachbarn. Sie erzählten Udo, dass die Polizei den Elia Wildcamperstrand geräumt habe. Da wurde jetzt wohl das strengere Gesetz der Campingplatzbetreiberlobby umgesetzt und wir waren bei den Letzten gewesen, die hier noch hatten stehen und campen dürfen.

Um 10:30 Uhr kamen wir los und fuhren an der Westseite Lefkas bis Lefkada, wieder über die Schwenkbrücke und dann weiter nach Preveza. Inzwischen genossen wir es, durch die gebirgsähnliche Landschaft mit den blühenden Ginsterbüschen zu fahren. Vor dem Verlassen der Halbinsel warfen wir einen letzten wehmütigen Blick zurück, in Erinnerung an die schönen Strände, die jetzt hinter uns lagen.

In Preveza fuhren wir extra durch die Stadt, wie wir es 1984 auch gemacht hatten, aber es lohnte sich nicht - bis auf den Lidl, an dem wir vorbeikamen und wieder einiges aus seinem Sortiment gebrauchen konnten. Diesmal gab es bessere Erdbeeren, die gleich eingezuckert wurden. Zwei Magnum-Mandel-Eis wurden gleich auf dem Parkplatz verzehrt. Da es 12 Uhr war, aßen wir auch noch einen Donut, ein Hörnchen und eine Schneckennudel und tranken eine Tasse Kaffee dazu. Als kurz darauf auch noch eine günstige Tankstelle auftauchte, die wir nutzen konnten, waren wir wieder gut gerüstet für die Weiterfahrt.

Kurz nach Preveza kamen wir am antiken Theater von Nikopolis vorbei. Xenia erinnerte sich, dass wir 1984 auch hier waren und es ein Bild von ihr im Odeon gibt. Kurz entschlossen hielten wir am Theater an, das noch sehr gut erhalten bzw. restauriert war, und kauften uns Tickets. Die Frau am Schalter erklärte uns, dass wir mit diesen Tickets auch die Reste des Odeons, einer alten frühchristliche Basilia und einer Villa des Griechen Ekdikos Georgios anschauen dürften, die sich ein kleines Stück zurück in Richtung Preveza befänden.

Im Theater waren wir zuerst ganz allein, dann tauchte noch ein anderes Paar auf. Wir schauten uns alles an, was es da zu sehen gab.

Anschließend fuhren wir zurück auf den Parkplatz für die Villa und die Basilika. Recht gut waren hier die Tafeln, die die verschiedenen Räume erklärten. So konnten wir uns ein bisschen besser vorstellen, wie die Gebäude zur römischen Zeit ausgesehen haben könnten.

Was uns nicht klar war: Warum sieht man Jagdszenen mit nackten Frauen in einer Basilika des jungen Christentums (1.Jhd.), in einem Raum direkt neben dem Allerheiligsten?

300 Meter weiter befindet sich ein gut erhaltenes Odeon, das vor alle für Konzerte genutzt wurde und in dem auch heute noch ab und zu Konzerte stattfinden. Den Weg zum Odeon gingen wir zu Fuß und trafen dort auf ein Paar aus Belgien, die ebenfalls mehrere Wochen in Griechenland unterwegs waren, das Land aber in der anderen Richtung umrundeten als wir. Er war vor 30 Jahren schon einmal hier gewesen und hatte ähnliche Erfahrungen gemacht wie wir.

1984: Xenia im Odeon - 2025: Die Steine im Odeon von Nikopolis sind alle noch da

Wir erkundeten auch die Katakomben unter den Sitzreihen, die einem anderswo verborgen bleiben oder nicht vorhanden sind. Nach ausgiebiger Besichtigung aller Mauern und Zellen gingen wir zurück zur Berta und fuhren weiter zum Ambrakischen Golf, den wir von der Villa und dem Odeon aus schon in der Ferne gesehen hatten. Unser Ziel war Koronisia, eine Insel im Ambrakischen Golf, die über eine asphaltierte Dammstraße erreicht werden kann.

Um zu dieser Dammstraße zu gelangen, mussten wir zuerst ein Stück ins Landesinnere hinein und etwas östlicher wieder heraus fahren auf einer endlos erscheinenden geraden Straße – das krasse Kontrastprogramm zu den Bergen und der Küstenstraße Lefkas.

Nach 45 Minuten Fahrt kamen wir in die Lagunenlandschaft rund um Koronisia. Hier soll es viele Pelikane und Flamingos geben. Es war schon später Nachmittag und ziemlich windig, als wir über die schmale Dammstraße die Insel erreichten. Wir sahen einen Mann und zwei Mädels mit einem Kitesurfer-Drachen, zuerst an Land und dann im Wasser. Sie waren wohl am Üben. In der Nähe gab es einen Parkplatz, den wir für eine kurze Rast nutzten, den Dreien zuschauten und unsere Erdbeeren verspeisten.

Unser eigentliches Ziel, das wir ins Navi eingegeben hatten, war die Festung von Koronisia. Sie erwies sich aber als ziemlicher Flopp. Sie ragt kaum über das Städtchen hinaus und besteht nur aus einem Militärturm, in dem wohl heute eine Bibliothek untergebracht ist. Als wir um 17:45 Uhr dort ankamen, hatte der Turm geschlossen.

So machten wir uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz und fanden diesen am Ende einer Lagunenstraße. Dort gab es einen schmalen langgezogenen Strand mit einem Straßenparkplatz, auf dem schon einige Wohnmobile standen. Wir gesellten uns zu ihnen, Platz war genug vorhanden.

