Berta-Aalen-Gesamt

Gesamtes Urlaubstagebuch - Aalen 07.08.2023

Mo 07.08.2023 - Charlottenhöhle

Um 13:45 Uhr kamen wir los, nachdem wir vormittags noch den Minipflaumenbaum vor dem Haus abgeerntet hatten und Xenia noch bei der Ärztin war, um sich ein Antibiotikum verschreiben zu lassen. Sie hatte sich leider eine Bronchitis eingefangen, die noch ziemlich eitrig war. Es war ziemlich kalt, 12 Grad, und es ging ein ziemlich starker Wind. Aber zumindest hatte es zu regnen aufgehört.

Die Fahrt führte uns als erstes nach Giengen an der Brenz zur Charlottenhöhle. Um 14:45 Uhr kamen wir dort auf dem Parkplatz an und gingen zur Kasse, um uns Karten für die Höhlenbesichtigung zu holen. Die nächsten Touren waren schon ausverkauft, erst um 16 Uhr gab es eine Möglichkeit. Das machte uns aber nichts aus. Wir besichtigten zuerst noch das kleine Museum („Erlebniswelt“) zusammen mit vielen Kindern und einigen Familien. Danach reichte die Zeit noch für einen Kaffee in der Berta, dann war es auch schon Zeit, den Berg hinauf zum Höhleneingang zu marschieren.

Die Höhle ist einen halben Kilometer lang und zeichnet sich durch schmale urige Gänge aus. Viele der Tropfsteine sind abgeschlagen oder abgesägt, was sehr schade ist.

Sie hat uns aber trotzdem ganz gut gefallen. Früher war sie nur von Tieren bewohnt, Bären und auch dem Höhlenlöwen, aber nicht von Menschen, da sie keinen Rauchabzug hat und ziemlich kalt (8-9 Grad) ist.

Nach der einstündigen Führung waren wir ziemlich müde und nutzen unsere Berta-Betten für ein Schläfle. Danach war Abendessenszeit. Anschließend machten wir noch einen Abendspaziergang auf die Ruine Kaltenburg, von der aus wir einen schönen Blick auf den Zusammenfluss von Lone und Hülbe hatten. Die Wolken waren teilweise aufgerissen und es gab etwas Abendrot.

Da wir die Berta auf einem PKW-Parkplatz stehen hatten, blieben wir nicht über Nacht sondern fuhren noch weiter nach Aalen zum dortigen Parkplatz an den Limes-Thermen, der extra für Wohnmobile ausgewiesen ist. Wir kamen dort um 21:45 Uhr an und wollten uns eigentlich Karten fürs Besucherbergwerk am nächsten Tag kaufen, aber die waren schon alle ausverkauft. Die nächste wieder verfügbare große Führung gab es erst wieder für Donnerstag. Wir beschlossen, diese zu buchen und dafür noch einmal nach Aalen zurückzufahren. Die Strecken sind ja nicht so weit.

Auf dem Parkplatz verbrachten eine ruhige Nacht - so sah es zumindest bis 23:30 Uhr aus. Dann fuhr nämlich ein Auto mit Jugendlichen auf den Parkplatz, die bei lauter Musik und Gelächter Party machten. Da war es leider vorbei mit der Ruhe und Schlafen war auch nicht mehr möglich.

Di 08.08.2023 - Aalen Radtour

Um 1 Uhr bat Xenia, dass Udo das Auto auf einen anderen Parkplatz fährt, wo wir schlafen können. Er ließ sich überreden, wobei sich die Parkplatzsuche zuerst schwieriger gestaltete als gedacht. In der Dunkelheit ist Udo nach der Aufforderung des Navis falsch abgebogen und in einem kleinen Weg regelrecht steckengeblieben. Es blieb nichts anderes übrig, als rückwärts wieder rauszufahren – ein schwieriges Unterfangen mit dem großen Auto in der Nacht. Aber schließlich war es geschafft und wenige Minuten später erreichten wir den ausgesuchten Wanderparkplatz oberhalb von Unterkochen am Waldrand. Dieser Platz war dafür ein Glücksgriff, wie wir am nächsten Morgen sahen. Ruhig, außer ein paar Joggern und Leuten mit Hund niemand unterwegs, mit schöner Aussicht und einem Bänkle vor dem Auto.