Jetzt gab es Abendessen: Rührei mit Speck und Paprika, Tomatensalat, Eisberg-Karottensalat und frisches Brot.

Bevor wir die Luken dicht machten, machten wir noch einen kleinen Abendspaziergang zum Sonnenuntergang.



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Sonntag, 11.05.2025 – Radtour durch die Lagune von Koronisia, Fahrt zum Monument “Tanz von Zalongo”

Von Koronisia bis unterhalb von “Tanz von Zalongo”, 63 km / Radtour 50 km

Wetter: sonnig mit Wolken, 20 bis 22 Grad, nachmittags sehr windig

Wir hatten eine ruhige Nacht ohne Störungen. Es war heute deutlich kühler als gestern, aber ziemlich schwül und dadurch in der Sonne immer noch sehr warm. Wir standen mit anderen Wohnmobilen auf einem großen Parkplatz, mitten in der Lagune.

Am Vormittag war es total windstill, im Tagesverlauf kam ein Wind auf, der immer mehr zunahm. Als wir um 9:30 Uhr zu unserer Rad-Erkundungstour durch das Natur- und Vogelschutzgebiet der Lagunen um Koronisia starteten, war das Meer so glatt, dass sich die Wolken am Himmel darin spiegelten.

Wir hatten unsere Fahrradakkus am Tag zuvor auf der Fahrt geladen, aber für Xenias Akku hatte es nur für 80% gereicht. Da hier aber fast alles eben ist, hat das für unsere Tour gut ausgereicht.

Wir radelten die einzige Zufahrtsstraße nach Koronisia zurück, kamen über das Inselchen “Park von Salaora” und verließen die Autostraße kurz vor Paleoskamia. Bei Vigla bogen wir auf einen Schotterweg entlang der Küste ab. Wir sahen ein paar Wasservögel (v.a. Löffler und Kormorane), aber leider keine Pelikane oder Flamingos. Dafür kamen wir an einer Brackwassergumpe vorbei, wo es eine Menge Schildkröten gab. Als wir uns dem Tümpel näherten, flohen sie aber leider vor uns ins dunkle Wasser und wir konnten nur hier und da ein Bein oder einen Kopf aus dem Wasser ragen sehen.

Wir radelten bis zu einer kleinen Höhle und kehrten dann wieder um. Die Höhle war wohl einmal erschlossen worden, ist aber inzwischen ein 'Lost Place'.

Vor einem kleinen Kloster machten wir Mittagsrast und aßen ein paar Vesperbrote.

Zurück ging es bis zum “Park of Salaora”, dort bogen wir auf einen geschotterten Lagunendammweg ab und fuhren diesen ein paar Kilometer. Es war eine sehr schöne Strecke, aber dann doch immer das Gleiche, weshalb wir den Weg nur etwa zur Hälfte radelten und dann wieder umkehrten.

Im Hafen von Salaora machten wir eine Pause und tranken einen sehr guten Frappé auf der Terrasse eines Restaurants. Inzwischen windete es kräftig, was uns aber nicht viel ausmachte, da wir ziemlich erhitzt von unserer Tour waren.

Recht verschwitzt kamen wir gegen 15 Uhr wieder an der Berta an. Udo ging gleich duschen, Xenia machte noch einen Abstecher ins Meer. Wenn man es schon vor der Haustüre hat, kann man es auch nutzen. Es war eine willkommene Erfrischung, allerdings ist das Meer hier nicht so sauber und klar, wie wir das bisher gewohnt waren. Nach dem Meerbaden war es auch für Xenia schön, in der Berta warm duschen zu können.

Wir machten uns einen Kaffee und aßen die übrigen Donuts. Danach räumte Udo die Räder wieder ein und Xenia machte in der Berta klar Schiff.

Nun war es 16:30 Uhr geworden und wir entschieden uns zur Weiterfahrt in die Berge, etwas nördlich von Preveza, zum großen Denkmal “Tanz von Zalongo” auf einem hohen Felsen des Berges Zalongo mit einer traurigen Geschichte:

Bis zum Jahre 1803 wehrten sich einige Dörfer in der Region Epirus gegen die Eroberung durch das osmanische Heer. Die Not wurde aber immer größer und so entschloss man sich, mit dem türkischen Heerführer Ali Pascha ein Friedensabkommen einzugehen. Dieses wurde allerdings nicht eingehalten und statt freiem Geleit gerieten die Bergbewohner in einen Hinterhalt. Als die Frauen sahen, wie ihre Männer gefangen genommen und gefoltert wurden, nahmen sie ihre Kinder und sprangen singend und tanzend die Schlucht hinunter in den Tod, um so der türkischen Gefangenschaft zu entgehen. Auf dem Berg Zalongo wurde zu Ehren der Frauen und Kinder das riesige Monument „Tanz des Zalongo“ errichtet, das noch heute als Zeichen des griechischen Widerstandes gilt.

Zum riesigen Denkmal geht ein Weg mit über 400 Stufen steil den Felsen hinauf. Der Weg startet hinter dem von Nonnen bewohnte Kloster Agios Dimitrios. Bis kurz vor dieses Kloster fuhren wir und stellten die Berta auf einer kleinen Wiese ab. Es gab hier zwar keine Aussicht, aber es war ja schon Abend (17:45 Uhr) und wir hatten einen ebenen Platz zum Übernachten.

Udo war sehr müde und machte ein kleines Schläfle. Xenia ging zum Kloster und erkundete die Lage. Sie sprach mit einer sehr freundlichen Nonne, die ihr sagte, dass wir leider nicht auf dem Klosterparkplatz übernachten dürfen, aber dass das Tor morgen um 9 Uhr wieder für Gäste geöffnet wird.

So blieben wir auf unserer Wiese und machten Abendessen: Putenschnitzel mit Bratkartoffeln und gemischtem Salat. Als wir gerade fertig waren, rief Eva an. Anschließend aßen wir noch einen Fruchtjoghurt und dann wurde es auch schon bald dunkel.



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Montag, 12.05.2025 – Aufstieg zum “Tanz von Zalongo”, Flusswanderung Acheron

Vom Kloster Agios Dimitrios bis nach Glyki - 52 km / Wanderung 6,3 km

Wetter: vormittags wolkig, dann zunehmend sonnig. 15 bis 26 Grad

Heute war der Tag der Pleiten, Glück und Pannen. Unser Schutzengel hatte wirklich Arbeit mit uns!

Der Tag startete ganz harmlos. Nach einer ruhigen Nacht mitten in der Natur starteten wir um 9:30 Uhr zum Kloster Agios Dimitrios, fuhren durch die geöffnete Pforte und stellten die Berta auf den Klosterparkplatz. Außer uns war keiner da. Wir waren jetzt wieder in den Bergen und die Temperatur war mit 15 Grad noch recht frisch.

Die erste Herausforderung des Tages bestand darin, die 409 Stufen zum Monument “Tanz von Zalongo” hinaufzusteigen. Der Weg startete direkt hinter dem Kloster und wir bewältigten ihn ohne Probleme. Je höher wir kamen, umso besser wurde die Aussicht. Oben angekommen konnten wir weit übers Land und bis zum Meer schauen – wirklich grandios! Das einzig Beklemmende war die Geschichte, die mit diesem Ort verbunden ist.

Da wir nun mal schon da waren, gingen wir auch noch die 200 Meter bis zu einer kleinen Kirche, die aber abgesperrt war. Dafür gab es davor einen gelben Mülleimer. Wer den wohl leert? Und es war sogar eine Papiertonne, zumindest stand “Paper” darauf und es war ein Karton abgebildet. Jetzt trennen die auch noch den Müll auf dem Berg!! Zufahrt gibt es keine ...

Wieder unten angekommen, statteten wir dem Kloster und der Klosterkirche einen kurzen Besuch ab.

Dann fuhren wir ein kurzes Stück den Berg hinunter. Eigentlich wollten wir noch zu einer archäologischen Stätte, aber Google zeigte einen falschen Weg und wir fanden den Einstieg dazu nicht. Wir hielten in einer kleinen Bucht an und entschlossen uns bei einem Laugenwecken und einem Cappuccino, in die Acheron-Schlucht weiterzufahren. Xenia hatte dort eine schöne Wanderung in Kombination mit einer Flusswanderung entdeckt. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen und so fuhren wir in Richtung Glyki, wo die Wanderung beginnt.

Unterwegs wollten wir uns noch mit neuem Frischwasser versorgen, denn der Füllstand lag nur noch bei 25%. Park4night weist dafür auf unserer Strecke ein paar Möglichkeiten aus. Die erste war eine Wasserquelle, die aber direkt an der Straße war und Udo nicht so behagte. Wir fuhren weiter und Udo stellte ein Klappern fest, das wir bisher so noch nicht gehört hatten. Da erinnerte sich Xenia daran, dass ihr Seitenfester noch offen war. Udo hielt an, Xenia kletterte die Leiter hoch in ihr Schlafgemach und erschrak nicht schlecht: das Fenster war weg! Udo konnte es zuerst gar nicht glauben, aber es war so. Was jetzt?

Wir drehten um, fuhren langsam die Straße zurück und überlegten dabei fieberhaft, wo vielleicht ein Ast das Dach gestreift und das Fenster weggerissen haben könnte. Vielleicht vor einer halben Stunde in der kleinen Bucht, wo wir Streckenplanung gemacht hatten?

Es grenzte schon fast an ein Wunder: Nur wenige Kilometer und Minuten nach dem Umdrehen sah Xenia das Fenster im Gras neben der Fahrbahn liegen. Udo hielt an und holte es. Die Scheibe war noch ganz unbeschädigt, lediglich an der Umrandung war ein Stück weggebrochen. An dieser Stelle muss die Scheibe auf der Straße aufgeschlagen und dann in die Böschung geflogen sein. Die Befestigungen waren auch alle noch in Ordnung und es gelang Udo, die Fensterscheibe wieder so einzusetzen, dass Xenia sie innen verriegeln konnte und das Fenster fest verschlossen war. Öffnen werden wir es lieber nicht mehr, aber dicht ist die Luke wieder.

Ziemlich fertig mit den Nerven fuhren wir ins nächste Ort zu einem Café, wo es laut Park4night eine Möglichkeit zum Wassertanken gibt. Wir konnten eine Erholungspause nach dem Schreck bei einer Tasse griechischem Kaffee (Udo) und einem Cappuccino (Xenia) gut gebrauchen. Die junge Besitzerin war sehr nett, hatte einige Jahre in Mannheim gelebt und sprach daher sehr gut Deutsch. Sie erlaubte uns, unseren Schlauch an ihren Außenwasserhahn anzuschließen und so kamen wir zu neuem Frischwasser.

Nachdem es vormittags noch einige Wolken am Himmel gegeben hatte, wurde es jetzt zunehmend sonnig und auch gut warm.