Nach dem Frühstück beschlossen wir, den trocken angesagten Tag für eine Radtour zu nutzen. Zuerst ging es durch Aalen und Wasseralfingen an den Kocher, dann den Kocherradweg entlang bis kurz vor Untergröningen. Dort verließen wir das Kochertal und fuhren steil den Berg hinauf nach Obergröningen und von dort aus quer übers Land zurück nach Aalen. Im Kochertal gab es vor Wölfstein eine Rast an einer Bikerstation, von der wir aber nur die Sitzgelegenheit nutzen und die Sonne und etwas Gebäck genossen. Eine zweite kleine Trinkpause legten wir auf dem Rückweg auf der Hochfläche ein, ansonsten sind wir immer geradelt und haben die Tour sehr genossen. Xenia ging es erstaunlich gut und die Erkältung wurde sogar besser.

In Aalen gönnten wir uns in einem Café Kuchen, Cappuccino und Eisschokolade, Udo dann im Anschluss noch einen Yufka bei einem Türken. Wir beschlossen, noch am Limesmuseum vorbeizuschauen und auszukundschaften, ob man dort Fahrräder laden kann und wie es mit Parkmöglichkeiten für die Berta aussieht. Wir kamen am Museum an, kurz bevor ein paar Minuten später ein „Römer auf Wanderschaft“ ankam. Einige Familien und insbesondere eine ganze Anzahl Kinder hatten ihn schon sehnsüchtig erwartet. Seine Kameraden waren wohl noch verhindert und auf diese haben wir auch nicht mehr gewartet. Angekündigt wurde die Aktion so: „Am 08. August werden fünf Soldaten in kompletter Kampf- und Marschausrüstung vom Römerkastell Eining entlang des Limes bis zur Römerwelt Rheinbrohl marschieren. Dabei schlagen sie ihr Marschlager im Archäologischen Park des Limesmuseums auf.“

Da es keine Fahrradladestation beim Museum gibt, fuhren wir noch an eine Ladestation bei BayWa, die die App uns nannte. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem guten Bäcker vorbei und deckten uns mit Brezeln, Wecken und einem Nusseckle ein. Die BayWa-Station erwies sich dann leider auch nicht als geeignet, da sie nicht mehr als eine Steckdose war und man sein eigenes Ladegerät dann dort liegenlassen muss, bis das Rad geladen ist. Das war uns dann doch zu unsicher und im Falle von Regen auch nicht empfehlenswert.

So fuhren wir wieder zurück zur Berta, kamen dort bei Sonnenschein an und ließen uns eine Brezel auf dem Bänkle des Parkplatzes schmecken.

Inzwischen war es 17 Uhr geworden und wir beschlossen, den Tag mit einer Dusche und ganz gemütlich auf unserem schönen Platz ausklingen zu lassen. Vor dem Abendessen (Salat mit den guten Aalener Wecken) machten wir noch einen schönen Abendspaziergang auf dem alten Bahndamm der stillgelegten „Schätterer“-Bahn. Dort, wo einst die Gleise lagen, ist jetzt ein schöner Wanderweg. Es interessierte uns doch, wo die Jogger und Spaziergänger langgehen, die zusammen mit uns parken.

Als wir wieder zurück waren, waren ein paar junge Leute auf dem Platz. Wir hatten schon Sorge, wie der Abend und die Nacht verlaufen würden, aber die war unbegründet. Um 21 Uhr waren alle weg und sie hatten sich auch gesittet benommen. So verbrachten wir noch einen ruhigen Abend in der Berta und eine erholsame Nacht.