Wir fuhren weiter an den Acheron bei Glyki. Auf der anderen Seite des Flusses standen schon einige Wohnmobile, aber wir stellten uns auf einen Platz, der auf der von Xenia ausgesuchten Tour lag. Es war inzwischen schon 15 Uhr geworden, aber die Wanderung war nur 6,5 km lang und mit 2,5 Stunden angegeben. Die Sonne schien, uns ging es wieder gut und so packten wir Badeschuhe und Xenia ihren Bikini ein, um auch ein Stück im Fluss gehen bzw. waten zu können. Um 15:30 Uhr starteten wir. Dass es 19 Uhr werden würde, bis wir wieder zurück sind, und was da noch auf uns wartete, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Der erste Teil der Wanderung ging zuerst einmal ein Stück den Berg hinauf und dann auf halber Höhe den Fluss entlang. Es war ein schöner kleiner Wanderweg der allerdings die meiste Zeit durch den Wald ohne Sicht auf den Fluss führte. Das hatte sich Xenia eigentlich anders vorgestellt und wir freuten uns auf den Rückweg am bzw. streckenweise im Fluss.

Nach 3 km führte uns der Weg an den Fluss hinunter und bevor wir den Rückweg antraten, machten wir eine kleine Trink- und Müsliriegelpause.

Ab jetzt ging es flussabwärts. Zuerst gab es noch einen Weg auf der anderen Seite des Flusses. Er führte uns aber immer weiter den Berg hinauf und wurde dabei immer kleiner und unwegsamer. Am Ende mussten wir ein ganzes Stück steil den Berg hinunter zum Acheron absteigen und dort war dann endgültig Schluss mit Weg. Das hat uns nicht weiter schockiert, denn darauf waren wir vorbereitet.

Jetzt kamen die Badeschuhe zum Einsatz, Xenia ging gleich in der Bikinihose. Wir haben später in einem Reisebericht gelesen, dass der Acheron das ganze Jahr über 9°C haben soll – das Wasser kam uns aber einiges wärmer vor. Es war ganz klar und streckenweise türkisblau. Die Temperatur war nicht das Problem, mehr die Strömung und vor allem die tiefen Stellen.

Wir kamen durch eine Felsenschlucht, wo wir einer tiefen Stelle, durch die wir nur schwimmend gekommen wären, über ein oaar Felsen sehr abenteuerlich ausgewichen sind. Die letzten 2 Meter sind wir regelrecht über den Fels ins Wasser gerutscht.

Nun ging es ganz gut weiter und wir hofften schon, es geschafft zu haben – da kamen wir zum nächsten Schluchtabschnitt, wo die Felsen wieder ganz eng waren und das Wasser dadurch eine ordentliche Strömung bekam. Xenia ging voraus, um die Tiefe auszuloten. Sie war inzwischen nur noch mit ihrem Bikini bekleidet und konnte schwimmen. Udo dagegen hatte den Rucksack auf dem Rücken mit unserer Wegzehrung, den ausgezogenen Schuhen und Kleidern und allen wichtigen Dingen, die wir nicht im Auto lassen wollten. Alle elektrischen Geräte hatten wir nach der Felsumrundung in Plastiktütchen verpackt, die Udo noch im Rucksack hatte. Wir befürchteten, sie könnten nass werden und umkehren konnten wir eigentlich nicht mehr. Es wäre viel zu weit gewesen und über die Felsen wären wir in die andere Richtung nicht mehr gekommen.

So blieb nur die Flucht nach vorne. Xenia ging voraus, Udo reichte ihr manchmal den Rucksack über einen Felsen, um selbst bauchtief im Wasser darum herumgehen zu können. So kamen wir langsam voran, bis wir an eine Passage kamen, wo es ohne schwimmen nicht mehr weiterging. Für Xenia kein Problem, für Udo mit Rucksack unmöglich. Darauf waren wir nicht vorbereitet und dafür auch nicht ausgerüstet. Was jetzt??

Udo meinte: wir müssen irgendwie den Berg hinauf kommen. Xenia meinte: aber auf der Seite, wo oben der Wanderweg verläuft. Wenn wir es irgendwie bis zu diesem schaffen, dann haben wir es geschafft. Wir suchten und fanden eine Stelle, wo wir das Flussbett verlassen konnten, und kämpften uns durchs Gestrüpp, das teilweise auch noch dornig war, nach oben. An ein paar Stellen meinten wir, einen kleinen Weg erkennen zu können, dann war wieder nichts mehr da. Udo schnitt mit einem Taschenmessen immer wieder dornige Ruten ab, trotzdem zogen er sich einige blutige Kratzer zu. Auch Xenia hatte noch schwer zu kämpfen, aber bei ihr bleib es bei einigen unblutigen Kratzern. Wie groß war die Erleichterung, als wir endlich auf den Wanderweg trafen! Geschafft!! Der Weg bis zur Berta war gar nicht mehr so lang, wir hatten unten im Flussbett schon einen großen Teil zurückgelegt.

Zurück an der Berta fuhren wir ein Stück zurück auf der Straße, die wir anfangs gewandert waren, bis zu einem schönen gepflasterten kleinen Parkplatz. Dort war es nicht so laut wie direkt am Fluss und dort parkten wir für die Nacht.

Nun mussten noch die nassen Sachen versorgt und Udos Hose und T-Shirt, die der Fluss und das Gestrüpp auf dem Rückweg ziemlich mitgenommen hatten, gewaschen werden.

Um 20 Uhr gab es Spaghetti mit Tomatensoße und Salat, dazu ein kaltes Cola. Die Kohlehydrate taten jetzt gut, draußen wurde es langsam dunkel und wir waren froh und dankbar, dass wir unser Fenster wieder hatten und unser Flussabenteuer noch einmal glimpflich ausgegangen ist.



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Dienstag, 13.05.2025 – Acheron Flusswanderung Teil 2, Nekromanteion Acheron, Parga, Burg des Ali Paschas von Trapeza

Von Glyki bis zur Burg des Ali Paschas – 47 km

Wetter: sonnig mit ein paar Wolken, 24 bis 26 Grad. Dem Regenschauer über Mittag sind wir entwischt.

Nach den gestrigen Strapazen ließen wir es heute gemütlich anlaufen. Wir schliefen etwas länger und schauten uns nach dem Frühstück ein bisschen in der Umgebung um: Wir fuhren nach Glyki und auf die andere Flussseite des Acharon zu dem Parkplatz, wo die vielen Wohnmobile standen. Am Ende dieses Free Parkings gibt es ein paar Shoppingbuden und ein Klohäusle, das wir zum Leeren unserer Campingtoilette benutzten.

Da das Wetter traumhaft schön war, warm und sonnig, stellten wir die Berta zu den anderen Wohnmobilen, zogen Badebekleidung und Wasserschuhe an und gingen auf dieser Seite den Acharon hinauf bis zu der Stelle, wo der Wanderweg aufhört. Bis dahin war noch einiges los, aber wenn es dann nur noch durchs Wasser weitergeht, dünnt sich der Besucherstrom doch deutlich aus. Wir wollten sehen, wie weit wir kommen, bevor man schwimmen muss. Xenia hätte das im Bikini versuchen können, Udo hatte aber das Handy dabei und wollte nichts riskieren.

Das Wasser kam uns heute kälter als gestern vor, was daran liegen könnte, dass in diesem Gebiet an verschiedenen Stellen kleine kalte Quellflüsse in den Acheron fließen. Daher heißt die Stelle auch “Acheron Springs”. Gleich zu Beginn kamen wir an einer sehr starken Quelle vorbei, wo das Wasser in großer Menge direkt aus dem Fels in den Fluss fließt. An der Stelle wird der Fluss deutlich kühler, das frische Wasser hat 9 Grad.

Wir kamen ein ganzes Stück weit in die Felsenschlucht hinein und konnten dann tatsächlich von dieser Seite aus die Stelle sehen, wo wir gestern abbrechen mussten. Die “Schwimmpassage” ist nur ca. 10 Meter lang, aber das sind eben 10 Meter zu viel. Tiefes Wasser und steile Felsen rechts und links lassen nichts anderes als Schwimmen zu, wenn man hier durchkommen möchte. So nah waren wir gestern dem Ziel gewesen! Aber jetzt können wir wenigstens sagen, dass wir die ganze Schlucht gesehen haben.

Der Rückweg ging deutlich einfacher, da das Laufen mit der Strömung deutlich leichter ist als dagegen. Wir kamen an einer Gartenwirtschaft vorbei, wo wir uns angesichts der Anzahl der Tische schon fragten, auf welchen Besucheransturm man sich hier einrichtet.

Wieder zurück an der Berta wärmten wir uns dort bei einem Mittagsvesper mit Tomaten, Brot und Käse unsere kalten Füße wieder auf.

Nun fuhren wir weiter, wieder ein Stück gen Süden, zum Nekromanteion Acheron. Als wir starteten, fing es ein bisschen zu regnen an, es hörte aber vor dem Nekromanteion wieder auf.

“Nekromanteion” bedeutet “Orakel der Toten”. Die alten Griechen kamen hierher, um mit den Toten in Kontakt zu treten. Pilger mussten tagelang schwierige physische und spirituelle Rituale und Zeremonien durchlaufen, um die unterirdische Kammer und das Tor zur Unterwelt erreichen und die Seelen der Toten besuchen zu dürfen.

Wir waren heute die einzigen Besucher und wollten auch kein Totenorakel einholen. Wir durchstreiften ein paar Räume und Gänge und ließen uns die aufgestellten Infotafeln von Google übersetzen und auf Deutsch vorlesen.

Im Vorratsraum waren einige große Tonkrüge zu sehen und im später entstandenen Verwaltungsgebäute war ein Inforaum eingerichtet.

Im Grundriss war der Vorbereitungsbereich noch gut zu erkennen, insbesondere das Labyrinth. Die Anrufung der Toten fand dann wohl in einer geheim zugänglichen Katakombe statt.

Wir bestaunten die Bauweise mit dicken Steinen, die ohne Mörtel passend aufeinander gesetzt worden waren.

Es war ganz nett, aber mit 10 Euro Eintritt doch sehr überteuert, und vom “mystischen Ort” haben wir nicht viel mitbekommen bei herrlichstem Sommerwetter.

Jetzt ging es wieder an die Küste. Das nächste Ziel war das vielgelobte Hafenstädtchen Parga. Wir kamen auf eine tolle Straße, von der aus man immer wieder phantastische Ausblicke aufs Meer und die Uferstädtchen hatte und an deren Straßenrand die tollsten Büsche in alle Farben blühten. Es war fast wie in einem botanischen Garten.

Als wir Parga erreichten, merkten wir gleich, dass wir wieder in einer Touristenregion waren: viel Verkehr und viel Betrieb. Wir hatten ins Navi als Ziel die Burg von Parga eingegeben und Google routete uns wieder einmal in eine kleine Straße, die dann auch noch für uns gesperrt war. Unser Glück war, dass wir dort einen Parkplatz für die Berta fanden, von dem aus wir in 15 Minuten an der Burg und in der Stadt waren.