Mi 09.08.2023 - Mittwoch, 09.08. – Aalen Museen, Nördlingen

Gestört wurden wir in dieser Nacht höchstens durch den Regen, der immer wieder aufs Dach prasselte. Am Morgen ließen wir uns Zeit, schliefen länger und frühstückten gemütlich. Um 9:45 Uhr waren wir startklar zum Regenprogramm in Aalen, aber es sollte gar nicht so schlimm kommen.

Zuerst besuchten wir eine E-Bike-Ladestation hinter dem Bahnhof, die auch sehr vielversprechend aussah mit ihren 4 Schließfächern. Einziges Problem: Im Display gab es nicht mehr als ein Flackern. Da war wohl der Computer ausgefallen – echt schade! Aber was sollten wir machen?

Wir fuhren zum Limesmuseum. Dort stellten wir uns auf den Parkplatz vor dem Museum, wo es noch viel Platz gab, und Xenia ging ins Museum und fragte die freundliche Dame an der Kasse, ob sie uns vielleicht eine Steckdose zur Verfügung stellt, an der wir unsere Akkus laden können? Nach ein paar Erklärungen willigte sie auch freundlich ein und so holten wir die Akkus, die Ladegeräte und eine Vielfachsteckdose aus der Berta und schlossen das Ganze ans Netz an.

Doch bevor wir das Museum besichtigten, marschierten wir 10 Minuten in die Innenstadt und dort ins Urweltmuseum, das laut Internet „das größte städtische Museum für Geologie und Paläontologie in Baden-Württemberg“ ist. Das Ganze war dann doch sehr überschaubar, aber nett und liebevoll gemacht. Da bekommt man wieder Lust, nach Versteinerungen zu suchen! In einer Stunde waren wir durch und in dieser Zeit hat es draußen kräftig geregnet.

Als wir das Museum wieder verließen, war der Guss vorbei und wir bummelten noch etwas durch die Altstadt und den Markt auf der Suche nach einem guten Mittagessen. Zuerst waren wir zu wählerisch, dann kamen wir an einem Bäcker vorbei, der so gute Sachen hatte, dass wir dort 2 belegten Wecken und süßen Stückle kauften, zurück zur Berta gingen und uns das mit einem Kaffee gut schmecken ließen. Anschließend gab es eine Stunde Siesta und danach waren wir um 14 Uhr bereit fürs Limesmuseum.

Zuerst gingen wir in den Außenbereich, wo die „Römer“ von gestern noch da waren und Kindern und interessierten Erwachsenen ihre Kleidung und Ausrüstung erklärten. Das war richtig nett und auch interessant, so dass wir eine ganze Stunde zuhörten.

Dann gingen wir ins Museum und lernten einiges über den Limes und die Gepflogenheiten der Römer, die hier gelebt hatten. Der Schwerpunkt der Ausstellung im Erdgeschoss liegt auf den römischen Aktivitäten in Südwestdeutschland im 2. Jahrhundert n. Chr. und dem Kastell Aalen. Der zweite Teil der Ausstellung führt im Obergeschoss zurück in die Gegenwart. Hier werden zahlreiche archäologisch bedeutsame Stationen entlang der 164 km langen Strecke des Limes in Baden-Württemberg vorgestellt. Ganz zum Schluss drehten wir noch eine Runde durchs Freigelände, wo man noch Grundmauern des ehemaligen Kastells sehen kann.