Zuerst ging es auf die Burg. Wir hatten gedacht, es sei die Burg von Ali Pascha, aber es war “nur” die Burg von Parga. Die von Ali Pascha konnten wir in der Ferne auf einer Bergkuppe sehen. Die Burgruine kostet keinen Eintritt, was uns sehr verwunderte, denn sie war noch ganz gut erhalten und man hatte von dort einen sehr schönen Blick auf Parga, den Hafen und die Strände.

Nach dem Burgbesuch stiegen wir in die Stadt hinunter und gingen die Hafenpromenade entlang. Zuerst gab es eine Kugel Eis, zum Abschluss ein Gyros Pitta. Udo hielt Ausschau nach einem Postkartenstand, um ein Bild von 1984 nachzustellen. Man sollte es nicht glauben: nirgendwo gab es Postkarten zu kaufen! Diese wurden wohl von WhatsApp abgelöst, nehmen wir an.

Der Weg zurück zur Berta war, wie wir es nicht anders erwartet hatten, ganz schön anstrengend, ging es doch wieder einige Höhenmeter den Berg hinauf.

Nun nahmen wir noch unser letztes Ziel für heute in Angriff: die Burg von Ali Pascha von Trapeza. Von ihm hatten wir schon beim “Tanz von Zalongo” gehört, war er doch der Eroberer gewesen, vor dem die Frauen mit ihren Kindern in den Tod flohen. Auch von dieser Burg ist noch viel erhalten und auch sie kann ohne Eintrittsgeld besucht werden. Wir fanden unterhalb von ihr einen Parkplatz vor, den wir gut zum Übernachten nutzen konnten.

Doch zuerst ging es hinauf auf die Burg. Ganz allein durchstreiften wir das Burggelände, bis wir plötzlich Stimmen hörten: ein Ausflugsbähnle aus Parga war vorgefahren und hatte zwei Waggons voll Touristen mitgebracht, die nun – zum Glück in einem Pulk – die Burg besichtigten. Wir waren fast durch, durchstreiften noch die letzten Gänge und gingen wieder zurück zur Berta.

Ein großes Abendessen gab es nicht mehr, ein kalter Frappé mit ein paar Waffelröllchen und Honig-Salz-Nüssen genügte uns.



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Mittwoch, 14.05.2025 - Rund um Ioannina: Dodoni, Höhle von Perama, Burg und Altstadt, Denkmal zu Ehren der tapferen Frauen von Pindos (Zagori)

Von Ali Pascha von Trapezas Burg bis zur Statue “Frau von Zagori” - 145 km

Wetter: sonnig und wolkig, 26 Grad. Abends auf dem Berg 15 Grad

Wir hatten eine sehr ruhige Nacht, die aber um 7:30 Uhr endete, als ein Motorrad knatternd auf den Parkplatz fuhr, sich zwei Männer lebhaft unterhielten und eine Drohne fliegen ließen. Dann waren sie auch schon wieder weg und wir stiegen aus unseren Betten.

Heute sollte es wieder einen schönen Sommertag geben, am Abend zogen allerdings bedrohlich dunkle Wolken auf.

Heute stand Ioannina auf den Programm. Den ersten Stopp machten wir ungefähr 20 Kilometer südlich der Stadt beim Ausgrabungsfeld von Dodoni, einem der ältesten Orakelorte Griechenlands. Die Stätte existierte seit ca. 3000 v. Chr.. Die ersten Gebäude wurden um 800 v. Chr. errichtet und dem Göttervater Zeus geweiht, der sich der Legende nach hier an einer Eiche niederließ und Herr des Orakels war. Priester dienten ihm unter dieser Eiche und gaben Weissagen weiter, die sie aus dem Rauschen der Blätter oder dem Gurren von Tauben, die in der Eiche nisteten, herauslasen.

Heute sieht man hier noch ein antikes Theater und Reste des Heiligtums, insbesondere eines Zeustempels. Als wir 1984 hier waren, konnten wir noch im Theater und den Tempeln herumspazieren – heute ist auch hier alles abgesperrt und Renovierungsarbeiten waren in vollem Gang.

Wir hatten das Pech, mitten in einen Schulausflug zu geraten. Als wir ankamen, kam gerade eine Horde Kinder aus dem Eingang. Sie stiegen in einen Bus und wir dachten schon, dass wir das wieder gut erwischt haben. Aber als wir ein paar Minuten auf dem Gelände waren, kamen noch zwei Schulkassen und bevölkerten das Theater und den Platz vor dem Zeustempel. Sie waren ganz anständig und blieben in ihrer Gruppe, aber es waren halt viele. Wir versuchten, ihnen möglichst nicht in die Quere zu kommen, was nicht immer ganz gelang.

Hilfreich waren die Tafeln, die auch hier mit Informationen aufgestellt sind und die es 1984 noch nicht gab. Dafür ist der Eintritt mit 15 Euro für das, was man hier noch sehen und erfahren kann, schon recht hoch.

Wir hielten uns eine Stunde im Gelände auf und machten uns anschließend ein Vesper in der Berta. Als die Schüler wieder weg waren und Ruhe einkehrte, waren wir sehr froh.

Weiter ging die Fahrt nach Ioannina. Wir hatten entschieden, zuerst zur Perama Höhle nördlich der Stadt zu fahren, um sicher eine Führung zu bekommen. Auf dem Weg dorthin kamen wir direkt an einem Lidl vorbei, und da ein Einkauf heute sowieso auf dem Programm stand, erledigten wir diesen gleich.