Um 16:30 Uhr hatten wir genug, holten unsere Fahrradakkus und beschlossen, noch weiter nach Nördlingen zu fahren. Wegen einer Umleitung dauerte das etwas länger und wir kamen um 17:45 Uhr dort an. Die städtischen Parkplätze sind alle nur für PKWs, so fuhren wir zum Wohnmobilstellplatz, der aber komplett belegt war. Neben dem ausgewiesenen Platz für Wohnmobile gibt es aber noch einen weiteren für PKWs, der nicht ausdrücklich für Wohnmobils verboten ist, und auf diesen stellten wir uns. Außer uns war schon ein weiterer Camper dort. Der Himmel war zwar wolkenverhangen, aber es war trocken und so gingen wir nochmal los zu einer Runde durch Nördlingen. Unser Parkplatz liegt im Norden ganz in der Nähe des Baldinger Tors, durch das wir in die Altstadt gingen. Wir stiegen auf die Stadtmauer und machten eine halbe Runde bis zum südlichen Reimlinger Tor, verließen dort den Wehrgang und gingen quer durch die Stadt zurück zur Berta.

Auf dem Marktplatz kehrten wir noch in einer sehr guten Pizzeria ein und verzehrten mit gutem Appetit jeder eine große Pizza. Udo schaffte danach noch ein Eis, bei Xenia ging nichts mehr.

Auf dem Rückweg sahen und hörten wir noch einige Störche, die Nester auf den Häusern gebaut hatten. Die Jungvögel sahen aus wie kurz vor der Flügge und das Geklapper war schon beeindruckend. Die meisten Häuser sind sehr schön mit liebevoll restaurierten Fassaden, Erkern und Fachwerk.

Auf den letzten Metern vor unserem Stadttor begann es doch noch einmal zu regnen und wir waren froh, noch einigermaßen trocken im Wohnmobil anzukommen. Inzwischen hatten sich noch einige weitere Camper zu uns gesellt. Jetzt waren wir eigentlich nur noch müde und dankbar für einen schönen und erlebnisreichen Tag trotz Regenwetters.

Do 10.08.2023 - Nördlingen Stadtrundgang, Besucherbergwerk Tiefer Stollen Aalen-Wasseralfingen

Endlich wieder Sonnenschein! Schon beim Aufwachen wurden wir durch die Sonne begrüßt, trotzdem war eine Heizung zum Aufstehen und während des Frühstücks noch sehr angenehm.

Um 9:30 Uhr starteten wir zum historischen Stadtrundgang durch Nördlingen, den wir aus dem Internet aufs Handy geladen hatten. Er war aber so gut ausgeschildert, dass man das fast nicht gebraucht hätte.

Nördlingen ist wirklich ein ganz reizendes Städtchen mit vielen historischen und gut restaurierten Fachwerkhäusern. Auf dem Weg durch die Stadt kamen wir an der katholischen Kirche St. Salvator vorbei, die uns im Inneren positiv überraschte. Es ist sehr hell, viel Licht kommt durch die Fenster und der Innenraum ist weiß gestrichen. Der Altarraum ist auch ziemlich filigran und nicht so erdrückend wie in manch anderen Kirchen. Aber das ganz Besondere waren Vitrinen an den Seiten, in denen sehr liebevoll Szenen aus dem Alten und Neuen Testament dargestellt sind. Alles Handarbeit, sowohl die Figuren als auch die sonstige Ausstattung. Es hat uns sehr gefallen!

Weiter ging der Rundgang zur Stadtmauer, die wir an der Stelle bestiegen, an der wir sie am Tag zuvor verlassen hatten. Das passte also super. Das Stadtmauermuseum im Wehrgang besuchten wir nicht, es war uns zu viel zum Lesen. Weiter ging es zum Marktplatz, wo wir in einem Café von einem Bäcker eine Pause einlegten, einen Kaffee tranken und eine Brezel aßen.

Anschließend statteten wir der beeindruckenden Kirche St. Georg einen Besuch ab und stiegen auf deren 90 Meter hohen Kirchturm, den Daniel.

Von oben hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt und das Nördlinger Ries – beim heutigen Traumwetter sowieso. Auch die Störche und Storchennester, die wir gestern schon gesehen hatten, konnten wir jetzt von oben bewundern.