Danach ging es weiter, immer den Wegweisern zur Cave nach, die sich mit den Anweisungen von Google deckten. Kurz vor dem Ziel fuhren wir durch eine schmale Einbahnstraße und kamen an einem Silberschmuckverkaufsladen vorbei. Der Besitzer winkte uns auffordernd zu, auf seinen Parkplatz hinter dem Geschäft zu fahren. Wir dachten zuerst, das sei der Höhleparkplatz, merkten dann aber schnell, dass dem nicht so war. Es wurde uns aber angeboten, hier kostenlos parken und die Höhle besichtigen zu können, wenn wir uns den Laden auch einmal anschauen. Der Mann war sehr nett und so machten wir es so. Allerdings gingen wir zuerst zur Höhle, deren Eingang wirklich nur 50 Meter entfernt auf einem kleinen Fußweg zu erreichen war. Einen Höhleparkplatz konnten wir nirgends sehen.

Wir kauften Tickets und nur ein paar Minuten später ging die Führung auch schon los. Die Höhle ist relativ groß und man kann einen Kilometer hineingehen. Einmalig ist hier ein kreuzförmiger Tropfstein, der aber ziemlich unscheinbar in einer Ecke steht.

Wir waren erst ein paar Minuten in der Höhle, als eine zweite große deutsche Reisegruppe zu uns stieß und wir die Führung weiter zusammen mit dieser machen mussten. Jetzt waren doch sehr viele Leute unterwegs und wir setzten uns ganz nach hinten ab. Erklärungen hörten wir so keine mehr, aber das war uns auch nicht so wichtig. Dafür konnten wir uns relativ ungestört umsehen.

Nach 45 Minuten und einigen Treppenstufen hinauf und hinunter kamen wir durch einen zweiten Höhlenausgang wieder ans Tageslicht und mussten eine gute Strecke zu unserer Berta zurücklaufen.

Jetzt wollten wir noch Ioannina selbst besuchen, insbesondere die alte Burganlage am See. Udo wollte eigentlich nicht in die Stadt hineinfahren, aber es blieb nichts anderes übrig, wenn wir nicht mehrere Kilometer zu Fuß gehen wollten. Der ursprünglich ausgewählte Parkplatz war gesperrt, so kamen wir doch bis vor an den See und als wir dort an einem privaten Parkplatz vorbeikamen, fuhren wir hinein und parkten, obwohl wir dafür 10 Euro bezahlen mussten. Aber so hatten wir wenigstens einen zentralen Stellplatz zur Stadtbesichtigung.

Auf die Burg zu kommen war gar nicht einfach und wir scheiterten mehrfach. Durch die schönen Gassen war das aber auch sehr schön und unterhaltsam. Udo fotografierte auch eine typische Griechin, die bei 26 Grad ihren Daunenmantel an hat. Man sieht dies sehr häufig, dass die Griechen zumindest eine ärmellose Daunenjacke an haben.

Als wir endlich auf der Burg waren und konnten wir “unser Kanonenbild” von 1984 machen. Inzwischen gibt es mehrere Museen, aber wir hatten keinen Kopf mehr dafür. Die Burgmauern waren meist abgetrennt. Wir schlenderten noch durch ein paar Gassen und kehrten dann zur Berta zurück.

Bei einem Kaffee mit Donuts und Hörnchen entschlossen wir uns, noch ein Stück in die Berge in Richtung Vikos-Schlucht zu fahren. Es war zwar schon fast 19 Uhr, aber in Ioannina wollten wir nicht bleiben. Leider sagt der Wetterbericht für die nächsten Tage Regenwetter an, morgen soll es bis zum frühen Abend noch trocken sein. Wenn es denn stimmt ... Xenia hatte eine Wanderung zu einem Aussichtspunkt über die Vikos-Schlucht herausgesucht und so fuhren wir zum Startpunkt dieser Wanderung.

Auf dem Weg in die Berge kamen wir an einer großen Frauengestalt vorbei, die wir schon von Weitem auf einer Bergkuppe sahen. Wir änderten spontan unser Fahrziel, bogen zu diesem Monument “Frau von Zagori” ab und fanden dort einen schönen und zur Übernachtung geeigneten Parkplatz.

Die etwa 6 Meter hohe Frauenstatue wurde 1993 errichtet und ist dem Andenken der Frauen von Zagori gewidmet, die im Herbst 1940 selbstlos ihr Leben opferten, um die Invasion der italienischen Streitkräfte abzuwehren. Sie beteiligten sich aktiv am ungleichen Krieg, indem sie regelmäßig Versorgungsgüter an die griechischen Streitkräfte in der Nähe von Zagori lieferten und gleichzeitig die Verwundeten ins Hinterland brachten.

Wir stellten uns auf ein ebenes Plätzchen und machten uns ein Abendessen: Rührei mit Paprika, Schafskäse und Schinken, dazu einen Salat und ein frisches Brot.

Nach dem Abendessen ging die Sonne unter, wir sahen sie noch am Horizont, hinter den Bergen und zwischen den Wolken, hervorblitzen.



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Donnerstag, 15.05.2025 – Alte Steinbrücke Kokkorou, Wanderung über die Vradeto Treppe zum Beloi Aussichtspunkt, Kleidonia Campingplatz

Vom Denkmal “Frau von Zagori” zum Campingplatz “Camping RV Parking” bei Kleidonia – 67 km / Wanderung 10,3 km, 440 hm, 1100 Treppenstufen

Wir hatten eine sehr ruhige Nacht, die Zagori-Dame hat auf uns aufgepasst. Die Wolken waren auch noch müde und hingen noch in den Tälern fest.