Nachdem wir die 350 Treppenstufen wieder hinuntergestiegen waren, hatten wir uns ein Eis verdient. Das gab es von einer Eisdiele direkt bei der Kirche. Inzwischen war es 12:15 Uhr geworden. Spätestens 13:15 Uhr wollten wir zurück nach Aalen zum Bergwerk fahren. Eigentlich hätte noch das RiesKraterMuseum auf dem Programm gestanden, aber das strichen wir und bummelten dafür ganz gemütlich zurück zur Berta. Dort ließen noch das Abwasser ab und starteten dann zum Besucherbergwerk Tiefer Stollen bei Wasseralfingen.

Um 13:30 Uhr kamen wir dort auf dem Parkplatz an und nutzen die 50 Minuten Wartezeit, bis wir zu unserer Führung aufbrechen mussten, für eine Siesta.

Pünktlich um 14:30 Uhr startete unser Besuch des Schaubergwerks. Wir hatten die große Führung gebucht. Nachdem jeder einen Helm bekommen hatte, fuhr uns die Grubenbahn 400 Meter in den Berg hinein. Insgesamt 90 Minuten waren wir unter Tage, sahen einen Film über die Geschichte des Ortes und den Erzabbau und wurden dann durch die Gänge geführt. An mehreren Stationen bekamen wir einiges zur einstigen Arbeitswelt im Bergwerk erklärt und durften zum Schluss noch einen Blick in den Therapiestollen werfen, wo besonders Patienten mit Atemwegserkrankungen bei konstanten 11 Grad und 98% Luftfeuchtigkeit Linderung ihrer Probleme erhoffen.

Wieder zurück im Sonnenschein beschlossen wir um 17 Uhr, das schöne Wetter und den Nachmittag mit angenehmer Temperatur noch für eine kleine Wanderung zu nutzen. Wir gingen den ausgewiesenen Bergbaupfad und lasen auf den dort aufgestellten Tafeln noch einmal einiges über den Berg, den Erzabbau und die Verhüttung.

Um 19 Uhr verließen wir den Parkplatz und fuhren 45 km zum Limeseum mit Römerpark bei Ruffenhofen, das sich mitten in der Pampa befindet und einen ausgewiesenen Wohnmobilstellplatz hat. Die 4 Plätze mit Strom waren leider alle belegt, aber wir stellten uns daneben mit der Hoffnung, dass morgen vielleicht einer wegfährt und ein STromplatz frei wird. Ansonsten macht uns die Sonne genügend Strom für die Berta und es gibt eine E-Bike-Ladestation beim Römerpark.

Wir machten uns ein paar Eier mit Speck und einen Salat, dann gab es noch eine kleine Erkundungsrunde des Platzes, bevor wir uns in die Berta zurückzogen und eine ruhige Nacht verbrachten.

Fr 11.08.2023 - Limeseum, Radtour nach Dinkelsbühl und auf den Hesselberg

Heute sollte es ein wunderbarer Sommertag werden, ohne ein Wölkchen am Himmel.

Zuerst statten wir dem Limeseum einen Besuch ab, wo wir pünktlich um 10 Uhr zur Eröffnung an der Kasse und bis fast zum Schluss die einzigen Besucher waren. Auch das Limeseum ist schön gemacht, allerdings kannten und wussten wir jetzt schon einiges und das Limesmuseum in Aalen ist informativer. Die Ausstellung hier informiert über das Kastell Ruffenhofen und dessen Zivilsiedlung, den Vicus, während der römischen Kaiserzeit. Nach einer Stunde waren wir durch und gingen zurück zur Berta.

Udo machte die Räder startklar, Xenia richtete noch ein kleines Vesper, das wir vor dem Radeln verspeisten. Bevor es auf Tour ging, machten wir noch eine Runde durch den Römerpark. Der konnte jetzt nicht wirklich begeistern und so starteten wir gen Dinkelsbühl.

Die Fahrt war schön, zuerst auf wenig befahrenen Landstraßen, an einigen Störchen vorbei und entlang der Wöritz, bis wir dann auch auf Radwege kamen.

Um 13:20 Uhr kamen wir in Dinkelsbühl am ehemaligen Rathaus an, wo sich jetzt das Stadtmuseum und die Touristinfo befinden. Udo erkundigte sich, ob es vielleicht eine Stadtführung gibt? Und tatsächlich: um 14:30 Uhr startete eine. Wir kauften Karten dafür und verbrachten die Stunde Wartezeit in den Kellergewölben des ehemaligen Rathauses, wo eine kostenlose Dokumentation zur Hexenverfolgung in Dinkelsbühl zu sehen ist. Eigentlich nicht das, was wir uns ausgesucht hätten, aber es war dann doch sehr informativ und interessant. Es gibt keine Bilder, dafür wird auf verschiedenen Tafeln über die Umstände und Voraussetzungen, die in Deutschland zu den Hexenprozessen führten, berichtet. Auch wie die Gerichtsverfahren abliefen und Parallelen oder Unterschiede zu Nachbarstädten wird erklärt. Das war alles gar nicht so willkürlich, wie wir manchmal denken – aber natürlich trotzdem ein Verbrechen.

Nach dieser Ausstellung hatten wir noch 20 Minuten Zeit bis zur Stadtführung, die wir mit einem Eis aus der Eisdiele um die Ecke sinnvoll und mit Genuss überbrückten.

Die Stadtführung begann pünktlich um 14:30 Uhr und dauerte eine gute Stunde. Die junge Führerin machte das sehr nett, mit Anekdoten und Sprichwörtern, wie zum Beispiel „Der Klügere baut vor“, weil die Dinkelsbühler nur Grundsteuer auf ihre bebaute Fläche bezahlen mussten, nicht auf Vorbauten am Gebäude in den oberen Stockwerken. Die Führung endete am Eingang des katholischen Doms, wo just zu diesem Zeitpunkt ein kleines kostenloses Orgelkonzert stattfand. So ließen wir das Innere des Doms mit Orgelmusik auf uns wirken und hörten uns 3 Stücke an.

Nun hatten wir uns vor der Weiterfahrt eine Kaffeepause verdient, fanden wir übereinstimmend. In einem Straßencafé ließen wir uns Quarksahnetorte mit Kaffee gut schmecken.

Um 16:30 Uhr schwangen wir uns wieder auf die Räder und radelten auf einem anderen Weg zurück, noch mit einem Abstecher auf den Hesselberg. Unser Wohnmobilnachbar, der immer wieder hier in der Gegend ist, hat uns das wärmstens empfohlen. Man hat von dort einen wunderschönen Blick und kann wohl an besonders klaren Tagen sogar die Alpen und die Zugspitze sehen. Das war heute nicht der Fall, aber der Blick vom Gipfel war wirklich herrlich! Wir mussten ihn allerdings hart erarbeiten, denn komoot führte uns kleine Wanderwege hinauf auf den Berg, die eigentlich nur für Wanderer oder Mountainbiker tauglich sind. Aber Xenia hielt tapfer durch und hat ihre Moutainbike-Prüfung bestanden.

Dafür war die Abfahrt auf der anderen Bergseite auf der Autostraße ein Genuss!

Um 21 Uhr kamen wir wieder auf dem Womo-Parkplatz an. Wie gut tat jetzt eine Dusche! Und auch die Spaghetti, die Xenia noch kochte, haben uns gut geschmeckt. Wir saßen noch bis in die Dunkelheit draußen und unterhielten uns mit einem Nachbarn, der ziemlichen Redebedarf hatte, da er alleine unterwegs war. So ging ein schöner und ereignisreicher Urlaubstag zu Ende.

Sa 12.08.2023 - Gunzenhausen, Radtour um den Brombachsee

Der neue Tag begann bewölkt, sollte dann aber noch sehr warm, sonnig und ab dem Nachmittag gewittrig werden.