Mit geschmierten Wecken kamen wir um 9:00 Uhr los und fuhren zum Anfangspunkt unserer heutigen Wanderung im Pindos-Vikos-Nationalpark. Es sollte über die Vradeto-Treppe zum Aussichtspunkt Beloi (Aussicht über die Vikos-Schlucht) gehen. Als wir uns auf den Weg machten, hingen die Wolken noch tief in den Bergen. Wir fuhren manchmal durch sonnige Abschnitte, dann war es wieder etwas neblig oder wolkenverhangen.

Auf dem Weg kamen wir an der wunderschönen Kokkorou-Steinbrücke vorbei. Hier machten wir einen kurzen Stopp, bewunderten die Brücke und das herrliche Bergpanorama. Die Sonne schien und es herrschte eine majestätische, wohltuende Ruhe, die nur durch ein paar Vögel unterbrochen wurde.

Weiter ging es hinauf in die Berge nach Kapesovo, wo wir am Startpunkt der Wanderung an der Straße parken konnten. Ein Wohnmobil aus Dresden war schon da, neben dieses stellten wir uns.

Um 10:10 Uhr wanderten wir los. Zuerst ein Stück in ein Tal hinein, das wir über eine Steinbrücke überquerten. Im Anschluss kam die erste Challenge, die Treppe (Skala) nach Vradeto. Diese Steintreppe geht an einem Felsen in die Höhe, besteht aus 1100 Stufen, erstreckt sich über 1,5 Kilometer, hat 39 Kurven und überwindet einen Höhenunterschied von 250 Metern.

Im nördlichen Pindos Nationalpark waren die abgelegenen Zagori Dörfern einst durch Pfade und alte Steinbrücken verbunden. Einen Teil dieser Wege und Brücken gibt es noch immer, die Vradeto Skala gehört dazu. Heute kann man Vradeto auch über eine Schlängelstraße erreichen, aber früher gab es wohl nur diese Treppe als Verbindungsweg.

Wir bewältigten die vielen Stufen ohne größere Probleme, nur ins Schwitzen kamen wir und waren dankbar, als sich pünktlich zu unserem Aufstieg Wolken vor die Sonne schoben und wir so im Schatten gehen konnten. Auch die nur 16 bis 18 Grad Außentemperatur waren sehr angenehm und in kurzen Wanderhosen und Poloshirt gut auszuhalten.

In Vradeto saßen zwei Wandersleute auf einer Aussichtsterrasse und tranken einen Kaffee. Wir fragten sie, ob sie aus Dresden kommen, und dem war tatsächlich so. Sie waren am Morgen ganz früh aufgebrochen und hatten den Aussichtspunkt Beloi schon hinter sich.

Zu ihm machten wir uns jetzt auf den Weg, zuerst durchs Dorf, dann auf einer breiten Schotterstraße und zum Schluss auf einem kleinen Wanderweg.

Die Aussicht vom Beloi-Balkon ist wirklich grandios. Es war niemand da, als wir ankamen. Wir packten unsere Vesperbrote aus und verzehrten sie mit einer gigantischen Aussicht in die Vikos-Schlucht. Es dauerte aber nicht lange, da gesellte sich ein älteres Paar zu uns und dann füllte sich der Balkon nach und nach.

Die Vikos-Schlucht erstreckt sich über zehn Kilometer zwischen den Dörfern Monodendri und Vikos. Sie ist sehr eng zwischen ihren steilen Kalksteinwänden und bis zu 1000 Meter tief. Damit ist sie eine der tiefsten Schluchten der Welt und im Guinness-Buch der Rekorde sogar eingetragen als "tiefste Schlucht weltweit im Verhältnis zu ihrer Breite". Der Grand Canyon ist zwar noch tiefer, aber viel breiter.

Nachdem wir uns sattgesehen hatten und es immer voller wurde, traten wir den Rückweg an. Unterwegs hatten die Wiesen viele Blumen zu bieten, viele davon kennen wir von uns zuhause. Es gab auch viele schöne Orchideen.

Im Dorf Vradeto setzten jetzt wir uns auf die Plätze, die sich vorher die Dresdner ausgesucht hatten, tranken Kaffee und aßen einen Orangen-Rührkuchen dazu. Sogar die Sonne kam ein bisschen heraus, allerdings nur für ein paar Minuten.

Nun mussten wir die 1100 Stufen wieder nach unten gehen, was weniger schlimm als befürchtet wurde. Auch das letzte Stück wieder den Berg hinauf zur Berta schafften wir gut und kamen um 14:45 Uhr trockenen Fußes bei ihr an. Nach einer Verschnauf- und Ausdampfpause in unseren Stühlen am Klippenrand gab es eine Dusche und eine Wegplanung.

Wir entschlossen uns, nicht zurück nach Ioannina zu fahren sondern weiter gen Norden nach Kleidonia. Dort gibt es den einzigen Campingplatz der Region mit Wander- und Raftingangeboten im Pindos-Vikos-Nationalpark. Sollte das Wetter so werden wie für den nächsten Tag angekündigt (Dauerregen), hätten wir außerdem einen guten Stellplatz mit Strom und sanitären Anlagen.

Um 17:30 Uhr kamen wir dort an. Der Platz war gut belegt, aber wir bekamen einen Stellplatz. Wir machten uns noch ein bisschen schlau, was man hier alles machen kann, dann gab es einen Grießbrei mit Pfirsichen zum Abendessen in der Berta, wo wir den ersten Regenschauer gut über uns ergehen lassen konnten. Es hörte aber bald wieder zu regnen auf und wir sind gespannt auf die Nacht und den morgigen Tag.


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