Wir tankten neues Wasser, leerten das Klo und starteten in Richtung Altmühlsee. Unterwegs gab es einen Zwischenstopp bei einem Lidl auf der Strecke, wo wir uns mit Wecken, Salat und ein paar Sonderangeboten eindeckten.

Da wir damit rechneten, dass es am Altmühlsee ziemlich voll sein würde, fuhren wir einen laut Park4night wenige Kilometer entfernten großen Parkplatz am Ortsrand von Gunzenhausen an, wo Wohnmobilparken erlaubt ist. Dieser war dann auch sehr groß und es standen schon ein paar Wohnmobile da, zu denen wir uns gesellten.

Die Sonne schien bei blauem Himmel und es war ziemlich warm, als Udo die Räder startklar machte. Wir hatten eine Runde um den Brombach- und den Altmühlsee ausgesucht. Unser Parkplatz lag zwischen den beiden Seen und da wir uns nicht sicher waren, wie sich das Wetter und die Gewitter entwickeln würden, starteten wir zuerst mit der größeren Strecke um den Brombachsee.

Wir umrundeten den See zuerst am nördlichen Ufer und machten den ersten Halt beim Wakepark am Kleinen Brombachsee beim Campingplatz an der Badehalbinsel. Udo wäre dort 2017 mit den Rangern auf einem Camp gewesen, wenn nicht die Krebs-OP dazwischen gekommen wäre. Er hatte die ganze Planung gemacht und es interessierte ihn, was sich seither alles verändert hat. Bei dem Wetter, Wochenende und Sommerferien war natürlich eine Menge los an der Wakeboard- und Wasserskianlage.

Weiter ging es dann bis zum Ostende des Brombachsees, wo wir an einer Badewiese Halt machten, ein bisschen ausruhten und Xenia ein Bad im See nahm.

Nun führte uns unser Weg über den Damm ans Südufer. Wir waren die Schnellsten und überholten immer wieder andere Radler.

Am Südufer angekommen sahen wir schon, wie sich der Himmel am Horizont gefährlich verfinsterte. Es ging noch eine Zeit gut, dann erwischte uns ein erstes Gewitter. Wir hatten den See bereits hinter uns gelassen und waren auf der Verbindungsstrecke zum Altmühlsee bzw. nach Gunzenhausen in einem Waldgebiet, als es zu regnen begann. Der Regen wurde schnell heftiger und es donnerte unentwegt. Wir hielten an und stellten uns im Wald unter eine Fichte, wo es einigermaßen trocken blieb. Dort warteten wir den Schütter ab. Das Satellitenbild von Wetteronline zeigte, dass wir ein kleines Zeitfenster haben, bis uns das nächste Gewitter erreicht, das noch deutlich heftiger sein würde. Und so war es dann auch! Wir erreichten die Berta nach einer Pfützenfahrt im Trockenen, aber schon während Udo die Räder einräumte begann es wieder zu regnen und er schaffte es gerade noch, bevor es richtig losging: Starkregen, Sturm und sogar etwas Hagel waren im Programm und wir waren total dankbar, im Trockenen zu sein.

Wir nutzten die Zeit für eine Dusche, lasen und ruhten ein bisschen aus. Nach einer Stunde war der Regen vorbei und wir konnten etwas frische Luft ins Wohnmobil rein und feuchte Luft rauslassen. Xenia kochte Tortellini und Salat, was uns gut geschmeckt hat. Was uns aber noch fehlte, war ein Nachtisch und wir hatten große Lust, noch zu Fuß in den Ort zu gehen und ein Eis zu essen. Dafür mussten wir aber zuerst noch einen weiteren kurzen Regenguss abwarten.

Um 20:30 Uhr wagten wir es, kamen trocken zur Eisdiele (waren aber auch nur 800 Meter), aßen ein gutes Eis und kamen auch trocken wieder zurück.

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